In der Filzwelt – ein Besuch bei „felto“ in Soltau

Am 1. August eröffnete „felto“, die Filzwelt in Soltau. In einem alten Fabrikgebäude etwas zurückgesetzt von der Fußgängerzone sind dem Filz 5 Etagen gewidmet.

Zuerst erfährt man, was man mit Filz alles machen kann, in der nächsten Etage wird erklärt, wie man Filz herstellt. Schließlich geht es um die verschiedensten Produkte. Im Erdgeschoss sind Café und Shop, im Dachgeschoss ein Aussichtsbalkon und ein Veranstaltungsraum untergebracht.

Am besten haben mir die 2. und 4. Etage gefallen. In der 2. Etage wird erklärt, was man zum Filzen braucht (Haare mit Schuppenstruktur, Flüssigkeit…). Sogar ein Mikroskop steht bereit, um die Haarstruktur zu inspizieren. In der 4. Etage sind unterschiedliche Filzprodukte ausgestellt: bekannte Filzerinnen wie Susanne Wetzel mit ihren Viechern oder Sandra Struck-Germann mit ihren Filzbildern, die schwarz-weiß Fotos gleichen. Das Highlight ist allerdings eine begehbare Jurte, die auch innen mit Liebe zum Detail (Filzteppiche, Untersetzer, Puschen…) ausgestattet ist.

Die sogenannte „gläserne Produktion“ in der 3. Etage fand ich nicht so überzeugend. Hier wird anhand von verschiedenen Stationen erklärt, wie man Filz maschinell herstellt. Die kleinen Maschinen kann man z.T. mit einem Knopf in Gang setzen. Natürlich ist dies überhaupt nicht vergleichbar mit einer wirklichen Produktionsstätte (Ich schätze mich glücklich, im Rahmen einer Workshopteilnahme bei der Firma „Wollknoll“ in Oberrot vor ein paar Jahren einen Einblick in die laufende Produktion erhalten zu haben).

Am Eingang bekommt man einen kleinen Beutel mit Filzwolle. Mithilfe einer Schritt-für-Schritt Anleitung kann man in der 4. Etage eine Kugel nass filzen. Auch das Nadelfilzen kann man probieren. Einige Besucher taten dies: jung und alt, deutsch und englischsprachig…

Im Shop kann man vorwiegend industriell hergestellten Filz erwerben. Ein Weltladen ist ebenfalls untergebracht. Die dort zu verkaufenden Filzprodukte sind allerdings in Nepal hergestellt. So wird eine Tasche, deren Herstellung sicherlich mehrere Stunden in Anspruch nimmt und viel Können und Anstrengung abverlangt für nur 20€ angeboten (Hoffentlich landet ein Großteil dessen bei den Filzern vor Ort.), während im Museumsshop maschinell hergestellte und bestickte Filzkissen das Doppelte kosten. Das Konzept hinter der Kombination beider Shops ist mir – ehrlich gesagt – verborgen geblieben. Das Café im felto ist wenig gemütlich gestaltet, da ist eher eines der umliegenden Cafés zu empfehlen.

In der 1. Etage wird ein Film über das Filzen gezeigt, und es gibt eine große Filzlandschaft mit Schiff und Schaukelkugeln. Dies ist ein Paradies für Kinder. Ein Kombiticket (felto und Spielemuseum) kann erworben werden, Familien erhalten ermäßigten Eintritt. Das Tagesticket nur für das Filzmuseum kostet immerhin 8€.

Die folgende Fotocollage vermittelt einen Eindruck des außergewöhnlichen Museums, das sowohl Filzexperten als auch Familien (die Rallye ist empfehlenswert) Neues und Interessantes bietet.

2015.10 Filzwelt felto in Soltau

Von links oben nach rechts unten: Flyer und Wollpaket, Außenansicht des alten Fabrikgebäudes, Filmvorführung über das Filzen, ein wunderschönes Filzmobile im Eingangsbereich, verschiedene Schafrassen und Haarstrukturen, Krempelmaschine zur Rohwolleverarbeitung, riesige Nadelfilzkugel zum Mitgestalten, begehbare Jurte, Viecher von Susanne Wetzel

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