Gefäße – eine Serie mit Locken und Beulen

Auf vielfachen Wunsch erhaltet Ihr hier die Anleitung für die mittlerweile drei Gefäße. Beim Filzen dieser war ich leider so emsig bei der Sache, dass ich vergaß Fotos zu machen… Also versuche ich, den Arbeitsprozess mit Fotos und Beschreibung im Nachhinein deutlich zu machen.

2017.01 Gefäße 1Für alle drei Gefäße verwendete ich eine Schablone aus dickerer Trittschallfolie. Durch diese Dicke gelingen die Ränder der Gefäße problemlos.

Die Schablone für das linke Gefäß liegt auf dem Foto auf einem Din A4 Blatt (so habt Ihr eine Größenorientierung).

2017.01 Gefäße 2

Das Gefäß umlegte ich in der bewährten Schablonentechnik mit zwei Lagen kardierter, ungefärbter Wolle. Leider kann ich nicht sagen, um welche Wolle es sich handelt. Ich hatte sie erst kürzlich von einer anderen Filzerin erworben, die sich auch nicht mehr erinnern konnte. Ausschlaggebend war die Farbwahl, weil diese Wolle gut zu den Locken passt.

Wie auf dem Foto zu sehen, legte ich die Gotlandlocken auf den oberen Rand der Schablone: die Schnittseite auf die Schablone, die Spitzen lagen oben. Auf diese Locken legte ich auf die obere Seite der Schablone eine dünnere Lage Wolle, damit sich die Locken mit ihr verbinden konnten.

Dann filzte ich alles, erst langsam und behutsam, dann mit mehr Druck an. War die Wolle fest verfilzt und wölbte sich die Schablone, nahm ich sie heraus und knüddelte und knetete das Gefäß, sodass es sich noch mehr festigte und schrumpfte. Im feuchten Zustand lässt es sich so formen, dass es symmetrisch ist. Zum Trocknen stellte ich ein hohes Saftglas hinein, dann wird der Boden glatt, und das Gefäß steht auch, wenn es trocken ist.

2017.01 natural wool locks 1

Bei den runden Gefäßen handelt es sich um eine runde Schablone. Sie misst ca. 13 cm im Durchmesser.

2017.01 Gefäße 3

Auch hier umfilzte ich die Form mit zwei Lagen Wolle und legte bei dem rechten runden Gefäß die Locken an den Rand der Schablone. Darauf kam eine weitere dünne Lage, sodass die Locken im Sandwich liegen.

Der kleine Kreis auf der Schablone zeigt die Größe des Loches, dass ich schnitt, um die Schablone herauszunehmen. Ich würde es vielleicht sogar noch kleiner schneiden, weil es sich automatisch beim Herausnehmen und Walken weitet. Vergößern kann man es immer noch, Verkleinern aber nicht.

Nach dem Walken formte ich das Gefäß so rund wie möglich, legte einen Luftballon hinein, den ich im Gefäß aufblies. So trocknete das Gefäß und erhielt eine runde Form. Die Standfläche unten ergab sich nach dem Trocknen von selbst.

2017.01 Gefäße 4 Das runde Lockengefäß sieht dann so aus:

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Die Schablone für das runde Gefäß mit den Beulen umlegte ich ebenfalls mit zwei Schichten Wolle. Dann formte ich aus der gleichen Wolle fünf Filzkugeln.

2017.01 Gefäße 8Diese positionierte ich in gleichmäßigem Abstand auf dem Rand der Schablone (s. Foto oben). Darauf legte ich wiederum Wolle, diesmal ganz nah an die Kugeln und filzte die Kugeln auf diese Weise fest. Die Kugeln selbst dürfen nicht zu sehr gefilzt sein, damit sie sich mit der Wolle verbinden.

Der Luftballon sorgt auch hier für die Formgebung beim Trocknen.

2017.01 Gefäße 7

2 Gedanken zu „Gefäße – eine Serie mit Locken und Beulen

  1. Die Gefäße bzw. die gefilzten Objekte gefallen mir sehr gut. Eben auch weil sie aus der Naturwolle und ungefärbt sind. Das betont besonders die Form der Objekte. Liebe Silke, du warst mal wieder mit Humor bei der Sache: die Zeichnungen finde ich echt lustig.

  2. Liebe Silke, deine Beiträge sind immer wieder toll. Herzlichen Dank dafür! Viele Grüße, irene

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