„Life is like a box of chocolates…

… you never know what you’re gonna get.“ Wer kennt dieses Zitat von Forrest Gump nicht?

Nun, ich habe die Probe aufs Exempel gemacht und mehreren Leuten unabhängig voneinander diese kleine Pralinenschachtel vorgehalten. Ihr kennt diese Schachteln sicher? Vier Pralinen sind im Karton mit der Aufschrift „Viel Glück“ oder „Vielen Dank“.

Alle, denen ich diese Schachtel unter die Nase gerieben habe, griffen nach einer Praline und waren drauf und dran, sie sich in den Mund zu stecken bevor sie anhand der pelzigen Oberfläche und des ungewöhnlich leichten Gewichts merkten, dass es gar keine echten Pralinen sind, sondern sie gefilzt sind. „Oh, die sehen aber echt aus! Wow!“, sagten sie übereinstimmend. Was sagt Ihr?

Zum Technische : Sie sind in der Grundform (Kugel, Quadrat, Herz) mit Vlieswolle nass gefilzt. Die Deko in weiß, rosa und braun habe ich nach dem Trocknen mit der Nadel aufgefilzt.

Filzvögelchen mit Aufhänger

Die Anleitung von Søstrene Grenes für ein „Ledervögelchen zum Aufhängen“ (hier der Link) wandelte ich ab in ein „Filzvögelchen mit Aufhänger“. Er ist mit wenigen Handgriffen leicht anzufertigen, versprüht aber eine große Wirkung und sieht edel aus. Meine Vögelchen sind im Urlaub entstanden, weshalb ich auch auf die praktische Handhabung gesetzt habe.

Mit nur 3 Zutaten (plus dem üblichen Filzequipment) seid Ihr dabei:

• weiße Wolle (ich habe mich für weißen Vorfilz entschieden)

• weiße Seidenfasern

• beige Mohair-Seiden-Wollfasern im Knäuel

Die Anleitung ist ganz einfach: zuerst legte ich den Vorfilz auf die Unterlage und machte ihn nass. Danach legte ich einige Seidenfasern auf den Vorfilz. Darauf kam der Wollfaden in Schlangenlinienmuster. Dies feuchtete ich an und drückte alles platt. Nachdem diese Seite angefilzt war, drehte ich das Werkstück um und wiederholte das Auflegen (Seidenfasern und Wollfasern) auf der Rückseite. War auch diese angefilzt, konnte ich mehr Druck ausüben und das Stück fest filzen. Nach dem Trocknen empfiehlt es sich, das Filzteil zu bügeln, wenn es nicht glatt genug ist.

Durch die weißen und beigen Seidenfasern bekommt der „Stoff“ ein edles Aussehen.

Die Vögelchen bestehen aus langen Streifen, die im Prinzip geknotet werden. Für die kleinen Vögelchen schnitt ich Streifen von ca. 1,2 x 12 cm. Die größeren Vögelchen bestehen aus Streifen, die ca. 3 x 17 cm groß sind. Die Streifen werden locker geknotet. Das eine Ende bildet der Schwanz und wird entsprechend zackenförmig eingeschnitten. Das Kopfende wird abgerundet und bekommt einen Schnabel. Falls der Streifen etwas lang sein sollte, kann er nach dem Knoten gekürzt werden. 

Mit einer Lochzange bekommt das Vögelchen ein Auge und ein Loch für die Aufhängung. Das ist hier auf der Großaufnahme gut zu sehen:

Das Vögelchen eignet sich beispielsweise gut als Mitbringsel, Geschenkanhänger, Fensterbild und Weihnachtsbaumanhänger. Wie in der Verwendung, so sind auch in der Farbwahl natürlich keine Grenzen gesetzt.

Urlaubsfilz – Herbst 2018

Filzen geht immer und überall! Auch auf Reisen.

Die kleinen Dinge stehen an. Farbenfrohe Herbstdekoration zum Verschenken für die trüben Tage im November und Dezember sind schnell gefilzt und benötigen nicht viel Aufwand. Folgende „Zutaten“ verwendete ich:

  • Unterlage mit Rand,
  • Gummimatte,
  • Seifenschale,
  • Olivenseife,
  • Wasser,
  • Wolle und
  • Eichelhüllen.

Schon nach kurzer Zeit sind die Filzeicheln fertig. Nach dem Trocknen kleben sie mit Klebstoff in den Hüllen und bieten eine Augenweide zum Selbstbehalten oder Verschenken.

Sieh Veränderung als Chance an!

„Lass die Vergangenheit ruhen, sie ist nicht mehr zu ändern,

lass die Zukunft auf dich zukommen,

mach dir keine unnützen Gedanken.“

Das sind Sätze, die man oft hört.

„Lebe im Hier und Jetzt, in diesem Moment,“

heißt es auch bei Achtsamkeits- oder Yogaübungen.

Hmm, so einfach ist das leider gar nicht. Oft denke ich über die Vergangenheit nach und überlege, was gewesen wäre, wenn… Oder mache mir Gedanken und Sorgen über die Zukunft. Rational betrachtet macht beides nicht viel Sinn, denn ändern kann ich das Vergangene nicht mehr und die Zukunft ist auch nicht zu beeinflussen. Ich denke, dass häufig Angst vor der Veränderung dahinter steckt.

Diese Dinge beschäftigten mich letztens als ich ein Abschiedsgeschenk für eine Kollegin filzte, die am Ende des Schuljahres pensioniert wird und für die nach 38 Jahren Dienstzeit ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Ich dachte über die Begriffe „Umbruch“ und „Veränderung“ nach und stieß auf das Englische „change“.

Hierzu ein kleiner Exkurs: Wenn ich „change“ schreibe, muss ich immer erst innehalten und überlegen, ob es mit „g“ oder „c“ geschrieben wird. Eine Verwechselung der beiden Wörter „change“ oder „chance“ könnte zu Missverständnissen führen…

Oder aber, ich mach mir dieses Missverständnis zunutze und ich kam auf den folgenden Satz:

„Take change as a chance.“

„Siehe Veränderung als Chance an.“

Das fühlte sich griffig an und ich konnte mit meinem Filzprojekt loslegen.

Schnell sollte es gehen. Deshalb wählte ich Chiffonseide als Grundlage, weißen Vorfilz als Hintergrund und schnitt die Buchstaben ebenfalls aus grauem Vorfilz aus. Für die beiden Buchstaben „c“ und „g“ wählte ich blauen und grünen Vorfilz.

Meinen Vornamen legte ich mit Wollfasern aus einer grünen Seiden-Mohair-Mischung. Das „Finish“ bekam das Filzstück durch Bügeln und Rasieren. Dadurch erscheinen die Buchstaben klarer. Die Ränder sind bewusst nicht ganz gerade gehalten bzw. geschnitten.

Zufrieden mit dem Ergebnis und der „Message“ dahinter, freute sich auch die Kollegin über das Geschenk.

gefilztes grünes Glasobjekt

Beim Herbstmarkt der Veranstaltungsreihe „Artenvielfalt“ in der Hofwerkstatt von Gabriele Musebrink (Sibyllastrasse, Essen) traf ich im November auf die Glasbläsermeisterin Regina Buchholz. Sie hatte eine große Schatzkiste mit bunten Glasnuggets, von denen ich ein grünes und durchsichtiges mitnahm. „Die werde ich bestimmt irgendwann zum Filzen verwenden“, dachte ich.

Für das grüne Nugget mit dem Loch in der Mitte war es nun soweit. Grün und grün gesellt sich gern. Deshalb ummantelte ich den Glastaler mit grasgrüner Vlieswolle, filzte diese fest und schnitt ein Loch in die Vorder- und Rückseite und eine runde Form außen. Nachdem alle Schnittränder nachgefilzt waren und das Objekt trocken ist, sieht es so aus. 

Trotz der gemeinsamen Grüntöne, gibt es Kontraste, die das Objekt interessant machen: „glänzend – matt“ und „riffelig – glatt“. Es dient mit einem langen Faden versehen als Fensterschmuck.

Good luck for 2018

Liebe FilzSi-Freunde,

mit dem heutigen Tag endet ein weiteres Jahr, in dem ich diesen Blog führe, das vierte bereits. Den ersten Blogpost veröffentlichte ich am 12.01.2014, nachdem ich an einem Wochenendseminar an der VHS Münster den Umgang mit WordPress gelernt hatte, der Software, mit der ich diesen Blog und meine Website auch heute noch erstelle.

Viel steckte ich hinein – Zeit und Energie -, gab mein Filzwissen weiter und gab einiges von mir selbst preis. Viel lernte ich über das Bloggen und Führen einer Website, über das Schreiben, Formulieren und Fotografieren. Viele Workshops und Ausstellungen besuchte ich, berichtete darüber und erweiterte meinen Horizont. Vieles griff ich auf und integrierte es in meine Filzobjekte. Vieles probierte ich aus, viel Gefallen finde ich an den kleineren Objekten – Mitbringsel oder Geschenke, sie sind sozusagen mein filzSiges Steckenpferd. Auch nach vier Jahren Bloggerei macht es mir Spaß und Freude, diesen Post zu verfassen und meine Gedanken mit Euch zu teilen.

Eine wichtige Erkenntnis möchte ich heute mit Euch teilen: „Man soll niemals „nie“ sagen.“ Nie hätte ich 2014 gedacht, dass es eine solche Resonanz zu http://www.filzSi.com geben würde. In keinem anderen Jahr als 2017 haben so viele von Euch auf diesen Blog geschaut. Ich habe gerade die Statistik angeschaut und bin überwältigt: Es waren 6746 Menschen! WOW, das ist eine Menge!

Deshalb danke ich Euch für Euer Vertrauen, für die vielen, vielen Kommentare und lieben Worte, die mich dieses Jahr erreichten und die mich anspornen, auch in schwierigeren Phasen weiterzumachen. Das Filzen, Fotografieren und Bloggen sind wichtige Teile meines Lebens, gute Ausgleiche, die ich nicht missen möchte. Dafür bin ich sehr dankbar.

2017 erweiterte ich meinen Horizont weiter in Richtung Social Media und muss zugeben, dass Facebook und Instagram es mir leicht machen, meine Ideen zu verbreiten: Fotos, kurzer Texte (wenn überhaupt), Hashtags und einfache Kommunikation durch Likes und/oder Kommentare schaffen einen kurzen Draht zur internationalen Filzcommunity, den ich sehr schätze. Ich schreibe das, weil ich das Gefühl habe, diese Bereiche erweitern nicht nur meinen Horizont, sondern führen vielleicht auch dazu, dass es hier auf dem Blog etwas stiller zugeht. So ein Blog erfordert mehr Zeit und Energie. Trotzdem fühlen sich alle drei Bereiche, Blog, Facebook und Instagram, derzeit richtig an.

Für dieses Jahr verabschiede ich mich – wie sollte es anders sein? – mit kleinen Filzobjekten, nämlich Glücksbringern, die gestern entstanden. Drei Stück sind es geworden, die Ihr leicht nachmachen könnt. Ich filzte sie um eine Schablone, entfernte diese nach dem Anfilzen, sodass sich die Löcher noch schließen konnten. So sind sie nicht so platt, als wenn ich nur eine Fläche gefilzt und in Form geschnitten hätte. Sie werden als Anhänger oder Talismane noch heute Abend verschenkt.

Kommt gut ins neue Jahr!

1. Advent 2017

Ich wünsche Euch einen wunderschönen 1. Advent.

Mein Avents“kranz“ ist in diesem Jahr in frischen Farben gehalten und enthält nichts Gefilztes. Ein weißes Holztablett trägt vier hellgrüne Kerzen, dazwischen liegen Tannenzapfen, die ich  während meines Ostseeurlaubs vor ein paar Wochen sammelte. Es sind fünf verschiedene Arten von Tannenzapfen.

Wie sieht Euer Adventskranz aus?