Klein, aber oho – ein Mini-Bügeltäschchen

Die kleineren Filzdinge haben es mir angetan. Das hat drei Gründe:

  1. Die Herstellung dauert nicht lange, sodass ich ein solches Projekt auch leicht und schnell bewältige. In einer oder in anderthalb Stunden bin ich fertig damit und halte ein schönes Objekt in den Händen.
  2. Ich benötige nicht viele Materialien und habe sie i.d.R. zuhause. Auch Reste lassen sich für kleine Projekte problemlos aufbrauchen.
  3. Diese kleinen Dinge lassen sich gut verschenken, sind ein willkommenes Mitbringsel, und jeder kann sie für irgendetwas gebrauchen.

Aus diesen Gründen bestellte ich kleine Bügel für Bügeltäschchen. Wie könnte es momentan anders sein? Noch immer befinde ich mich im Bügeltaschenmodus. Die Bügel haben eine Breite von 5cm. Die fertigen Täschchen ergeben eine Länge von ca. 8cm, d.h. es handelt sich um ein Minibügeltäschchen. Die Bügel sind außerdem mit einem Schlüsselring ausgestattet, sodass man das Täschchen z.B. an einer Handtasche befestigen oder als Schlüsselanhänger verwenden kann.

Wiederum geht es beim Filzen um die Oberflächengestaltung des Täschchens. Ich wählte handgefärbte Wolllocken, Seidenfasern und feinste Merinowolle aus. Zum Größenvergleich legte ich eine 1€-Münze dazu als ich das Foto machte.

Wie gefällt Euch dieses Täschchen? Es ist (erst) der Anfang einer neuen Serie von Minibügeltäschchen, denn die Bügel wurden im 5er-Pack verkauft 😉

Ele, der Türstopper

Ein neuer Türstopper musste her, denn der industriell gefertigte löste sich in Wohlgefallen auf und hinterließ häßliche Spuren auf dem Boden. Nun ja, dachte ich, das ist ja kein Problem, da ich filze ich mir einen.

Beim Filzertreffen letztens in Heike Giesberts Kreativwerkstatt bot sich die Gelegenheit. Australische Neuseelandmerinowolle in grau meliert wählte ich und nahm meinen bewährten Türstopper, die Miezekatze, zum Vorbild.

Die Schablone der Mieze hatte ich noch, sie war 2013 entstanden als ich regelmäßig jede Woche einen Filzkurs besucht hatte.

Nun sollte es ein Elefant werden. Damit ich nur die Ohren separat anfilzen musste, wählte ich eine Schablone, die den Ele von der Seite zeigt. Das untere Foto zeigt, wie auf der Oberseite und der Unterseite bereits eine Lage Vlies vorhanden war. Die Ränder der Unterseite mussten nach oben geklappt werden, sie standen noch über.

Als ich das nächste Foto machte, wurde der Ele bereits mit zwei Lagen Vlieswolle gewärmt. Die Ohren filzte ich vor, wobei ich die Seite, die an den Körper kam, trocken ließ. Diese trockene Seite legte ich an die umfilzte Schablone und fixierte sie mit einer Filznadel. Dann hieß es reiben, reiben und reiben, bis beiden Ohren fest mit der Schablone verbunden waren.

Die Schablone schnitt ich unten großzügig auf und stopfte den Ele bis auf das letzte Stück mit Stopfwolle. Im unteren Teil stopfte ich ihn mit einem mit Vogelsand gefüllten Gefrierbeutel aus. So bekommt er Stabilität und wird seiner Aufgabe als Türstopper gerecht.

Als Ele getrocknet waren, begannen die Feinarbeiten. Er erhielt seine Haare und ein Schwänzchen aus der Vlieswolle. Und ich nadelte Augen, Wimpern, Mund und Nasenlöcher auf. Er ist ca. 30 cm hoch.

Muttertag 2018

Was bekommt die Mutti einer Filzerin, die sich gerade im Bügeltaschen Filzfieber befindet zum Muttertag geschenkt? Genau, natürlich eine Bügeltasche! Diese ist standesgemäß im Muttertagsdesign in rot mit eingearbeitetem Herzchen.

Das Herz besteht aus Vorfilz, den ich übrig hatte von einem ersten Versuch, eine Bügeltasche mit Herzchen zu filzen.

Seidenstoff, Seidenfäden etc. machen die Oberfläche abwechslungsreich und interessant. Ein farblich passendes Garn integriert den Bügel. Das eingefilzte Herz ist sichtbar, aber nicht aufdringlich.

Weil die Beschenkte diesem Blog folgt, kann ich diesen Beitrag erst heute, am Muutertag freischalten 🙂

Sitzkissen to go

Neulich veranstaltete Heike Giesbert in ihren Atelierräumen wieder ein Filzertreffen. Mittlerweile kennt man sich schon und freut sich über ein Wiedersehen. Eine Filzerin sagte, es fühlte sich an, als wenn man nach Hause kommt. Recht hat sie!

Ich filzte ein Sitzkissen in Blattform, das ich aufrollen und leicht mitnehmen kann. So hatte ich mir zuhause die schönsten Grün- und Blautöne herausgesucht. In der Regel sind meine Wollvorräte nach Wollsorten und Beschaffenheit (Vlies, Kammzug, Wollfäden) sortiert und nicht nach Farben. Umso schöner ist es, wenn eine Farbfamilie beisammen liegt. Eine Augenweide, findet Ihr nicht auch?

Das Blatt begann ich mit grüner Bergschafwolle auf 35 x 25 cm auszulegen. Zwei dickere Lagen waren das. Dazwischen plazierte ich eine halbe Lage Kammzug für den Blattstiel. Der würde später dazu dienen, das Sitzkissen aufzurollen, damit es sich leicht in einer Tasche verstauen ließe.

In der Farbe des Blattstiels bekam das Sitzkissen eine Umrandung. Für die Blattadern wählte ich eine Woll-/Seidenmischung von Annemie Koenen in Hellgrün auf der einen und Blaugrün aus der anderen Seite. Daneben legte ich Wollfasern in Seiden-/Mohairmischung. Ich muss sagen, dass mir die blaugrüne Seite momentan besser gefällt. Was meint Ihr?

Schön ist auf jeden Fall, dass die Seidenfasern auf beiden Seiten durchschimmern und dem Kissen einen seidigen Glanz geben.

Nun will ich Euch natürlich ein Foto des aufgerollten Sitzkissens natürlich nicht vorenthalten. Mit knapp 120g ist es ein Fliegengewicht, und die Bergschafwolle macht es zu einem robusten, wärmenden Begleiter auf Spaziergängen, Wanderungen und Reisen – ein Sitzkissen to go.

Warum es sich lohnt Reste aufzubewahren

Heute geht es u.a. um dieses Kleid. Nein, ich habe es nicht jetzt gefilzt, sondern 2013 als ich bei Wollknoll unter der Anleitung von May Jacobsen Hvistendahl aus Norwegen einen Filzkurs belegte. Gern denke ich an diese Zeit zurück. Das Kleid war eines der größten und aufwändigsten Filzprojekte, die ich je gemacht habe. Ich denke dabei an das Auslegen, das Anfilzen und v.a. an das Rollen… von allen Seiten 100 Mal, also 800 Mal (von hinten und vorne, von allen vier Seiten). Das war zu der Zeit noch neu für mich.

Wie immer bei solchen Projekten ging es auch damals um die Farbwahl. Die hatte sich schnell geklärt, als May ihre handgefärbte Seide zeigte und ich mich sofort in dieses intensive Blau verliebte, das mal heller, mal dunkler ausfällt. Ich mag es noch heute sehr und komme immer wieder auf diese Farbe zurück. So ist es nicht verwunderlich, dass gestern eine Bügeltasche in dieser Farbe entstand. Aber nicht nur die Farbe haben Kleid und Täschchen gemeinsam. Es gibt noch eine zweite Verbindung.

 

Die Seide, die beim Kleid als Grundlage diente, ist die gleiche wie beim Täschchen. Doch wie kann das sein, wenn es sich um ein handgefärbtes Unikat handelte? Ich erkläre es Euch: Vor dem Einfilzen entfernt man in der Regel die Webkante oder den Rollsaum, damit sich der Stoff übergangslos in die Wolle integrieren kann. So tat ich es auch damals. May hatte uns geraten, diese ca. 0,5 cm breiten Streifen aufzuheben. Man könnte sie immer noch mal bei einem anderen Projekt verwenden, meinte sie.

Wie recht sie hatte! Im meinem Filzzimmer liegen alle Stoffreste in einer Schublade. Als ich sie nun aufzog und durchwühlte, um nach einem passenden Stoff für dieses blaue Bügeltäschchen zu schauen, fielen mir diese Seidenbänder in die Hände, ich erinnerte mich an das Kleid und ich wusste, nun war ihre Stunde gekommen und sie würden perfekt zum Täschchen passen.

Trotz der vorhandenen Webkante ließen sich die Seidenbänder gut einfilzen und geben dem Täschchen eine spannende Struktur. Es trocknete schnell in der Frühlingssonne, und so konnte ich gestern die Bügel mit Stickgarn annähen.

Noch einmal kommt das Thema „Reste“ auf, denn ich knotete vor langer, langer Zeit gerne Freundschaftsbänder. Aus dieser Zeit stammen die Reste des damals verwendeten Stickgarns, das ich heute nutze, um die Täschchen an die Bügel zu nähen. 

Und die Moral von der Geschicht? Werfe beim Handarbeiten oder Filzen nie etwas weg. Es lohnt sich immer Reste aufzuheben. Es kommt der Tag, an dem sie ihren Platz in einem Projekt finden.

Filzstein vom Filzertreffen in Essen

Am Sonntag gab es ein großes Filzertreffen in Essen in der Kreativwerkstatt von Heike Giesbert. 12 Filzerinnen und Filzer aus Nordrhein-Westfalen kamen zusammen, um zu filzen, zu fachsimpeln, sich kennenzulernen und eine schöne Zeit zu verleben.

Jeder hatte sich ein kleines oder großes Projekt vorgenommen, reiste mit Utensilien und Wollvorräten an, um in den großzügigen Räumlichkeiten von Heike an großen, angenehm hohen Tischen einen Platz zu beziehen.

Ich hatte mir vorgenommen, ein Meditations- oder Yogakissen zu filzen, das die Form und Farbe eines Steins haben sollte. Die ovale Schablone von 75 x 50 cm hatte ich bereits zuhause aus dickerer Trittschallfolie geschnitten. Die graue Neuseelandmerinowolle im Vlies hatte ich noch übrig von früheren Kissenprojekten. Ich legte sie in vier Lagen um die Schablone und dekorierte zum Schluss mit Kammzugwolle in schwarz, hellgrau, weiß und Seidenfasern in weiß.

Es bereitete Freude, wieder ein größeres Projekt anzugehen und den Stein ganz fest zu filzen. Abends war er schon so trocken, dass ich ihn mit Buchweizenhülsen füllen konnte. Er ist nicht ganz prall gefüllt und passt sich deshalb meinem Hinterteil an.

Da das aufgelegte „Steinmuster“ durch die Vlieswolle etwas verlorengegangen, sprich eingefilzt war, rasierte ich es mit einem Einmalrasierer. Das Ergebnis ist überzeugend.

Auf dem Foto liegt zum Größenvergleich ein 2€-Stück neben dem Kissen.

Meine Mitstreiterinnen und Mitstreiter filzten Schnecken, eine Vase, Windlichtbehälter, eine Mütze, einen weiteren Stein, eine Umhängetasche, eine Murmelbahn, ein Rotkelchen, eine Gürteltasche, Wichtel, Pantoffeln, einen Schal, einen Taschenorganizer. Es ist unglaublich, welche unterschiedlichen Dinge jeder in kurzer Zeit in ihrer oder seiner eigenen Technik verwirklichen konnte.

Nebenbei versorgten wir uns am leckeren herzhaften und süßen Buffet, zu dem jeder beigetragen hatte.

Herzlichen Dank an alle, die kamen, um zu filzen und an Heike für die Bereitstellung der Arbeitsplätze, Filzutensilien und Räumlichkeiten. 👏