Happy Mother’s Day 2017!

Dieses Jahr entschied ich mich für Filziges und Praktisches zum Muttertag: Petersilie & Pfefferminze mit Kräuterschere und Filzherzen als Pflanzenstecker sind meine Alternative zum obligatorischen Blumenstrauß.

Die Herzen als Pflanzenstecker sind mit einer Schablone hergestellt, mit Füllwatte gestopft und mit der Filznadel zugestochen. Ein Schaschlikspieß dient als Stecker.

filzige Kleinigkeiten zum Muttertag

Meine Schülerinnen und Schüler der AG und ich filzte heute und vor zwei Wochen gemeinsam. „Wie, gemeinsam? Macht Ihr das nicht immer so?“ Nein, beim letzten Mal und heute filzte ich ebenfalls etwas. Die Kinder sind mittlerweile so fit im Filzen, dass sie kaum noch Hilfestellung brauchen. Mal kommt hier und da eine Frage auf, die sich schnell beantworten lässt. Das war es auch schon.

Das ließ auch mir etwas Zeit, Kleinigkeiten zu filzen. Ein gemeinsames Thema hatten wir alle: ein Filzgeschenk für den diesjährigen Muttertag am 14.05.2017. Schaut mal, was wir schönes gezaubert haben:

  • Die gefüllten Herzen filzte ich in der Schablonentechnik. Eine gleichmäßige Herzschablone entsteht, indem man sie doppelt nimmt und zuschneidet. Dann sind beide Seiten gleich groß. Zum Stopfen schnitt ich ein Loch in das Herz und entnahm die Schablone. Nach dem Füllen lässt es sich mit der Filznadel und etwas Wolle schließen.
  • Für den Schlüsselanhänger filzte Amne (Klasse 5) drei Schnüre in Mamas Lieblingsfarben. Sie sind um den herzförmigen Schlüsselanhänger geflochten und mit einer Filzschnur zugebunden.
  • Für das liegende Herz schaffte Erik (Klasse 5) zunächst einen lückenlosen Untergrund mit verschiedenen Farben (Vlieswolle), machte ihn nass und platt. Darauf legte er ein rotes Herz (Kammzug). Eine wunderschöne Fläche entstand. Am Ende schnitt er das Herz aus.
  • Blumen dürfen an Muttertag natürlich nicht fehlen: Nevras Rose (Klasse 6) war in wochenlanger Arbeit entstanden. Sie filzte viele Rosenblütenblätter einzeln, die sie nun zu einer großen Blüte zusammenklebte. Sie fertigte ein grünes Blatt und einen grünen Stil mit einem Bleistift als Füllung. Diese Rose ist einzigartig. Batul (Klasse 6) filzte eine flächige Blume ebenfalls mit Stil und Blatt. Zuerst legte sie die Einzelteile aneinander und filzte sie nass. Dann musste sie mit der Filznadel die Stellen nacharbeiten, die nicht halten wollten. Diese Blume ist eine schöne Dekoration für eine Karte zum Muttertag.

Limettenfarbenes Täschchen

Laut Internet soll man mit der Farbe Limette den Frühlingsbeginn beschleunigen können. Na, dann hoffen wir mal, dass ein gefilztes Täschchen in dieser Farbe (Merinowolle und Seidenfasern) dazu beiträgt, dass die Temperaturen ansteigen und sich die Sonne noch viel öfter blicken lässt.

P.S.: Eine Limettenpflanze habe ich nicht zuhause, aber die limettenfarbene Hortensie eignete sich wunderbar für ein Foto.

Die Filztüte

Ihr kennt die Papiertüten. Manche haben unten einen Boden, manche haben auch an der Seite eine Falte. So etwas wollte ich filzen, zumindest eine Tüte mit Boden.

Wenn ich bisher einen Boden für eine Tasche machte, dann verlängerte ich die Schablone und formte den Boden beim Filzen aus. Ich fragte andere Filzerinnen nach ihren Methoden. Petra Hollomotz fühlte ich sogleich berufen, eine Filztüte anzufertigen und schickte mir zahlreiche Fotos mit den Arbeitsschritten. Danke, liebe Petra, daran konnte ich mich gut orientieren!

Nun hatte ich eine Tüte vor Augen und machte eine Schablone, die unten zwei abgeschrägte Seiten hat. Für den Boden klebte ich eine weitere, kleine Schablone unten an.

Zunächst belegte ich die erste, durchgehende Seite mit Wolle. Ich wählte eine petrolfarbene, leicht melierte Merinowolle im Vlies. Die Andere Seite mit der angeklebten zweiten Schablone ist etwas fummelig, und die Ecken müssen vorsichtig behandelt werden. Als beide Schablonen mit Wolle „eingepackt“ waren, legte ich Deko auf: Seidenfasern, Wollkügelchen, etc., um die Oberfläche interessanter zu gestalten.

Nach dem Anfilzen, Entnehmen der Schablonen und Walken hatte ich zunächst eine solche Form:

Diese Tüte hat unten einen Boden und ließe sich z.B. als Geschenktüte verwenden.

Ich versuchte, auch die Seiten mit einer Falte zu versehen. Das hatte ich beim Anfertigen der Schablone nicht eingerechnet, sodass sich nun eine hohe, fast quadratische Form ergab, ähnlich einer Frischmilchtüte.

Die Ecken und Kanten versuchte ich auszuformen und gerade zu gestalten. Will man ein exaktes Ergebnis, so geht am Ausmessen der Schablone, Abwiegen der Wollmengen und Verwenden an Walkingwerkzeugen sicher kein Weg vorbei.

Für die Verwendung dieser Tüte habe ich zwei Assoziationen: als  Geschenktüte und als Blumenvase mit einem Glaseinsatz.