Schal in Nunotechnik

Vielleicht haben es einige von Euch schon bemerkt? In der Kategorie „Über mich“ gibt es ein neues Foto von mir… mit neuer Brille. Sie ist petrolfarben und sehr filigran.

Meine Aufgabe als Filzerin war sonnenklar: es musste ein farblich passender Schal her. Die handgefärbte Wolle bekam ich von Sybille von Eschenlohr, 16mic, sehr fein, genau der passende Farbton, was wollte ich mehr? Es sollte ein dünner, langer Schal werden, nunogefilzt, also mit Stoffgrundlage.

In meiner Schatzkiste voller Stoff- und Seidenreste fand ich verschiedene Blautöne, die zum Petrolton passten und legte los. Die Merinowolle breitete ich auf einer Breite von 40cm aus und legte verschiedene Stoffstücke darüber, die sich überlappten. Der ausgelegte Schal war ca. 300cm lang. Die Seidenteile waren ausgediente Seidenschals (Chiffon und Pongé) und recht dünn, deshalb ging der Filzprozess erstaunlich schnell.

Ich bin nicht so der Rolltyp, sondern reibe lieber gern und merke so direkt, ob und wie stark Stoff und Wolle ineinandergreifen.

Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden. Das Auslegen gestaltete sich zu einer lohnenswerten Geduldsprobe: zwei dünne Schichten ergaben eine feine Fläche ohne Löcher. Der Schal ist 64g leicht und trägt sich wunderbar. Die Muster der Seidenschals ergaben interessante neue Wendungen, dadurch dass die Seide mit der Wolle schrumpft.

Beige-rose: my strawberry scarf

Der beige Leinenschal, den ich mit feiner Merinowolle in einer ähnlichen Farbe  belegte, war ursprünglich doppelt so breit. Ich teilte ihn, und so entstanden zwei Basisschals zum Nunofilzen. Der zweite sollte ein bisschen mehr Pepp bekommen, und so fertigte ich Vorfilz aus der erdbeer-roséfarbenen 16 Mic Wolle an und schnitt diese in viele, viele große und kleine Kreise.

Diese legte ich auf die eine Seite auf, filzte sie an und drehte den gesamten Schal mutig um, sodass ich die zweite Seite mit den Kreisen belegen konnte.

Drei Dinge kommen bei diesem Filzobjekt zusammen, die mir – momentan und schon immer in meinem Filzleben – Freude bereiten:

1. das Verarbeiten von Kreisen oder Kugeln,

2. das doppelseitige Belegen von Schals, damit es zwei „schöne“ Seiten gibt,

3. das Verwenden von Leinen für Schals.

In dem folgenden Foto seht Ihr alle drei Dinge: Kreise, doppelseitig belegt, Leinen

Die Farbe des Vorfilz in Kombination mit dem beigen Schal gefällt mir sehr gut. Der „strawberry scarf“ – wie ich ihn nenne – wird an eine Person verschenkt, die eine beige Sommerjacke trägt. Ich denke, das wird gut passen und ihr gefallen.

Der feine Vorfilz arbeitete sich schnell und widerstandslos durch das Leinengewebe. Das ist ein Grund, warum mir dieses Material entgegenkommt und so viel Freude bereitet 😉 

Zum Abschluss zeige ich Euch ein Gesamtfoto des neuen Objektes:

Sommerschal aus Leinen – doppelseitig belegt

Meine Filzauszeit ist beendet! Einige von Euch, liebe Blogleserinnen und -leser fragten sich sicher, was los ist. So lange postete ich nichts Neues. Tja, manchmal kommen unerwartete Dinge dazwischen, die dazu führen, schöne, entspannende Hobbies, wie das Filzen eine Weile ruhen zu lassen. Ich kam sogar ins Grübeln, ob ich diesen Blog weiterführe. Viel Zeit kostet das Produzieren von Filzdingen, Fotografieren, Layouten und Schreiben von Blogposts.

Aber, liebe Filzfreunde, freut Euch, ich entschied mich den Blog weiterzuführen und Euch weiterhin meine Filzdinge und -anleitungen zu präsentieren.

Heute zeige ich Euch einen leichten Leinenschal passend zum sommerlichen Wetter in einem hellen Türkis, den ich zufällig in einer Modeboutique fand. Ich teilte ihn in zwei schmale Schals und filzte im lezten Jahr den Fischlischal, den ich in der FilzFun Special 3 vorstellte. Den zweiten Teil verarbeitete ich nun und dekorierte ihn mit Kreisen aus Vorfilz (Merino-Seiden-Mischung). Anders als der Fischlischal ist er doppelseitig belegt. Durch den groben Leinenstoff gelingt das Nunofilzen schnell und sicher.Passend dazu filzte ich ein kleines Täschchen aus derselben Merino-Seiden-Mischung:

Der Leinenschal und das Täschchen sind das perfekte Geschenk.

leichter Schal in violett-beige

Herzlichen Dank an Hope Jacare Design und Sibylle Eschenlohr für die phantastische Wolle. Schaut mal diese feine Mischung an:

Die beige Merinowolle in der Mitte hat 16 Mic. Das ist sehr fein und unglaublich weich.

Nicht alle Schätze im oberen Bild landeten auf dem Schal. Bei der Auswahl halfen mir die Farbkarten des Colour Swatch Calendar 2017, den ich hier vorstellte.

Daraus ist ein violett-beigefarbener Schal geworden. Der gefärbte Schal aus Crinkle-Chiffon blutete noch ein wenig aus, am Ende entstand ein zartes violett, das mit den beigen Kreisen und der Linie sehr schön korrespondiert. Das Bouclégarn leuchtet und glänzt golden auf der beigen Merinowolle. Die beiden Blätter sind aus der weichen Merinowolle und fühlen sich an wie Kaschmir.

Der Schal ist schmal und lang. Er lässt sich bequem zweimal um den Hals wickeln und liegt dann noch immer locker. Es ist ein schöner, leichter Sommerschal. Zu einem beigen oder weißen Oberteil passt er perfekt.

pink scarf – rosa Schal

Sind diese Filzzutaten nicht traumhaft? Sie liegen schon einige Wochen im Filzzimmer, damit ich überlege, was genau ich daraus mache. Ein Schal sollte es werden…

Der Stoff ist Crinklechiffon in rosé und wurde von Claire von Hope Jacare Designs mit den anderen feinen Zutaten für mich zusammengestellt. Die Wolle rechts ist ebenfalls handgefärbt und von Wollrheinheit.

Verarbeitet wurden Crinklechiffon, Merinowolle, Seide, Wolllocken und handgesponnenes Garn. Viele der Zutaten sind noch nicht verbraucht. Wie vorteilhaft. Der Schal wiegt 47g.

Die baumelnden Blätter bestehen aus Merinowolle und Seide. Die Blätter auf dem Schal sind ebenfalls aus Merinowolle und Löckchen. Das dritte Foto zeigt die Rückseite des Crinklechiffon. Der Schal ist bewusst einseitig gearbeitet.

Vielen Dank an Claire und Joanna für die exklusiven Materialien!

Mohnblumenschal

2017.01 Mohn 1

Ein Schal mit Mohnblumen sollte es sein… elegant, täglich tragbar, nicht zu auffällig, nicht zu dick und kratzig, aber exklusiv. Das waren meine Überlegungen und Vorhaben. Es ist immer besonders, wenn ich weiß, für wen ich etwas filze. Denjenigen habe ich beim Filzprozess oft vor Augen.

Schwarzer Chiffon dient als Untergrund, der Rand ist mit feiner schwarzer, hauchdünn ausgelegter Merinowolle eingefasst. Einzelne schwarze Ranken mit Blättern zieren hier und da den Schal. Grün sollten sie ursprünglich sein, doch ich entschied mich dagegen und bin froh darüber. So sieht es einheitlicher und aus.

2017.01 Mohn 2

Die Blüten sind aus kardierter Kammzugwolle. Feine Merinowolle in Rottönen schickte ich mehrfach durch die Kardiermaschine, dadurch ergibt sich ein satter melierter Rotton. Diese Batts legte ich zweilagig aus und filzte sie an. Der so entstandene Vorfilz lässt sich problemlos in Blüten schneiden.

In der Mitte der Blüten liegt ein Hauch von hellroten Seidenfäden und schwarze Vlieswolle.

Alles wird sowohl von der Vorder- als auch von der Rückseite mit der Hand, warmem Wasser und Seife angefilzt, gerollt und geworfen.

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2017.01 Mohn 4

Rüschenschal

Passend zur Weste entstand ein Rüschenschal.

Ich legte zwei dünne Lagen schwarze Wolle mit Seidenanteil auf eine Fläche von 0,50 x 2,50 cm schwarzer Pongéseide. Das gleichmäßige Auslegen fällt mir noch immer schwer. Und es dauerte ewig, bis sich diese Wolle durch die Seide bemühte – eine Geduldsprobe. Aber das Ergebnis mit der krinkeligen Seidenoberfläche und den fluffigen Rüschen entschädigt.

2016.11 Rüschenschal