Colours of Iceland – Teil 2

Ferienzeit ist Filzzeit! Da kam das Angebot von Fiona Duthie für einen online Filzkurs zur Schmuckherstellung gerade richtig. So einen Onlinekurs habe ich noch nie gemacht. Die Kursinhalte stellte Fiona alle von Beginn an zur Verfügung, sodass sich jeder Teilnehmer das heraussuchen konnte, was er/sie möchte, in seinem/ihren Tempo.

Auf dem Foto sehr ihr eine Filzfläche, die ich zur Weiterverarbeitung von Broschen verwendete und ein Armband, das in Form einer nahtlosen Kordel gefilzt wurde. Beide Dinge sind schlicht und haben eine enorme Aussagekraft für mich, da die Farben mich an meine Reise nach Island erinnern. Das Gebäude in der Fotocollage zeigt die Konzerthalle Harpa in Reykjavik.

Die Einfachheit und Eleganz der beiden Broschen, die durch die Rocailleperlen ein wenig Bling-bling erhielten, gefällt mir sehr. Sie zählen zu meinen beliebten Mitbringseln und Kleinigkeiten, über die sich jeder freut.

Schmuck aus Filz „zwischendurch“

Neulich besuchte mich eine Schulfreundin. Ich fragte: „Was machen wir?“ Meistens quatschen wir und verbinden das z.B. mit einem kleinen Ausflug in die Umgebung. Mal schlägt die eine, mal die andere vor. Meine Freundin wollte Filzen. Das hatten wir schon zweimal getan, eine Kissenhülle und ein Abendtäschchen waren unter meiner Anleitung entstanden. Diesmal sollte es ein Wickeletui geben, so ähnlich, wie dieses hier:

2016.08 zwischendurch

Für Euch gibt es eine schlechte und eine gute Nachricht.

Die schlechte zuerst: Leider versäumten wir es, Fotos vom Filzprozess und vom fertigen Produkt zu schießen. Das Wickeletui entstand aus Kap Merino: eine Seite in türkis, die andere in grün mit einer grünen Schnur und drei geometrischen Figuren auf der Vorderseite. Kap Merino ist eine dankbare Wolle, weil sie schnell und zuverlässig filzt und sich deshalb für Filzanfänger sehr gut eignet.

Die gute Nachricht: Es gelang mir, zwischendurch eine Ansteckblume zu filzen, die ich Euch zeigen kann. Ich wählte lachsfarbene, feine Merinowolle, legte sie dünn auf einer Fläche aus (ca. 15 x 15 cm). Für die schwarzen Blätter wurde eine kleinere schwarze Fläche ausgelegt. Die beiden Flächen ließen sich leicht filzen, während mein Blick immer wieder zum Wickeletui abschweifte, das meiner Freundin problemlos gelang.

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Den Schnitt der Blüte hatte ich vor Jahren bei Katrin von Filzfrieda gelernt. Aus dem lachsfarbenen Filz schnitt ich einen Kreis von ca. 6 cm Durchmesser und machte zunächst drei Schnitte in Ypsilonform: Ein Schnitt von jeweils ca. 1 cm unten und zwei oben, wo die oberen Striche des gedachten Buchstaben „Ypsilon“ sind. Danach gab es noch jeweils einen Schnitt in der Mitte zwischen dem unteren und dem oberen Schnitt auf jeder Seite. Idealerweise müsste man fünf Blütenblätter in gleicher Größe vorgeschnitten haben. Diese wurden in Form geschnitten mit einer kleinen Spitze in der Mitte. Die Stickschere setzte ich in der Mitte der Blütenblätter an, um den Bogen zu erhalten. Für die andere Seite drehte ich die Blüte um.

Zwei Blütenblätter des schwarzen Filzes sind schnell aus einem Stück geschnitten.

Die Blütenmitte betonte ich mit wenigen schwarzen Wollfusseln, die mit der Filznadel aufgetragen wurden. Die Anstecknadel klebte ich mit Sekundenkleber (keine Klebespuren wegen der feinen Dosierung und bombenfester Halt) auf die Blütenblätter.

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Ein feines Filzteil zwischendurch.

Lachs-Schmuck

Meine derzeitigen Lieblingsfarben klamottentechnisch sind Lachs und Rosé oder auch – in Worten der Modebranche „Rose Quartz“. Sie lassen sich gut mit Schwarz und Weiß kombinieren und passen zu mir als Frühlingstyp, der ich laut  „Hautanalyse“ sein soll. Hier ein kleiner Einblick in meinen Kleiderschrank:

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Nun ist es ja schön und gut, wenn man endlich bezahlbare, hübsche Oberteile der Lieblingsfarben gefunden hat. Aber was ist mit Accessoires, insbesondere Schmuck? Zum Geburtstag wünschte ich mir eine Kette von Michaela Binder, die goldfarben ist und zwei sog. „Tönnchen“ hat, in die man FILZplättchen (!) in verschiedenen Farben einsetzen kann, die „richtige“ Farbe zum Outfit. Das Wechseln geht leicht mit einer Nadel.

Unzählige Farben an Filzplättchen wurden mitgeliefert. Aber – Ihr könnt es Euch schon denken – nicht in meinen Lieblingsfarben. Für eine geübte Filzerin ist das ja kein so großes Problem, filze ich mir meine eigenen Plättchen. Gesagt, getan.

Im ersten Versuch ist eine Mischung aus lachsfarbener, feiner Merinowolle mit weißer Seide entstanden, die – wie ich finde – gut mit der goldfarbenen Kette korrespondiert. Als ständige Ohrringträgerin und, nachdem ich merkte, dass ich mit dem System gut zurecht komme, gönnte ich mir Wechselohrringe. Sie haben noch kleinere Plättchen, da muss der Filz dünn sein und das Ausschneiden ist friemelig.

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Die Ränder des Filzstücks sind naturgemäß dünner als die Mitte und man findet viele passende Stücke. Ausgeschnitten und eingesetzt in die Tönnchen sieht es so aus:

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Schmuck aus Filz – Wunschkugelbrosche

Meine Wunschkugel schnitt ich in Scheiben, die ca. 1 cm dick sind. Das gelingt nur, wenn die Kugel eng und fest gefilzt wurde: ein kraftraubendes Geduldsspiel… Das Aussehen der inneren Kugel lässt sich nicht beeinflussen, wohl aber die Farbwahl. Man beginnt mit einer Farbe und legt eine Kugel an. Darauf folgt die nächste Farbe und die nächste usw. Meinen Abschluss der ca. 6-7 cm großen Kugel bildet grobere Neuseelandmerino in Mittelgrau. Spannend wird’s beim Aufschneiden. So spannend, dass es keine Fotos gibt… Die aufgeklebte Anstecknadel auf der Rückseite der Wunschkugelscheibe lässt sich am Jerseyblazer befestigen.

2016.01 Wunschkugelbrosche

Schmuck aus Filz – Armbänder

Beim Kugelarmband sind hell- und dunkelroten Filzkugeln (ca. 0,8 cm Durchmesser) mit anderen Glasperlen kombiniert. Mir gefällt der matt wollige und glänzend glatte Gegensatz. Alles ist auf einem transparenten Gummiband aufgefädelt.

2016.01 Kugelarmband

Das Stäbchenarmband besteht aus einer langen, dünnen Filzschnur aus verschiedenen Farben (Kammzug), geschnitten in ca. 1 cm lange Stücke und gefädelt auf Schmuckdraht.

2016.01 Stäbchenarmband