Pelikan Paule

Im Grugapark bin ich häufiger Gast, weil es nicht weit von meinem Zuhause ist und weil es dort schön ist. Die bunten Blumen und Pflanzen in ihren grünen Schattierungen, die alten Bäume aus der ganzen Welt faszinieren mich immer wieder. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken!

Besonders der Pelikan, der am Margarethensee wohnt, hat es mir angetan und ist eines meiner beliebten Fotomotive:

Er ist einfach zum Liebhaben!

Was liegt da näher, als ihn als Filzobjekt in Betracht zu ziehen. Einen gefilzten Pelikan gibt es schon, und zwar Rico, den Himmelsgucker. Er ist einem karibischen Pelikan nachempfunden. Als ich ihn vor zwei Jahren filzte, wusste ich noch nicht, wie ich ihn massiv aus Wolle gestalten konnte und habe ihn gestopft. Außerdem kann er nicht alleine stehen.

Jetzt, nach dem Kurs bei Gabriele Mazaracis, konnte ich mir vorstellen, wie er als Ganzes gefilzt werden konnte. Er sollte so aussehen wie die Möwe. Nur der lange Schnabel bereitete mir ein wenig Kopfzerbrechen, denn der Pelikan durfte ja nach vorne kein Übergewicht bekommen und sollte stehen können.

Eine Skizze verhalf mir, welche Körperstellung der Pelikan bekommen konnte. Wie bei der Möwe, sollten die Schwanzfedern als zusätzliche Stütze dienen. Hier ist er noch weit nach vorne gebeugt. Das erwies sich als nicht praktikabel.

Wer zum Filzprozess Fragen hat, dem empfehle ich einen Kurs bei Gabriele Mazaracis zu besuchen. Ich bin stolz und glücklich, dass ich zuhause allein in der Lage war, win Tier zu bauen, dass ich in Gabrieles Kurs nicht gefilzt hatte. Aber durch Gabis fantastische Anleitung, meine Aufzeichnungen, Fotos und der üblichen Prisen Geduld und Durchhaltevermögen gelang es mir.

Nun stelle ich ihn vor: Peli Paule ist (inkl. Haare) knapp 30cm groß. Und fühlt sich neben den anderen Tierchen (Möwe Emma, Vogelhuhn Charly, Frosch Rana) sehr wohl.

Charly – der Huhnvogel oder das Entenhuhn

Die Lernenden unter Euch werden es kennen: lernt man etwas Neues, so behält man es nur dann im Kopf, wenn man es gleich wieder und häufig anwendet.

So dachte ich als ich das Sonderheft der Filzfun hervorkramte und nach der Anleitung eines Huhns von Gabriele Mazaracis suchte. Bei ihrem Workshop hatte ich so vieles gelernt. Nur wenn ich es gleich wieder anwenden würde und mir meine Notizen noch einmal durchlesen und verinnerlichen würde, könnte ich mir die erlernte Technik besser einprägen und weniger Fehler machen.

Also baute ich ein Huhn. Nun ja, was soll ich schreiben? Es  s o l l t e  ein Huhn werden. Tatsächlich könnte es der Form nach auch ein Vogel sein. Oder eine Ente. Ein Huhnvogel also oder gar ein Entenhuhn?

Zwei Dinge stören mich, mit drei anderen bin ich sehr zufrieden: Die Körperform ist eher entenartig und nicht huhnartig (das Foto kaschiert das wissentlich). Und die Kehllappen sind ein wenig verrutscht. Aber das macht ja nix, denn die Farbwahl, die Augengestaltung und der Gesamteindruck reißen alles wieder raus, finde ich. 😉

Ele, der Türstopper

Ein neuer Türstopper musste her, denn der industriell gefertigte löste sich in Wohlgefallen auf und hinterließ häßliche Spuren auf dem Boden. Nun ja, dachte ich, das ist ja kein Problem, da ich filze ich mir einen.

Beim Filzertreffen letztens in Heike Giesberts Kreativwerkstatt bot sich die Gelegenheit. Australische Neuseelandmerinowolle in grau meliert wählte ich und nahm meinen bewährten Türstopper, die Miezekatze, zum Vorbild.

Die Schablone der Mieze hatte ich noch, sie war 2013 entstanden als ich regelmäßig jede Woche einen Filzkurs besucht hatte.

Nun sollte es ein Elefant werden. Damit ich nur die Ohren separat anfilzen musste, wählte ich eine Schablone, die den Ele von der Seite zeigt. Das untere Foto zeigt, wie auf der Oberseite und der Unterseite bereits eine Lage Vlies vorhanden war. Die Ränder der Unterseite mussten nach oben geklappt werden, sie standen noch über.

Als ich das nächste Foto machte, wurde der Ele bereits mit zwei Lagen Vlieswolle gewärmt. Die Ohren filzte ich vor, wobei ich die Seite, die an den Körper kam, trocken ließ. Diese trockene Seite legte ich an die umfilzte Schablone und fixierte sie mit einer Filznadel. Dann hieß es reiben, reiben und reiben, bis beiden Ohren fest mit der Schablone verbunden waren.

Die Schablone schnitt ich unten großzügig auf und stopfte den Ele bis auf das letzte Stück mit Stopfwolle. Im unteren Teil stopfte ich ihn mit einem mit Vogelsand gefüllten Gefrierbeutel aus. So bekommt er Stabilität und wird seiner Aufgabe als Türstopper gerecht.

Als Ele getrocknet waren, begannen die Feinarbeiten. Er erhielt seine Haare und ein Schwänzchen aus der Vlieswolle. Und ich nadelte Augen, Wimpern, Mund und Nasenlöcher auf. Er ist ca. 30 cm hoch.

Dackel als Schlüsselanhänger

Mit einer Vorlage aus dem Internet erstellte ich eine Schablone, die ich mit brauner, feiner Vlieswolle umfilzte. Die Schablone ist ungefähr 15 x 10 cm groß.

In dieser kleinen Größe war das Umfilzen recht mühsam, vor allem, wenn es um die Beinchen geht. Am Ende sahen sie ganz anders aus als zuvor gedacht und haben mit den realen Dackelbeinchen nicht mehr viel gemeinsam. Aber die Hauptsache ist, dass sie kurz und zum restlichen Körper proportional sind. Der Dackel hat eine Endgröße von 11 x 7 cm.

Inzwischen ist er mit einer kurzen Kugelkette versehen und kann der beschenkten Dackelmama als Schlüssel- oder Taschenanhänger dienen.

Ms Unicorn – das Magnettier

Habt Ihr Lust auf Einhörner? Auf ein gefilztes? Dann seid Ihr hier richtig, es folgt eine bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitung.

Ihr kennt sie bestimmt, die Plüschtiere, die Magnete an Händen und Füßen haben und sich an metallischen Oberflächen festkrallen können. So ein Magnettier als Küken schwirrte bei mir im Filzzubehörfundus. 

Die Kinder der Filz-AG hatten schon einmal versucht, so ein Tier nachzufilzen. Allerdings stellte sich damals heraus, dass man sehr dünn und fein auslegen muss, damit die magnetische Wirkung durch den Filz an Händen und Füßen weiterhin gegeben ist.

Ich schlug bei meinem Vorhaben zwei Fliegen mit einer Klappe und wollte solch ein Tier filzen, allerdings nicht als Küken, sondern als Einhorn.

Oh, nein, mag jetzt der ein oder andere denken. Ist die auch mit dem Einhornvirus infiziert? In welche Läden man auch immer schaut, man scheint von unzähligen Einhörnern auf T-shirts, Buttons, Schildern, Tassen, Shampoos, etc. umgeben zu sein. Bei mir persönlich hat dieser derzeitige Trend eine schöne Erinnerung an den Film „Das letzte Einhorn“ hervorgerufen, den ich in meiner Kindheit oft schaute und mir jetzt auf Blu-ray gönnte 😉 Eins müsst Ihr wissen: Einhörner sind fabelhafte Wesen, die etwas Magisches, Besonderes und gleichzeitig Seltsames an sich haben und von der Realität ablenken. Kurzum, sie sind ideal, um sich filzen zu lassen.

Die Schablone machte ich etwas größer als das Küken Magnettier, wobei ich mich nicht auf eine bestimmte Endgröße festlegen wollte.

Noch nicht ganz klar war für mich, wie ich den Kopf des Einhorns gestalten sollte, aber dazu später. Zunächst nahm ich schneeweiße feine Merinowolle im Vlies, die ich in zwei dünnen Schichten um die Schablone legte.

Etwas kniffelig ist dies, weil die Schablone relativ klein ist. Schon deshalb legte ich automatisch sehr dünne Schichten auf und ummantelte das Einhorn.

Für den Pferde- bzw. Einhornkopf formte ich eine Art Ei aus der weißen Merinowolle und setzte dies vor die Schablone an den Kopf. Hier ist es wichtig, eine gute Verbindung zwischen Schablone und Ei hinzubekommen, die eng anliegt. Hilfreich ist es, wenn das Ei schon recht fest gefilzt ist, aber noch Spielraum lässt, um von weiteren Wollschichten umgeben zu werden.

Als nächstes stand das Horn des Einhorns auf dem Programm. Ich filzte es als Schnur und setzte das trockene Schnurende an den Kopf an. Erst dann umlegte ich das Horn mit gelber Vlieswolle. Noch war es sehr lang. Ich kürzte es erst am Ende als ich wusste, wieviel das gesamte Einhorn geschrumpft war.

Einhorn oder Nashorn? Das ist an dieser Stelle die Frage. Vielleicht hätte ich doch zwischendurch einen Blick auf eine Einhorndarstellung im Netz legen sollen? Laut vieler dieser Darstellungen ist das Horn eines Einhorns an der Stirn zu finden. Nun ja, bei meinem Nas- ähh Einhorn ist es ein bisschen verrutscht. Schaut man nur den Kopf an, könnte es sich auch um ein Nashorn handeln. Aber sagt mal ehrlich: Wer von Euch hat schon einmal ein Einhorn gesehen und kann mir genau sagen, wo es das Horn hat? Dem Namen nach handelt es sich definitiv um ein „Ein“horn.

Weiter geht’s mit dem Einhornbau: Mähne und Schweif mussten her. Ich entschied mich für die bunte Regenbogenvariante und legte für die Mähne die verschiedenen Farben nebeneinander, filzte sie im unteren Bereich und ließ das obere Ende trocken. Diese trockene Seite konnte ich mit dem Körper, der Schablone, verbinden und dort nochmals zwei Lagen Merinowolle auflegen. Geschnitten wurde sie erst am Ende des Filzprozesses.

Der nächste Schritt umfasst das Anfilzen des gesamten Einhorns, sodass es hinten aufgeschnitten und die Schablone herausgenommen werden konnte. Ich schrieb bewusst „Anfilzen“, denn ganz gefilzt darf das Einhorn jetzt noch nicht sein, da noch einige Details angefilzt werden müssen.

Dünnen rosafarbenen Vorfilz brauchte ich als nächstes für die Hände und Füße oder die vier Hufe. Sie sollten die später einzusetzenden Magnete verdecken, da sie bei den dünnen weißen Wollschichten sicher durchscheinen würden.

So sehen die Magnete aus. Ich schob sie vorsichtig an die richtige Stelle und filzte sie an. Anschließend merkte ich das die rosafarbenen Hufe leider an der falschen Seite waren. Sie sollten, wenn die Hufe magnetisierend zusammenkamen auf der Außenseite sitzen. So setzte ich später ein weiteres rosafarbenes Vorfilzstück auf die andere Seite der Hufe auf und hatte Glück, dass es sich noch anfilzen ließ.

An die geöffnete Stelle hinten setzte ich den Regenbogenschweif (die gleichen Farben wie für die Mähne zu einer Schnur (Vorsicht: ein Ende bleibt trocken!) gefilzt). Weil der Kopf im Weg war, legte ich das Einhorn auf einen Küchenschwamm. Ich bedeckte die Öffnung mit weißer Merinowolle, um sie zu verschließen. Das ganze Einhorn wurde nun gefilzt, geknetet, gestreichelt. Es war so gedacht, dass die Vorder- und Rückseiten, die durch die Schablone getrennt waren, nun zusammenfilzten. Lediglich der Kopf und Hals des Tieres waren zuvor mit der weißen Merinowolle befüllt bzw. gestopft worden.

Anschließend badete das Einhorn zur Neutralisierung in einem Essigbad. Die magnetische Wirkung ist hierbei schön zu sehen: alle Hufe „kleben“ aneinander. 

Das nächste Foto zeigt den Lieblingsplatz des Einhorns: der magnetische Stiel der Lampe im Filzzimmer. Dort haftet es gut und hat alles im Blick.

Auf dem letzten Foto seht Ihr die ganze Einhornpracht: nahtlos, nass gefilzt als Magnettier (ca. 11 x 13 cm).

Looking back and forth – Filzträume

Tja, das macht man ja so: an den letzten Tagen des Jahres schaut man vor und zurück.

Erst jetzt wurde mir wieder bewusst, dass ich heute vor einem Jahr meine drei Filzträume für 2016 gepostet hatte. Hier sind sie noch einmal zur Erinnerung:

  • Lernen wie man Fotos auf Filz transferiert,
  • einen Kurs oder Workshop besuchen,
  • einige meiner Filzdinge ausstellen.

Der aufmerksame Blogleser stellt fest, dass 2,5 der Filzträume in Erfüllung gegangen sind: Ich lernte im Workshop bei Sandra Struck-Germann, wie man Fotos, insbesondere Portraits auf Filz überträgt. Ich filzte eine Weste im „Privat-„Workshop mit Petra Hollomotz. Und erschuf mein erstes 3D-Schaf, ebenfalls bei Sandra beim Revierfilzertreffen in Düsseldorf.

2016.12 Filzträume

Nur mit dem Ausstellen hapert es noch ein wenig. Dieser Traum ging nur halb in Erfüllung, wenn ich die Ausstellung im Schaufenster vom Mehrfach – der Fachvermietung – zähle, wo einige meiner Dinge zum Verkauf stehen.

Seit dem Filzkolleg in Düsseldorf im August ist allerdings noch ein viel größerer Filztraum in Erfüllung gegangen, den ich mir nie erträumt hatte: Ich bin Teil eines großen, weltweiten Filznetzwerks geworden und teile mein Hobby mit vielen anderen. Wie ist das möglich?

Das passierte zum einen beim Filzkolleg und Revierfilzertreffen in Düsseldorf, zum anderen über „Facebook“ – einem social media network, das ich bisher immer konsequent und kategorisch zu meiden wusste. Aber man soll ja niemals „nie“ sagen…

So habe ich nun über 800 (!) Filz“freunde“ und bekomme unbeschreiblich schöne, lehrreiche, anregende, erstaunliche Einblicke in das künstlerische Schaffen von Filzerinnen und Filzern in vielen Ländern. Manche Dinge sind so unglaublich und perfekt gefilzt, dass man nur auf den zweiten Blick sieht, dass sie gefilzt wurden. Dies gilt v.a. für die vielen russischen Filzerinnen, in deren Schaffen ich schon in der Ausstellung „Sould of Felt“ einen Einblick bekam. Zwar kann ich nicht mehr als die Vornamen der Filzerinnen lesen und der Facebook-Übersetzer lässt zu wünsche übrig, aber es geht ja vielmehr um das Bestaunen der Bilder und das Nachvollziehen des aufwändigen Herstellungsprozesses.

Aus einem zweiten Grund hat sich durch die Vernetzung eine neue Welt eröffnet: das ist meine geographische Perspektive. Ich erfahre nun, dass es Gegenden in Russland gibt mit Temperaturen von -43°C und sehe eine idyllische Schneelandschaft, während in Island die Schafe in den Stall müssen, weil ein schwerer Schneesturm tobt und in Australien schwerer Regen nach einer Hitzeperiode fällt und Südafrikaner an Weihnachten draußen Wolle spinnen. Natürlich kenne ich theoretisch die klimatischen Unterschiede, aber es ist doch etwas anderes, wenn man ein Foto sieht und eine gewisse Beziehung zum virtuellen Freund aufgebaut hat, dem ich durch Kreativität und Filzen verbunden bin. Mich beeindrucken solche Posts so sehr, dass ich zum Schrank gehe, den Atlas nehme und nach den Orten suche, wenn ich sie denn kenne.

Und damit komme ich zum Nachvorneschauen… Was wünsche ich mir filzerisch gesehen für 2017?

Ich wünsche mir, dass ich einige meiner virtuellen Filzfreunde persönlich kennenlernen kann. Ich wünsche mir, dass ich durch die Community mein Filzwissen erweitern kann. Ich wünsche mir, dass ich an mehreren internationalen Worksshops teilnehmen kann (zwei sind schon gebucht: ein Wochenendworkshop im Februar und ein Kurs im Ausland im Juli). Ich wünsche mir einen engen Kontakt zu meinen Filzfreunden in Essen und der näheren Umgebung. Ich wünsche mir, dass ich lerne, besser mit Rohwolle umzugehen und lerne, Pantoffeln oder Schuhe oder Stiefel zu filzen.

Ich könnte vermutlich endlos so weitermachen, belasse es aber bei den fünf Wünschen und schaue in einem Jahr wieder in diesen Post um vor- und zurückzuschauen.

Meinen Lesern, Filzfreunden und allen, die mich unterstützen wünsche ich alles Gute für 2017 und verabschiede mich für 2016 natürlich mit etwas Gefilztem: einem Schweinchen auf zwei Beinchen 😉

2016.12 Happy 2017

Für die Techniker unter Euch: es ist in der Schablonentechnik gefilzt, Ohren und Ringelschwanz sind angefilzt, die Nase wurde nach Entfernen der Schablone geformt. Der Ringelschwanz erhält eine Form, indem ich ihn in freuchtem Zustand drehte und mit Stecknadeln feststeckte. Nach dem Trocknen bleibt die Ringelform bestehen.

Wer noch ein Schweinchen braucht, findet die Schablone hier:

2016.12 Schweinchen