Best of FilzSi 2019

Liebe Filzfreunde,

es ist soweit, das Jahr 2019 neigt sich dem Ende. Auch in diesem Jahr frage ich Euch, welches FilzSi Euch am besten gefallen habt. Die folgenden neun FilzSis stehen zur Auswahl:

1 Eierwärmer Päarchen

2 Blumenstrauß

3 Pferd

4 perlmuttfarbene Skulptur

5 Mini Billy

6 grüne Skulptur

7 Eierwärmer Zipfelhütchen

8 Lavendelsäckchen Scotland

9 Schweinehund

Hier seht Ihr die passenden Fotos dazu. Also, stimmt bitte ab, wenn Ihr mögt. Das könnt Ihr auch über Facebook tun: https://www.facebook.com/Silke.Koch.FilzSi

Oder auch über Instagram: @filzsi

Ich freue mich über Eure Beiträge!

 

Fröhliche Weihnachten

Liebe Filzfreunde,

ich wünsche Euch wundervolle Weihnachtstage und alles erdenklich Gute für 2020.

Ich bedanke mich herzlich für Eure Unterstützung, den Austausch, die Inspiration und Euer Interesse an meinen Filzgeschichten.

Die diesjährige Weihnachtskarte ist eine Mischung aus Watercolour, Brushlettering und gefilzten Weihnachtskugeln.

Urlaubsfilz – neue Handyhülle, Eicheln und Tiere an der Ostsee

Wenn FilzSi, also ich, in den Urlaub fährt, bedeutet das, dass ungefähr ein Drittel des Gepäcks aus Filzutensilien und Wolle besteht. Man weiß ja nie, wie sich das Wetter entwickelt und wie langweilig die Abende werden können. Diesmal ging es an die Ostsee, wo ich seit 20 Jahren mindestens einmal im Jahr bin. Ich kenne also mehr oder weniger jeden Stein, erhole mich aber sehr gut hier und finde Ruhe und Gelassenheit, nicht zuletzt im Filzen kleinerer, einfacherer Objekte. Diese zeigte ich im Blog immer mal wieder. Falls Ihr Euch nicht erinnern solltet, hier habe ich Euch einen Überblick zusammengestellt, über den in Urlauben gefilzten Teilen, auch Urlaubsfilz genannt:

Auch über mein bewährtes filziges Urlaubsequipment schrieb ich an dieser Stelle schon. Lest es gerne noch einmal nach, wenn Ihr mögt.

Zunächst war ich etwas ratlos, was ich filzen würde. Mitgenommen hatte ich sowohl Vlieswolle und Kammzugwolle, sodass ich offen für viele Techniken und Objekte war. Außerdem hatte ich zuhause Eichelhütchen gesammelt, die ich gern bunt befilzen wollte. Damit fing ich an, denn Eicheln gehen immer, entweder für meine eigene Deko oder zum Verschenken. Hier seht Ihr das Resultat:

2019.10 Urlaubsfilz.Eicheln

Schön bunt sind sie geworden, so wie der Herbst an der See, wie die folgende Collage zeigt:

Links oben: Rostocker Heide, rechts oben: Fliegenpilz im Naturschutzgebiet, unten links: Gespensterwald Nienhagen, Mitte: Kormoran, rechts unten: Ostsee bei Nienhagen.

Und dann fand, ganz unverhofft, doch noch der ultimative „Filzauftrag“ zu mir. Und zwar verlor ich meine Handytasche. Wahrscheinlich passierte es am Tisch in einer Bäckerei, wo ich was gegessen und getrunken hatte. Natürlich hatte ich mein Handy rausgekramt, weil ich schauen wollte, ob ich eine Nachricht bekommen hatte, und dabei muss die Hülle wohl vom Tisch gefallen sein, und ich hatte es erst „zuhause“, im Apartment, bemerkt, nachdem ich insgesamt 40km mit dem Fahrrad zurückgelegt hatte.

Nun, was macht die Filzerin, wenn sie im Urlaub ihre Handyhülle verliert? Sie ärgerte sich ein wenig, denn die Handyhülle war schön und mühsam gefilzt (Schaut Euch den Beitrag „2. Handyhülle“ von 2017 an) und hatte treue Dienste geleistet. Außerdem diente sie immer als eine Art Visitenkarte, wenn ich unterwegs das Filzen erklären wollte oder anderen vom Fach zeigte, was ich so filze, dann musste sie herhalten und beschaut und befühlt werden.

Dann aber verpuffte der Ärger über diesen Verlust schnell, um dem neuen Gedankenstrom Platz zu machen, wie mit begrenztem Urlaubsfilz-Equipment eine neue gefilzt werden könnte.
Ich wählte die feine (16mic) perlmuttfarbene Wolle von Filzrausch und legte sie in fünf oder sechs dünnen Lagen aus und ergatterte in einem Wollladen in Bad Doberan mein heißgeliebtes Garn aus einer Mohair- und Seidemischung in einem Cremeton zum Verzieren.
Auf die eine Seite „malte“ ich mit diesem Garn eine schlichte Blüte. Auf die andere Seite schrieb ich meinen Namen in der Hoffnung, dass ich diese Handytasche nicht so schnell wieder verlieren sollte [Dieser Gedanke entbehrt jeder Logik, also denkt bitte nicht länger darüber nach.].

Die Schablone war leider – wie auch schon bei den Handytaschen 1 und 2 etwas kurz geraten. Aber auch das hat etwas Gutes, denn so lässt sich das Handy an der nicht eingepackten Seite gut herausziehen. Denn noch sitzt die Hülle recht stramm, und ich muss ordentlich ziehen.

 


Das sieht man bei diesen beiden Fotos nicht. Dafür setzte ich die Hülle gekonnt auf einem herbstlichen Farn mitten im Naturschutzgebiet der Rostocker Heide in Szene. So habt Ihr etwas Abwechslung zum sonst obligatorischen FilzSi-weißen Fotohintergrund.

Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Erstmal! Denn ich weiß ja, dass auch dies keine Hülle für die Ewigkeit sein wird.

Abschließen möchte ich diesen Post mit einer Auswahl an Tieren, die mir vor die Linse hüpften und die vielleicht als Vorlage für ein neues Filzprojekt dienen werden. Wer weiß, wer weiß! Jeder Urlaub bringt ja jede Menge FilzSpiration mit sich.

Ballonblumen zum Felt United Day 2019

Als Mitglied der Facebook Gruppe „Felt United“ bekam auch ich die Einladung zum Felt United Day am 05.10.2019 zum Thema „How your garden grows“ einen passenden Beitrag zu filzen und zu posten.

Nun habe ich ja gar keinen eigenen Garten, weil ich mitten in der Stadt wohne. Mein großer Garten ist der Grugapark, der sich nur wenige hundert Meter entfernt befindet und zu jeder Jahreszeit eine Oase der Entspannung ist.

Meine eigene grüne Oase ist jedoch mein Balkon, der sich im Sommer wie ein weiteres Zimmer der Wohnung anfügt. Dort gelingt es mir jedes Jahr mehr und mehr Pflanzen zu überwintern.

Hier bekommt Ihr einen kleinen spätsommerlichen Einblick:

Besonders angetan haben es mir Ballonblumen, die ich nun schon über drei Winter gebracht habe. Jedes Jahr im Frühling treiben die Wurzeln neu aus. In diesem Jahr sind die Pflanzen ca. 50cm hoch gewachsen und haben den heißen Sommer sehr gut überstanden. Ich habe blaue und weiße Ballonblumen, wobei mir die blauen am liebsten sind. Sie leuchten im Abendlicht ganz eigenwillig. Ihre Formen im geschlossenen und offenen Zustand haben es mir besonders angetan.

Diese filzte ich zum Felt United Day. Ich fertigte zwei Blüten gleichzeitig. Für die Innenseite der Blüten legte ich fünf dünne weiße Streifen Tussahseide sternförmig auf zwei runde Schablonen mit ca. 12 cm Durchmesser und etwas Seide in die Mitte. Da es schnell gehen sollte und ich Vorfilz in den betreffenden Farben vorrätig hatte, nahm ich diesen. Den Vorfilz trennte ich in zwei dünne Lagen und legte diese um die Schablone. Zwei weitere Lagen helllila Vorfilz folgten. Damit ich wusste, welche Seite ich aufschneiden musste, markierte ich diese Stelle mit ein paar Flöckchen dunkellila Vorfilz. Der übliche Filzprozess mit Anfilzen, Rollen etc. begann.

Für den Stängel filzte ich grünen Vorfilz zu einer kurzen Schnur, ließ ein Ende trocken und legte dies auf die Unterseite der Schablone und filzte dies an.

Die eine Blüte schnitt ich nur wenig an der Oberseite auf, sodass ich einen Luftballon hineinstecken konnte. Den blies ich auf, sodass die Blüte prall gefüllt war und ließ sie so trocknen. Zum Schluss filzte ich einige dunklere Streifen des Vorfilzes auf.

Die andere Blüte schnitt ich so auf, dass ich fünf Blütenblätter erhielt. Diese filzte ich etwas nach, damit die Schnittkanten nicht so prominent erschienen und formte die Blüte rund.

Ich hoffe, Ihr könnt meinen Ausführungen folgen. Beim Filzen war ich so im Flow, dass ich – bis auf das obere – keine Fotos anfertigte… 😊

Mehrere Filz-Fliegen mit einer Klappe schlagen – Ricarda Aßmann in Essen

Im September gelang es mir, mehrere Filz-Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Wie ist das passiert?

Nun, da muss ich ein bisschen ausholen…

Vor einigen Jahren eröffnete in Essen der Laden „Peperblom“ mit Handwerkskunst, Design und Mode von ausgewählten Künstlerinnen. Dort gehe ich gern ab und an vorbei und schaue mir die Filzkunstwerke an, die dort zum Verkauf stehen. Manchmal schlage ich auch zu und kaufe ein exklusives Geschenk oder beschenke mich selbst. Das muss ja manchmal auch sein!

Vor Jahren viel mir dort ein rundes, gefülltes „Filzding“ in die Hände, das mich sofort ansprach. Es war schön anzufühlen, anzuschauen und hatte eine tolle Oberflächenstruktur. Ich kaufte es und erfuhr von Anny Pelzer, der Ladenbesitzerin, das dies ein sogenanntes „Seelchen“ sei, das Ricarda Aßmann gefilzt hatte. Den Namen merkte ich mir und kaufte kurze Zeit später ein kleines Schneckenhaus, das teilweise eingefilzt war. Auch das hatte Ricarda Aßmann gefilzt und bestickt. Bombastisch toll und nachhaltig beeindruckte mich allerdings ein dunkler Tischläufer, der eine aufregende Oberflächenstruktur aufwies und sehr edel und exklusiv aussah. Man sah ihm nicht an, dass er gefilzt war.

2016 erfuhr ich von groß angelegten Filzausstellung „Soul of Felt“, der ersten Filzkunst-Ausstellung aus dem russischen Sprachraum in Europa, die in Siegburg stattfand. Dort  bekam ich erstmalig einzigartige Einblicke in die großartige Welt der russischen Filzkunst und konnte sogar den Filzerinnen bei ihren Vorführungen über die Schulter schauen. Das war ein einzigartiges Erlebnis! Bis dahin ahnte ich nicht, was man mit Filz alles anstellen konnte. Die Ausstellung war sozusagen ein Augenöffner. Diese Ausstellung wurde von Ricarda Aßmann organisiert.

Rund ein Jahr später konnte ich immerhin zwei Filz-Fliegen mit einer Klappe schlagen und fuhr wiederum für die Filzausstellung „Frauenzimmer“ nach Siegburg, die ebenfalls von Ricarda Aßmann organisiert wurde. Am gleichen Tag bot sie in den Ausstellungsräumen einen Workshop zum Thema „Kapselminiaturen“ an, an dem ich teilnahm. Dort lernte ich – unter anderem – das feine, hauchdünne Auslegen von Wolle, das mir z.B. bei meinen Lavendelsäckchen so hilfreich ist und verlor die Angst vor Löchern im dünnen Filz.

Was ich damit schreiben will, ist, dass mich der Name Ricarda Aßmann schon lange und immer wieder begleitet, und ich vor zwei Jahren so begeistert war vom Workshop, der mir so viel gebracht hat, dass ich mir immer gewünscht habe, noch einmal bei ihr und mit ihr zu filzen.

Dieser Wunschtraum ging nun im September in Erfüllung. Lange hatte ich mich auf dieses besondere Filzwochenende gefreut und hatte schulisch gut geplant und vorgearbeitet, um drei Tage (Freitag Mittag bis Abend, Samstag und Sonntag) filzfrei zu haben.

Doch warum konnte ich gleich mehrere Filz-Fliegen mit einer Klappe schlagen?

  1. Die Filzzeit ging drei Tage lang. – ZWEI Tage lang beschäftigten wir uns mit Oberflächenstrukturen, EIN Tag mit Schmuckgestaltung – Filzen von morgens bis abends – WOW!
  2. Er fand in zehnminütiger (!) Entfernung von meinem Zuhause in der KreAKTIV-Werkstatt von Heike Giesbert statt, die wieder mal eine tolle Gastgeberin war. 
  3. Ich traf altbekannte und neue Filzerinnen und endlich welche in real life, die ich bisher nur von Social Media kannte.
  4. Ich erfuhr, warum das Filzen für mich als Hochsensible das perfekte Hobby ist. 
  5. Ich habe so viel filzerischen Input und Inspirationen erhalten, dass ich am liebsten bis Weihnachten nichts anderes als ausprobieren wollen würde. 
  6. Der Kurs war auf kleine Filzdinge ausgelegt, die einen überschaubaren Zeitrahmen beanspruchen, und so leicht in meinen Alltag zu integrieren sind.

Hier gebe ich Euch nun einen Einblick in das, was ich an den drei Tagen geschaffen habe:

Sind sie nicht toll geworden? Einige von Euch kennen sie vielleicht schon von Facebook oder Instagram. Dort waren das glitzernde gedrehte Objekt (Mitte links) und das gräulich-perlmuttfarbene gedrehte Objekt (unten rechts) Eure Favoriten.

Ricarda verstand es, auf die Bedürfnisse und Wünsche aller Teilnehmerinnen einzugehen. Insgesamt waren sehr erfahrene und handwerklich geschickte Filzerinnen vertreten, von denen viele die Filzausbildung in Oberrot bereits absolviert hatten oder gerade dabei sind. Wow!

Ich habe schon viele Workshops und Kurse besucht, aber selten habe ich mich in einer so weit entwickelten Filzgruppe gefunden, die alle sehr selbstständig an ihren Objekte tüftelten und arbeiteten. So ging es im Kurs ruhig und konzentriert zur Sache. Hatten wir eine Frage, gingen wir zu Ricarda, und sie begutachtete, erklärte und gab Ratschläge und viel anerkennendes Feedback. Zwischendurch rief sie uns zusammen, gab anhand einer kleinen Live-Vorführung den nächsten Input für ein Objekt, das wir dann gleich selbst umsetzen konnten, wenn wir wollten. So gab es keinerlei Wartezeiten und jede von uns konnte das probieren, was sie wollte. Ich erlebte Ricarda als sehr offen in der Weitergabe von Materialien, Hilfsmitteln, Techniken, Tipps, die ihre jahrzehntelanger Filzerfahrungen ausmachen. Zwischendurch erzählte sie uns Filzgeschichten, von ihren (internationalen) Begegnungen, von ihrem neuen Atelier in Norddeutschland… Schon bald häuften sich an unseren Plätzen die unterschiedlichsten Filzobjekte, und die drei Tage vergingen wie im Flug.

Bitte habt Verständnis, dass ich Euch hier nichts zu den Techniken schreiben werde. Wenn Ihr Infos wünscht, verweise ich an Ricarda Aßmann. Sie hat diese entwickelt und gibt sie gern im Rahmen eines Kurses an Euch weiter. Hier ist der Link zu ihrem Profil bei Facebook. 

Veröffentlichungen

Uih, fast zwei Monate sind seit der letzten Veröffentlichung vergangen. Und es ist filzisch so viel passiert, dass ich Euch in den nächsten Blogposts unbedingt davon erzählen möchte.

Das Thema dieses Blogposts ist „Veröffentlichungen“. Ich bin sehr stolz darauf, sowohl in den letzten Ausgaben der deutschsprachigen Filzfun als auch in der englischsprachigen FeltMatters mit jeweils einem Artikel vertreten zu sein.

 

Bericht zur Ausstellung „Verdichtung“ in der Filzfun

Für die Ausgabe der Filzfun schilderte ich meine Eindrücke der Ausstellung „Verdichtung“ in Gladbeck, über die ich hier schon berichtete. Die Vorgabe war, eine Seite zu füllen und ich war sehr erfreut, als ich das sehr gelungene Gesamtlayout sah. Die Seite macht einen sehr stimmigen Eindruck und wird der hochkarätigen Ausstellung und ihrem Anliegen sehr gerecht, finde ich.

 

Bericht zur Ausstellung „Felt for Tomorrow“ in FeltMatters

Im Rahmen einer Kurzreise nach Helsinki gelang es mir noch vor der Vernissage einen Einblick in die Ausstellung „Felt for Tomorrow“ zu erhalten und dabei die Filzerin und Organisatorin Sirpa Mäntylä zu treffen. Über unsere deutsch-finnische Filzerbegegnung berichtete ich bereits hier auf dem Blog in deutscher und englischer Sprache. In der aktuellen Ausgabe der FeltMatters, der Zeitschrift der International Feltmakers Association (IFA).

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich für das Verfassen dieser Artikel kein Geld bekomme und auch sonst keine materiellen Vorteile. Beide Redaktionen kamen auf mich zu und fragten die Artikel an. Es ist mir eine Ehre und es macht mir Freude, meine Erfahrungen zu teilen und somit anderen die Möglichkeit zu geben, zumindest auf diese Weise an Ausstellungen teilzuhaben, die sie selbst nicht besuchen können. Mein Dank gilt an dieser Stelle den Redaktionen der Filzfun und FeltMatters, dass sie mir das ermöglichen. Besonders stolz bin ich auf den englischsprachigen Artikel. Ihn ihm vereint sind drei meiner Passionen, die ich seit sehr langer Zeit verfolge: das Filzen, das Reisen und die englische Sprache.

Colours of Scotland – Lavendelsäckchen & Sitzkissen

Warum Schottland? 

Vor neun Jahren war ich das erste Mal dort – in Schottland -, nahm an einer internationalen Fortbildung zum bilingualen Unterricht teil, wohnte mit einer spanischen Kollegin in einer schottischen Gastfamilie in Dunfermline, 30km nördlich von Edinburgh, und erkundete in der Freizeit die Umgebung. Dunfermline, Edinburgh, Inverness, St. Andrews, Pitlochry und Crail hinterließen nachhaltige Eindrücke, ebenso wie die grünen Hügel und Berge Schottlands und das überaus gute Wetter mit viel Sonnenschein und wenig Regen.

So ist es nicht verwunderlich, dass es mich diesen Sommer wieder in diese Gegend zog. Nach dem beeindruckenden Sommerurlaub in Island 2018 entfloh ich auch dieses Jahr nach Nordeuropa und somit den hohen Temperaturen und begab mich auf eine zwölftägige Rundreise nach Schottland. Es gehörte immer schon zu meinen Träumen die Orkney und Shetland Inseln zu besuchen, und so wählte ich eine Busrundreise, die diese beiden Ziele enthielt.

In dieser Fotocollage sind meine persönlichen Highlights zusammengefasst:

Rückblickend kann ich sagen, dass ich sicher mehr als der durchschnittliche Schotte von Schottland gesehen habe. Ihr wisst es selbst, meist kennt man seine eigene Region und Heimat nicht so gut wie eine Urlaubsregion.

 

Colours of Scotland 

Auch auf dieser Reise begleitete mich mein Fotoapparat treu und sorgte dafür, dass ich über 1500 Fotos schoss. Das klingt viel. Die Hobbyfotografen unter Euch wissen, dass nur ein Bruchteil davon wirklich gelungene Fotos sind. Das schönste Foto von allen ist das folgende:

Es ist am Loch Maree in den Highlands bei einem Fotostopp entstanden und zeigt für mich die Farben Schottlands. Vielleicht könnt Ihr Euch noch an letztes Jahr erinnern, wo ich nach der Island Reise eine ganze Serie über die Farben Islands mit dem Titel „Colours of Iceland“ schrieb und auch ganz verschiedene Dinge in diesen Farben filzte. Dies passiert dieses Jahr wieder mit den „Colours of Scotland“. Das Blau im Farbverlauf des Himmels, das tiefblaue Blau des Lochs, das facettenreiche Grün der Pflanzen und das beerenfarbige Pink der Weidenröschen bilden eine faszinierende und harmonische Farbkombination, die für mich die Schottlandrundreise auf den Punkt bringt.

 

Die Lavendelsäckchen

Das Farbschema setzte ich filzend um und entschied mich zunächst für zwei Lavendelsäckchen. Ihr wisst, dass ich eine Freundin der kleinen Filzteile bin, und so kam mir dieses Projekt sehr entgegen zumal es zeitlich sehr überschaubar ist. Außerdem hatte ich auf der Rundreise zwei sehr nette Mitreisende kennen gelernt, denen ich eine Kleinigkeit als Erinnerung und Dankeschön zukommen lassen wollte.

Ich wählte Wolle aus Schottland, die ich vor Ort auf den Orkney und Shetland Islands erworben und zuvor bei Claire Phillips von Hope Jacare Designs bestellt hatte, die ebenfalls aus Schottland kommt. Die Euch schon bekannte Schablone der Lavendelsäckchen (das Foto mit Maßangaben dürft Ihr gern für Eure eigenen Lavendelsäckchen verwenden) gestaltete ich im oberen Bereich mit Kammzugwolle in einem Farbverlauf von dunklerem zu hellerem Blau, das in ein helles Grün übergeht. Im Übergangsbereich sind einige weiße Vliesfetzen als Wolken aufgelegt. Den unteren grünen Teil belebte ich mit dunkleren Kammzugstückchen und hellerer Rohwolle in grün. Zum Schluss toppte ich diesen Teil mit Tupfen aus pinkfarbener North Ronaldsay Wolle von den Orkney Inseln.

Nach dem Filzen und Trocknen zieren Schleifen aus Satinband die Lavendelsäckchen, die ich mit getrockneten Lavendelblüten vom eigenen Balkon bestückt hatte.

Hier seht ihr ein ausgedrucktes Foto der Landschaft und der Säckchen (Übrigens sind meine Fotos der Landschaften und der FilzSis nie bearbeitet).

 

Das Sitzkissen 

Dieses Farbschema ging mir nicht aus dem Kopf, und deshalb verarbeitete ich es in einem weiteren Projekt, einem Sitzkissen. Als Grundlage und Hintergrundfarbe wählte ich zwei Lagen grüner Bergschafwolle im Vlies für die nötige Festigkeit des Sitzkissens. Diese Lagen feuchtete ich mit warmer Seifenlauge an und ließ sie über Nacht einwirken.

Dann bereitete ich Vorfilz in blauen und grünen Schattierungen mit Kammzugwolle vor. So hoffte ich, dass die Farbe nicht von der Bergschafwolle „aufgesogen“ werden und nicht an Klarheit verlieren würde. Die trockenen Vorfilzteile legte ich auf die kurz angefilzte grüne Bergschafwolle und „garnierte“ sie mit weißen Wölkchen im oberen Teil und mit pinkfarbener Kammzugwolle im unteren Teil, die ich zu Kringeln formte. Außerdem fand ich in meinem umfangreichen Wollbestand – der nie kleiner zu werden scheint – beerenfarbene Wolllocken, die ich nun als Weidenröschen verwenden konnte. Um sicher zu gehen, dass der Vorfilz auch in die Bergschafwolle greifen würde, fixierte ich ihn v.a. an den Rändern mit einer Filznadel an.

Dann folgte der übliche Filzprozess mit dem Anfilzen. Dafür verwendete ich zuerst ein Fliegengitter und das Palm Washboard – eine lohnende Investition – und anschließend – mit mehr Druck – die Hände. Zwischendurch wendete ich das Sitzkissen und konnte es nach einer Weile sogar rollen und werfen bis es an Festigkeit gewann.

Das fertige Kissen misst 42 x 36 x 0,7cm und bietet so eine perfekte weiche und gleichzeitig robuste Unterlage mit ausreichender Isolierung für die kommende kühle und kalte Jahreszeit.