Back to the roots – Urlaubsfilz 2018

Mit diesem Post geht es „back to the roots“. Allerdings wusste ich das noch nicht, als ich vor der Reise an die Ostsee noch in letzter Minute mein Basisequipment zum Filzen in den Koffer quetschte. Andere nehmen Strickzeug mit in den Urlaub, warum soll das nicht mit Filzzeug funktionieren?

Es ist nicht das erste Mal, dass ich im Urlaub meinem Hobby nachgehe. Wer diesem Blog schon länger folgt, weiß das. Falls Ihr mehr darüber erfahren möchtet, lege ich Euch meine folgenden Blogposts ans Herz: gefilzt habe ich schon auf Sylt, in Warnemünde, in Island, bei Aachen und in Kühlungsborn. Ich meine damit nicht die Teilnahme an Workshops, sondern das private Filzen im Hotelzimmer oder in der Ferienwohnung „einfach nur so“.

Inzwischen habe ich ein urlaubstaugliches Basisequipment zusammengestellt, dass sich nicht nur leicht transportieren lässt, sondern auch das Filzen von (kleineren) verschiedenen Teilen ohne „Sauerei“ erlaubt.

Hier seht Ihr, was ich meine: zum Unterlegen eignet sich eine Silikonmatte, mit der man Biscuitböden beim Backen rollt (sie hat einen leicht hochstehenden Rand, der das Wasser nicht auf den Boden tropfen lässt). Darauf liegt ein Gummigitter (Antirutschmatte für Schubladen). Schere, Seifenreste, Noppenfolie, ein Handtuch und Wolle und Seide gehören ebenfalls zum Basisequipment.

Das Schwierigste ist, wenn ich vor Antritt des Urlaubs zuhause vor dem Wollregal stehe und eine Farbauswahl der Wolle/Seide aus Platzgründen treffen muss, denn damit ist natürlich eine bestimmte Farbpalette festgelegt.

Ich entschied mich für ein beerenfarbenes „Paket“ mit verschiedenen Materialien und eine feine Wolle in Perlmutt (16 mic). Außerdem packte ich Verschlüsse für Bügeltaschen und Garn ein. Seit dem Kurs mit Annemie Koenen (Ihr erinnert Euch an die gelb-orangefarbene Bügeltasche in Form eines Brillenetuis?) wollte ich unbedingt weitere Bügeltaschen filzen und mit der Form und Schablone experimentieren.

Das klappte richtig gut, ich legte dünner aus als beim ersten Mal und hatte den Dreh beim Annähen raus. So sind zwei Bügeltäschchen entstanden.

Im nächsten Foto sehr Ihr, wie ich die Bügel angenähte. Ich hatte kein passendes, beerenfarbenes Garn dabei, sodass das beige für beide herhalten musste. Das passt für die hellere Tasche sehr gut. Bei der anderen wäre beerenfarbenes Garn vorteilhafter, weil sich der Filz optisch besser mit dem Bügel verbindet und so eine Einheit bildet.

Doch was haben diese Bügeltaschen nun mit der Überschrift dieses Blogposts „Back to the roots“ zu tun? Wie ich schon zuvor erwähnte, ahnte ich vor der Reise noch nicht, dass mich diese zurück zu den Wurzeln – meinen Filzwurzeln – führen würde.

Mit dem Filzen begann ich im Urlaub. Es war ein verregneter Sommerurlaub und in Ermangelung an Aktivitäten, meldete ich mich in Kühlungsborn in der  Kreativwerkstatt von Angelika Negnal zum Filzen an. Damals begann ich mit dem Filzen von Kugeln. Diese hier ist mein allererstes Filzteil: eine Kugel, die aussieht wie die Welt. Das war 2007.

Während meines jetzigen Ostseeurlaubs stellte ich auf einem Rundgang bei einer eher zufälligen Stippvisite in Kühlungsborn fest, dass es diese Kreativwerkstatt noch gibt und dass sie noch immer von Frau Negnal betrieben wird. Leider war ich außerhalb der Öffnungszeiten dort und konnte nur ein Foto von außen machen. Hinter diesem Fenster fing alles an, vor mittlerweile schon 11 Jahren…

Hätte es in jenem Sommer nicht so viel geregnet, hätte ich diesen Kurs nicht besucht, hätte ich mich vielleicht nie mit dem Filzvirus infizieren lassen. Er war schön, wieder daran erinnert zu werden, wie viel vom Zufall abhängig ist.

Doch nun springe ich zurück zu diesem Jahr. Ich zeige Euch, was ich außerdem filzte. Die Ostsee hält immer „Kostbarkeiten“ bereit, die mein Filzerinnenherz höher schlagen lassen: Stöckchen, Stein und Glas.

Diese feinen Dinge und schöne Erinnerungen nahm ich mit nach Hause.

Best of 2017

Heute gibt es einen kleinen Rückblick auf mein Filzjahr 2017. Dies sind für mich die wichtigsten und schönsten Filzteile, die ich dieses Jahr herstellte:

Im einzelnen (v.l.n.r. und v.o.n.u): Einhorn mit magnetischen Gliedmaßen, Tüte mit Boden, Wandobjekt à la Annemie Koenens , Mütze, Schal, Handschuhe, Chiffonschal mit Mohnblüten, Urlaubsfilzteile in pink und grün, Lavendelsäckchen in Nunofilztechnik, Lockentasche, Ringkissen, Würfel, Handytasche, Kapsel à la Ricarda Aßmann, Lockenkragen.

Schwerpunkte legte ich in diesem Jahr auf

  • das Filzen mit Rohwolle und Locken,
  • neue, kniffelige und pfiffige Techniken,
  • das dünne Auslegen von feiner Merinowolle und
  • das Filzen mit Seide in der Nunotechnik.

Ich bin gespannt, was das Filzjahr 2018 bringt!

Perlmutt

Wer diesem Blog regelmäßig folgt, weiß, dass ich mich in letzter Zeit mit sehr feiner Wolle und dem dünnen, gleichmäßigen Auslegen der Wolle beschäftigte.

Letztens bestellte ich eine kleine Menge sehr feine Wolle (16 Mic) in der Farbe „Perlmutt“. Schaut mal, ist sie nicht zauberhaft?

Daraus zauberte ich drei Lavendelsäckchen. Die erfüllen momentan drei Zwecke:

  • Sie sind ohne viel Aufwand recht schnell hergestellt. Für größere Projekte fehlt im Moment die Zeit, Lust und Energie.
  • Sie eignen sich perfekt für Weihnachtsgeschenke.
  • Sie müssen, um den Lavendelduft durchzulassen, sehr dünn gefilzt werden… ohne Loch.

Das dünn gefilzte könnt Ihr an obigem Foto erkennen, denke ich. Die Wolle ist  bei diesem Foto bereits angefilzt, die Schablone ist entnommen, und das Filzteil wird nun vorsichtig immer wieder hochgenommen auf der Oberfläche abgelegt. So gewinnt es schnell an Stabilität und eventuelle dünne Stellen verschwinden.

Ich hatte weiße Seidenfasern auf die perlmuttfarbene Kammzugwolle aufgelegt. So sehen die Lavendelsäckchen aus. Sie müssen nun trocknen, werden dann mit getrockneten Lavendelblüten befüllt und mit einem Satinband verschlossen. Ich finde, die Wolle macht ihrem Namen alle Ehre.

So langsam neigt sich die Weihnachtsproduktion dem Ende zu.

Beige-rose: my strawberry scarf

Der beige Leinenschal, den ich mit feiner Merinowolle in einer ähnlichen Farbe  belegte, war ursprünglich doppelt so breit. Ich teilte ihn, und so entstanden zwei Basisschals zum Nunofilzen. Der zweite sollte ein bisschen mehr Pepp bekommen, und so fertigte ich Vorfilz aus der erdbeer-roséfarbenen 16 Mic Wolle an und schnitt diese in viele, viele große und kleine Kreise.

Diese legte ich auf die eine Seite auf, filzte sie an und drehte den gesamten Schal mutig um, sodass ich die zweite Seite mit den Kreisen belegen konnte.

Drei Dinge kommen bei diesem Filzobjekt zusammen, die mir – momentan und schon immer in meinem Filzleben – Freude bereiten:

1. das Verarbeiten von Kreisen oder Kugeln,

2. das doppelseitige Belegen von Schals, damit es zwei „schöne“ Seiten gibt,

3. das Verwenden von Leinen für Schals.

In dem folgenden Foto seht Ihr alle drei Dinge: Kreise, doppelseitig belegt, Leinen

Die Farbe des Vorfilz in Kombination mit dem beigen Schal gefällt mir sehr gut. Der „strawberry scarf“ – wie ich ihn nenne – wird an eine Person verschenkt, die eine beige Sommerjacke trägt. Ich denke, das wird gut passen und ihr gefallen.

Der feine Vorfilz arbeitete sich schnell und widerstandslos durch das Leinengewebe. Das ist ein Grund, warum mir dieses Material entgegenkommt und so viel Freude bereitet 😉 

Zum Abschluss zeige ich Euch ein Gesamtfoto des neuen Objektes: