Florida-Kissen

In einem großen Supermarkt ist mir ein ganz hübsches Kissen aufgefallen. Zu Hause lag es ein paar Tage auf dem Sofa. Irgendwas musste damit passieren… etwas Filziges… Der Stoff des Motivdrucks der Vorderseite ist aus Baumwolle und recht grob. D.h. die Chancen stehen gut, dass man ihn zum Nunofilzen verwenden kann.

Bisher habe ich das entweder mit Chiffon- oder Pongéseide getan, jetzt ist Baumwolle dran.

Karibik-Schal

Das Experimentieren mit Stoffen geht weiter: diesmal ist es Leinen. Aufgepeppt mit weiteren Blau- und Grüntönen, Wolle und Seidenfasern, krinkelt er und ist nicht mehr so breit.

Endlich konnte ich, wenn auch nur winzige Anteile des Batts „Krokodilauge“ von Csillas Wollwerk verwenden.

Junigrün

Es sind mal wieder ein paar Mitbringsel fällig. Diesmal sind es Untersetzer in verschiedenen Grüntönen (2 Lagen Kammzug) mit Deko aus Seiden- und Wollfäden in braun, hellblau und rosa. Passend zu den Farben der Natur.

 

Filzteelicht

Versprochen ist versprochen!

Hier nun die Anleitung für ein Filzteelicht. Die Teelichtgläschen gibt es für kleines Geld im 3er-Pack. Die Schablone hat die Maße 4,5 x 11 cm und unten abgerundete Ecken. Vorfilz eignet sich besonders gut.

Filzige Mitbringsel

Bin ich eingeladen, stellt sich die Frage, was bringe ich als Geschenk mit? Blumen? Pralinen? Eine Flasche Wein? Ja, das geht natürlich alles, aber als Hobbyfilzerin, kann man vielleicht mit etwas Gefilztem eine zusätzliche kleine Freude machen.

Liest der Gastgeber gerne, schenke ich zum Buch ein Lesezeichen. Das muss dünn gefilzt sein, damit das Buch nicht aufklafft. Als Grundlage und zur Festigung nehme ich weißen Seidenchiffon. Darauf eine eine dünne, aber dichte Wolllage, die beliebig mit Seiden- oder Wollfäden oder anderen Farben verziert werden kann. Hellgrau sieht immer elegant aus und lässt sich mit allen Farben kombinieren. Ich filze eine größere Fläche, bügle sie glatt und trocken und schneide daraus mehrere Lesezeichen: mal rechteckig mit Fransen oder „natürlichem“ Filzrand, mal rautenförmig, mal länger, mal kürzer.

2015.06 Lesezeichen

Weitere filzige Mitbringsel könnten so aussehen: Untersetzer aus Filzresten, genäht oder geschnitten, Glücksbringer in Kleeblattform oder Gartendeko.

2015.06 Mitbringsel

Im nächsten Post erkläre ich, wie dieses Windlicht entsteht:

2015.06 Teelicht

Was wächst denn da? – filzige Balkongebilde

als ich letztens bei Sabine im Garten ihre tollen Filzskulpturen bewunderte,

Skulptur von Sabine Pfuhler

kamen mir die Filzgebilde, die auf meinem Balkon „gedeihen“, wieder in den Sinn. Ganz schön sind sie nicht mehr, schon seit 3 Jahren fristen sie ihr Dasein dort, sind ganzjährig Wind, Wetter und den neugierigen Vögeln ausgesetzt, die die Wolle schon mal als Niestmaterial nutzten.

Zwei Gebilde waren ursprünglich eine Weste, die ich leider unter Anleitung mit ungeeigneter Wolle und viel zu dick gefilzt hatte. Ich zog sie nie an. Beim Aufräumen des Filzzimmers packte es mich und ich zerschnitt sie in viereckige Stücke, steckte sie in einem Wäschenetz in die Waschmaschine. Heraus kamen sehr viel kleinere viereckige Stücke mit schön glatten Rändern. Aufgespiest auf zwei Bambusstäbe stecken sie seitdem im Blumenkasten. Recycling bzw. Resteverwertung.

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Die Spiraligen – ich gebe es zu – habe ich mir irgendwo abgeguckt. Gefilzt wird eine dickere Fläche. Daraus schneide ich einen Kreis, der an einer Stelle eingeschnitten wird. Mit der Schere schneide ich mit ca. 4 cm Abstand vom Rand immer weiter nach innen, sodass eine Spirale entsteht. Den Mittelpunkt fixiere ich mit einem Nagel und evtl. einer schicken Dekoperle an einem Bambusstab. Der spiralige Rest baumelt nach unten, die Länge lässt sich individuell anpassen. Die ausgeblichenen Exemplare sehen so aus. In der ursprünglichen Fassung (pink und violett) eignen sie sich hervorragend als Mitbringsel für Gartenfreunde:

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Und dann gibt es noch etwas Kringeliges, um einen festen Blumendraht mit verschiedenen Farben gefilzt. Es lässt sich individuell biegen, je nach Geschmack und Stimmung:image

Auszeit bei Sabine – Ecoprinting

Sabine hatte mich im letzten Jahr zu einem ihrer Rockkurse nach Rees eingeladen. Ihre Röcke sind wunderschön, aber zeitaufwändig in der Herstellung, drei Tage muss man dafür veranschlagen. Das ist viel und lässt sich bei mir nur schwer in den Alltag integrieren. Also sagte ich für den Ecoprint-Workshop zu, der am vergangenen Sonntag stattfand. Außer mir waren vier holländische Filzerinnen angemeldet. Gearbeitet wurde draußen bei schönstem Frühlingswetter, in Sabines tollem Garten.

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Viel wusste ich nicht über das Drucken mit Pflanzen, hatte Bilder im Internet gesehen, konnte mir aber nicht vorstellen, wie das funktionieren würde. Drei Bäder hatte sie angesetzt mit Blauholz, Eukalyptus und Zwiebelschalen. Doch zuerst konnten wir unsere mitgebrachten, nassen Stoffteile kurz entweder in Essig- oder Eisenwasser tauchen. Diese Bäder verändern die Übertragung der Farben. Sabine verwendet immer Eisenwasser, das sie selbst herstellt. Kupfer beispielsweise würde die Übertragung der Drucke reduzieren.

Die Stoffteile wurden ausgebreitet und mit in Wasser eingelegten oder frischen Blättern belegt. Dafür eignen sich z.B. Ahorn, Geranien, Perückenbaum, Haselnuss, Rotbuche, Pfingstrose (Blätter), Rosenblätter, Erdbeerblätter, Himbeere, Amber, Hartriegel und Schmetterlingsflieder. Sabine ist in der glücklichen Lage und findet die meisten Pflanzen in der Nähe oder hat gute Bezugsquellen ausfindig machen können.

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Es macht Spaß, mit den Blättern zu experimentieren und die Seiden- und Filzschals einfach so zu belegen, alles dem Zufall zu überlassen. Planen geht nicht, denn ich habe keinerlei Erfahrung, probiere aus.

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Nachdem die Blätter wahllos auf den Schals, Tüchern und Probestücken verteilt sind, ist die Faltung entscheidend. Die Behälter mit den Bädern haben nur eine bestimmt Höhe und daraufhin muss alles gefaltet werden. Was rausguckt, wird dunkler. Zwischen Blättern und Stoff kann man Papier legen, z.B. normales Kopierpapier, damit sich die Blätter der einen Seite nicht durchdrücken. Auch Plastik ist möglich, aber Sabine weist auf den doppelten Nutzen des Papiers hin: zum einen ist es umweltfreundlich (eben Ecoprinting), zum anderen wird auch das Papier bedruckt und bietet einen schönen Nebeneffekt.

Entscheidend für die Qualität des Drucks ist die Festigkeit der Schnürung. Je fester die Stoff- und Papierbündel aufgerollt und geschnürt werden (auf Holz- oder Eisenstäbe, auch das macht einen Unterschied), desto intensiver fallen die Ergebnisse aus. Und die können sich in der Tat sehen lassen. Allerdings wird man auf eine Geduldsprobe gestellt, denn die gewickelten Stoffteile müssen mindestens zwei Stunden in den Bädern kochen.

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Dann aber wird es spannend. Wie in einer Hexenküche sieht es aus, wenn die dampfenden Bündel aus den Behältern gefischt werden. Aber Sabines Nachbarn kennen das schon, wundern sich schon lange nicht mehr. Wir Teilnehmerinnen sind nicht mehr aufzuhalten. Handschuhe an und her mit den Bündeln: vorsichtig werden die Schnüre entfernt und die Bündel entrollt. Von allen Seiten hört man „Ohh.“ oder „Ahh.“ Die Ergebnisse sind atemberaubend: die Farben leuchten richtig, die Strukturen der Blätter haben sich zum Teil in den Stoff oder das Papier eingebrannt.

Liebe Sabine,
danke für den tollen Workshop. Die schöne Umgebung (arbeite sonst nie draußen ;-)), die inspirierenden anderen niederländischen Teilnehmerinnen, Deine ruhige, nette, zugleich begeisterungsfähige Art und v.a. Deine Bereitschaft, Deine langjährigen Erfahrungen mit uns zu teilen und natürlich nicht zuletzt die überzeugenden, wunderschönen Ergebnisse haben den Sonntag zu einem unvergesslichen Erlebnis machen lassen, das den Arbeitsbeginn am Montag in weite Ferne gerückt hat.

1. Seidenschal (Pongé 05)

2. Seidentuch (Pongé 05, 90 x 90 cm)

3. Papier

4. Filzschal mit Chiffonanteilen