Besuch in der Heimat… Kunstmarkt am Schloss Herten

In diesem Jahr konnte ich den Besuch des Pfingstmarktes in Herten mit einem privaten Treffen in meiner Heimat Westerholt verbinden. Seit 40 Jahren bieten über 100 Künstlerinnen und Künstler ihre Werke an. Dazu gibt es gutes Essen und gute Musik. Immer mal wieder war ich dort, manchmal sogar an beiden Tagen, habe geschaut, gestaunt, geplaudert und so manches Schmuckstück ergattert.

Das Besondere des Marktes: er ist wunderschön in die Landschaft um das Schloss integriert, zeigt ausschließlich Werke, die handwerklich von den Künstlern selbst z.B. aus Holz, Keramik, Metall, Filz oder anderen Materialien hergestellt wurden, und kostet keinen Eintritt. So kann man den Besuch des Marktes mit einem Spaziergang zum Markt und durch den Schlosspark verbinden.

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Besondere Aufmerksamkeit widmete ich natürlich den Filzständen. Diese waren auf dem Markt gut verteilt und hatten alle ihre Eigenheiten, seien es Blüten, romantisch verspielte Deko, nunogefilzte Kleidung, kleine, alltagstaugliche Geschenke oder Schals oder Windlichter… Es bestätigte sich mal wieder, dass Filz nicht gleich Filz ist und jede gute Filzerin ihren eigenen Stil entwickelt. Die folgenden Kärtchen zeigen die Namen und Kontakte der Künstlerinnen:

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Gekauft habe ich nichts Gefilztes… obwohl ich die Künstler auf den Märkten schon bewundere: der Hertener Kunstmarkt ist zwar sehr gut besucht, aber sind die Leute so interessiert, dass sie auch bereit sind, die Preise für Selbstgestaltetes zu bezahlen? Oder schauen sie nur? Oder sind die Preise, die mir z.T. recht niedrig vorkamen, überhaupt gerechtfertigt bei der Arbeit, die dahintersteckt?

Eingedeckt habe ich mich mit zwei Hölzern (Essigbaum und Weißdorn), die ich zufällig entdeckte, die aber hervorragend zum neuen Filzprojekt passen, das im Kopf Gestalt annimmt. Ihr dürft gespannt sein 😉

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Den Schluss des heutigen Posts machen Fotos vom Schloss und Schlosspark Herten. Ein gelungener Ausflug: den Termin sollte man sich für’s nächste Jahr merken: Pfingstsonntag und Pfingstmontag von 11-19 Uhr.

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Filzträume für 2016

Erst wollte ich Euch ein Schwein zu Silvester filzen. Aber irgendwie sprang der Funke nicht über, als ich das Internet nach Anregungen durchforstete. Dann dachte ich über meine Filzträume für 2016 nach:

  • Lernen wie man Fotos auf Filz transferiert,
  • einen Kurs oder Workshop besuchen,
  • einige meiner Filzdinge ausstellen.

Bei einer solchen Ausstellung dürften die Monster und Tiere nicht fehlen. Da kam mir der Gedanke für das letzte Filzteil dieses Jahres… Bevor ich es Euch präsentiere, möchte ich etwas loswerden:

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Liebe Leserinnen und Leser,

ich wünsche Euch alles erdenklich Gute für 2016 und die Erfüllung vieler Eurer Träume. 

Ich bedanke mich für die lieben Kommentare, doppelt so viele Klicks wie im letzten Jahr mit mehr als doppelt so vielen Besuchern. Das macht mich stolz und spornt an.

Eure Silke von filzSi

2015.12 Monster Nr. 9

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Für alle, die es interessiert: Die Anleitung für Monster Nr. 9

Als neue Herausforderung sollte das Monster möglichst zottelig sein. Das ist bei meiner Vorgehensweise unüblich, weil ich glatte Oberflächen bevorzuge. Mithilfe von Locken (die selbst nicht filzen, es muss immer Merinowolle als „Klebstoff“ verwendet werden) versuchte ich es.

2015.12 Monster Nr. 8 Anleitung

Den Körper umfilzte ich in herkömmlicher Schablonenmethode. Die Augen sind aus Styroporkugeln, die Stiele aus Chenilledraht, den ich umfilzte. Die Pupille ist nadelgefilzt (nach dem Trocknen). Die Drahtenden steckte ich in die Schablone, legte dann die lilafarbenen Locken auf, in zwei Lagen, jeweils mit einer dünnen Schicht Merinowolle belegt. Nachdem alles angefilzt war, schnitt ich die Ärmchen aus Trittschallfolie und umfilzte sie mit orangefarbener Merinowolle. Die Enden blieben trocken, so ließen sie sich an den Körper filzen. Die untere Seite der Schablone ziert eine weiterer Lockenrand, sozusagen als Beinersatz. Den aufgeschnittenen Körper filzte ich fest und stopfte ihn mit herkömmlicher Stopfwolle. Das war nach 2 Stunden erledigt. Über Nacht trocknete das Monster, heute morgen ging’s zum Fotoshooting.

In der Filzwelt – ein Besuch bei „felto“ in Soltau

Am 1. August eröffnete „felto“, die Filzwelt in Soltau. In einem alten Fabrikgebäude etwas zurückgesetzt von der Fußgängerzone sind dem Filz 5 Etagen gewidmet.

Zuerst erfährt man, was man mit Filz alles machen kann, in der nächsten Etage wird erklärt, wie man Filz herstellt. Schließlich geht es um die verschiedensten Produkte. Im Erdgeschoss sind Café und Shop, im Dachgeschoss ein Aussichtsbalkon und ein Veranstaltungsraum untergebracht.

Am besten haben mir die 2. und 4. Etage gefallen. In der 2. Etage wird erklärt, was man zum Filzen braucht (Haare mit Schuppenstruktur, Flüssigkeit…). Sogar ein Mikroskop steht bereit, um die Haarstruktur zu inspizieren. In der 4. Etage sind unterschiedliche Filzprodukte ausgestellt: bekannte Filzerinnen wie Susanne Wetzel mit ihren Viechern oder Sandra Struck-Germann mit ihren Filzbildern, die schwarz-weiß Fotos gleichen. Das Highlight ist allerdings eine begehbare Jurte, die auch innen mit Liebe zum Detail (Filzteppiche, Untersetzer, Puschen…) ausgestattet ist.

Die sogenannte „gläserne Produktion“ in der 3. Etage fand ich nicht so überzeugend. Hier wird anhand von verschiedenen Stationen erklärt, wie man Filz maschinell herstellt. Die kleinen Maschinen kann man z.T. mit einem Knopf in Gang setzen. Natürlich ist dies überhaupt nicht vergleichbar mit einer wirklichen Produktionsstätte (Ich schätze mich glücklich, im Rahmen einer Workshopteilnahme bei der Firma „Wollknoll“ in Oberrot vor ein paar Jahren einen Einblick in die laufende Produktion erhalten zu haben).

Am Eingang bekommt man einen kleinen Beutel mit Filzwolle. Mithilfe einer Schritt-für-Schritt Anleitung kann man in der 4. Etage eine Kugel nass filzen. Auch das Nadelfilzen kann man probieren. Einige Besucher taten dies: jung und alt, deutsch und englischsprachig…

Im Shop kann man vorwiegend industriell hergestellten Filz erwerben. Ein Weltladen ist ebenfalls untergebracht. Die dort zu verkaufenden Filzprodukte sind allerdings in Nepal hergestellt. So wird eine Tasche, deren Herstellung sicherlich mehrere Stunden in Anspruch nimmt und viel Können und Anstrengung abverlangt für nur 20€ angeboten (Hoffentlich landet ein Großteil dessen bei den Filzern vor Ort.), während im Museumsshop maschinell hergestellte und bestickte Filzkissen das Doppelte kosten. Das Konzept hinter der Kombination beider Shops ist mir – ehrlich gesagt – verborgen geblieben. Das Café im felto ist wenig gemütlich gestaltet, da ist eher eines der umliegenden Cafés zu empfehlen.

In der 1. Etage wird ein Film über das Filzen gezeigt, und es gibt eine große Filzlandschaft mit Schiff und Schaukelkugeln. Dies ist ein Paradies für Kinder. Ein Kombiticket (felto und Spielemuseum) kann erworben werden, Familien erhalten ermäßigten Eintritt. Das Tagesticket nur für das Filzmuseum kostet immerhin 8€.

Die folgende Fotocollage vermittelt einen Eindruck des außergewöhnlichen Museums, das sowohl Filzexperten als auch Familien (die Rallye ist empfehlenswert) Neues und Interessantes bietet.

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Von links oben nach rechts unten: Flyer und Wollpaket, Außenansicht des alten Fabrikgebäudes, Filmvorführung über das Filzen, ein wunderschönes Filzmobile im Eingangsbereich, verschiedene Schafrassen und Haarstrukturen, Krempelmaschine zur Rohwolleverarbeitung, riesige Nadelfilzkugel zum Mitgestalten, begehbare Jurte, Viecher von Susanne Wetzel

Das Rätsel ist gelöst!

Endlich ist das Rätsel um das East-Side-Gallery Monster gelöst. Ich hatte es im letzten Jahr in Berlin geknipst und nachgefilzt – der Anfang der achter Monsterserie.

Das Monster ist mit Stopfwolle gefüllt.

Das Monster ist mit Stopfwolle gefüllt.

Zufällig war ich ein paar Wochen später nochmal in Berlin und das Monster war schon übersprayed… Ich konnte nicht herausbekommen, wer der Künstler war.

Jetzt bekam ich eine Mail vom Künstler Herbird Gröhlemeyer, dem Vater des Vögelchens „Herbird“.

Herbird, vielen Dank für den Kontakt!

Filzausstellung in Wuppertal

Einmal war ich schon in Wuppertal, und zwar im Zoo als vor Jahren ein Elefantenbaby geboren worden war. Jetzt bot sich ein neuer Anlass, denn im Historischen Zentrum kann man derzeit (bis zum 27.5.2015) eine tolle Filzausstellung der finnischen Filzvereinigung FILTTI bewundern.

Verschiedene finnische Filzkünstlerinnen stellen dort einige ihrer vielfältigen Werke zur Verfügung. Schon auf der Treppe wird man mit farbenfrohen Filzobjekten willkommen geheißen. Die Schmetterlinge sind besonders schön und geben Inspiration für eigene Kreationen:

1 WuppertalWenn man den großen Raum in der zweiten Etage des Museums für Frühindustrialisierung betritt, schlagen einem unzählige Farben entgegen, die sofort eine gute, angenehme und gemütliche Atmosphäre verbreiten:

2 Wuppertal

Es ist geradezu unglaublich, welche Vielfalt präsentiert wird, dadurch dass so unterschiedliche Filzerinnen präsent sind, die alle ihren Stil und ihre Nische im Filzreich gefunden zu haben scheinen. Dazu kommt, dass die Hängung der Ausstellung nicht nur den industriellen Charakter des Ausstellungsraumes unterstreicht, sondern auch den so facettenreichen Filzobjekten gerecht wird. Die Beleuchtung tut ihr Übriges.

Die folgenden Objekte haben mich besonders beeindruckt:

3 Wuppertal

Schön ist es, wenn ein Gästebuch ausliegt, in das man seine Gedanken schreiben kann:

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Fazit: Diese Austellung ist klein, aber fein und absolut empfehlenswert. Es ist bemerkenswert, dass sie ihren Weg nach Wuppertal gefunden hat.

Eindrücke der Ausstellung „Filzwelten“

Im Rahmen der Borbecker Buch- und Kulturtage waren bis heute meine Monster und viele individuelle Filzdinge von Schülerinnen und Schülern der Filz-AG in der Stadtteilbibliothek Essen-Borbeck ausgestellt.

Hier einige Eindrücke:

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Wir bedanken uns für die Kooperation und freuen uns auf die nächste Ausstellung.

Die Monster haben Ausgang – Ausstellung „Filzwelten“

Es wird wieder wärmer, die Sonne scheint, die Tage werden länger – da zieht es nicht nur Menschen verstärkt nach draußen, sondern auch die 8 Filzmonster, die seit Weihnachten mein Wohnzimmerregal permanent bewohnen, wollen was erleben. Wer sie noch nicht selbst hautnah gesehen hat, bekommt jetzt die Gelegenheit. Und sieht noch viel mehr Gefilztes, von den Filzkindern der AG und von mir. Hier ein Auszug aus dem Flyer der diesjährigen Borbecker Buch- und Kulturtage:

„Von der Anstecknadel übers Kuschel-Monster bis zur Wärmflasche – hier zeigt sich, wie vielseitig und kreativ Filzwolle verarbeitet werden kann. Die Kinder der Filz-AG des Gymnasiums Borbeck und deren Leiterin Silke Koch, die seit 2007 filzt, stellen Schönes und Nützliches im Rahmen der Borbecker Buch- und Kulturtage vom 16. bis zum 27. März in der Stadtteilbibliothek Borbeck aus.“

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Hier gibt’s Infos zu Öffnungszeiten und zum Ausstellungsort: http://www.stadtbibliothek-essen.de/sbbtke_bibliotheken/bibliotheken_stadtteilen/borbeck/borbeck.de.html

 

Ausstellung bei Konsumreform vom 10. – 13.12.2014

Bis Samstag sind meine Monster im Schaufenster des GeKuHauses bei Konsumreform im Rahmen der Aktion „Kulturfensters der Stadt Essen“ zusammen mit Acrylbildern von Gisela Czerny zu sehen. Von 12 – 18 Uhr sind die Künstlerinnen anwesend. Hier ist die Adresse:

Konsumreform im GeKu-Haus | Viehofer Straße 31 | 45127 Essen City-Nord
Öffnungszeiten: Mo – Sa 9.30 – 20.00 Uhr | So geschlossen
GeKu Ausstellung Collage