Sitzkissen to go

Neulich veranstaltete Heike Giesbert in ihren Atelierräumen wieder ein Filzertreffen. Mittlerweile kennt man sich schon und freut sich über ein Wiedersehen. Eine Filzerin sagte, es fühlte sich an, als wenn man nach Hause kommt. Recht hat sie!

Ich filzte ein Sitzkissen in Blattform, das ich aufrollen und leicht mitnehmen kann. So hatte ich mir zuhause die schönsten Grün- und Blautöne herausgesucht. In der Regel sind meine Wollvorräte nach Wollsorten und Beschaffenheit (Vlies, Kammzug, Wollfäden) sortiert und nicht nach Farben. Umso schöner ist es, wenn eine Farbfamilie beisammen liegt. Eine Augenweide, findet Ihr nicht auch?

Das Blatt begann ich mit grüner Bergschafwolle auf 35 x 25 cm auszulegen. Zwei dickere Lagen waren das. Dazwischen plazierte ich eine halbe Lage Kammzug für den Blattstiel. Der würde später dazu dienen, das Sitzkissen aufzurollen, damit es sich leicht in einer Tasche verstauen ließe.

In der Farbe des Blattstiels bekam das Sitzkissen eine Umrandung. Für die Blattadern wählte ich eine Woll-/Seidenmischung von Annemie Koenen in Hellgrün auf der einen und Blaugrün aus der anderen Seite. Daneben legte ich Wollfasern in Seiden-/Mohairmischung. Ich muss sagen, dass mir die blaugrüne Seite momentan besser gefällt. Was meint Ihr?

Schön ist auf jeden Fall, dass die Seidenfasern auf beiden Seiten durchschimmern und dem Kissen einen seidigen Glanz geben.

Nun will ich Euch natürlich ein Foto des aufgerollten Sitzkissens natürlich nicht vorenthalten. Mit knapp 120g ist es ein Fliegengewicht, und die Bergschafwolle macht es zu einem robusten, wärmenden Begleiter auf Spaziergängen, Wanderungen und Reisen – ein Sitzkissen to go.

Rico – ein Himmelsgucker

Alles fing im letzten Juli an. Dort begegnete ich Rico im Hafen von Puerto Rico und machte eines der schönsten von über 1000 Urlaubsfotos innerhalb von zweieinhalb Wochen in Florida und der Karibik.

2016.10 Rico 1

Seitdem wollte ich Rico filzen, aber bekam den Dreh nicht… Jeff Flago entstand stattdessen, obwohl ich auf dieser Reise gar keine Flamingos zu sehen bekam.

Seitdem ich allerdings vom Projekt „Himmelsgucker“ erfuhr, assoziierte ich mit der Augenfarbe das türkisblaue Wasser und nahm einen Anlauf, Rico entstehen zu lassen.

2016.10 Rico 2

Rico entstand so wie Jeff und die anderen Monster und Tiere:

  • ein Körper mit Schablonentechnik herstellen
  • Beine als Schnur mit trockenen Enden rollen
  • Füße mit der Nadel vorbereiten und an die Beine filzen
  • Beine an den Körper filzen
  • Körper unten aufschneiden, Schablone entnehmen, Körper fest filzen
  • Körper füllen, zunähen
  • Himmelsgucker-Augen aufnähen
2016.10 Rico 3

Der Körper ist umfilzt, die Augen zur Probe aufgelegt. Wenn sich doch bloß die Beinchen und Füße so leicht anfilzen ließen, wie auf dem Foto…

Der Pelikan besteht ausschließlich aus ungefärbter Wolle: Steinschaf, Bergschaf, Neuseelandmerino und Gotlandlocken.

2016.10 Rico 4

Juhu, der Körper ist farbiger geworden und die Beinchen sind dran.

Die Füße sollten bei dieser Filzaktion die Herausforderung sein und wollten sich überhaupt nicht mit den Beinen verbinden. Da mussten zwei Dinge her: 1. die Nadel, 2. viel Geduld.

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Das erschöpfte Rico allerdings ungemein, so dass er sich im Seifenbad erstmal ausruhen musste als die Schablone raus war. Sein Gesichtsausdruck ist kein Vergleich zu dem seines verschmitzt schauenden Artgenossen in der Karibik.

2016.10 Rico 6

Erholt, getrocknet und gestylt sieht die Welt doch gleich ganz anders aus:

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Seinem Beinamen „Himmelsgucker“ machte er schon alle Ehre und war vom Fenster dar nicht mehr wegzubekommen 😉

2016.10 Rico 7

Inzwischen bekam Rico einen Schal, passend zu den Himmelsguckeraugen.

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Mal wieder Resteverwertung – Sternengirlande

Vom Hockerprojekt waren Reste der cremefarbenen Bergschafwolle übrig. Die schnitt ich mithilfe einer Schablone zu Sternen (ca. 7 cm Durchmesser).

2015.10 Sternengirlande 1

Ursprünglich wollte ich diese mit einem cremefarbenen Satinband zu einer Girlande auffädeln. Dieses ließ sich nicht auftreiben, deshalb verwendete ich dünnen Golddraht aus dem Weihnachtsdekobestand: Knoten rein, Draht in Stern spießen, ca. 10 cm Platz lassen, Knoten rein, Draht in Stern spießen, usw. … fertig.

2015.10 Sternengirlande 2

Besonders schön hängen die Sterne, wenn der Draht nicht exakt von oben nach unten durch den Stern reicht, sondern seitlich herausragt. Ein schönes Geschenk: Tisch- oder Fensterdeko für die – nicht mehr allzu ferne – Adventszeit.

2015.10 Sternengirlande 3

P.S.: Ich finde, Sternchen gehen immer, auch außerhalb von Advents- und Weihnachtszeit 😉

Grau-buntes Sitzkissen

Ein individuelles, zweiseitiges Sitzkissen aus fester, robuster grauer Bergschafwolle und bunter, weicher Merinowolle (von ca. 40 x 40 cm auf 31 x 31 cm geschrumpft):

Auszeit bei Elvira und Heidi

Ich hatte das Glück, eine wunderbare Auszeit in Übach-Palenberg zu erleben. Der Filzkurs bei Heidi Greb war super, weil Heidi mit ihrer ruhigen, professionellen, unaufdringlichen Art jede von uns Filzerinnen angeleitet hat, um zu ihrem Traumoberteil (Weste, Jacke oder „Leiberl“) zu kommen. Die Betreuung und das Ambiente waren ebenfalls toll, weil Elvira  Altdorf mit ihrer gastfreundlichen, aufmerksamen, großzügigen Art dafür gesorgt hat, dass wir uns in den drei Tagen wirklich um nichts kümmern mussten und wir sehr gut ver- und umsorgt waren. Nochmals ganz herzlichen Dank dafür. Nicht zuletzt möchte ich mich bei meinen vier Mitfilzerinnen Beate, Sabine, Corina und Anni für die vielen Anregungen und den Austausch bedanken.

Doch jetzt zum Filzen:

1. Filzweste

2. Sitzkissen