Mein innerer Schweinehund…

… hält mich gerade davon ab, joggend den Park zu durchqueren. Stattdessen lungere ich auf dem Sofa, lausche der Musik und schreiben diesen Blogeintrag.

„Es ist doch zu viel zu kühl draußen.“, „Schone Deine Kraft für die letzte Schulwoche vor den Sommerferien, liebe Silke.“, flüstert er mir ins Ohr und meint es einfach sehr gut mit mir. Zu gut! Er steht für Motivation, Selbstdisziplin und meine Komfortzone.

Vor ein paar Monaten fing ich wieder an zu joggen. Mehr sportliche Bewegung musste her und außerdem hatte ich mich für den Essener Firmenlauf angemeldet, und ich wollte mich vor dem Kollegium nicht genieren. Also trainierte ich mehrfach in der Woche und steigerte mich in kurzer Zeit von 0 auf 5km. Oft stand jedoch vor dem Joggen mein innerer Schweinehund neben mir und fand 1000 Gründe, warum ich ausgerechnet an jenem Tag nicht trainieren sollte. Mit treuem, liebevollem Blick schaute er mich an und war an manchem Tag auch ausgesprochen überzeugend, und ich verbrachte den Abend gemütlich auf der Couch.

2019.07 Schweinehund 1

Irgendwann beschloss ich, den Schweinehund als einen Teil von mir anzunehmen und lieb zu gewinnen, er meinte es ja nur gut. Und ich kam auf die Idee ihn zu filzen. Erst googelte ich, wie sich andere den Schweinehund vorstellten, dann machte ich eine Zeichnung und beim Filzertreffen bei Heike Giesbert in der KreAKTIVWERKstatt in Essen-Werden wurde verwirklicht. Angelehnt an die Technik, die ich bei Gabriele Mazaracis erlernt hatte, baute ich ihn komplett aus brauner und grauer Bergschafwolle auf und betonte einige Elemente mit hautfarbener Merinowolle. Die Augen sind aus Kunststoff und mit Sekundenkleber befestigt. Er ist 18cm groß, wiegt 40g und hat einen Ringelschwanz.

Ich kann ihm nur schwer widerstehen, könnt Ihr das nachvollziehen? Aber den Firmenlauf (5km durch Essen-Rüttenscheid) habe ich übrigens in persönlicher Bestzeit absolviert. 😁

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Baby Billy

Erinnert Ihr Euch noch an Billy, the bilingual bird? Bestimmt erinnert Ihr Euch, denn die meisten von Euch wählten Billy zur Nummer Eins bei den Best of FilzSi von 2018.

Nach dem Filzkurs bei Gabriele Mazaracis am letzten Wochenende filzte ich nun zur Übung ein weiteres Tierchen, und zwar einen Baby Billy, der als Schlüssel- oder Taschenanhänger eine feine tägliche Begleitung darstellt. Er ist ca. 10cm groß und wiegt – inkl. Schlüsselring – 20g. Er ist aus Bergschafwolle gefertigt, lediglich die Haare sind aus Merinokammzug. Wie gefällt er Euch?

Erste FilzSis 2019 – Eierwärmer mit Zipfel

„Liebe Kollegin, was wünscht Du Dir denn zum Geburtstag?“ – „Hm, einen Eierwärmer fänd ich toll. Einen habe ich schon, vielleicht kannst Du mir einen zweiten filzen?“ – „Ja, sicher, in welcher Farbe denn?“ – „Oh, das wäre toll. Die Farbe überlasse ich Dir.“ – „Schön, dann habe ich ein Filzprojekt vor mir, da freue ich mich.“

Dieses Gespräch fand vor ein paar Tagen statt. Als erstes FilzSi-Objekt 2019 sind also 4 Eierwärmer mit Zipfel entstanden, die ich nach der Anleitung im Buch „Kreativ Workshop Filzen: Schritt für Schritt zum Erfolg“ von Inga Dünkelberg-Niemann fertigte. Ich hatte so lange ich keine Eierwärmer gefilzt, dass ich eine Schablone in der richtigen Größe verwenden wollte und mir Hilfestellung bei den Wollsorten und Mengenangaben wünschte. Inga empfiehlt Bergschafwolle für die dreieckige Grundform und Kammzugwolle für die Zipfel. An diese Empfehlung hielt ich mich und erstellte einen Eierwärmer in pink, rot, orange und grün. Ich denke, sie werden der Beschenkten gefallen. Bei den Farben zieht der Frühling gleich mit ein.

Sitzkissen to go

Neulich veranstaltete Heike Giesbert in ihren Atelierräumen wieder ein Filzertreffen. Mittlerweile kennt man sich schon und freut sich über ein Wiedersehen. Eine Filzerin sagte, es fühlte sich an, als wenn man nach Hause kommt. Recht hat sie!

Ich filzte ein Sitzkissen in Blattform, das ich aufrollen und leicht mitnehmen kann. So hatte ich mir zuhause die schönsten Grün- und Blautöne herausgesucht. In der Regel sind meine Wollvorräte nach Wollsorten und Beschaffenheit (Vlies, Kammzug, Wollfäden) sortiert und nicht nach Farben. Umso schöner ist es, wenn eine Farbfamilie beisammen liegt. Eine Augenweide, findet Ihr nicht auch?

Das Blatt begann ich mit grüner Bergschafwolle auf 35 x 25 cm auszulegen. Zwei dickere Lagen waren das. Dazwischen plazierte ich eine halbe Lage Kammzug für den Blattstiel. Der würde später dazu dienen, das Sitzkissen aufzurollen, damit es sich leicht in einer Tasche verstauen ließe.

In der Farbe des Blattstiels bekam das Sitzkissen eine Umrandung. Für die Blattadern wählte ich eine Woll-/Seidenmischung von Annemie Koenen in Hellgrün auf der einen und Blaugrün aus der anderen Seite. Daneben legte ich Wollfasern in Seiden-/Mohairmischung. Ich muss sagen, dass mir die blaugrüne Seite momentan besser gefällt. Was meint Ihr?

Schön ist auf jeden Fall, dass die Seidenfasern auf beiden Seiten durchschimmern und dem Kissen einen seidigen Glanz geben.

Nun will ich Euch natürlich ein Foto des aufgerollten Sitzkissens natürlich nicht vorenthalten. Mit knapp 120g ist es ein Fliegengewicht, und die Bergschafwolle macht es zu einem robusten, wärmenden Begleiter auf Spaziergängen, Wanderungen und Reisen – ein Sitzkissen to go.

Rico – ein Himmelsgucker

Alles fing im letzten Juli an. Dort begegnete ich Rico im Hafen von Puerto Rico und machte eines der schönsten von über 1000 Urlaubsfotos innerhalb von zweieinhalb Wochen in Florida und der Karibik.

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Seitdem wollte ich Rico filzen, aber bekam den Dreh nicht… Jeff Flago entstand stattdessen, obwohl ich auf dieser Reise gar keine Flamingos zu sehen bekam.

Seitdem ich allerdings vom Projekt „Himmelsgucker“ erfuhr, assoziierte ich mit der Augenfarbe das türkisblaue Wasser und nahm einen Anlauf, Rico entstehen zu lassen.

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Rico entstand so wie Jeff und die anderen Monster und Tiere:

  • ein Körper mit Schablonentechnik herstellen
  • Beine als Schnur mit trockenen Enden rollen
  • Füße mit der Nadel vorbereiten und an die Beine filzen
  • Beine an den Körper filzen
  • Körper unten aufschneiden, Schablone entnehmen, Körper fest filzen
  • Körper füllen, zunähen
  • Himmelsgucker-Augen aufnähen
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Der Körper ist umfilzt, die Augen zur Probe aufgelegt. Wenn sich doch bloß die Beinchen und Füße so leicht anfilzen ließen, wie auf dem Foto…

Der Pelikan besteht ausschließlich aus ungefärbter Wolle: Steinschaf, Bergschaf, Neuseelandmerino und Gotlandlocken.

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Juhu, der Körper ist farbiger geworden und die Beinchen sind dran.

Die Füße sollten bei dieser Filzaktion die Herausforderung sein und wollten sich überhaupt nicht mit den Beinen verbinden. Da mussten zwei Dinge her: 1. die Nadel, 2. viel Geduld.

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Das erschöpfte Rico allerdings ungemein, so dass er sich im Seifenbad erstmal ausruhen musste als die Schablone raus war. Sein Gesichtsausdruck ist kein Vergleich zu dem seines verschmitzt schauenden Artgenossen in der Karibik.

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Erholt, getrocknet und gestylt sieht die Welt doch gleich ganz anders aus:

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Seinem Beinamen „Himmelsgucker“ machte er schon alle Ehre und war vom Fenster dar nicht mehr wegzubekommen 😉

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Inzwischen bekam Rico einen Schal, passend zu den Himmelsguckeraugen.

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Mal wieder Resteverwertung – Sternengirlande

Vom Hockerprojekt waren Reste der cremefarbenen Bergschafwolle übrig. Die schnitt ich mithilfe einer Schablone zu Sternen (ca. 7 cm Durchmesser).

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Ursprünglich wollte ich diese mit einem cremefarbenen Satinband zu einer Girlande auffädeln. Dieses ließ sich nicht auftreiben, deshalb verwendete ich dünnen Golddraht aus dem Weihnachtsdekobestand: Knoten rein, Draht in Stern spießen, ca. 10 cm Platz lassen, Knoten rein, Draht in Stern spießen, usw. … fertig.

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Besonders schön hängen die Sterne, wenn der Draht nicht exakt von oben nach unten durch den Stern reicht, sondern seitlich herausragt. Ein schönes Geschenk: Tisch- oder Fensterdeko für die – nicht mehr allzu ferne – Adventszeit.

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P.S.: Ich finde, Sternchen gehen immer, auch außerhalb von Advents- und Weihnachtszeit 😉