Urlaubsfilz – neue Handyhülle, Eicheln und Tiere an der Ostsee

Wenn FilzSi, also ich, in den Urlaub fährt, bedeutet das, dass ungefähr ein Drittel des Gepäcks aus Filzutensilien und Wolle besteht. Man weiß ja nie, wie sich das Wetter entwickelt und wie langweilig die Abende werden können. Diesmal ging es an die Ostsee, wo ich seit 20 Jahren mindestens einmal im Jahr bin. Ich kenne also mehr oder weniger jeden Stein, erhole mich aber sehr gut hier und finde Ruhe und Gelassenheit, nicht zuletzt im Filzen kleinerer, einfacherer Objekte. Diese zeigte ich im Blog immer mal wieder. Falls Ihr Euch nicht erinnern solltet, hier habe ich Euch einen Überblick zusammengestellt, über den in Urlauben gefilzten Teilen, auch Urlaubsfilz genannt:

Auch über mein bewährtes filziges Urlaubsequipment schrieb ich an dieser Stelle schon. Lest es gerne noch einmal nach, wenn Ihr mögt.

Zunächst war ich etwas ratlos, was ich filzen würde. Mitgenommen hatte ich sowohl Vlieswolle und Kammzugwolle, sodass ich offen für viele Techniken und Objekte war. Außerdem hatte ich zuhause Eichelhütchen gesammelt, die ich gern bunt befilzen wollte. Damit fing ich an, denn Eicheln gehen immer, entweder für meine eigene Deko oder zum Verschenken. Hier seht Ihr das Resultat:

2019.10 Urlaubsfilz.Eicheln

Schön bunt sind sie geworden, so wie der Herbst an der See, wie die folgende Collage zeigt:

Links oben: Rostocker Heide, rechts oben: Fliegenpilz im Naturschutzgebiet, unten links: Gespensterwald Nienhagen, Mitte: Kormoran, rechts unten: Ostsee bei Nienhagen.

Und dann fand, ganz unverhofft, doch noch der ultimative „Filzauftrag“ zu mir. Und zwar verlor ich meine Handytasche. Wahrscheinlich passierte es am Tisch in einer Bäckerei, wo ich was gegessen und getrunken hatte. Natürlich hatte ich mein Handy rausgekramt, weil ich schauen wollte, ob ich eine Nachricht bekommen hatte, und dabei muss die Hülle wohl vom Tisch gefallen sein, und ich hatte es erst „zuhause“, im Apartment, bemerkt, nachdem ich insgesamt 40km mit dem Fahrrad zurückgelegt hatte.

Nun, was macht die Filzerin, wenn sie im Urlaub ihre Handyhülle verliert? Sie ärgerte sich ein wenig, denn die Handyhülle war schön und mühsam gefilzt (Schaut Euch den Beitrag „2. Handyhülle“ von 2017 an) und hatte treue Dienste geleistet. Außerdem diente sie immer als eine Art Visitenkarte, wenn ich unterwegs das Filzen erklären wollte oder anderen vom Fach zeigte, was ich so filze, dann musste sie herhalten und beschaut und befühlt werden.

Dann aber verpuffte der Ärger über diesen Verlust schnell, um dem neuen Gedankenstrom Platz zu machen, wie mit begrenztem Urlaubsfilz-Equipment eine neue gefilzt werden könnte.
Ich wählte die feine (16mic) perlmuttfarbene Wolle von Filzrausch und legte sie in fünf oder sechs dünnen Lagen aus und ergatterte in einem Wollladen in Bad Doberan mein heißgeliebtes Garn aus einer Mohair- und Seidemischung in einem Cremeton zum Verzieren.
Auf die eine Seite „malte“ ich mit diesem Garn eine schlichte Blüte. Auf die andere Seite schrieb ich meinen Namen in der Hoffnung, dass ich diese Handytasche nicht so schnell wieder verlieren sollte [Dieser Gedanke entbehrt jeder Logik, also denkt bitte nicht länger darüber nach.].

Die Schablone war leider – wie auch schon bei den Handytaschen 1 und 2 etwas kurz geraten. Aber auch das hat etwas Gutes, denn so lässt sich das Handy an der nicht eingepackten Seite gut herausziehen. Denn noch sitzt die Hülle recht stramm, und ich muss ordentlich ziehen.

 


Das sieht man bei diesen beiden Fotos nicht. Dafür setzte ich die Hülle gekonnt auf einem herbstlichen Farn mitten im Naturschutzgebiet der Rostocker Heide in Szene. So habt Ihr etwas Abwechslung zum sonst obligatorischen FilzSi-weißen Fotohintergrund.

Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Erstmal! Denn ich weiß ja, dass auch dies keine Hülle für die Ewigkeit sein wird.

Abschließen möchte ich diesen Post mit einer Auswahl an Tieren, die mir vor die Linse hüpften und die vielleicht als Vorlage für ein neues Filzprojekt dienen werden. Wer weiß, wer weiß! Jeder Urlaub bringt ja jede Menge FilzSpiration mit sich.

Urlaubsfilz – Herbst 2018

Filzen geht immer und überall! Auch auf Reisen.

Die kleinen Dinge stehen an. Farbenfrohe Herbstdekoration zum Verschenken für die trüben Tage im November und Dezember sind schnell gefilzt und benötigen nicht viel Aufwand. Folgende „Zutaten“ verwendete ich:

  • Unterlage mit Rand,
  • Gummimatte,
  • Seifenschale,
  • Olivenseife,
  • Wasser,
  • Wolle und
  • Eichelhüllen.

Schon nach kurzer Zeit sind die Filzeicheln fertig. Nach dem Trocknen kleben sie mit Klebstoff in den Hüllen und bieten eine Augenweide zum Selbstbehalten oder Verschenken.