Ms Unicorn – das Magnettier

Habt Ihr Lust auf Einhörner? Auf ein gefilztes? Dann seid Ihr hier richtig, es folgt eine bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitung.

Ihr kennt sie bestimmt, die Plüschtiere, die Magnete an Händen und Füßen haben und sich an metallischen Oberflächen festkrallen können. So ein Magnettier als Küken schwirrte bei mir im Filzzubehörfundus. 

Die Kinder der Filz-AG hatten schon einmal versucht, so ein Tier nachzufilzen. Allerdings stellte sich damals heraus, dass man sehr dünn und fein auslegen muss, damit die magnetische Wirkung durch den Filz an Händen und Füßen weiterhin gegeben ist.

Ich schlug bei meinem Vorhaben zwei Fliegen mit einer Klappe und wollte solch ein Tier filzen, allerdings nicht als Küken, sondern als Einhorn.

Oh, nein, mag jetzt der ein oder andere denken. Ist die auch mit dem Einhornvirus infiziert? In welche Läden man auch immer schaut, man scheint von unzähligen Einhörnern auf T-shirts, Buttons, Schildern, Tassen, Shampoos, etc. umgeben zu sein. Bei mir persönlich hat dieser derzeitige Trend eine schöne Erinnerung an den Film „Das letzte Einhorn“ hervorgerufen, den ich in meiner Kindheit oft schaute und mir jetzt auf Blu-ray gönnte 😉 Eins müsst Ihr wissen: Einhörner sind fabelhafte Wesen, die etwas Magisches, Besonderes und gleichzeitig Seltsames an sich haben und von der Realität ablenken. Kurzum, sie sind ideal, um sich filzen zu lassen.

Die Schablone machte ich etwas größer als das Küken Magnettier, wobei ich mich nicht auf eine bestimmte Endgröße festlegen wollte.

Noch nicht ganz klar war für mich, wie ich den Kopf des Einhorns gestalten sollte, aber dazu später. Zunächst nahm ich schneeweiße feine Merinowolle im Vlies, die ich in zwei dünnen Schichten um die Schablone legte.

Etwas kniffelig ist dies, weil die Schablone relativ klein ist. Schon deshalb legte ich automatisch sehr dünne Schichten auf und ummantelte das Einhorn.

Für den Pferde- bzw. Einhornkopf formte ich eine Art Ei aus der weißen Merinowolle und setzte dies vor die Schablone an den Kopf. Hier ist es wichtig, eine gute Verbindung zwischen Schablone und Ei hinzubekommen, die eng anliegt. Hilfreich ist es, wenn das Ei schon recht fest gefilzt ist, aber noch Spielraum lässt, um von weiteren Wollschichten umgeben zu werden.

Als nächstes stand das Horn des Einhorns auf dem Programm. Ich filzte es als Schnur und setzte das trockene Schnurende an den Kopf an. Erst dann umlegte ich das Horn mit gelber Vlieswolle. Noch war es sehr lang. Ich kürzte es erst am Ende als ich wusste, wieviel das gesamte Einhorn geschrumpft war.

Einhorn oder Nashorn? Das ist an dieser Stelle die Frage. Vielleicht hätte ich doch zwischendurch einen Blick auf eine Einhorndarstellung im Netz legen sollen? Laut vieler dieser Darstellungen ist das Horn eines Einhorns an der Stirn zu finden. Nun ja, bei meinem Nas- ähh Einhorn ist es ein bisschen verrutscht. Schaut man nur den Kopf an, könnte es sich auch um ein Nashorn handeln. Aber sagt mal ehrlich: Wer von Euch hat schon einmal ein Einhorn gesehen und kann mir genau sagen, wo es das Horn hat? Dem Namen nach handelt es sich definitiv um ein „Ein“horn.

Weiter geht’s mit dem Einhornbau: Mähne und Schweif mussten her. Ich entschied mich für die bunte Regenbogenvariante und legte für die Mähne die verschiedenen Farben nebeneinander, filzte sie im unteren Bereich und ließ das obere Ende trocken. Diese trockene Seite konnte ich mit dem Körper, der Schablone, verbinden und dort nochmals zwei Lagen Merinowolle auflegen. Geschnitten wurde sie erst am Ende des Filzprozesses.

Der nächste Schritt umfasst das Anfilzen des gesamten Einhorns, sodass es hinten aufgeschnitten und die Schablone herausgenommen werden konnte. Ich schrieb bewusst „Anfilzen“, denn ganz gefilzt darf das Einhorn jetzt noch nicht sein, da noch einige Details angefilzt werden müssen.

Dünnen rosafarbenen Vorfilz brauchte ich als nächstes für die Hände und Füße oder die vier Hufe. Sie sollten die später einzusetzenden Magnete verdecken, da sie bei den dünnen weißen Wollschichten sicher durchscheinen würden.

So sehen die Magnete aus. Ich schob sie vorsichtig an die richtige Stelle und filzte sie an. Anschließend merkte ich das die rosafarbenen Hufe leider an der falschen Seite waren. Sie sollten, wenn die Hufe magnetisierend zusammenkamen auf der Außenseite sitzen. So setzte ich später ein weiteres rosafarbenes Vorfilzstück auf die andere Seite der Hufe auf und hatte Glück, dass es sich noch anfilzen ließ.

An die geöffnete Stelle hinten setzte ich den Regenbogenschweif (die gleichen Farben wie für die Mähne zu einer Schnur (Vorsicht: ein Ende bleibt trocken!) gefilzt). Weil der Kopf im Weg war, legte ich das Einhorn auf einen Küchenschwamm. Ich bedeckte die Öffnung mit weißer Merinowolle, um sie zu verschließen. Das ganze Einhorn wurde nun gefilzt, geknetet, gestreichelt. Es war so gedacht, dass die Vorder- und Rückseiten, die durch die Schablone getrennt waren, nun zusammenfilzten. Lediglich der Kopf und Hals des Tieres waren zuvor mit der weißen Merinowolle befüllt bzw. gestopft worden.

Anschließend badete das Einhorn zur Neutralisierung in einem Essigbad. Die magnetische Wirkung ist hierbei schön zu sehen: alle Hufe „kleben“ aneinander. 

Das nächste Foto zeigt den Lieblingsplatz des Einhorns: der magnetische Stiel der Lampe im Filzzimmer. Dort haftet es gut und hat alles im Blick.

Auf dem letzten Foto seht Ihr die ganze Einhornpracht: nahtlos, nass gefilzt als Magnettier (ca. 11 x 13 cm).