Soulfelt meets Soulfood – ein kleines, feines Filzertreffen

Was gibt es schöneres als „Zwischen den Jahren“, wenn die Zeit so gut wie stillsteht, einen ganzen Tag des kreativen Schaffens zu widmen und mit gleichgesinnten Filzerinnen zu verbringen? So einen tollen Tag erlebte ich und möchte Euch davon berichten.
So geschah es also, dass sich vier fortgeschrittene Filzerinnen am Niederrhein trafen. Susanne Hantzsch, herzlichen Dank für Deine Einladung zu „Soulfelt meets Soulfood“. Danke fürs Wiedersehen, Elisabeth Grates und Petra Schmidt. Es war fabelhaft! Das kann ich schon einmal vorwegnehmen.

Wir hatten uns das Thema „Taschen“ vorgenommen. Doch zunächst überlegten wir, in welchen Filzzusammenhängen wir uns schon getroffen hatten. Petra kannte ich vom Workshop von Annemie Koenen. Susanne hatte ich beim Filzkolleg in Düsseldorf und beim Workshop von Ricarda Aßmann in Siegburg gesehen. Lisa hatte ich auch beim Filzkolleg 2017 „in Natura“ gesehen. Zudem waren wir alle vier über Social Media miteinander verbunden.

Wir begutachteten und bestaunten unsere letzten Filzergebnisse und -planungen und überlegten, welche vergangenen und kommenden Workshops im In- und Ausland lohnenswert sein könnten.

Dann beschäftigten wir uns natürlich auch mit dem Filzen von Taschen, insbesondere mit Bügeltaschen.
Diesen hatte ich vor einiger Zeit meine Aufmerksamkeit gewidmet. Hier könnt Ihr darüber nachlesen:

Mini-Bügeltäschchen, Black-Beauty – schwarze Bügeltasche, Muttertag – rote Bügeltasche mit Herz, Bügeltasche aus Seidenresten, Urlaubsfilz – 2 Bügeltaschen in Beerentönen und Perlmutt, orangefarbene längliche Bügeltasche 

Da waren einige zusammengekommen. Leider hatte ich alle verschenkt und konnte zum Filzertreffen noch nicht einmal ein Anschauungsexemplar mitbringen. Aber ich konnte auf meinen Blog verweisen und mein Know-how weitergeben. Ich hatte bisher mit zwei Bügelgrößen gearbeitet: Minibügel mit 4,5cm Durchmesser und die größere Variante mit 8,5 cm Durchmesser. Die passenden Schablonen, mit denen ich prima klarkam, hatte ich mitgebracht.

Bei diesen beiden Größen blieb ich auch dieses Mal, weil sie sich als praktikabel erwiesen hatten. Besonders die Mini-Variante hatte es mir angetan. Diese wählte ich für eine grünes Täschchen, um wieder nach längerer Filzpause ein Filzfeeling zu entwickeln. Außerdem filzte ich ein pinkfarbenes größeres Täschchen. Dieses hat sogar eine Innentasche. Solch eine hatte ich vorher noch nie gefilzt. Jetzt hatte Lisa mir eine tolle Methode beigebracht. Dankeschön!

Doch nun zurück zum Filzertreffen. Petra und Susanne probierten mit meinen Schablonen, Lisa hatte sich einen größeren, eckigeren Bügel mitgebracht. So filzten wir in fröhlicher Runde vor uns hin. Petra knipste uns zwischendurch mal „in Aktion“. Deshalb ist sie selbst nicht, aber ihr Arbeitsplatz (vorne rechts) zu sehen. Links seht Ihr Lisa, Susanne steht in der Mitte und ich werkle rechts. 

Uns ging es sehr gut, wie Ihr sehen könnt. Unser Treffen hatte Susanne nicht umsonst „Soulfelt meets Soulfood“ genannt. Sie legte großen Wert auf unser Wohlbefinden und versorgte uns wunderbar mit einer Quiche und Mousse au Chocolat. Hmm, war das lecker! Liebe Susanne, toll, dass Du den Spagat zwischen Selbst-Filzen und Kochen so gut hinbekamst und Dein neues feines Filzreich mit dem tollen Tisch für uns zur Verfügung stelltest.

Die drei anderen Filzbegeisterten versuchten sich ebenfalls an Bügeltäschchen und verfielen, wie ich auch, dem Taschenrausch. Seit unserem Treffen posten wir täglich neue Varianten unsere Täschchen und freuen uns an Ausführungen und Farben. Auch wenn die Art und Form ähnlich sind, entstehen unterschiedliche Täschchen. Schön, dass jede von uns einen eigenen Stil entwickelt.

Hier sind ein paar Fotos, die ich teilen darf:

Eine Mini-Bügeltasche von Susanne Hantzsch mit eingefilzten Stoffen und ein wenig Glitzer. Ich liebe Glitzer!

Eine größere und kleinere Bügeltasche mit eingefilzter, handgefärbter Seide von Petra Schmidt sehen vor dem weihnachtlichen Hintergrund sehr edel aus. Von innen sieht man, dass sie feine Wolle verwendete hatte.


Als nächste präsentiere ich eine größere, eckige Bügeltasche mit Kette, die man über dem Arm tragen kann: Elisabeth Grates hat original Harris Tweed eingefilzt, den Susanne von Stornoway (Outer Hebrides) in Schottland mitgebracht hatte. Auf dem zweiten Foto sieht man die blaue Innentasche.

Elisabeth versuchte auch erfolgreich einen Polyesterstoff einzufilzen. Zuerst war dieser widerspenstig, aber mit der nötigen Geduld ließ er sich doch auf eine Verbindung mit der Wolle ein. Ein richtig plüschiger Stoff ist entstanden!

Und, was sagt Ihr jetzt, liebe Leserinnen und Leser? Ich bin ganz hin und weg, welche filzerische Energie sich beim Herstellen der Taschen entlud. Eine ganze Kollektion haben wir auf den Weg gebracht, jede von uns auf ihre Weise.
Ihr drei lieben Filzerinnen, ich danke Euch für das inspirierende Treffen! Ich fuhr beseelt und reich an Anregungen ins Ruhrgebiet und weiß gar nicht, was ich zuerst ausprobieren soll…

… den Herrn Engel, so wie Du ihn auf zauberhafte, humorvolle Weise umgesetzt hast, liebe Petra Schmidt?
… geraffte Stulpen?
… eine Baskenmütze?
… weitere Bügeltäschchen?

Liebe Leserinnen und Leser, Ihr dürft gespannt sein! Wartet auf den nächsten Blogpost.

Auf jeden Fall nehme ich mir vor, mehr Filz in das neue Jahr zu integrieren. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Euch im nächsten Jahr!

Filzstein vom Filzertreffen in Essen

Am Sonntag gab es ein großes Filzertreffen in Essen in der Kreativwerkstatt von Heike Giesbert. 12 Filzerinnen und Filzer aus Nordrhein-Westfalen kamen zusammen, um zu filzen, zu fachsimpeln, sich kennenzulernen und eine schöne Zeit zu verleben.

Jeder hatte sich ein kleines oder großes Projekt vorgenommen, reiste mit Utensilien und Wollvorräten an, um in den großzügigen Räumlichkeiten von Heike an großen, angenehm hohen Tischen einen Platz zu beziehen.

Ich hatte mir vorgenommen, ein Meditations- oder Yogakissen zu filzen, das die Form und Farbe eines Steins haben sollte. Die ovale Schablone von 75 x 50 cm hatte ich bereits zuhause aus dickerer Trittschallfolie geschnitten. Die graue Neuseelandmerinowolle im Vlies hatte ich noch übrig von früheren Kissenprojekten. Ich legte sie in vier Lagen um die Schablone und dekorierte zum Schluss mit Kammzugwolle in schwarz, hellgrau, weiß und Seidenfasern in weiß.

Es bereitete Freude, wieder ein größeres Projekt anzugehen und den Stein ganz fest zu filzen. Abends war er schon so trocken, dass ich ihn mit Buchweizenhülsen füllen konnte. Er ist nicht ganz prall gefüllt und passt sich deshalb meinem Hinterteil an.

Da das aufgelegte „Steinmuster“ durch die Vlieswolle etwas verlorengegangen, sprich eingefilzt war, rasierte ich es mit einem Einmalrasierer. Das Ergebnis ist überzeugend.

Auf dem Foto liegt zum Größenvergleich ein 2€-Stück neben dem Kissen.

Meine Mitstreiterinnen und Mitstreiter filzten Schnecken, eine Vase, Windlichtbehälter, eine Mütze, einen weiteren Stein, eine Umhängetasche, eine Murmelbahn, ein Rotkelchen, eine Gürteltasche, Wichtel, Pantoffeln, einen Schal, einen Taschenorganizer. Es ist unglaublich, welche unterschiedlichen Dinge jeder in kurzer Zeit in ihrer oder seiner eigenen Technik verwirklichen konnte.

Nebenbei versorgten wir uns am leckeren herzhaften und süßen Buffet, zu dem jeder beigetragen hatte.

Herzlichen Dank an alle, die kamen, um zu filzen und an Heike für die Bereitstellung der Arbeitsplätze, Filzutensilien und Räumlichkeiten. 👏

Revierfilzertreffen 2016 – „I ❤️ my Schaf“

19 Filzerinnen und 1 Filzer kamen nach Düsseldorf zum Revierfilzertreffen. Das Motto war „I ❤️ my Schaf“ und im Vordergrund stand das Filzen mit Rohwolle.

Sandra Struck-Germann zeigte uns, wie man ein Schaf in 3D filzt und dabei Rohwolle einarbeitet. In außerordentlich angenehmer Filzatmosphäre entstanden 20 ganz unterschiedliche Schafe, während wir Wiedersehen feierten, uns kennenlernten, quatschten, Filztipps tauschten, ein leckeres Büfett verspeisten, Rohwolle erfühlten und erwarben und die gemeinsame Filzzeit genossen.

2016.09 Revierfilzertreffen 2

Darf ich vorstellen: mein Schaf. Hintergrund und Kopf, Ohren und Füße bestehen aus Neuseelandmerino, die Rohwolle ist vom Schwarzkopfschaf.

2016.09 Revierfilzertreffen 1

So ein Sitzfellchen würde ich gern herstellen. Dafür erwarb ich Rohwolle vom Gotlandschaf, dass hier ganz in der Nähe, in Mülheim an der Ruhr, lebt. Außerdem waren andere Filzerinnen aus Essen beim Revierfilzertreffen, die ich noch nicht kannte, wie schön, sich so zu treffen.

Unten seht Ihr die unverarbeitete (links) und verfilzte (rechts) Rohwolle vom Schwarzkopfschaf.

Kleine Essener Filzbegegnung

Vor Monaten hatte ich durch meine gute Freundin Gisela erfahren, dass sie eine Filzerin kennt, die in Essen wohnt UND sogar die FIlzausbildung in Oberrot bei Wollknoll gemacht hatte. Zufälle gibt’s…

Schnell nahmen Petra und ich Kontakt auf, verschoben unser Treffen auf die Osterferien. Die Homepage von Petra war vielversprechend:

2016.04 Petras Filzstube

Diese Woche nun klappte es gut. Ich besuchte Petra. Sie lebt sozusagen im Filzparadies, hat ein großes Filzzimmer und bekommt in Kürze ein zweites dazu. So kann sie ihr Kursangebot ausbauen und große Teile filzen. Ihr Schwerpunkt ist die Kleidung. Ihr Meisterstück und die anderen Hausarbeiten, die während der Filzausbildung anzufertigen waren, schmücken sowohl „Filzstube“ als auch Wohnung. Tolle Sachen sind das, die durch durchdachte Details ihre Liebe zur Wolle verdeutlichen.

So fachsimpelten wir den ganzen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen über Techniken, den Verkauf von Unikaten, Dozenten, bei denen wir beide gelernt hatten, und über die Filzschule in Oberrot, ein einzigartiger Ort für Filzbegeisterte, den ich auch schon bei einem Workshop kennenlernen durfte. 2013 filzte ich dort ein nahtloses Kleid bei May J. Hvistendahl aus Norwegen. Petra fuhr im Rahmen ihrer zweijährigen Ausbildung für Blockseminare dorthin.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist das Filzen mit Kindern. Wir berichteten von unseren Erfahrungen, tauschten uns aus über Mindestteilnehmerzahlen, Altersgrenzen, die Vor- und Nachteile von Themenvorgaben und die richtige Filzausstattung.

Liebe Petra, ich danke Dir für das inspirierende Gespräch und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen, vielleicht bei einem Deiner Oberflächenkurse. Außerdem hätte ich hier gern ein Foto von uns beiden präsentiert. Das holen wir nach….

deutsch-russisches Filzertreffen

Am 12.09.2015 treffen deutsche und russische Filzerinnen in Köln aufeinander und filzen gemeinsam zum Thema „Gleichgewicht“. Es werden Paare aus deutschen und russischen Teilnehmerinnen gebildet. Jedes Paar filzt Musterstücke, kleine Objekte oder etwas Ähnliches zusammen oder mit der gegenseitigen Unterstützung. Die erschaffenen Objekte können als Andenken mitgenommen, getauscht oder an eine Einrichtung gespendet werden.

2015.09 deutsch-russisches Filzertreffen

Spannend! Und ich bin dabei! 🙂