gefilztes grünes Glasobjekt

Beim Herbstmarkt der Veranstaltungsreihe „Artenvielfalt“ in der Hofwerkstatt von Gabriele Musebrink (Sibyllastrasse, Essen) traf ich im November auf die Glasbläsermeisterin Regina Buchholz. Sie hatte eine große Schatzkiste mit bunten Glasnuggets, von denen ich ein grünes und durchsichtiges mitnahm. „Die werde ich bestimmt irgendwann zum Filzen verwenden“, dachte ich.

Für das grüne Nugget mit dem Loch in der Mitte war es nun soweit. Grün und grün gesellt sich gern. Deshalb ummantelte ich den Glastaler mit grasgrüner Vlieswolle, filzte diese fest und schnitt ein Loch in die Vorder- und Rückseite und eine runde Form außen. Nachdem alle Schnittränder nachgefilzt waren und das Objekt trocken ist, sieht es so aus. 

Trotz der gemeinsamen Grüntöne, gibt es Kontraste, die das Objekt interessant machen: „glänzend – matt“ und „riffelig – glatt“. Es dient mit einem langen Faden versehen als Fensterschmuck.

Filzscherbengirlande

Es geht wieder bunter zu im FilzSi-Land, nachdem eine Zeitlang weiß bzw. cremefarbener Filz angesagt war. Die Idee der Filzscherbe ließ mich nicht los. Um diese Objekte zu filzen, bedarf es wenig Equipment (Schüssel, Seifenlauge, Handtuch, Wolle, Schere, Nordseescherben), und das kann gut z.B. auf dem Sofa vor dem Fernseher geschehen.

Leider ist es unmöglich, Fotos vom Herstellungsprozess zu machen, wenn man die Schüssel auf dem Schoß balanciert. Deshalb muss ausnahmsweise an dieser Stelle die Beschreibung genügen.

Zwischen zwei etwa gleich große Wollflächen (ca. 8 cm Durchmesser) legt man eine Nordseescherbe und taucht alles in die warme Seifenlaufe. Zwischen den Handflächen wird das Wollpäckchen vorsichtig hin und her gerieben, insbesondere um die Scherbe herum.

Ist die Wolle relativ fest, wird sie in Form geschnitten, etwa kreisrund oder etwas oval. In die Mitte, wo sich die Scherbe befindet, schneidet man mit der Stickschere auf jeder Seite ein kleines Loch von ca. 0,5 cm Durchmesser.

Das Loch wird beim weiteren Filzprozess automatisch etwas größer, mit maximal 1 cm Durchmesser. Die Ränder müssen sorgfältig bearbeitet werden, damit die Schnittkanten schön rund werden. Nach 90 Minuten meditativem Filzen und einer Trocknungsnacht sieht das Ergebnis so aus:

2016.06 Filzscherbenmobilé

Ein paar Stunden später ist mithilfe von Nadel und Faden daraus eine Girlande geworden. Das dekoriert nun den Balkon.

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