Beige-rose: my strawberry scarf

Der beige Leinenschal, den ich mit feiner Merinowolle in einer ähnlichen Farbe  belegte, war ursprünglich doppelt so breit. Ich teilte ihn, und so entstanden zwei Basisschals zum Nunofilzen. Der zweite sollte ein bisschen mehr Pepp bekommen, und so fertigte ich Vorfilz aus der erdbeer-roséfarbenen 16 Mic Wolle an und schnitt diese in viele, viele große und kleine Kreise.

Diese legte ich auf die eine Seite auf, filzte sie an und drehte den gesamten Schal mutig um, sodass ich die zweite Seite mit den Kreisen belegen konnte.

Drei Dinge kommen bei diesem Filzobjekt zusammen, die mir – momentan und schon immer in meinem Filzleben – Freude bereiten:

1. das Verarbeiten von Kreisen oder Kugeln,

2. das doppelseitige Belegen von Schals, damit es zwei „schöne“ Seiten gibt,

3. das Verwenden von Leinen für Schals.

In dem folgenden Foto seht Ihr alle drei Dinge: Kreise, doppelseitig belegt, Leinen

Die Farbe des Vorfilz in Kombination mit dem beigen Schal gefällt mir sehr gut. Der „strawberry scarf“ – wie ich ihn nenne – wird an eine Person verschenkt, die eine beige Sommerjacke trägt. Ich denke, das wird gut passen und ihr gefallen.

Der feine Vorfilz arbeitete sich schnell und widerstandslos durch das Leinengewebe. Das ist ein Grund, warum mir dieses Material entgegenkommt und so viel Freude bereitet 😉 

Zum Abschluss zeige ich Euch ein Gesamtfoto des neuen Objektes:

Schimmerschal mit Fischli

Im letzten Post schwärmte ich von der Farbpracht der unverfilzten Woll-Seiden-Mischungen. Jetzt kann ich bestätigen, dass die Wolle auch im verfilzten Zustand hält was sie verspricht und im Sommerlicht schimmert. Zuerst gebe ich Euch einen Überblick, dann ein Detailbild.

2016.08 Schimmerschal 1

Es ist, glaube ich, noch nie so schwer gewesen, etwas Filziges zu knipsen. Die Seidenanteile einzufangen und die Farbgebung insgesamt für Euch festzuhalten, ist bei den derzeitigen hellen Lichtverhältnissen gar nicht so leicht.

2016.08 Schimmerschal 2

Was mir an dieser einzigartigen Wolle besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass die Ränder grünlich oder bläulich erscheinen. Das ist ganz zufällig passiert und liegt vielleicht an der unteren ausgelegten Schicht.

Wie ging ich vor?

Zunächst stellte ich aus der Woll-Seiden-Mischung aus Kammzug einen Vorfilz aus zwei Schichten her. Die Wolle legte ich dachziegelartig sehr fein aus. Die zweite Schicht wurde ebenfalls überlappend, aber im 90° Winkel zur ersten Schicht ausgelegt (Foto 1). Diese Fläche belegte ich mit einem Fliegengitter und benetzte sie mit heißer Seifenlauge. Alles wurde leicht von beiden Seiten und zwei Richtungen angefilzt (Foto 2).

2016.08 Schimmerschal 3

Aus dem feuchten Vorfilz schnitt ich Fischlis (Foto 3) und verteilte sie gleichmäßig auf den angefeuchteten und ausgebreiteten Leinenschal. Alle Fischlis wurden nass gemacht, eingeseift und leicht angefilzt. Mit Fliegengitter obendrüber rollte ich den Schal (Fischlis auf der Oberseite unter dem Gitter) um eine Schaumstoffrolle vom Baumarkt (Ich glaube, so eine Rolle verwendet man zur Isolierung von Rohren, da sie einen Schlitz hat.) (Foto 4).

Nach unzähligem Rollen und mehrfachem Entwickeln, arbeiteten sich die Wolle durch das Leinengewebe (Foto 5). Bei dieser Festigkeit kann der Schal nun aufgenommen, nochmals mit heißem Wasser übergossen und geknetet oder geworfen werden (Foto 6). Einige Stellen waren sehr hartnäckig. Diese bearbeitete ich separat mit einer Extraportion heißem Wasser und Seife mit beiden Händen. Die Mühe lohnte sich: alle Fischlis waren fest mit dem Schal vereint (Foto 7). Ein luftig-leichter Leinenschal mit einigen Farbkleksen erinnern an jeden Urlaub am Meer (Foto 8).

2016.08 Schimmerschal 4

Und das beste kommt zum Schluss: Der Schal war mit 47 cm Breite so voluminös am Hals, dass ich ihn vor dem Befilzen teilte. So gibt es demnächst noch einen Filz-Leinen-Schal 🙂

Mitbringsel

Vom Filzkolleg in Düsseldorf brachte ich nicht nur Gefilztes und schöne Erinnerungen mit, sondern auch Mitbringsel.

Annemie Koenen hatte wunderschöne gefärbte Woll-Seidenmischungen mit, denen ich nicht widerstehen konnte. Verständlich, oder? Die Rollen liegen noch auf dem Filztisch, und ab und an gehe ich vorbei und schaue oder fasse an. Ich kann mich an dieser Farbpracht gar nicht sattsehen…

2016.08 Mitbringsel 1

In einem Düsseldorfer Lädchen fand ich einen feinen Leinenschal, der wunderbar zum grün-türkisenen Gemisch passt.

2016.08 Mitbringsel 2

Die beiden zu verbinden, wird sicher eines der nächsten Filzprojekte sein.

Karibik-Schal

Das Experimentieren mit Stoffen geht weiter: diesmal ist es Leinen. Aufgepeppt mit weiteren Blau- und Grüntönen, Wolle und Seidenfasern, krinkelt er und ist nicht mehr so breit.

Endlich konnte ich, wenn auch nur winzige Anteile des Batts „Krokodilauge“ von Csillas Wollwerk verwenden.