Anleitung für eine Mini-Bügeltasche


Letztens erzählte ich Euch, liebe Filzfreunde, von unserem FilzertreffenFilzertreffen und der daraus resultierenden Kollektion von Bügeltaschen. Ich bin ja danach in einen regelrechten Bügeltaschenflow geraten. Ich möchte Euch die Anleitung für die Mini-Bügeltasche nicht vorenthalten. Hier ist sie nun.
Für sie benötigt Ihr feinen Kammzug (16 mic ist ideal) und Stoffreste (bevorzugt Seidenstoffe) zum Verzieren.

Die Schablone für die Mini-Bügel (4,5cm Größe) sieht so aus:

Ich legte zwei dünne Lagen grüne Kammzugwolle kreuzweise um die Schablone. Oben, an der kleinen Rundung, wo später der Bügel angenäht wird, legte ich eine weitere Lage Kammzugwolle zur Verstärkung aus.

Aus alten Seidenschals und anderen Glitzerstoffen schnitt ich schmale Streifen und legte sie auf die Vorder- und Rückseite. Auf dem folgenden Foto erkennt Ihr, wie sich die Wolle bereits durch die Stoffe gearbeitet hatte.

Dieses Filzprojekt mag ich deshalb so, weil es wenig Platz beansprucht und Ihr es auf einer kleinen Matte (etwa DinA4-Format) ohne viel Platzbedarf filzen könnt. Außerdem hält sich der Zeitaufwand ebenfalls in Grenzen.

Nach dem Anfilzen und Weiterfilzen wird die Tasche oben, entlang der späteren Öffnung, aufgeschnitten und weiter gefilzt. Zwischendurch kontrollierte ich immer wieder, ob der Bügel bereits passt.
Als das der Fall war, spülte ich die Tasche aus und legte sie kurz in Essigwasser. Nach dem Trocknen nähte ich den Bügel mit grünem Stickgarn an die Tasche. Das ist bei der Mini-Bügeltasche ein wenig fummelig. Mit einer kurzen Nähnadel geht es ganz gut.
Zum Größenvergleich machte ich das Foto mit Geldschein und Münzen. Wie bereits mehrfach erwähnt, handelt es sich um eine MINI-Bügeltasche.
Fotos der Vorder- und Rückseite und ein Detailbild zeigen die Einzigartigkeit dieser Filzprojektes.




Viel Spaß beim Nachfilzen! Ich würde mich freuen, wenn Ihr Eure Ergebnisse postet.

Soulfelt meets Soulfood – ein kleines, feines Filzertreffen

Was gibt es schöneres als „Zwischen den Jahren“, wenn die Zeit so gut wie stillsteht, einen ganzen Tag des kreativen Schaffens zu widmen und mit gleichgesinnten Filzerinnen zu verbringen? So einen tollen Tag erlebte ich und möchte Euch davon berichten.
So geschah es also, dass sich vier fortgeschrittene Filzerinnen am Niederrhein trafen. Susanne Hantzsch, herzlichen Dank für Deine Einladung zu „Soulfelt meets Soulfood“. Danke fürs Wiedersehen, Elisabeth Grates und Petra Schmidt. Es war fabelhaft! Das kann ich schon einmal vorwegnehmen.

Wir hatten uns das Thema „Taschen“ vorgenommen. Doch zunächst überlegten wir, in welchen Filzzusammenhängen wir uns schon getroffen hatten. Petra kannte ich vom Workshop von Annemie Koenen. Susanne hatte ich beim Filzkolleg in Düsseldorf und beim Workshop von Ricarda Aßmann in Siegburg gesehen. Lisa hatte ich auch beim Filzkolleg 2017 „in Natura“ gesehen. Zudem waren wir alle vier über Social Media miteinander verbunden.

Wir begutachteten und bestaunten unsere letzten Filzergebnisse und -planungen und überlegten, welche vergangenen und kommenden Workshops im In- und Ausland lohnenswert sein könnten.

Dann beschäftigten wir uns natürlich auch mit dem Filzen von Taschen, insbesondere mit Bügeltaschen.
Diesen hatte ich vor einiger Zeit meine Aufmerksamkeit gewidmet. Hier könnt Ihr darüber nachlesen:

Mini-Bügeltäschchen, Black-Beauty – schwarze Bügeltasche, Muttertag – rote Bügeltasche mit Herz, Bügeltasche aus Seidenresten, Urlaubsfilz – 2 Bügeltaschen in Beerentönen und Perlmutt, orangefarbene längliche Bügeltasche 

Da waren einige zusammengekommen. Leider hatte ich alle verschenkt und konnte zum Filzertreffen noch nicht einmal ein Anschauungsexemplar mitbringen. Aber ich konnte auf meinen Blog verweisen und mein Know-how weitergeben. Ich hatte bisher mit zwei Bügelgrößen gearbeitet: Minibügel mit 4,5cm Durchmesser und die größere Variante mit 8,5 cm Durchmesser. Die passenden Schablonen, mit denen ich prima klarkam, hatte ich mitgebracht.

Bei diesen beiden Größen blieb ich auch dieses Mal, weil sie sich als praktikabel erwiesen hatten. Besonders die Mini-Variante hatte es mir angetan. Diese wählte ich für eine grünes Täschchen, um wieder nach längerer Filzpause ein Filzfeeling zu entwickeln. Außerdem filzte ich ein pinkfarbenes größeres Täschchen. Dieses hat sogar eine Innentasche. Solch eine hatte ich vorher noch nie gefilzt. Jetzt hatte Lisa mir eine tolle Methode beigebracht. Dankeschön!

Doch nun zurück zum Filzertreffen. Petra und Susanne probierten mit meinen Schablonen, Lisa hatte sich einen größeren, eckigeren Bügel mitgebracht. So filzten wir in fröhlicher Runde vor uns hin. Petra knipste uns zwischendurch mal „in Aktion“. Deshalb ist sie selbst nicht, aber ihr Arbeitsplatz (vorne rechts) zu sehen. Links seht Ihr Lisa, Susanne steht in der Mitte und ich werkle rechts. 

Uns ging es sehr gut, wie Ihr sehen könnt. Unser Treffen hatte Susanne nicht umsonst „Soulfelt meets Soulfood“ genannt. Sie legte großen Wert auf unser Wohlbefinden und versorgte uns wunderbar mit einer Quiche und Mousse au Chocolat. Hmm, war das lecker! Liebe Susanne, toll, dass Du den Spagat zwischen Selbst-Filzen und Kochen so gut hinbekamst und Dein neues feines Filzreich mit dem tollen Tisch für uns zur Verfügung stelltest.

Die drei anderen Filzbegeisterten versuchten sich ebenfalls an Bügeltäschchen und verfielen, wie ich auch, dem Taschenrausch. Seit unserem Treffen posten wir täglich neue Varianten unsere Täschchen und freuen uns an Ausführungen und Farben. Auch wenn die Art und Form ähnlich sind, entstehen unterschiedliche Täschchen. Schön, dass jede von uns einen eigenen Stil entwickelt.

Hier sind ein paar Fotos, die ich teilen darf:

Eine Mini-Bügeltasche von Susanne Hantzsch mit eingefilzten Stoffen und ein wenig Glitzer. Ich liebe Glitzer!

Eine größere und kleinere Bügeltasche mit eingefilzter, handgefärbter Seide von Petra Schmidt sehen vor dem weihnachtlichen Hintergrund sehr edel aus. Von innen sieht man, dass sie feine Wolle verwendete hatte.


Als nächste präsentiere ich eine größere, eckige Bügeltasche mit Kette, die man über dem Arm tragen kann: Elisabeth Grates hat original Harris Tweed eingefilzt, den Susanne von Stornoway (Outer Hebrides) in Schottland mitgebracht hatte. Auf dem zweiten Foto sieht man die blaue Innentasche.

Elisabeth versuchte auch erfolgreich einen Polyesterstoff einzufilzen. Zuerst war dieser widerspenstig, aber mit der nötigen Geduld ließ er sich doch auf eine Verbindung mit der Wolle ein. Ein richtig plüschiger Stoff ist entstanden!

Und, was sagt Ihr jetzt, liebe Leserinnen und Leser? Ich bin ganz hin und weg, welche filzerische Energie sich beim Herstellen der Taschen entlud. Eine ganze Kollektion haben wir auf den Weg gebracht, jede von uns auf ihre Weise.
Ihr drei lieben Filzerinnen, ich danke Euch für das inspirierende Treffen! Ich fuhr beseelt und reich an Anregungen ins Ruhrgebiet und weiß gar nicht, was ich zuerst ausprobieren soll…

… den Herrn Engel, so wie Du ihn auf zauberhafte, humorvolle Weise umgesetzt hast, liebe Petra Schmidt?
… geraffte Stulpen?
… eine Baskenmütze?
… weitere Bügeltäschchen?

Liebe Leserinnen und Leser, Ihr dürft gespannt sein! Wartet auf den nächsten Blogpost.

Auf jeden Fall nehme ich mir vor, mehr Filz in das neue Jahr zu integrieren. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Euch im nächsten Jahr!