Ele, der Türstopper

Ein neuer Türstopper musste her, denn der industriell gefertigte löste sich in Wohlgefallen auf und hinterließ häßliche Spuren auf dem Boden. Nun ja, dachte ich, das ist ja kein Problem, da ich filze ich mir einen.

Beim Filzertreffen letztens in Heike Giesberts Kreativwerkstatt bot sich die Gelegenheit. Australische Neuseelandmerinowolle in grau meliert wählte ich und nahm meinen bewährten Türstopper, die Miezekatze, zum Vorbild.

Die Schablone der Mieze hatte ich noch, sie war 2013 entstanden als ich regelmäßig jede Woche einen Filzkurs besucht hatte.

Nun sollte es ein Elefant werden. Damit ich nur die Ohren separat anfilzen musste, wählte ich eine Schablone, die den Ele von der Seite zeigt. Das untere Foto zeigt, wie auf der Oberseite und der Unterseite bereits eine Lage Vlies vorhanden war. Die Ränder der Unterseite mussten nach oben geklappt werden, sie standen noch über.

Als ich das nächste Foto machte, wurde der Ele bereits mit zwei Lagen Vlieswolle gewärmt. Die Ohren filzte ich vor, wobei ich die Seite, die an den Körper kam, trocken ließ. Diese trockene Seite legte ich an die umfilzte Schablone und fixierte sie mit einer Filznadel. Dann hieß es reiben, reiben und reiben, bis beiden Ohren fest mit der Schablone verbunden waren.

Die Schablone schnitt ich unten großzügig auf und stopfte den Ele bis auf das letzte Stück mit Stopfwolle. Im unteren Teil stopfte ich ihn mit einem mit Vogelsand gefüllten Gefrierbeutel aus. So bekommt er Stabilität und wird seiner Aufgabe als Türstopper gerecht.

Als Ele getrocknet waren, begannen die Feinarbeiten. Er erhielt seine Haare und ein Schwänzchen aus der Vlieswolle. Und ich nadelte Augen, Wimpern, Mund und Nasenlöcher auf. Er ist ca. 30 cm hoch.

Filzkolleg: Tag 2 – Sonnige Aussichten

Ein bisschen traurig war ich schon als für mich das FilzKolleg in Düsseldorf zu Ende ging. Bepackt mit langersehntem Filzwissen, wertvollen Tipps und Tricks, neuen Bekanntschaften, feiner, exklusiver Wolle, einzigartigen Erlebnissen, vielversprechenden Begegnungen und nicht zuletzt schönen Ergebnissen fuhr ich gestern Abend nach Hause.

Für alle neun Teilnehmerinnen war der erste Tag ähnlich zu meinem: wir gaben uns viel Mühe und versuchten unser bestes, die Wolle so zu legen, dass das Gesicht auf dem Foto annähernd erkennbar war. Dieses Ansinnen war zwischenzeitlich für mich persönlich frustrierend. Der Umgang mit der Neuseelandmerino war ungewohnt. Es ist eine recht grobe Wolle mit langen Fasern, aber die Technik erfordert eine präzise und feine Bearbeitung. Das war nicht so einfach.

2016.08 Filzkolleg 4

Am zweiten Tag stand der Filzprozess im Vordergrund. Sandra, unsere Kursleiterin, unterrichtete mit sehr viel Feingefühl und Expertise. Sie versorgte uns mit ihrem Knowhow und erfahrenen Blick, wo es nötig war. Beim Filzen beispielsweise ließ sie uns freie Hand. Jede von uns hatte im Laufe der Filzjahre ihre eigene Filztechnik mit individuellen Werkzeugen entwickelt und stellt so auch ihr Werkstück fertig.

Ich hatte mir viel vorgenommen: vier Filzbilder sollten entstehen, im Pop-Art Stil, von nicht ganz unerheblichen Ausmaßen (jeweils etwa Din A4 Größe). Die mussten gleichmäßig gefilzt werden, damit ähnliche Größen entstanden.

2016.08 Filzkolleg 3

Das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend: natürlich war es unmöglich, die vier Bilder genau gleich hinzubekommen. Dafür fehlte mir die Erfahrung und der Blick. Ein Portrait mit frontaler Ansicht und weniger Kleinteilen würde ich beim nächsten Versuch wählen.

Vielen Dank an die Organisatoren des Filzkollegs und die vielen Teilnehmerinnen. Im September findet ein Revierfilzertreffen in Düsseldorf statt, an dem ich gern teilnehmen würde. Das Filzkolleg 2017 wird in Soltau sein und ist schon im Kalender markiert.