Neue Wege im Filzen – Felting Fantasy Fish

Heute möchte ich Euch die letzte Reihe meiner Serie „Neue Wege im Filzen“ vorstellen.
Auch Galina Titova reagierte während des allgemeinen Lockdowns im März 2020 recht schnell und bot einen Onlinekurs an, den ich schon länger im Auge hatte: Felting Fantasy Fish.
Mit der Teilnahme schlug ich mehrere Fliegen mit einer Klappe: in der Zeit des Social Distancing kreative Beschäftigung zu haben, Oberflächengestaltung zu üben, 3D-Objekte in Form von Fischen zu gestalten, in einem Forum Hilfe von Galina zu bekommen und – last but not least – in einem internationalen Setting wertvollen und inspirierenden Austausch mit anderen Filzerinnen zu genießen.

Der Onlinekurs dauert vier Wochen, jede Woche wird eine neue Anleitung freigeschaltet, die eine komplexere Oberflächengestaltung anbietet. Die Anleitung ist eine Mischung aus Skript mit einigen Videos zu Grundlagen. Alles ist reich bebildert und gut verständlich. Die Fische werden recht groß – bis zu 30-40cm lang und lassen allen individuellen Spielraum, den man sich wünschen kann. Bei jedem Fisch stehen zwar bestimmte Techniken im Vordergrund, aber die Fische der Teilnehmer wurden dennoch sehr individuell.

Hier seht Ihr meine vier Exemplare: ich freue mich, dass ich genug Zeit und Muße fand, um qualitativ hochwertigen Filz zu fertigen. Toll finde ich immer wieder die leuchtenden Farben!

Besonders stolz bin ich auf den Farbverlauf. Immer, wenn ich die Fische in die Hand nehme, bin ich davon fasziniert. Unten im Foto seht Ihr, was ich meine.
Noch haben sie keinen geeigneten Platz gefunden. Ich denke, dass sie auf verschiedenen Höhen hängend den besten Eindruck machen würden.

Mir hat der Kurs sehr viel Freude gemacht, und ich habe sehr viel gelernt. Es sind Techniken, die ich auch weiterhin für andere Projekte verwenden kann und möchte und mit denen ich weiter experimentieren werde.

Neue Wege im Filzen – felt moments mit Maria Friese

Ziemlich zu Beginn der Coronakrise und der Kontaktbeschränkungen begann Maria Friese mit Onlinekursen. Letztes Jahr hatte sie zwar ihre Filzkarriere an den Nagel gehängt, aber nun bot sie in der Krise Kurse an, die einen kunsttherapeutischen Hintergrund haben und weit über die Vermittlung von Filztechniken hinausgehen.
Sie nennt ihre Kursreihe „Heart transformation“. Das lässt sich gar nicht so leicht ins Deutsche übersetzen. „Umwandlung des Herzens“, „Transformation des Herzens“ trifft es nicht so wirklich. „Veränderung des Herzens“ trifft es vielleicht am ehesten.
Es geht darum, wie man in der Coronazeit Positivität mit unserer Kreativität aussenden kann. Marias Idee bei den ersten Kursen war es, Samen für eine neue Welt zu kreieren, und unsere Wünsche für eine neue und gesunde Welt zu formulieren.

Ich war bisher dreimal bei Marias Video-Konferenzen dabei. Zweimal lief die Konferenz auf Deutsch ab, und es waren deutschsprachige Filzerinnen dabei.  Einmal war der Kurs auf Englisch, und es war ein internationales Publikum. Das hat mir sehr gefallen, ehrlich gesagt, denn es gab Teilnehmerinnen aus Nordamerika, Europa und Australien, die zur gleichen Zeit an derselben Idee filzten. Wie cool! Eine zunehmende Internationalität hatte ich mir ja auch für das Filzjahr 2020 gewünscht. Und hier bekam ich sie nach Hause in mein Filzzimmer geliefert.

Meinem erster Beitrag habe ich das Thema „Zuversicht“ gegeben. Der Samen entstand zwei Wochen nach Schulschließung und zu Beginn der Kontaktbeschränkungen. Da war es mir nach dem Thema  „Zuversicht“, denn da wusste man ja noch nicht, wie sich alles entwickeln würde.

Beim zweiten Mal ging es darum, Farben zu wählen, die nicht unsere Lieblingsfarben sind und die wir nicht mögen. Diese anzunehmen und zu akzeptieren ist eine Herausforderung, der wir uns stellten.
Dafür wählte ich braun und gelb. Das Ergebnis ist – erstaunlicherweise – eine ganz ansehnliche Mischung aus helleren und dunkleren Partien in Naturfarben. Das Gebilde hat für mich die Form eines Schlüssels, und es hat mich – wie bei vielen gefilzten Dingen – viel Geduld gekostet, die endgültige Form so hinzubekommen. Deshalb taufte ich meinen Samen „Schlüssel der Geduld“ („key to patience“). Darin ist auch die Geduld, die jetzige Situation anzunehmen und zu warten, dass sie sich wieder normalisiert.
Das Ausformen nimmt bei Marias Art zu filzen einen großen Teil der Arbeit ein. Auf der einen Seite erfordert das viel Geduld, auf der anderen Seite macht es Spaß zu sehen, wie sehr man die Wolle noch in ihrer Form verändern kann.

Die dritte Videokonferenz lief nun letzte Woche im Rahmen eines neuen und erweiterten Kursangebots „Online Filz-Kunst-Therapie-Kurs“ von Maria. Sie bietet mehrere Termine in deutscher, englischer und französischer Sprache im vierwöchigen Rhythmus an. Man kann einzelne Termine buchen oder eine Fünferkarte erwerben und sich die Termine aussuchen, die passen.
Das Thema war „Von Innen nach Außen“. Die Farben, die uns und unsere Eigenschaften oder Fähigkeiten repräsentieren, stehen für unser Inneres. Wenn wir in uns ruhen, können wir uns nach außen in unseren schönsten Farben zeigen. Mein Schmetterling ist grün, blau und türkis. Grün steht für Pflanzen, Blumen, die Natur im Allgemeinen und Hoffnung. Blau steht für den Himmel, Wasser und Ruhe. Türkis steht für das Meer.


Marias Kurse sind eine tolle Möglichkeit, über sich und das Filzen nachzudenken und gleichzeitig mit der internationalen Filzcommunity in Verbindung zu treten. Ihre ruhige Art und ihre professionelle Ausstattung (mit ihren Kameras kann man sowohl Maria gut sehen als auch den Filzprozess aus der Ferne genau beobachten) nehmen jeden Filzbegeisterten mit auf eine spannende Reise zu sich selbst. Ich freue mich sehr auf die zukünftigen Begegnungen!

Neue Wege im Filzen – neue Blogpostreihe

Eigentlich, ja eigentlich wäre ich am Sonntag aus London zurückgekommen. Ich hatte mich auf eine Wochenendreise dorthin gefreut, um am AGM, am jährlichen Treffen der International Feltmakers Association teilzunehmen und ein wenig internationale Filzluft in der Weltstadt zu schnuppern.
Nun ja, daraus wurde ja aus bekannten Gründen nichts.
Überhaupt sollte mein Filzjahr 2020 unter dem Stichwort „Internationalität“ stehen. Ich wollte mich bei Workshops weiterbilden, die durch international bekannte Dozenten geleitet werden und wollte mit Filzerinnen aus dem Ausland Kontakte knüpfen.
Das ging ja auch Mitte Februar gerade noch gut, als ich Yaroslava Troynich in den Niederlanden kennenlernte und von Ihrem Filzwissen zu Fingerpuppen profitieren konnte. Darüber schrieb ich einen Blogbeitrag, den Ihr hier nachlesen könnt. Das erscheint nun, nur wenige Wochen später, geradezu Lichtjahre her gewesen zu sein.
Warum ich trotz oder – besser gesagt – wegen der Coronakrise die letzten Wochen viel filzen konnte und filzmäßig noch nie so international unterwegs war, erzähle ich Euch in einer neuen Blogpostreihe, die ich hier in loser Folge posten werde. 

Für mich war die Krise ganz abrupt von jetzt auf gleich greifbar mit der Schulschließung Mitte März. Plötzlich brach meine Struktur, mein geregelter Tagesablauf zusammen, und ich schwankte zwischen Erleichterung über gewonnene Freiheit und freierer Zeiteinteilung, zwischen der Enttäuschung über nicht stattfindende Reisen und zwischen Angst vor der Zukunft. Unsicherheit, Ungewissheit und Sorge präg(t)en meine Corona-Zeit. Wie geht es mit der Schule weiter? Wie kommen die Schüler in der häuslichen Situation mit Distanzlernen zurecht? Stecke ich mich an, wenn ich Einkaufen und Spazieren gehe? Wie geht es meinen Eltern, wenn sie nicht rausgehen sollen, weil sie über 80 und vorerkrankt sind? Das ständige Auf und Ab der Gefühle war wie Achterbahnfahren. So schnell kam mein Verstand gar nicht hinterher.

Mein Hobby, das Filzen, gab mir Halt, und die Kreativität gab mir die nltige Ablenkung. Nach und nach entwickelten verschiedene Filzerinnen Onlineangebote, weil sie ihre geplanten Präsenzkurse nicht wahrnehmen konnten. Ihnen konnte ich häufig aufgrund meines teilweisen Home Offices nachgehen. So filzte ich in den letzten Wochen mit Maria Friese, mit Galina Titova, mit Yaroslava Troynich und mit einer Anleitung von Fiona Duthie und verabredete mich mich mit anderen Filzerinnen, mit denen ich befreundet bin, zu einem virtuellen Filzertreffen per Videochat.

Das Kreativ- und Produktivsein half mir, mein Gedankenkarussel zumindest für diese Zeit zu stoppen und konzentriert im Hier und Jetzt zu sein. Die Krise und Nachrichten waren erstmal vergessen. Ich war im Flow. Eine große Rolle spielte auch Social Media und die damit verbundenen weltweiten Kontakte mit Gleichgesinnten, die alle in derselben Krise steck(t)en.

In der Collage seht Ihr meine FilzSis, die ich in den folgenden Blogposts näher vorstellen werde. Und Ihr seht mich… Es ist eines von wenigen Fotos, ein Selfie, das vor zwei Wochen im Essener Grugapark entstand, der nach sechs Wochen wieder geöffnet hat und zwischen Filzen, Arbeiten eine  wichtige Oase der Ruhe ist.

Viele von Euch mögen die Fotos von meinen Social Media Seiten auf Facebook und Instagram schon kennen, aber Ihr kennt die Geschichte dahinter nicht, die ich hier erzählen möchte, nach und nach, sonst wäre dieser Blogpost irrsinnig lang. Ihr dürft also gespannt sein!

 

 

 

 

 

 

Colours of Iceland – Teil 2

Ferienzeit ist Filzzeit! Da kam das Angebot von Fiona Duthie für einen online Filzkurs zur Schmuckherstellung gerade richtig. So einen Onlinekurs habe ich noch nie gemacht. Die Kursinhalte stellte Fiona alle von Beginn an zur Verfügung, sodass sich jeder Teilnehmer das heraussuchen konnte, was er/sie möchte, in seinem/ihren Tempo.

Auf dem Foto sehr ihr eine Filzfläche, die ich zur Weiterverarbeitung von Broschen verwendete und ein Armband, das in Form einer nahtlosen Kordel gefilzt wurde. Beide Dinge sind schlicht und haben eine enorme Aussagekraft für mich, da die Farben mich an meine Reise nach Island erinnern. Das Gebäude in der Fotocollage zeigt die Konzerthalle Harpa in Reykjavik.

Die Einfachheit und Eleganz der beiden Broschen, die durch die Rocailleperlen ein wenig Bling-bling erhielten, gefällt mir sehr. Sie zählen zu meinen beliebten Mitbringseln und Kleinigkeiten, über die sich jeder freut.