2. Versuch

Mit meiner Bilderserie vom Filzkolleg war ich nicht so richtig glücklich. Ich hatte zwar die Technik verstanden und angewendet, aber die Person auf den Bildern war nicht ich.

Ich wollte es noch einmal versuchen mit einem Foto, das von vorne aufgenommen wurde und nicht so viele Licht- und Schattenelemente hatte.

2016.09 Potrait 1

Außerdem wählte ich ein kleineres Format und nahm eine dünnere Vliesschicht für den Untergrund.

Sandra hatte beim Filzkolleg gesagt, die Augen wäre das Wichtigste, damit würde das „Filzfoto“ leben. Also maß ich der Augenpartie besondere Bedeutung zu. Das klappte ganz gut, aber leider verschwanden viele Einzelteile beim Filzprozess, wie folgende Bilder verdeutlichen.

2016.09 Portrait 2

Schaut selbst, ob Ihr Ähnlichkeiten mit dem Foto oben feststellen könnt:

2016.09 Portrait 3

P.S.: Das Foto ist übrigens auch neu in der Kategorie „Über mich„.

P.P.S.: Morgen geht’s zur Ausstellung „Soul of Felt“ nach Siegburg. Dort sind Filzarbeiten russischer und anderer osteuropäischer Künstler zu sehen. Auf den Bericht dürft Ihr gespannt sein.

Filzkolleg: Tag 2 – Sonnige Aussichten

Ein bisschen traurig war ich schon als für mich das FilzKolleg in Düsseldorf zu Ende ging. Bepackt mit langersehntem Filzwissen, wertvollen Tipps und Tricks, neuen Bekanntschaften, feiner, exklusiver Wolle, einzigartigen Erlebnissen, vielversprechenden Begegnungen und nicht zuletzt schönen Ergebnissen fuhr ich gestern Abend nach Hause.

Für alle neun Teilnehmerinnen war der erste Tag ähnlich zu meinem: wir gaben uns viel Mühe und versuchten unser bestes, die Wolle so zu legen, dass das Gesicht auf dem Foto annähernd erkennbar war. Dieses Ansinnen war zwischenzeitlich für mich persönlich frustrierend. Der Umgang mit der Neuseelandmerino war ungewohnt. Es ist eine recht grobe Wolle mit langen Fasern, aber die Technik erfordert eine präzise und feine Bearbeitung. Das war nicht so einfach.

2016.08 Filzkolleg 4

Am zweiten Tag stand der Filzprozess im Vordergrund. Sandra, unsere Kursleiterin, unterrichtete mit sehr viel Feingefühl und Expertise. Sie versorgte uns mit ihrem Knowhow und erfahrenen Blick, wo es nötig war. Beim Filzen beispielsweise ließ sie uns freie Hand. Jede von uns hatte im Laufe der Filzjahre ihre eigene Filztechnik mit individuellen Werkzeugen entwickelt und stellt so auch ihr Werkstück fertig.

Ich hatte mir viel vorgenommen: vier Filzbilder sollten entstehen, im Pop-Art Stil, von nicht ganz unerheblichen Ausmaßen (jeweils etwa Din A4 Größe). Die mussten gleichmäßig gefilzt werden, damit ähnliche Größen entstanden.

2016.08 Filzkolleg 3

Das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend: natürlich war es unmöglich, die vier Bilder genau gleich hinzubekommen. Dafür fehlte mir die Erfahrung und der Blick. Ein Portrait mit frontaler Ansicht und weniger Kleinteilen würde ich beim nächsten Versuch wählen.

Vielen Dank an die Organisatoren des Filzkollegs und die vielen Teilnehmerinnen. Im September findet ein Revierfilzertreffen in Düsseldorf statt, an dem ich gern teilnehmen würde. Das Filzkolleg 2017 wird in Soltau sein und ist schon im Kalender markiert.