Sitzkissen to go

Neulich veranstaltete Heike Giesbert in ihren Atelierräumen wieder ein Filzertreffen. Mittlerweile kennt man sich schon und freut sich über ein Wiedersehen. Eine Filzerin sagte, es fühlte sich an, als wenn man nach Hause kommt. Recht hat sie!

Ich filzte ein Sitzkissen in Blattform, das ich aufrollen und leicht mitnehmen kann. So hatte ich mir zuhause die schönsten Grün- und Blautöne herausgesucht. In der Regel sind meine Wollvorräte nach Wollsorten und Beschaffenheit (Vlies, Kammzug, Wollfäden) sortiert und nicht nach Farben. Umso schöner ist es, wenn eine Farbfamilie beisammen liegt. Eine Augenweide, findet Ihr nicht auch?

Das Blatt begann ich mit grüner Bergschafwolle auf 35 x 25 cm auszulegen. Zwei dickere Lagen waren das. Dazwischen plazierte ich eine halbe Lage Kammzug für den Blattstiel. Der würde später dazu dienen, das Sitzkissen aufzurollen, damit es sich leicht in einer Tasche verstauen ließe.

In der Farbe des Blattstiels bekam das Sitzkissen eine Umrandung. Für die Blattadern wählte ich eine Woll-/Seidenmischung von Annemie Koenen in Hellgrün auf der einen und Blaugrün aus der anderen Seite. Daneben legte ich Wollfasern in Seiden-/Mohairmischung. Ich muss sagen, dass mir die blaugrüne Seite momentan besser gefällt. Was meint Ihr?

Schön ist auf jeden Fall, dass die Seidenfasern auf beiden Seiten durchschimmern und dem Kissen einen seidigen Glanz geben.

Nun will ich Euch natürlich ein Foto des aufgerollten Sitzkissens natürlich nicht vorenthalten. Mit knapp 120g ist es ein Fliegengewicht, und die Bergschafwolle macht es zu einem robusten, wärmenden Begleiter auf Spaziergängen, Wanderungen und Reisen – ein Sitzkissen to go.

Warum es sich lohnt Reste aufzubewahren

Heute geht es u.a. um dieses Kleid. Nein, ich habe es nicht jetzt gefilzt, sondern 2013 als ich bei Wollknoll unter der Anleitung von May Jacobsen Hvistendahl aus Norwegen einen Filzkurs belegte. Gern denke ich an diese Zeit zurück. Das Kleid war eines der größten und aufwändigsten Filzprojekte, die ich je gemacht habe. Ich denke dabei an das Auslegen, das Anfilzen und v.a. an das Rollen… von allen Seiten 100 Mal, also 800 Mal (von hinten und vorne, von allen vier Seiten). Das war zu der Zeit noch neu für mich.

Wie immer bei solchen Projekten ging es auch damals um die Farbwahl. Die hatte sich schnell geklärt, als May ihre handgefärbte Seide zeigte und ich mich sofort in dieses intensive Blau verliebte, das mal heller, mal dunkler ausfällt. Ich mag es noch heute sehr und komme immer wieder auf diese Farbe zurück. So ist es nicht verwunderlich, dass gestern eine Bügeltasche in dieser Farbe entstand. Aber nicht nur die Farbe haben Kleid und Täschchen gemeinsam. Es gibt noch eine zweite Verbindung.

 

Die Seide, die beim Kleid als Grundlage diente, ist die gleiche wie beim Täschchen. Doch wie kann das sein, wenn es sich um ein handgefärbtes Unikat handelte? Ich erkläre es Euch: Vor dem Einfilzen entfernt man in der Regel die Webkante oder den Rollsaum, damit sich der Stoff übergangslos in die Wolle integrieren kann. So tat ich es auch damals. May hatte uns geraten, diese ca. 0,5 cm breiten Streifen aufzuheben. Man könnte sie immer noch mal bei einem anderen Projekt verwenden, meinte sie.

Wie recht sie hatte! Im meinem Filzzimmer liegen alle Stoffreste in einer Schublade. Als ich sie nun aufzog und durchwühlte, um nach einem passenden Stoff für dieses blaue Bügeltäschchen zu schauen, fielen mir diese Seidenbänder in die Hände, ich erinnerte mich an das Kleid und ich wusste, nun war ihre Stunde gekommen und sie würden perfekt zum Täschchen passen.

Trotz der vorhandenen Webkante ließen sich die Seidenbänder gut einfilzen und geben dem Täschchen eine spannende Struktur. Es trocknete schnell in der Frühlingssonne, und so konnte ich gestern die Bügel mit Stickgarn annähen.

Noch einmal kommt das Thema „Reste“ auf, denn ich knotete vor langer, langer Zeit gerne Freundschaftsbänder. Aus dieser Zeit stammen die Reste des damals verwendeten Stickgarns, das ich heute nutze, um die Täschchen an die Bügel zu nähen. 

Und die Moral von der Geschicht? Werfe beim Handarbeiten oder Filzen nie etwas weg. Es lohnt sich immer Reste aufzuheben. Es kommt der Tag, an dem sie ihren Platz in einem Projekt finden.

Ringkissen

Es gibt immer Dinge beim Filzen, die ich noch nie gemacht habe. Diesmal ist es ein Ringkissen für eine bevorstehende Hochzeit. Schlicht, aber edel und ein bisschen romantisch sollte es sein. Ich wählte schneeweiße Wolle im Kammzug, cremeweiße Seide in der Faser und weiße Seide eines alten Tuchs aus meiner Seidenmalzeit, sowie eine cremefarbene Seiden-Mohair Wollmischung.

Die äußere Herzform des Kissens wiederholt sich als innere Herzform, die mit dem Seidentuch unterlegt ist und ein schönes Muster bildet:

Die beiden Schleifen, an denen die Ringe befestigt werden, sind aus schmalem Satinband und wurden nachträglich angenäht.

praktisches Frühlingskarteikartentäschchen

Ihr kennt es wahrscheinlich auch? Man muss etwas tun, was man nicht so gerne erledigt, aber es führt kein Weg vorbei? Die Lösung: man macht es sich so schön wie möglich.

Diese kleine Frühlingstasche aus 80% Merinowolle und 20% Seide ist sehr schön. Die apfelgrüne und rosafarbene Mischung wirkt frisch und ein wenig verspielt.

Das ist gut so, denn der Inhalt ist es eher nicht. Karteikarten in A7 beschriftet mit trockenen Fakten passen hinein… (Für das Foto nahm ich die unbeschrifteten Karteikarten. Ich wollte Euch nicht langweilen…). Jetzt sind die Karten leicht zu transportieren. Nur die Fakten müssen noch in meinen Kopf.

Eine schöne Umgebung hilft dabei:

„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom.

Hört man auf damit, treibt man zurück.“

Laozi

pink scarf – rosa Schal

Sind diese Filzzutaten nicht traumhaft? Sie liegen schon einige Wochen im Filzzimmer, damit ich überlege, was genau ich daraus mache. Ein Schal sollte es werden…

Der Stoff ist Crinklechiffon in rosé und wurde von Claire von Hope Jacare Designs mit den anderen feinen Zutaten für mich zusammengestellt. Die Wolle rechts ist ebenfalls handgefärbt und von Wollrheinheit.

Verarbeitet wurden Crinklechiffon, Merinowolle, Seide, Wolllocken und handgesponnenes Garn. Viele der Zutaten sind noch nicht verbraucht. Wie vorteilhaft. Der Schal wiegt 47g.

Die baumelnden Blätter bestehen aus Merinowolle und Seide. Die Blätter auf dem Schal sind ebenfalls aus Merinowolle und Löckchen. Das dritte Foto zeigt die Rückseite des Crinklechiffon. Der Schal ist bewusst einseitig gearbeitet.

Vielen Dank an Claire und Joanna für die exklusiven Materialien!

Mohnblumenschal

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Ein Schal mit Mohnblumen sollte es sein… elegant, täglich tragbar, nicht zu auffällig, nicht zu dick und kratzig, aber exklusiv. Das waren meine Überlegungen und Vorhaben. Es ist immer besonders, wenn ich weiß, für wen ich etwas filze. Denjenigen habe ich beim Filzprozess oft vor Augen.

Schwarzer Chiffon dient als Untergrund, der Rand ist mit feiner schwarzer, hauchdünn ausgelegter Merinowolle eingefasst. Einzelne schwarze Ranken mit Blättern zieren hier und da den Schal. Grün sollten sie ursprünglich sein, doch ich entschied mich dagegen und bin froh darüber. So sieht es einheitlicher und aus.

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Die Blüten sind aus kardierter Kammzugwolle. Feine Merinowolle in Rottönen schickte ich mehrfach durch die Kardiermaschine, dadurch ergibt sich ein satter melierter Rotton. Diese Batts legte ich zweilagig aus und filzte sie an. Der so entstandene Vorfilz lässt sich problemlos in Blüten schneiden.

In der Mitte der Blüten liegt ein Hauch von hellroten Seidenfäden und schwarze Vlieswolle.

Alles wird sowohl von der Vorder- als auch von der Rückseite mit der Hand, warmem Wasser und Seife angefilzt, gerollt und geworfen.

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Filzen mit Mutti

Ganz schön lange ist es her, dass ich mit meiner Mutti filzte. Nun löste sie einen Gutschein ein, den ich ihr geschenkt hatte, damit wir unser Vorhaben nun auch endlich umsetzen werden.

Eine Lage Kap-Merino, Seidenfäden und die unglaublich schöne Boucléseide von Annemie Koenen reichen aus, um 6 wundervolle Untersetzer zu zaubern. Was für eine tolle Filzzeit zu zweit – wertvolle Mutter- und Tochterzeit.

Mutti filzte unter meiner Anleitung, ich bügelte und schnitt.

Aus den Resten entstanden kleine Sterne, die als Weihnachtsdeko dienen werden.

Den Gutschein gab ich ihr zurück – zum Einlösen beim nächsten Mal 🙂

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2016.10 Untersetzer Mutti 2

2016.10 Untersetzer Mutti 3