Ringkissen

Es gibt immer Dinge beim Filzen, die ich noch nie gemacht habe. Diesmal ist es ein Ringkissen für eine bevorstehende Hochzeit. Schlicht, aber edel und ein bisschen romantisch sollte es sein. Ich wählte schneeweiße Wolle im Kammzug, cremeweiße Seide in der Faser und weiße Seide eines alten Tuchs aus meiner Seidenmalzeit, sowie eine cremefarbene Seiden-Mohair Wollmischung.

Die äußere Herzform des Kissens wiederholt sich als innere Herzform, die mit dem Seidentuch unterlegt ist und ein schönes Muster bildet:

Die beiden Schleifen, an denen die Ringe befestigt werden, sind aus schmalem Satinband und wurden nachträglich angenäht.

praktisches Frühlingskarteikartentäschchen

Ihr kennt es wahrscheinlich auch? Man muss etwas tun, was man nicht so gerne erledigt, aber es führt kein Weg vorbei? Die Lösung: man macht es sich so schön wie möglich.

Diese kleine Frühlingstasche aus 80% Merinowolle und 20% Seide ist sehr schön. Die apfelgrüne und rosafarbene Mischung wirkt frisch und ein wenig verspielt.

Das ist gut so, denn der Inhalt ist es eher nicht. Karteikarten in A7 beschriftet mit trockenen Fakten passen hinein… (Für das Foto nahm ich die unbeschrifteten Karteikarten. Ich wollte Euch nicht langweilen…). Jetzt sind die Karten leicht zu transportieren. Nur die Fakten müssen noch in meinen Kopf.

Eine schöne Umgebung hilft dabei:

„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom.

Hört man auf damit, treibt man zurück.“

Laozi

pink scarf – rosa Schal

Sind diese Filzzutaten nicht traumhaft? Sie liegen schon einige Wochen im Filzzimmer, damit ich überlege, was genau ich daraus mache. Ein Schal sollte es werden…

Der Stoff ist Crinklechiffon in rosé und wurde von Claire von Hope Jacare Designs mit den anderen feinen Zutaten für mich zusammengestellt. Die Wolle rechts ist ebenfalls handgefärbt und von Wollrheinheit.

Verarbeitet wurden Crinklechiffon, Merinowolle, Seide, Wolllocken und handgesponnenes Garn. Viele der Zutaten sind noch nicht verbraucht. Wie vorteilhaft. Der Schal wiegt 47g.

Die baumelnden Blätter bestehen aus Merinowolle und Seide. Die Blätter auf dem Schal sind ebenfalls aus Merinowolle und Löckchen. Das dritte Foto zeigt die Rückseite des Crinklechiffon. Der Schal ist bewusst einseitig gearbeitet.

Vielen Dank an Claire und Joanna für die exklusiven Materialien!

Mohnblumenschal

2017.01 Mohn 1

Ein Schal mit Mohnblumen sollte es sein… elegant, täglich tragbar, nicht zu auffällig, nicht zu dick und kratzig, aber exklusiv. Das waren meine Überlegungen und Vorhaben. Es ist immer besonders, wenn ich weiß, für wen ich etwas filze. Denjenigen habe ich beim Filzprozess oft vor Augen.

Schwarzer Chiffon dient als Untergrund, der Rand ist mit feiner schwarzer, hauchdünn ausgelegter Merinowolle eingefasst. Einzelne schwarze Ranken mit Blättern zieren hier und da den Schal. Grün sollten sie ursprünglich sein, doch ich entschied mich dagegen und bin froh darüber. So sieht es einheitlicher und aus.

2017.01 Mohn 2

Die Blüten sind aus kardierter Kammzugwolle. Feine Merinowolle in Rottönen schickte ich mehrfach durch die Kardiermaschine, dadurch ergibt sich ein satter melierter Rotton. Diese Batts legte ich zweilagig aus und filzte sie an. Der so entstandene Vorfilz lässt sich problemlos in Blüten schneiden.

In der Mitte der Blüten liegt ein Hauch von hellroten Seidenfäden und schwarze Vlieswolle.

Alles wird sowohl von der Vorder- als auch von der Rückseite mit der Hand, warmem Wasser und Seife angefilzt, gerollt und geworfen.

2017.01 Mohn 22017.01 Mohn 3

2017.01 Mohn 4

Filzen mit Mutti

Ganz schön lange ist es her, dass ich mit meiner Mutti filzte. Nun löste sie einen Gutschein ein, den ich ihr geschenkt hatte, damit wir unser Vorhaben nun auch endlich umsetzen werden.

Eine Lage Kap-Merino, Seidenfäden und die unglaublich schöne Boucléseide von Annemie Koenen reichen aus, um 6 wundervolle Untersetzer zu zaubern. Was für eine tolle Filzzeit zu zweit – wertvolle Mutter- und Tochterzeit.

Mutti filzte unter meiner Anleitung, ich bügelte und schnitt.

Aus den Resten entstanden kleine Sterne, die als Weihnachtsdeko dienen werden.

Den Gutschein gab ich ihr zurück – zum Einlösen beim nächsten Mal 🙂

2016.10 Untersetzer Mutti 1

2016.10 Untersetzer Mutti 2

2016.10 Untersetzer Mutti 3

Schimmerschal mit Fischli

Im letzten Post schwärmte ich von der Farbpracht der unverfilzten Woll-Seiden-Mischungen. Jetzt kann ich bestätigen, dass die Wolle auch im verfilzten Zustand hält was sie verspricht und im Sommerlicht schimmert. Zuerst gebe ich Euch einen Überblick, dann ein Detailbild.

2016.08 Schimmerschal 1

Es ist, glaube ich, noch nie so schwer gewesen, etwas Filziges zu knipsen. Die Seidenanteile einzufangen und die Farbgebung insgesamt für Euch festzuhalten, ist bei den derzeitigen hellen Lichtverhältnissen gar nicht so leicht.

2016.08 Schimmerschal 2

Was mir an dieser einzigartigen Wolle besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass die Ränder grünlich oder bläulich erscheinen. Das ist ganz zufällig passiert und liegt vielleicht an der unteren ausgelegten Schicht.

Wie ging ich vor?

Zunächst stellte ich aus der Woll-Seiden-Mischung aus Kammzug einen Vorfilz aus zwei Schichten her. Die Wolle legte ich dachziegelartig sehr fein aus. Die zweite Schicht wurde ebenfalls überlappend, aber im 90° Winkel zur ersten Schicht ausgelegt (Foto 1). Diese Fläche belegte ich mit einem Fliegengitter und benetzte sie mit heißer Seifenlauge. Alles wurde leicht von beiden Seiten und zwei Richtungen angefilzt (Foto 2).

2016.08 Schimmerschal 3

Aus dem feuchten Vorfilz schnitt ich Fischlis (Foto 3) und verteilte sie gleichmäßig auf den angefeuchteten und ausgebreiteten Leinenschal. Alle Fischlis wurden nass gemacht, eingeseift und leicht angefilzt. Mit Fliegengitter obendrüber rollte ich den Schal (Fischlis auf der Oberseite unter dem Gitter) um eine Schaumstoffrolle vom Baumarkt (Ich glaube, so eine Rolle verwendet man zur Isolierung von Rohren, da sie einen Schlitz hat.) (Foto 4).

Nach unzähligem Rollen und mehrfachem Entwickeln, arbeiteten sich die Wolle durch das Leinengewebe (Foto 5). Bei dieser Festigkeit kann der Schal nun aufgenommen, nochmals mit heißem Wasser übergossen und geknetet oder geworfen werden (Foto 6). Einige Stellen waren sehr hartnäckig. Diese bearbeitete ich separat mit einer Extraportion heißem Wasser und Seife mit beiden Händen. Die Mühe lohnte sich: alle Fischlis waren fest mit dem Schal vereint (Foto 7). Ein luftig-leichter Leinenschal mit einigen Farbkleksen erinnern an jeden Urlaub am Meer (Foto 8).

2016.08 Schimmerschal 4

Und das beste kommt zum Schluss: Der Schal war mit 47 cm Breite so voluminös am Hals, dass ich ihn vor dem Befilzen teilte. So gibt es demnächst noch einen Filz-Leinen-Schal 🙂

Mitbringsel

Vom Filzkolleg in Düsseldorf brachte ich nicht nur Gefilztes und schöne Erinnerungen mit, sondern auch Mitbringsel.

Annemie Koenen hatte wunderschöne gefärbte Woll-Seidenmischungen mit, denen ich nicht widerstehen konnte. Verständlich, oder? Die Rollen liegen noch auf dem Filztisch, und ab und an gehe ich vorbei und schaue oder fasse an. Ich kann mich an dieser Farbpracht gar nicht sattsehen…

2016.08 Mitbringsel 1

In einem Düsseldorfer Lädchen fand ich einen feinen Leinenschal, der wunderbar zum grün-türkisenen Gemisch passt.

2016.08 Mitbringsel 2

Die beiden zu verbinden, wird sicher eines der nächsten Filzprojekte sein.