Filzvögelchen mit Aufhänger

Die Anleitung von Søstrene Grenes für ein „Ledervögelchen zum Aufhängen“ (hier der Link) wandelte ich ab in ein „Filzvögelchen mit Aufhänger“. Er ist mit wenigen Handgriffen leicht anzufertigen, versprüht aber eine große Wirkung und sieht edel aus. Meine Vögelchen sind im Urlaub entstanden, weshalb ich auch auf die praktische Handhabung gesetzt habe.

Mit nur 3 Zutaten (plus dem üblichen Filzequipment) seid Ihr dabei:

• weiße Wolle (ich habe mich für weißen Vorfilz entschieden)

• weiße Seidenfasern

• beige Mohair-Seiden-Wollfasern im Knäuel

Die Anleitung ist ganz einfach: zuerst legte ich den Vorfilz auf die Unterlage und machte ihn nass. Danach legte ich einige Seidenfasern auf den Vorfilz. Darauf kam der Wollfaden in Schlangenlinienmuster. Dies feuchtete ich an und drückte alles platt. Nachdem diese Seite angefilzt war, drehte ich das Werkstück um und wiederholte das Auflegen (Seidenfasern und Wollfasern) auf der Rückseite. War auch diese angefilzt, konnte ich mehr Druck ausüben und das Stück fest filzen. Nach dem Trocknen empfiehlt es sich, das Filzteil zu bügeln, wenn es nicht glatt genug ist.

Durch die weißen und beigen Seidenfasern bekommt der „Stoff“ ein edles Aussehen.

Die Vögelchen bestehen aus langen Streifen, die im Prinzip geknotet werden. Für die kleinen Vögelchen schnitt ich Streifen von ca. 1,2 x 12 cm. Die größeren Vögelchen bestehen aus Streifen, die ca. 3 x 17 cm groß sind. Die Streifen werden locker geknotet. Das eine Ende bildet der Schwanz und wird entsprechend zackenförmig eingeschnitten. Das Kopfende wird abgerundet und bekommt einen Schnabel. Falls der Streifen etwas lang sein sollte, kann er nach dem Knoten gekürzt werden. 

Mit einer Lochzange bekommt das Vögelchen ein Auge und ein Loch für die Aufhängung. Das ist hier auf der Großaufnahme gut zu sehen:

Das Vögelchen eignet sich beispielsweise gut als Mitbringsel, Geschenkanhänger, Fensterbild und Weihnachtsbaumanhänger. Wie in der Verwendung, so sind auch in der Farbwahl natürlich keine Grenzen gesetzt.

My Hero

Das Christkind war da und brachte einen wahren Helden:

„Hero“ ist eine Kardiermaschine.

Sie mischt und „kämmt“ verschiedene Wollfasern. Erste Versuche sind unternommen: im rötlichen Batt sind neben Merinowollresten Seidenfasern verarbeitet. Wie gut, dass jetzt ein bisschen Zeit ist, damit zu spielen.

2016.12 My Hero

Tauschbarer Lampenschirm

Im schwedischen Möbelhaus bekommt man für wenige Euro eine quadratische Tischlampe aus Glas, die sich geradezu ideal zum Filzen eignet. Die Hülle wird gefilzt und übergestülpt, sodass sie jederzeit gewechselt werden kann.

Zutaten: Lampe, Schablone (30 x 21 cm), Vorfilz in weiß/creme, weiße Seidenfasern

2016.05 Seidenlampe 1

 Der Vorfilz wird dicht um die Schablone gewickelt. An der überlappenden Stelle (1,5 bis 2 cm genügen) empfiehlt es sich, den Vorfilz auszufransen, damit der Übergang besser gelingt und die Stelle nicht ganz so dick wird.

2016.05 Sidenlampe 2

Einige wenige Seidenfäden können eingearbeitet werden, die geben ein schönes Licht, wenn die Lampe brennt. Ist der Vorfilz fest genug, kann die Schablone vorsichtig entfernt werden. Danach wird der Vorfilz von allen Seiten gerollt und später geknetet.

2016.05 Seidenlampe 3

Zwischendurch kann die Filzhülle bereits über die Lampe zur Probe gestülpt werden. Je enger die Hülle sitzt, desto besser. Im feuchten Zustand lässt sich die Hülle gut ziehen und in Form bringen. Auf der Lampe trocknet die Hülle problemlos.

Im trockenen Zustand können Muster geschnitten werden. Bei meiner Lampe schneide ich vielleicht noch Sternchen in verschiedenen Größen hinein…

Die beiden letzten Fotos zeigen die trockene Lampe aus- und eingeschaltet.

2016.05 Seidenlampe 5

2016.05 Seidenlampe 4

Engel

Wie viele Engel habt Ihr?

Ich habe gezählt und bin auf vier gekommen: Zwei wohnen im Schlafzimmer, an der Wand und auf dem Nachttisch. Der Dritte steht auf dem Schreibtisch.

2016.05 Engel 1

Nummer vier ist der wichtigste; er ist überall da, wo ich bin… Er ließ sich aber nicht überreden, auf’s Foto zu kommen. Aber ich weiß, dass es ihn gibt. Ohne ihn würde ich jetzt nicht in der Lage sein, diesen Post zu tippen: Mein Schutzengel.

Aus irgendwelchen Gründen sind Engel momentan wichtig für mich. So wichtig, dass daraus eine Filzserie wurde. Ganz unbekannt ist mir das Thema allerdings nicht, denn 2014 gab es schon einen Weihnachtsengel.

An nur einem Tag entstanden diese vier Exemplare:

2016.05 Engel 2

Die ersten beiden Engel sind in Schablonentechnik gefertigt. Die anderen beiden entstanden aus einer dicken Filzfläche.

Der linke Engel besteht aus zwei Teilen, dem Körper und den Flügeln. Für beides verwendete ich feine australische Merinowolle im Kammzug. Diese Verarbeitungsart ist nicht so unbedingt mein Ding. Dies wird beim genauen Hinsehen bei den Flügeln deutlich, die ich aus einer kleiner Filzfläche schnitt. Die Schnittkanten sind nicht so akkurat wie bei Filz aus Vlieswolle oder Vorfilz. Es gibt bestimmt einen Trick, der mir aber leider unbekannt ist. Deshalb gefällt er mir nicht so gut. Es wäre ein Versuch wert, die Schablone nochmals mit Vlieswolle zu verwenden.

2016.05 Engel 3

Der zweite Engel ist aus einer cremefarbenen Vlieswolle mit Seidenanteil, die ich noch nie ausprobiert hatte. Sie ließ sich vergleichsweise mühsam verarbeiten und schrumpfte nicht viel. Er gefällt mir recht gut, weil er deutlich macht, dass Engel nicht immer schlanke, elfenhafte Wesen sein müssen 😉

2016.05 Engel 4

Für den dritten Engel nahm ich dicken Vorfilz doppelt und belegte ihn üppig mit Seidenfasern. Das gibt den schönen Oberflächen- und Farbeffekt (die Seide ist weißer als der Vorfilz). Nach dem Trocknen ließ sich diese Fläche problemlos schneiden. Den Umgang mit der kleinen Stickschere mag ich sehr, deshalb gefällt mir dieser Engel auch so gut. Außerdem ist er aus einem Stück gefertigt und lässt sich mit einem Faden versehen gut verschenken und überall hinhängen.

2016.05 Engel 5

Den vierten und letzten Engel der Serie kennt Ihr schon halb aus dem letzten Post. Das Holzstück erweiterte ich um Kopf und Flügel. Die Grundform des Kopfes besteht aus einer Kugel, die schon lange im Filzzimmer lag. Ich glaube, sie stammt noch aus der Monsterzeit. Sie wurde ein wenig vergrößert.

Die Flügel schnitt ich aus einer Filzfläche und sind, genauso wie der Kopf, mit Klebstoff am Holzstück befestigt. Mir gefällt dieser Engel am besten, denn das Zusammenspiel der beiden Materialien macht Spaß und durch Eindrücken mit den Fingern an der Vorderseite hat die Filzkugel sozusagen Augenhöhlen bekommen. Dies gibt dem Engel einen gewissen Ausdruck. Wenn es nicht so umständlich wäre, an diese tollen Holzstücke zu kommen, könnte ich mir vorstellen, eine ganze Reihe dieser Engel zu produzieren“.

Welcher gefällt Euch am besten? Und warum? Bin gespannt auf Eure Kommentare.

2016.05 Engel 6