Sommerschal aus Leinen – doppelseitig belegt

Meine Filzauszeit ist beendet! Einige von Euch, liebe Blogleserinnen und -leser fragten sich sicher, was los ist. So lange postete ich nichts Neues. Tja, manchmal kommen unerwartete Dinge dazwischen, die dazu führen, schöne, entspannende Hobbies, wie das Filzen eine Weile ruhen zu lassen. Ich kam sogar ins Grübeln, ob ich diesen Blog weiterführe. Viel Zeit kostet das Produzieren von Filzdingen, Fotografieren, Layouten und Schreiben von Blogposts.

Aber, liebe Filzfreunde, freut Euch, ich entschied mich den Blog weiterzuführen und Euch weiterhin meine Filzdinge und -anleitungen zu präsentieren.

Heute zeige ich Euch einen leichten Leinenschal passend zum sommerlichen Wetter in einem hellen Türkis, den ich zufällig in einer Modeboutique fand. Ich teilte ihn in zwei schmale Schals und filzte im lezten Jahr den Fischlischal, den ich in der FilzFun Special 3 vorstellte. Den zweiten Teil verarbeitete ich nun und dekorierte ihn mit Kreisen aus Vorfilz (Merino-Seiden-Mischung). Anders als der Fischlischal ist er doppelseitig belegt. Durch den groben Leinenstoff gelingt das Nunofilzen schnell und sicher.Passend dazu filzte ich ein kleines Täschchen aus derselben Merino-Seiden-Mischung:

Der Leinenschal und das Täschchen sind das perfekte Geschenk.

Papier einfilzen – Teil 2

Für den zweiten Versuch, Papier einzufilzen, verwendete ich das durchlässigere Teefilterpapier und belegte die zweilagig ausgelegte  schneeweiße, feine Merinowollvlies auf der einen Seite mit zwei Kreisen und auf der anderen mit gerissenen Streifen, die übereinander lagen und sozusagen ein abstraktes Muster ergeben. Wieder verwendete ich die bewährte Schablone für das Täschchen. Obwohl ich mit den geschnittenen Kreisen des Kaffeefilterpapiers nicht erfolgreich gewesen war, probierte ich es hier mit dem großporigen Papier.

Gleich beim Anfilzen merkte ich, dass das Teefilterpapier nicht rutschte und sich mit dem Untergrund verband. Das folgende Detailfoto zeigt, wie die Fasern durch das Papier kriechen.

Auf der anderen Seite des Täschchens, wo das Teefilterpapier mehrfach übereinander lag, ergaben sich schnell interessante Strukturen durch Kniffe und Falten, die zufällig entstanden.

Um die Muster nicht zu zerschneiden (dafür hatte ich die Klappe des Täschchens beim Legen des Musters nicht eingeplant), entschloss ich mich, das Täschchen oben aufzuschneiden und einen weißen Reißverschluss einzunähen.

Die beigefarbenen Strukturen stammen vom Teefilterpapier, die helleren von Seidenfasern, die ich über das Filterpapier gelegt hatte. Besonders gut gefallen mir die Strukturen des mehrfach übereinander gelegten Filterpapiers (siehe Detailfoto rechts).

Das Täschchen ist insgesamt, weil es nur zweilagig ausgelegt worden war, sehr flexibel, weich, geschmeidig und leicht (12g). Das Filterpapier fühlt sich wie Stoff an. Sicherlich erfordert dieses Täschchen eine gewisse umsichtige Handhabung, weil es sich um Papier handelt. Mit diesem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Es entschädigt für den ersten Versuch mit Kaffeefilterpapier, der nicht funktioniert hatte, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Maße:

Schablone: 19 x 15cm

Täschchen: 13 x 10cm

Papier einfilzen – Teil 1

Ein paar andere Filzerinnen filzten Papier ein und posteten das wundervolle Ergebnis. Papier? Einfilzen? Löst es sich dann nicht in Wohlgefallen auf? Kann man das Filzteil dann überhaupt benutzen? All das waren Fragen, die ich mir stellte. Und natürlich die wichtigste Frage: Wie geht das?

Die beiden gaben mir folgende drei Tipps:

1. Es geht so wie beim Einfilzen von Stoff.

2. Mit Kaffeepads und Kaffee- und Teefilterpapier sollte ich es versuchen.

3. „Versuch macht kluch!“

Na, dann legte ich los:

Zuerst probierte ich die Kaffeefilter und schnitt Kreise aus, die ich auf die zweilagig ausgelegte Wolle legte. Ein paar Seidenfasern legte ich dazu und filzte alles an. Und filzte, und rieb, und filzte, und rieb. Nix tat sich. Die Kreise wollten sich nicht mit der Wolle verbinden. Das Ganze war noch nicht so weit verfilzt, als dass ich nicht noch Wolle auflegen hätte können (Vielleicht war ich mal wieder zu ungeduldig?). Also tat ich das, v.a. über die Ränder der Kreise. Und filzte weiter und weiter, mit Folie und ohne. Aber die Filterpapierkreise ließen sich so wieder abziehen. Das machte ich und filzte das Täschchen zu Ende… ohne Papier.

Mindestens zwei Dinge hatte ich falsch gemacht.

1. Ich hatte das Kaffeefilterpapier nicht VOR dem Filzen gegen das Licht gehalten, dann hätte ich gesehen, dass es kaum durchlässig ist bzw. die Löcher winzig klein sind. Das Teefilterpapier ist viel durchlässiger.

2. Ich hätte die Ränder nicht schneiden, sondern reißen sollen, damit sich das Papier besser mit der Wolle verbinden kann und kein abrupter Übergang entsteht. Das ist beim Nunofilzen immer schwieriger zu meistern.

Ich hätte es wissen müssen… Aber, was soll’s? So gibt es wieder einen Blogpost und ein Täschchen mehr. Seid gespannt auf den zweiten Teil des Experiments mit Teefilterpapier!

Limettenfarbenes Täschchen

Laut Internet soll man mit der Farbe Limette den Frühlingsbeginn beschleunigen können. Na, dann hoffen wir mal, dass ein gefilztes Täschchen in dieser Farbe (Merinowolle und Seidenfasern) dazu beiträgt, dass die Temperaturen ansteigen und sich die Sonne noch viel öfter blicken lässt.

P.S.: Eine Limettenpflanze habe ich nicht zuhause, aber die limettenfarbene Hortensie eignete sich wunderbar für ein Foto.

Planänderung

Gestern wollte ich mal eben zwischendurch ein Täschchen filzen und die Wolle – Montevideo/ spanische Merino – aus der Filzschmiede von Margit Löser probieren. Tja, ich wurde eines Besseren belehrt: „mal eben“ und „zwischendurch“ funktionieren beim Filzen nicht. Trotzdem wird was Schönes draus.

2017.02 Zipper bag 1

Es sollte ein dem Wetter angemessenes Täschchen werden: außen braun und innen grün. Braun sind all das alte Laub und die Äste, die vom Sturm unten liegen. Grün schauen schon zaghaft neue Triebe oder Blüten hervor.

2017.02 Zipper bag 2

2017.02 Zipper bag 3

Beim Aufschneiden der Klappe auf der Vorderseite der Schablone schnitt ich aus Versehen die Schablone und die rückseitige Wolle mit durch. Hmm… Also schnitt ich die ganze Klappe ab und hatte eine Hülle. Die wollte ich nicht offen lassen, sondern schließen und entschied mich für einen Reißverschluss. Die Hülle war dünn ausgelegt und schrumpfte ordentlich, sodass das Einnähen des Reißverschlusses ganz schön friemelig wurde. Als Zugband  machte ich eine Schnur aus dem braunen, groben Kammzug. Es ist sozusagen gesponnen.

2017.02 Zipper bag 4

Versteigerung – Wer möchte Täschchen Nr. 5?

Drei der fünf Täschchen sind verschenkt, eines wird mit etwas Gefilztem/ Gestricktem getauscht, bleibt Täschchen Nr. 5 übrig.

2017.02 Täschchen 28

Das Täschchen ist nahtlos nassgefilzt mit handgefärbter Blue Faced Leicester Wolle und handgefärbten Wensleydalelocken. Der Verschluss ist aus Merinowolle. Es ist in geschlossenem Zustand ca. 14 x 9,5 cm x 1cm groß. Es handelt sich um ein Unikat.

Das Anfangsgebot liegt bei 5€. Der oder die Höchstbietende (Gebot und Name bitte ausschließlich per Mail an sikoch_13@yahoo.com) bekommt den Zuschlag. Die Versandkosten kommen dazu. Einsendeschluss ist Freitag, der 10.02.2017 um 18 Uhr.

Viel Glück und Erfolg!