Ungewaschene und ungekämmte Schnuckis

Im FilzSi-Zimmer liegt ein Häufchen Heidschnuckenwolle, das ich mal geschenkt bekam. Wie sehen denn die Tierchen zu dieser recht groben und langhaarigen gräulichen Wolle aus? Lässt sich die Rohwolle ungewaschen und ungekämmt filzen? Wie sieht es in der Lüneburger Heide Anfang Oktober aus? Hier die Antworten:

Wenn ich mich schon aus dem Ruhrgebiet auf den Weg nach Soltau ins Filzmuseum machte, dann verband ich das mit einem Abstecher in die Lüneburger Heide. Aber wo fährt man am besten hin? Die Reiseführer und Websites geben mir nur bedingt darüber Auskunft, also ließen wir uns treiben. Und zwar nach Wilsede, in der Nähe von Bispingen im Naturschutzgebiet, weshalb es mit dem Auto nicht zugänglich ist. Zu Fuß, mit Fahrrad oder Kutsche geht es schon. In Wilsede befindet sich das Heidemuseum, ein kleines, feines Freilichtmuseum, das mit sehr viel Liebe zum Detail geführt wird.

Manchmal muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein: eine der derzeitig acht Schnuckenherden gekam ich auf dem schönen Spazierweg vom Parkplatz in Oberhaverbeck nach Wilsede zu sehen.

2015.10 Schnuckis 1

Die Tiere sind scheu, sehen wunderschön aus und haben ein Fell, das schwarze, graumelierte oder weiße Anteile hat. Einige Ziegen sind mit von der Partie.

Zuhause probierte ich das Filzen aus und legte die Schnuckiwolle auf ca. 15 x 15 cm in vier Lagen aus. Wie man sieht, hat es funktioniert. Ein Untersetzer ist es geworden (ca. 10 x 10 cm). Der Filzprozess stellte sich relativ schnell ein. Typischerweise werden Teppiche daraus gefilzt oder gewebt. Da die Wolle grob und eher kratzig ist, ist die Verwendung grundsätzlich eingeschränkt. Bleibt nur noch die Frage, ob die „langen Haare“ (Grannenhaare) dran bleiben oder ob ich sie inkl. des Randes abschneide…. bin meist eher für’s schlichte, glatte…

2015.10 Schnuckis 2

Ja, und wie sieht es nun im Oktober in der Lüneburger Heide aus?

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May I introduce J. Flago?

Noch einmal geht es tierisch zu: die Flamingos haben es mir angetan, obwohl ich im Urlaub keinem einzigen lebenden Exemplar begegnet bin… Aber keine 500m von hier, im Grugapark, gibt es zum Glück welche. Seit gestern brauche ich allerdings da nicht mehr hin, um einen zu sehen: May I introduce J. Flago?

Er ist im Prinzip wie die 8 Monster vom letzten Jahr entstanden: im Körper eine Schablone, Beine und Füße werden angefilzt, der Körper wird aufgeschnitten, gestopft und zugenäht.

Nicht ganz so einfach hat sich die Suche nach der geeigneten Farbe gestaltet. Fündig geworden bin ich bei Filzrausch in Göttingen (Merinowolle im Vlies gekämmt in den Farben „lachs hell“ und „zartrosa“).

2015.07 Flago

pinke Magnet-Flamingos

Eine ca. 0,5 cm dicke gefilzte pinke Fläche (Din A4-Größe) ergibt 3 Flamingos (jeweils ca. 10 cm hoch), die mit einer Schablone ausgeschnitten und mit einem Magneten hinterklebt zu einem Blickfang am Kühlschrank werden. Die Fotos können gern als Vorlage und/oder Schablone für weitere Flamingos verwendet werden.

Inspiriert von Geschenkpapier – Nr. 4

Das vierte und letzte Monster der Geschenkpapierserie hält gleich drei Herausforderungen bereit:

1. Wie befestigt man die kugelrunden Augen am Körper (ohne sie anzunähen oder andere Hilfsmittel zu verwenden)?

2. Wie muss die Schablone des Körpers aussehen, damit das Monster dreidimensional mit offenem Mund und Zähnen darzustellen ist?

3. Wie lassen sich die Arme ohne Hilfsmittel formen, damit sie nach oben gerichtet sind?

Die zweite Herausforderung ließ sich relativ leicht lösen. Dadurch, dass das Monster mit der Schablonentechnik gestaltet und ausgestopft wird, erhält es automatisch eine dreidimensionale Form, die sich im Nachhinein noch etwas formen lässt. Die Mundöffnung der Schablone muss dafür kleiner sein als die des fertigen Monsters. So konnten das Innere des Mundes und die Zähne nachträglich mit der Filznadel befestigt werden.

Die dritte Herausforderung ließ sich nicht ohne Hilfsmittel lösen. In die Arme ist ein dünner Draht eingearbeitet, der dafür sorgt, dass sie in Position gebracht werden können.

Die erste Herausforderung hat mich zur Verzweiflung gebracht und ließ sich erst im 2. Anlauf lösen. Zuerst versuchte ich, die Augen als Kugeln aus Filzwolle zu formen. Die nassen Filzkugeln waren zu schwer, und die Augen hielten nicht auf dem grünen Körper. Im zweiten Versuch verwendete ich kleine Styroporkugeln, die – mit nur einer dünnen Wollschicht umhüllt – leichter waren und sich – wenn auch mit viel Geduld – eher mit dem Körper verfilzten.

Inspiriert von Geschenkpapier – Nr. 3

Das dritte Monster der Geschenkpapierserie ist nicht ganz so schwer filzbar. Monster Nr. 1 und 2 dienen als Vorlage:

Inspiriert von Geschenkpapier – Nr. 2

Als zweites kam das rote Monster an die Reihe. Der Schwierigkeitsgrad ist im Vergleich zur gelben Nr. 1 ungleich höher, weil es zum einen mehr Anhängsel gibt (1 Auge, 5 Beine, 2 Arme) und zum anderen das Stelzenauge auf dem Körper ohne Hilfsmittel, wie Draht oder einem Holzstab, halten soll.