Rico – ein Himmelsgucker

Alles fing im letzten Juli an. Dort begegnete ich Rico im Hafen von Puerto Rico und machte eines der schönsten von über 1000 Urlaubsfotos innerhalb von zweieinhalb Wochen in Florida und der Karibik.

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Seitdem wollte ich Rico filzen, aber bekam den Dreh nicht… Jeff Flago entstand stattdessen, obwohl ich auf dieser Reise gar keine Flamingos zu sehen bekam.

Seitdem ich allerdings vom Projekt „Himmelsgucker“ erfuhr, assoziierte ich mit der Augenfarbe das türkisblaue Wasser und nahm einen Anlauf, Rico entstehen zu lassen.

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Rico entstand so wie Jeff und die anderen Monster und Tiere:

  • ein Körper mit Schablonentechnik herstellen
  • Beine als Schnur mit trockenen Enden rollen
  • Füße mit der Nadel vorbereiten und an die Beine filzen
  • Beine an den Körper filzen
  • Körper unten aufschneiden, Schablone entnehmen, Körper fest filzen
  • Körper füllen, zunähen
  • Himmelsgucker-Augen aufnähen
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Der Körper ist umfilzt, die Augen zur Probe aufgelegt. Wenn sich doch bloß die Beinchen und Füße so leicht anfilzen ließen, wie auf dem Foto…

Der Pelikan besteht ausschließlich aus ungefärbter Wolle: Steinschaf, Bergschaf, Neuseelandmerino und Gotlandlocken.

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Juhu, der Körper ist farbiger geworden und die Beinchen sind dran.

Die Füße sollten bei dieser Filzaktion die Herausforderung sein und wollten sich überhaupt nicht mit den Beinen verbinden. Da mussten zwei Dinge her: 1. die Nadel, 2. viel Geduld.

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Das erschöpfte Rico allerdings ungemein, so dass er sich im Seifenbad erstmal ausruhen musste als die Schablone raus war. Sein Gesichtsausdruck ist kein Vergleich zu dem seines verschmitzt schauenden Artgenossen in der Karibik.

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Erholt, getrocknet und gestylt sieht die Welt doch gleich ganz anders aus:

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Seinem Beinamen „Himmelsgucker“ machte er schon alle Ehre und war vom Fenster dar nicht mehr wegzubekommen 😉

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Inzwischen bekam Rico einen Schal, passend zu den Himmelsguckeraugen.

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Ungewaschene und ungekämmte Schnuckis

Im FilzSi-Zimmer liegt ein Häufchen Heidschnuckenwolle, das ich mal geschenkt bekam. Wie sehen denn die Tierchen zu dieser recht groben und langhaarigen gräulichen Wolle aus? Lässt sich die Rohwolle ungewaschen und ungekämmt filzen? Wie sieht es in der Lüneburger Heide Anfang Oktober aus? Hier die Antworten:

Wenn ich mich schon aus dem Ruhrgebiet auf den Weg nach Soltau ins Filzmuseum machte, dann verband ich das mit einem Abstecher in die Lüneburger Heide. Aber wo fährt man am besten hin? Die Reiseführer und Websites geben mir nur bedingt darüber Auskunft, also ließen wir uns treiben. Und zwar nach Wilsede, in der Nähe von Bispingen im Naturschutzgebiet, weshalb es mit dem Auto nicht zugänglich ist. Zu Fuß, mit Fahrrad oder Kutsche geht es schon. In Wilsede befindet sich das Heidemuseum, ein kleines, feines Freilichtmuseum, das mit sehr viel Liebe zum Detail geführt wird.

Manchmal muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein: eine der derzeitig acht Schnuckenherden gekam ich auf dem schönen Spazierweg vom Parkplatz in Oberhaverbeck nach Wilsede zu sehen.

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Die Tiere sind scheu, sehen wunderschön aus und haben ein Fell, das schwarze, graumelierte oder weiße Anteile hat. Einige Ziegen sind mit von der Partie.

Zuhause probierte ich das Filzen aus und legte die Schnuckiwolle auf ca. 15 x 15 cm in vier Lagen aus. Wie man sieht, hat es funktioniert. Ein Untersetzer ist es geworden (ca. 10 x 10 cm). Der Filzprozess stellte sich relativ schnell ein. Typischerweise werden Teppiche daraus gefilzt oder gewebt. Da die Wolle grob und eher kratzig ist, ist die Verwendung grundsätzlich eingeschränkt. Bleibt nur noch die Frage, ob die „langen Haare“ (Grannenhaare) dran bleiben oder ob ich sie inkl. des Randes abschneide…. bin meist eher für’s schlichte, glatte…

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Ja, und wie sieht es nun im Oktober in der Lüneburger Heide aus?

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May I introduce J. Flago?

Noch einmal geht es tierisch zu: die Flamingos haben es mir angetan, obwohl ich im Urlaub keinem einzigen lebenden Exemplar begegnet bin… Aber keine 500m von hier, im Grugapark, gibt es zum Glück welche. Seit gestern brauche ich allerdings da nicht mehr hin, um einen zu sehen: May I introduce J. Flago?

Er ist im Prinzip wie die 8 Monster vom letzten Jahr entstanden: im Körper eine Schablone, Beine und Füße werden angefilzt, der Körper wird aufgeschnitten, gestopft und zugenäht.

Nicht ganz so einfach hat sich die Suche nach der geeigneten Farbe gestaltet. Fündig geworden bin ich bei Filzrausch in Göttingen (Merinowolle im Vlies gekämmt in den Farben „lachs hell“ und „zartrosa“).

2015.07 Flago

pinke Magnet-Flamingos

Eine ca. 0,5 cm dicke gefilzte pinke Fläche (Din A4-Größe) ergibt 3 Flamingos (jeweils ca. 10 cm hoch), die mit einer Schablone ausgeschnitten und mit einem Magneten hinterklebt zu einem Blickfang am Kühlschrank werden. Die Fotos können gern als Vorlage und/oder Schablone für weitere Flamingos verwendet werden.