Charly – der Huhnvogel oder das Entenhuhn

Die Lernenden unter Euch werden es kennen: lernt man etwas Neues, so behält man es nur dann im Kopf, wenn man es gleich wieder und häufig anwendet.

So dachte ich als ich das Sonderheft der Filzfun hervorkramte und nach der Anleitung eines Huhns von Gabriele Mazaracis suchte. Bei ihrem Workshop hatte ich so vieles gelernt. Nur wenn ich es gleich wieder anwenden würde und mir meine Notizen noch einmal durchlesen und verinnerlichen würde, könnte ich mir die erlernte Technik besser einprägen und weniger Fehler machen.

Also baute ich ein Huhn. Nun ja, was soll ich schreiben? Es  s o l l t e  ein Huhn werden. Tatsächlich könnte es der Form nach auch ein Vogel sein. Oder eine Ente. Ein Huhnvogel also oder gar ein Entenhuhn?

Zwei Dinge stören mich, mit drei anderen bin ich sehr zufrieden: Die Körperform ist eher entenartig und nicht huhnartig (das Foto kaschiert das wissentlich). Und die Kehllappen sind ein wenig verrutscht. Aber das macht ja nix, denn die Farbwahl, die Augengestaltung und der Gesamteindruck reißen alles wieder raus, finde ich. 😉

2. Töpfererlebnis

Das letzte Töpfern im November hatte mir so gut gefallen, dass ich mich gleich wieder angemeldet hatte.

Das Töpfern findet zweimal im Jahr im Romanischen Haus in den Mustergärten statt, die im Grugapark liegen. Das Haus stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der Teil des heute für Veranstaltungen und Feiern genutzte Gebäudes ist der ursprüngliche Turm.

2017.03 Töpfern 1

Von innen macht es mit seinen dicken Mauern und kleinen Fenstern einen sehr heimeligen Eindruck.

Beim Töpfern statt dieses Mal die Kugel im Vordergrund. Birgit Goldkuhle hatte zahlreiche Beispiele mitgebracht: Ostereier, Hühner, Windlichter, Vögel, die sie selbst getöpfert hatte und Abbildungen mit weiteren Tieren, die aus runden Formen getöpfert werden. Ich hatte mir zuhause überlegt, etwas für den Balkon herzustellen und entschied mich für eine Miezekatze.

Die Kugel für den Körper herzustellen, war gar nicht so schwer. Daran kamen die Füße und der Kopf mit Hilfe von Frau Goldkuhle. Schwanz, Öhrchen, Nase und Schnurrhaare folgten. Eine gewöhnliche Katzenfarbe sollte das Tierchen nicht bekommen, also malte ich sie grün-blau an. Ich bin gespannt, wie sie in vier Wochen nach zwei Bränden aussehen wird.

2017.03 Töpfern 2

Etwas Zeit war noch, der Workshop ging vier Stunden lang. Also formte ich noch eine Kugel, baute diverse Körperteile an und machte ein Vögelchen, das ich bunt anmalte.

2017.03 Töpfern 3

Beschwingt und erholt ging ich nach Hause. Das war ein guter Abschluss der Arbeitswoche am Freitag und der perfekte Einstieg in das Wochenende.

Beide Teile müssen jetzt erst einmal trocknen und werden dann zweimal bei über 1000°C gebrannt. In vier Wochen hole ich sie in der Werkstatt von Frau Goldkuhle ab. Bis dahin muss ich mich gedulden… 😉 Das ist mit das Schwierigste am Töpfern…

blauer Vogel

Momentan übe ich den Umgang mit der Schablonentechnik und möchte einen möglichst dünnen, aber gleichmäßigen „Filzbezug“ hinbekommen.

2016.03 blauer Vogel

Beim schlichten Hasen klappte das auch – zumindest fielen dünne Stellen wegen der Farbe nicht auf 😉 Beim blauen Vogel gibt es kritische Stellen, die für Nichtwisser als Augen durchgehen könnten… Das Foto macht sie unsichtbar.

Warum mache ich diese Schablonenübungen?

  1. In letzter Zeit filzte ich nicht so viele Dinge und muss den Umgang, das Gefühl und die Fingerfertigkeit mit der Wolle trainieren.
  2. Gestern besuchte ich eine Ausstellung mit wunderschönen Filzanregungen, u.a. mit dieser hier:

2016.03 Gasometerfilz

Zwei Filzgefäße – extrem dünn gefilzt, ineinander gesteckt – mit einem Innenobjekt…. Es rattert im Kopf… Wie ist das umzusetzen?