CF – Coburger Fuchsschaf

Vor längerer Zeit hatte ich die Wolle schon einmal ausprobiert, aber da hatte ich noch keinen Sinn für Roh- und naturfarbene Wolle, wie es jetzt der Fall ist. Also bestellte ich mir 1kg kardierte Wolle vom Coburger Fuchsschaf und entschied mich, ein Sitzkissen zu filzen. Erfahrene CF Kenner hatten mich gewarnt, dass es lange dauern würde, diese Wolle zu filzen. Nun ja, dachte ich, dann übe ich mich in meiner Ungeduld und probiere es trotzdem.

Der Grund liegt in der wunderschönen Färbung der Wolle: sie hat verschiedene Beigetöne, die mit den charakteristischen, sogenannten Grannenhaaren durchzogen sind. Das Sitzkissen sollte Motive auf beiden Seiten bekommen. Dafür fertigte ich Vorfilze in apfelgrün und erdbeerrosa an. Die Vorfilze bestehen aus zwei dünnen Lagen Kammzugwolle, die ich nach der Herstellung trocknen lies. Danach ist der Vorfilz gut mit der Schere zu schneiden und leiert nicht aus.

Der Filzprozess dauerte nicht so lange, wie ich dachte. Das lag sicherlich daran, dass ich vorgewarnt worden war. Zuerst legte ich eine Lage CF in der gewünschten Größe zurecht (ca. 50 x 50 cm) und machte die Wolle nass und seifig. Damit die Ränder des Sitzkissens glatt wurden, hatte ich zuvor eine dünne Malerfolie untergelegt und konnte die Folie mit dem Rand des Sitzkissens umklappen und auf der Vorderseite anfilzen.

Den Vorfilz auf dem CF anzufilzen, gestaltete sich schwierig. Zumindest war das meine Erfahrung mit dem erdbeerrosafarbenen Vorfilz. Vielleicht lag es daran, dass es sich um sehr feine 16 mic Merinowolle handelt? Die grüne Wolle ist eine Mischung aus Blue Faced Leicester und Seide und somit gröber. Das Motiv der Gießkanne machte keine Schwierigkeiten.

Auf der anderen Seite sind Kreise zu sehen. Sie stellen Blumen dar und fügen sich wunderbar in meinen Lieblingsplatz zwischen Erdbeeren 🍓 und Tomaten 🍅 auf dem Balkon ein:

Sommerschal aus Leinen – doppelseitig belegt

Meine Filzauszeit ist beendet! Einige von Euch, liebe Blogleserinnen und -leser fragten sich sicher, was los ist. So lange postete ich nichts Neues. Tja, manchmal kommen unerwartete Dinge dazwischen, die dazu führen, schöne, entspannende Hobbies, wie das Filzen eine Weile ruhen zu lassen. Ich kam sogar ins Grübeln, ob ich diesen Blog weiterführe. Viel Zeit kostet das Produzieren von Filzdingen, Fotografieren, Layouten und Schreiben von Blogposts.

Aber, liebe Filzfreunde, freut Euch, ich entschied mich den Blog weiterzuführen und Euch weiterhin meine Filzdinge und -anleitungen zu präsentieren.

Heute zeige ich Euch einen leichten Leinenschal passend zum sommerlichen Wetter in einem hellen Türkis, den ich zufällig in einer Modeboutique fand. Ich teilte ihn in zwei schmale Schals und filzte im lezten Jahr den Fischlischal, den ich in der FilzFun Special 3 vorstellte. Den zweiten Teil verarbeitete ich nun und dekorierte ihn mit Kreisen aus Vorfilz (Merino-Seiden-Mischung). Anders als der Fischlischal ist er doppelseitig belegt. Durch den groben Leinenstoff gelingt das Nunofilzen schnell und sicher.Passend dazu filzte ich ein kleines Täschchen aus derselben Merino-Seiden-Mischung:

Der Leinenschal und das Täschchen sind das perfekte Geschenk.

Piano cushion

Tja, was schenkt man dem Klavierlehrer zu Weihnachten? Blumen? Pralinen? Hmm, nee, das wäre nicht so richtig. Warum also nicht ein FilzSi von mir? Aber was?

Oft genug muss ich mir eingestehen, dass das Filzen wichtiger ist als das Klavierspielen… Das Üben bleibt dann ein bisschen auf der Strecke… Der Klavierlehrer nimmt’s immer gelassen und macht das Beste draus, ist nie vorwurfsvoll, sagt nur leise beim Rausgehen: „Immer schön üben.“.

2016.12 Piano cushion 1

Die wöchentliche Klavierstunde bei ihm ist eine Oase für mich und am Freitag Nachmittag ein wunderbarer Übergang ins Wochenende. Ich möchte sie nicht missen. Als Kind und Jugendliche war ich in der Musikschule und lernte das Klavierspielen. Später mochte ich es nicht mehr, der Lehrer damals brachte seine Stücke mit, die ich spielen musste. Da mochte ich das Üben nicht. Vor ein paar Jahren habe ich wieder angefangen zu spielen. Das Notenlesen klappt noch, das Spielen auch, einfache, kurze, überschaubare Stücke mit wenig Vorzeichen haben es mir angetan.

Kurzum, es soll etwas Besonderes sein zu Weihnachten. Meine Filzspezialität sind Kissen, so kam ich auf die Idee, ein Klavierkissen – piano cushion – in der bewährten Nunofilztechnik zu filzen.

2016.12 Piano cushion 2

Weißer Vorfilz liegt auf weißem Seidenchiffon zur Verstärkung. Die Unterteilungen zwischen den weißen Tasten sind Wollfäden aus Seiden-Mohair. Die schwarzen Tasten sind aus Vorfilz geschnitten. Die weiße Fläche ist mit Seidenfasern belegt und wirkt damit interessanter. Die Abstände zwischen den schwarzen Tasten sind auch geschrumpft, das hatte ich leider nicht beachtet. Die würde ich beim nächsten Mal größer wählen.

2016.12 Piano cushion 3

Alles ist mit Augenmaß gemessen, ein Lineal hätte ich verwenden können, aber es sollte nicht perfekt und streng linear aussehen, denn das ist die Musik auch nicht.

Die Rückseite sollte eigentlich aus schwarzer Dupionseide sein, aber die war so schnell nicht aufzutreiben. Deshalb entschied ich mich im Stoffladen für die apfelgrüne Version. Im Nachhinein bin ich froh drum. Es ist bunter.

Der Klavierlehrer hat ein oranges Sofa, auf dem man wartet bis der vorherige Schüler fertig ist, vielleicht wird es dort ein Plätzchen finden…

2016.12 Piano cushion 4

Sterne sehen ist was Schönes…

… dachte ich, als ich gestern für den Schal die Sterne aus Vorfilz schnitt 😉

2016.09 violet stars 1

Der Vorfilz ist handgefärbt (nicht von mir, sondern von Annemie Koenen) und passt zu meinen derzeitigen Lieblingsfarben weiß, nude, rosé und violett.

Ich entschied mich für einen violettfarbenen Chiffonschal als Grundlage und rollte diesmal wie eine Weltmeisterin. Das Rollen führt dazu, dass die Sterne glatt auf dem Chiffon aufliegen, glatt bleiben und sich nicht krüsseln. Das sollte mit den Sternen nicht passieren.

2016.03 violet stars 3

Die vier Ecken zieren ebenfalls Sterne, dadurch fällt der Schal schön, weil die Sterne auf den Ecken doppelseitig aufgetragen sind und den Schal so beschweren.

2016.09 violet stars 2

Es ist noch nicht Weihnachten, das weiß ich wohl. Aber wer sagt denn, dass Sternchen auf die Weihnachtszeit beschränkt sein müssen. Sie sind eines meiner Lieblingsmotive:

2016.09 violet stars 4

Inspiriert von… einem Strommasten

Ja, Ihr lest richtig. Ich habe mich von einem Hochspannungsmasten inspirieren lassen, was das Filzen angeht. Allerdings ist es nicht irgendein Mast, sondern ein ganz besonderer, einer, der seine Funktion als Strommast erfüllt und was mit Kunst zu tun hat. Er steht in Essen-Überruhr am Ruhrtalradweg und ist Teil des Kunstpfades Essen. Es ist eine meiner Lieblingsradstrecken, deshalb komme ich öfter mal dort vorbei und erfreue mich immer wieder an dieser bunten Erscheinung, die je nach Tageszeit oder Wetterverhältnissen anders leutet.

2016.07 Strommast 1

Sowohl die Farben als auch die Transparenz und Leuchtkraft an bewölkten Tagen gefallen mir.

Umgesetzt habe ich das Objekt mit Chiffonseide in verschiedenen Farben und geometrischen Figuren, die „eingerahmt“ mit Vorfilz ein großes Viereck ergeben. Ein bisschen Fingerspitzengefühl ist beim Auslegen der Wolle gefragt, denn der Vorfilz muss die Seide gut überlappen, damit keine Löcher entstehen.

2016.07 Strommast 2

Darüber legte ich ein Fliegennetz und feuchtete alles an. Beim anschließenden Plattdrücken und vorsichtigem Anfilzen entstanden zwei Löchlein, die sich noch durch leichtes Verschieben (eine Gabel als Handwerkszeug empfiehlt sich) entfernen ließen. Mit dem feuchten und eingeseiften Zeigefinger bearbeitete ich zunächst die „Nahtstellen“des Vorfilz, damit sich eine gewisse Stabilität einstellen konnte, dann kamen die anderen Vorfilzflächen dran. Nach einiger Zeit wendete ich das ganze Viereck und filzte auch dort den Vorfilz weiter. Da es sich um ein Dekoobjekt handelt, muss es nicht ganz so fest verfilzt werden.

Um den Strommasten in diese Arbeit einzubauen, benutzte ich silbernen Draht und stabilisierte die Ränder und Querstreben.

Ein Fensterbild ist entstanden.

2016.07 Strommast 3

Sommerschal 2016

Ich habe Glück! Der weiße Baumwollschal nimmt die Vorfilzstreifen an, die Wollfasern dringen durch den dünnen Stoff. Linien sollen es sein, nicht viele, nur ein wenig Deko, damit die wärmende Wolle nicht die kühlende Wirkung der Baumwolle nimmt.

2016.06 Sommerschal 1

Eine gute Stunde dauert die Filzerei, eine meditative Tätigkeit mit folgenden Schritten: Schal befeuchten –  1 cm dünne Vorfilz-Streifen schneiden – auflegen – befeuchten – einseifen – reiben (besonders an den Verbindungsstellen und Rändern) –  knüddeln – kneten – werfen.

2016.02 Sommerschal 2

Der wollweiße Vorfilz passt gut zum schneeweißen Schal.

2016.06 Sommerschal 3