Colours of Iceland – Teil 3

Heute mache ich einen kleinen Exkurs mit Euch in die Welt des Webens. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Es geht mal nicht ums Filzen…

Inspiriert wurde ich durch die Ausstellung über Anni Albers im K20 in Düsseldorf, die Ihr noch bis zum 9.9.2018 dort bewundern könnt. Danach ist sie in der Tate Modern in London zu sehen (11.10.2018 – 27.01.2019). Die Farben, Formen und Strukturen ihrer Webarbeiten sind außergewöhnlich, zeitlos und elegant. Hier sind zwei Detailfotos von Arbeiten, die mir besonders gefallen haben: 

Im Museumsshop gab es einen kleinen Webrahmen für Anfänger und Miniprojekte, den ich mir kaufte. Früher als Kind hatte ich einen Schulwebrahmen und webte damit z.B. einen Teppich für die Puppenstube. Das hatte mir viel Freude bereitet. Nun freute ich mich schon auf ein Miniprojekt. Es sollte wieder mit den Farben und Eindrücken Islands zu tun haben. 

Herausgekommen ist ein Untersetzer in schwarz-weiß mit einigen Glitzerelementen. Es sind Farben, die mich an den Diamond Beach in Island erinnern. Dort liegen große Eisstücke an einem schwarzen Lavastrand und bilden einen tollen Kontrast. Das Eis sieht aus wie Diamanten. 

Der gewebte Untersetzer ist eine feine Erinnerung daran:

Woll- und Filzbegegnungen in Lissabon

Bei der Planung eines langen Wochenendes nach Lissabon dachte ich nicht im Traum daran, dass ich so viele Woll- und Filzbegegnungen haben würde. Davon möchte ich Euch berichten.

 

WOLLE

Schon auf dem ersten Erkundungsgang auf dem Weg zum Castelo de São Jorge ging ich an dem feinen Laden Chicoracao vorbei mit Artikeln aus Wolle. Jacken, Strickjacken, Pullover, Mützen, gestrickte Stofftiere, Kissenhüllen, Decken und Plaids aus Merinowolle, Kaschmir und Angorawolle waren im Angebot. Das reinste Wollparadies machte sich vor meinen Augen breit.

Eine Frau, die das Schaufenster fotografierte, hatte meine Aufmerksamkeit erregt. Dort reihten sich nadelgefilzte Schäfchen aus Wolle aneinander, die meinen geschulten Woll- und Filzaugen nicht entgingen.

 

STOFF

Die nächsten Faserbegegnungen, ja sogar eine Filz- und eine Stoffbegegnung, hatte ich am nächsten Tag beim Designmarkt am Jardim do Príncipe Real, den ich zufällig erkundete. Ich fange mal mit der Stoffbegegnung an. Mein Faible für Täschchen brauche ich ja hier nicht besonders betonen, treue Blogleser wissen das natürlich. Die Stoffdesignerin Marta Fernandes vom Label Coisas de Marias verkaufte Taschen in allen Größen und Formen. Besonders eine kleine mit Pfauenaugen war mir ins Auge gefallen. Am Tag zuvor hatte ich nämlich im Park des Castelo richtige Pfauen gesehen und gehört, die dort frei herumliefen.

Was für leuchtende Farben und glänzende Federn! So ist das Täschchen eine wunderschöne Erinnerung an diese Kurzreise nach Lissabon und eine Erinnerung an weitere Begegnungen mit diesen außergewöhnlichen Tieren.

 

FILZ

Dann folgte ein paar Stände weiter der absolute Höhepunkt: ich traf auf eine Filzerin, die ihre wunderschönen Sachen (Schals, Jacken, Kleider, Blumen) in bester Qualität mit feiner Wolle darbot. Doch damit nicht genug. Durch meinen Kameragurt und die Handyhülle habe ich immer Gefilztes dabei, das ich zeigen kann. Schnell waren wir in ein Gespräch über Wollqualitäten und Micron vertieft. Im Gespräch stellte sich heraus, dass Flora Silva eine Kollegin (Kunstlehrerin) ist, die das Filzen als Hobby ausübt, um sich einen Ausgleich zum stressigen Schulalltag zu verschaffen. Na, das kommt mir doch sehr bekannt vor! Schaut mal, was für tolle Dinge sie zaubert!

Eine kleine pinkfarbene Filzrose wird mich immer an diese beeindruckende Begegnung erinnern. Zu guter Letzt stellten wir fest, dass wir schon auf Facebook seit längerer Zeit miteinander befreundet waren. Bewusst wahrgenommen hatte das aber bisher keine von uns. Wie wertvoll und unersetzlich sind die wahren Begegnungen!

 

WEBEN

Die letzte wollige Begegnung hatte ich wiederum einen Tag später auf der Avenida da Liberdade als ich die Weberin Maria do Céu C. P. Amaral bei einem anderen Handwerkermarkt kennenlernte. Sie verkaufte Schals, Ponchos und Taschen aus feiner gewebter Wolle, die sie wohl auch – wenn ich ihren Mann richtig verstand – selbst sponn. Sie hatte in ihrem Pavillion einen kleinen Webstuhl dabei und erklärte mir, wie sie die Muster hinbekam. Noch nie hatte ich jemanden Weben sehen. Früher, als ich im Grundschulalter war, hatte ich einen Schulwebrahmen und hatte immer große Schwierigkeiten, den Rand gerade hinzubekommen. Erinnerungen kamen hoch als ich Marias Schals in den Händen hielt.

Diesen hier kaufte ich (Er ist unvorstellbar warm und flauschig!) und bekam, sozusagen als Glücksbringer oder Schutzengel, einen Engel aus Wolle dazu. Ist der nicht toll? Er bekommt einen Ehrenplatz.

Tja, da kann ich abschließend nur schreiben: „Unverhofft kommt oft!“. Diese tollen Begegnungen werden mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben.