Mein Fingerpuppenzoo

„Boah, da hast Du ja einen ganzen Zoo!“ sagte letztens jemand, der mich besuchte und die gefilzten Fingerpuppen anschaute. Das stimmt. Mittlerweile hat sich eine ganze Tierschar hier eingefunden. Ich hätte nicht gedacht, dass mich der Workshop von Yaroslava Troynich zum Filzen von Fingerpuppen im Februar so nachhaltig prägen würde.  Klar, nach jedem Workshop filzte ich bisher für mich weiter, um das Gelernte umzusetzen und anzuwenden. Aber hier ist es doch anders. Ich denke, mehrere Dinge kommen zusammen:

– es war der letzte Workshop vor der Corona-Zeit unter „normalen“ Bedingungen

– es war schon lange mein Wunsch, bei Yaroslava einen Workshop zum belegen

– es war ein toller internationaler Workshop.

Nun ist es toll, auszutüfteln, wie eine Fingerpuppe umgesetzt werden kann, die ich noch nie gefilzt habe. Ich muss manchmal erstmal nachschlagen, wie das Tier denn wirklich aussieht, welche Details wichtig sind, damit man es erkennen kann und welche keine Rolle spielen oder zu schwer umzusetzen sind, welche Materialien ich auswähle. Das Überlegen und Tüfteln dauert eine Weile. Irgendwann setze ich mich hin, mache vielleicht eine Skizze und fange an zu filzen. Stundenlang kann ich mich im Figurenfilzen verlieren. Nichtfilzer staunen immer, wenn ich berichte, wie lange es dauert, die gerade einmal 10cm großen Figuren zu filzen. 3 Stunden sind es im Schnitt sicherlich. Ich schaue meist nicht genau auf die Uhr und unterschätze die Filzzeit vielleicht sogar. Jedenfalls freue ich mich schon auf das nächste Tier und die nächste Herausforderung!

Hier sind sie alle versammelt. Welches Tier gefällt Euch am besten?
– Oliver Owl
– Mina Mouse
– The meerkat
– Elly, the elephantine
– Freddy Frank Squirrel
– The deer
– The rabbit
– Sylvia, the seahorse
– (Fred, the frog, who’s not so photogenic)
– The marmoset
– Pete Porcupine
– Batty, the bat

Oktopussy – die Krake

Tiere sind FilzSis neue Leidenschaft seit des Kurses bei Gabriele Mazaracis im letzten Jahr. Möwe, Frosch, Huhn, Pelikan, Papageitaucher, Vogel und Blauwal sind bisher entstanden und bilden im Filzzimmer einen kleinen Zoo.

Dieser Zoo erfährt ab und an eine Erweiterung, wenn eine neue Idee kommt und im Kopf herumschwirrt. Die Idee schwirrt im Kopf herum, weil ich überlege, wie das Tier komplett aus Wolle realisiert werden kann. Mein Ziel ist es, eine eigene „Bauanleitung“ zu entwickeln, und die Tiere nicht zu stopfen, sondern mit einem Wollkern zu beginnen und die Körperteile anzubauen.

Nun schwirrte bereits eine Weile der Oktopus in meinem Kopf herum. Zur Veranschaulichung der Bauart studierte ich ein Plüschtier und Videos von den intelligenten Tieren. Filztechnisch stellte sich die Frage, wie ich die Arme gleichmäßig realisieren und an den Mantel filzen konnte. Eine Skizze half weiter.

Ich begann den Filzprozess mit einer handgroßen Menge Bergschafwolle für den Mantel des Weichtieres. Daran baute ich eine untertellergroße Fläche Bergschafwolle.

Die Arme filzte ich aus roter Regenbogenwolle im Kammzug und rollte acht Arme wie eine Schnur aus einer halben Kammzugstärke. Um sicherzustellen, dass alle Arme gleich lang wurden, maß ich etwa 20 cm ab.

Dass der Oktopus rot bzw. himbeerfarben werden sollte, war schon bei der Planungsphase klar. Im Wollbestand fand ich rote Regenbogenwolle, die schon lange auf ihren Einsatz wartete und ihn jetzt bekam.

Fotos vom Entstehungsprozess gibt es keine. Da war ich so im Flow und musste acht Ärmchen anfilzen und festhalten, dass ich keine Hand frei hatte. Deshalb präsentiere ich Euch ein feines Foto des fertigen Tieres. Selbstverständlich bekam es zuvor Augen, um ihr – es ist eine weibliche Krake einen besonderen Ausdruck und Charakter zu verleihen. Die Krake heißt Oktopussy.