Colours of Iceland – Teil 1

Ihr wisst sicher, wie es ist und wie man sich fühlt, wenn man sich einen Traum erfüllt?

Dieses Gefühl konnte ich neun Tage lang auf Island genießen (Und es hält auch heute noch nach der Reise an.) Ja, genau, Ihr lest richtig. Während in Mitteleuropa die Hitzewelle alle in ihren Bann zog, machte ich Sommerurlaub auf der erfrischend kühlen, feuchten und windigen Insel.

Vor fünf Jahren war ich bereits dort. Das war im April, also im Winter, mit Schnee, Frost, Sonne, Wind, Sturm, Nordlichtern und unvergesslichen Eindrücken hatten mich Island und die Isländer fasziniert. Wie ist es möglich, in einer z. T. so lebensfeindlichen und abgelegenen Gegend zu leben mit viel Dunkelheit im Winter, Unwägbarkeiten bei den Wetterverhältnissen auch im Hochsommer und den Naturgewalten in Form von Erdbeben und Vulkanismus? Das ist eine Frage, die mich seit der Schulzeit verfolgt und mich in viele, v.a. heiße und trockene Gebiete der Erde führte.

Vor fünf Jahren also hatte ich mich auf die Gegend um Reykjavik und Borgarnes, also den Westen, konzentriert. Damals versprach ich mir, zurückzukehren und den Rest der Insel zu einer anderen Jahreszeit, im Sommer, zu erkunden, denn ich wollte die Mitternachtssonne erleben.

Nun endlich ging dieser Wunsch in Erfüllung! Ich bereiste Island entlang der Ringstraße auf knapp 1800 km. Genau genommen gingen ganz viele Träume auf dieser Reise in Erfüllung: ich sah Eisberge, Gletscherzungen, Buckelwale, Papageientaucher, Vulkane, Kraterseen, Wasserfälle, ich ritt auf einem Islandpferd und bestaunte unfassbare, unglaublich schöne und gleichzeitig bizarre Landschaften. Ich glaube, es wird deutlich, dass diese Reise mit ihren Eindrücken nicht spurlos an mir vorbeiging. Die folgenden Fotos beweisen dies:

Ihr kennt mich gut genug, um zu wissen, dass ich diese Eindrücke filzend verarbeite. Und so komme ich – auch schon – zum Titel dieses Posts „Colours of Iceland“, denn die Farben Islands beeindruckten mich auch dieses Mal nachhaltig.

Aus der von Island mitgebrachten grünen Filzwolle (Islandwolle) filzte ich ein Sitzkissen als Erinnerung an diesen wundervollen Urlaub. Islandwolle ist grob, ich glaube sie hat zwischen 27 und 31 mic. Es dauerte erst bis sie verfilzte, aber dann ging es recht schnell.

Diese grasgrüne Islandwolle wählte ich als Hinter-/Untergrund. Darauf legte ich wasserblaue Wolle mit Seidenanteil von Annemie Koenen und darauf legte ich eine Karte  mit den Umrissen Islands, die ich aus eisblauem Vorfilz geschnitten hatte. Der Schriftzug ist aus tannengrünem Vorfilz geschnitten.

Dies ist – wie der Titel prophezeit – der erste Teil der Reisenachbereitung. Freut Euch schon auf den nächsten Teil von „Colours of Iceland“.

Abschließen möchte ich diesen Post mit einem Foto eines Islandschafes, das mir am Mÿvatn See, am Mückensee, begegnete.

Kissen für Klangschale

Ich kaufte mir eine Klangschale, die ich im Unterricht in der Schule einsetzen möchte. Im Laden gab es Kissen, um die Klangschalen darauf abzustellen oder sie von dort anzuschlagen, wenn man die Klangschale nicht in der Hand halten möchte.

Als Filzerin ließ ich es mir nicht nehmen, diese Herausforderung anzunehmen und zu überlegen, wie ich ein solches Kissen (gefüllt in Ringform) herstellen kann.

Zuerst fertigte ich eine Skizze an. Die Auflagefläche der Klangschale misst 7cm. Das Kissen sollte einen Durchmesser von 14cm haben. Mit etwas Zugabe wegen der Schrumpfung landete ich bei einer Schablonenform mit 10cm innerem und 20cm äußerem Durchmesser.  So schnitt ich, nach nochmaliger Prüfung (Klangschale auf die Schablone stelle ) die Schablone aus einer dickeren Trittschallfolie.

Ich wählte ein grobes türkisfarbenes Neuseelandvlies und belegte zunächst die obere Seite der Schablone mit etwas Überstand.

Ich drehte die Schablone auf die andere Seite und schlug die überstehenden Ränder um. Auf die nun oben liegende Seite legte ich ebenfalls Vlieswolle und bedeckte die gesamte Schablone (also auch die Rückseite) mit einer weiteren Lage Vlieswolle.

Nun begann ich die Wolle anzufilzen, und seifte die schon nasse Wolle ein. Als die Wolle um die Schablone hielt, konnte ich fester reiben, rollen und kneten. Nach einer Weile, als die Wolle sich eng um die Schablone schmiegte, schnitt ich die Wolle an der Innenseite ca. 5cm lang ein und nahm sie heraus. Da es sich um einen Ring handelt, muss man sie an einer Stelle einschneiden und herausziehen.

Nun halfen heißes Wasser und noch mehr Kraft, den Filzprozess zu beschleunigen.

Den ausgespülten und in Essigwasser getränkten Ring füllte ich mit Stopfwolle und nähe das Loch mit dem Matratzenstich zu.

Nun hat auch meine Klangschale ein schönes Kissen und kann von dort angeschlagen werden.

Sieh Veränderung als Chance an!

„Lass die Vergangenheit ruhen, sie ist nicht mehr zu ändern,

lass die Zukunft auf dich zukommen,

mach dir keine unnützen Gedanken.“

Das sind Sätze, die man oft hört.

„Lebe im Hier und Jetzt, in diesem Moment,“

heißt es auch bei Achtsamkeits- oder Yogaübungen.

Hmm, so einfach ist das leider gar nicht. Oft denke ich über die Vergangenheit nach und überlege, was gewesen wäre, wenn… Oder mache mir Gedanken und Sorgen über die Zukunft. Rational betrachtet macht beides nicht viel Sinn, denn ändern kann ich das Vergangene nicht mehr und die Zukunft ist auch nicht zu beeinflussen. Ich denke, dass häufig Angst vor der Veränderung dahinter steckt.

Diese Dinge beschäftigten mich letztens als ich ein Abschiedsgeschenk für eine Kollegin filzte, die am Ende des Schuljahres pensioniert wird und für die nach 38 Jahren Dienstzeit ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Ich dachte über die Begriffe „Umbruch“ und „Veränderung“ nach und stieß auf das Englische „change“.

Hierzu ein kleiner Exkurs: Wenn ich „change“ schreibe, muss ich immer erst innehalten und überlegen, ob es mit „g“ oder „c“ geschrieben wird. Eine Verwechselung der beiden Wörter „change“ oder „chance“ könnte zu Missverständnissen führen…

Oder aber, ich mach mir dieses Missverständnis zunutze und ich kam auf den folgenden Satz:

„Take change as a chance.“

„Siehe Veränderung als Chance an.“

Das fühlte sich griffig an und ich konnte mit meinem Filzprojekt loslegen.

Schnell sollte es gehen. Deshalb wählte ich Chiffonseide als Grundlage, weißen Vorfilz als Hintergrund und schnitt die Buchstaben ebenfalls aus grauem Vorfilz aus. Für die beiden Buchstaben „c“ und „g“ wählte ich blauen und grünen Vorfilz.

Meinen Vornamen legte ich mit Wollfasern aus einer grünen Seiden-Mohair-Mischung. Das „Finish“ bekam das Filzstück durch Bügeln und Rasieren. Dadurch erscheinen die Buchstaben klarer. Die Ränder sind bewusst nicht ganz gerade gehalten bzw. geschnitten.

Zufrieden mit dem Ergebnis und der „Message“ dahinter, freute sich auch die Kollegin über das Geschenk.

Pelikan Paule

Im Grugapark bin ich häufiger Gast, weil es nicht weit von meinem Zuhause ist und weil es dort schön ist. Die bunten Blumen und Pflanzen in ihren grünen Schattierungen, die alten Bäume aus der ganzen Welt faszinieren mich immer wieder. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken!

Besonders der Pelikan, der am Margarethensee wohnt, hat es mir angetan und ist eines meiner beliebten Fotomotive:

Er ist einfach zum Liebhaben!

Was liegt da näher, als ihn als Filzobjekt in Betracht zu ziehen. Einen gefilzten Pelikan gibt es schon, und zwar Rico, den Himmelsgucker. Er ist einem karibischen Pelikan nachempfunden. Als ich ihn vor zwei Jahren filzte, wusste ich noch nicht, wie ich ihn massiv aus Wolle gestalten konnte und habe ihn gestopft. Außerdem kann er nicht alleine stehen.

Jetzt, nach dem Kurs bei Gabriele Mazaracis, konnte ich mir vorstellen, wie er als Ganzes gefilzt werden konnte. Er sollte so aussehen wie die Möwe. Nur der lange Schnabel bereitete mir ein wenig Kopfzerbrechen, denn der Pelikan durfte ja nach vorne kein Übergewicht bekommen und sollte stehen können.

Eine Skizze verhalf mir, welche Körperstellung der Pelikan bekommen konnte. Wie bei der Möwe, sollten die Schwanzfedern als zusätzliche Stütze dienen. Hier ist er noch weit nach vorne gebeugt. Das erwies sich als nicht praktikabel.

Wer zum Filzprozess Fragen hat, dem empfehle ich einen Kurs bei Gabriele Mazaracis zu besuchen. Ich bin stolz und glücklich, dass ich zuhause allein in der Lage war, win Tier zu bauen, dass ich in Gabrieles Kurs nicht gefilzt hatte. Aber durch Gabis fantastische Anleitung, meine Aufzeichnungen, Fotos und der üblichen Prisen Geduld und Durchhaltevermögen gelang es mir.

Nun stelle ich ihn vor: Peli Paule ist (inkl. Haare) knapp 30cm groß. Und fühlt sich neben den anderen Tierchen (Möwe Emma, Vogelhuhn Charly, Frosch Rana) sehr wohl.

Charly – der Huhnvogel oder das Entenhuhn

Die Lernenden unter Euch werden es kennen: lernt man etwas Neues, so behält man es nur dann im Kopf, wenn man es gleich wieder und häufig anwendet.

So dachte ich als ich das Sonderheft der Filzfun hervorkramte und nach der Anleitung eines Huhns von Gabriele Mazaracis suchte. Bei ihrem Workshop hatte ich so vieles gelernt. Nur wenn ich es gleich wieder anwenden würde und mir meine Notizen noch einmal durchlesen und verinnerlichen würde, könnte ich mir die erlernte Technik besser einprägen und weniger Fehler machen.

Also baute ich ein Huhn. Nun ja, was soll ich schreiben? Es  s o l l t e  ein Huhn werden. Tatsächlich könnte es der Form nach auch ein Vogel sein. Oder eine Ente. Ein Huhnvogel also oder gar ein Entenhuhn?

Zwei Dinge stören mich, mit drei anderen bin ich sehr zufrieden: Die Körperform ist eher entenartig und nicht huhnartig (das Foto kaschiert das wissentlich). Und die Kehllappen sind ein wenig verrutscht. Aber das macht ja nix, denn die Farbwahl, die Augengestaltung und der Gesamteindruck reißen alles wieder raus, finde ich. 😉

Traumerfüllung mit Emma, Rana, Gabi und Heike

Am letzten Wochenende erfüllte ich mir einen Filztraum.

Schon lange wollte ich eine Möwe filzen. Möwen sind faszinierende Tiere und gehören bei jedem Urlaub an und nah der See dazu. Wenn ich Möwenschreie höre, assoziiere ich sofort ein Urlaubsfeeling und Erinnerungen vergangener, schöner Aufenthalte am Meer kommen hoch.

Dieses Foto entstand im April an der Ostsee und diente als Vorlage für den Kurs „Tiere filzen“ mit Gabriele Mazaracis (Filzkram) in der KreAKTIVWERKstatt von Heike Giesbert in Essen-Werden.

Die Möwe filzte ich unter Gabis Anleitung als stehendes Tier. Sie besteht aus 100% Wolle und hat einen festen Kern. Alle Teile sind fest angefilzt. Das reizte mich an Gabis Technik.

9 Filzerinnen versammelten sich in Heikes Werkstatt, um in die Geheimnisse des Filzens von Tieren eingeweiht zu werden. Jede von uns konnte ich aussuchen, was sie filzen möchte. Dabei orientierten wir uns an Gabis Figuren, die uns alle – abgesehen von der handwerklichen Verarbeitung – mit ihrem Charm und Pfiff verzauberten.

Ich filzte die Möwe als stehende Figur. Gabi widmete sich mit ihrer unendlichen Geduld und Ruhe jeder einzelnen von uns mit viel Zeit und zeigte die einzelnen Schritte, wenn es nötig war, auch mehrfach. Sie wies uns auch auf Stolperfallen hin und beeindruckte damit, wie viel Erfahrung sie im Filzen von Tieren im Laufe der vielen Jahre gesammelt hatte. Obwohl einige von uns sich an ihren Tieren orientierten, gab jede von uns ihnen eine persönliche Note, sei es durch die Farbwahl oder Gestaltung im Detail. Aber – und das ist nicht selbstverständlich – Gabi war auch anderen Vorschlägen (Fennek, Leseratte, Dicke Dame) sehr offen und überlegte mit den Teilnehmerinnen, wie sie ihr Wunschtier verwirklichen und „verfilzen“ konnten.

Meine Möwe „Emma“ ist (inklusive der Haare) 22 cm groß und steht, dank ihres Schwanzes, ganz allein. Ausgestattet mit winzigen Glasaugen, die Gabi in ihrem Gepäck hatte, und einem Mund, den Gabi mit einer erstaunlichen Präzision und Schnelligkeit gestaltete, wurde Emma lebendig und zeigte ihren stolzen, witzigen Charakter.

Wie „einfach“ das Filzen in Gabis Händen wirkte und wie schwierig die Ausführung für uns war, erfuhren wir am nächsten Tag, als viele von uns ein zweites Tier gestalteten. Oft musste Gabi eingreifen und schlimmstes verhindern, als wir die Tiere mit mehr Selbstständigkeit falsch zusammenbauen wollten. Gut, dass sie überall ihre Augen hatte!

Ich entschied mich für einen Frosch, denn ein paar Tage zuvor hatte ich im Grugapark in Essen einige beobachten und fotografieren können.

Es wurde ein hockender Frosch mit pinkfarbenen Füßen und Haaren (er hat eine leichte Naturwelle, wie ihr seht). Dafür eignete sich eine grüne melierte Wolle hervorragend, die ich in meinem Wollbestand fand.

Rana, der Frosch, und Emma, die Möwe, verstehen sich sehr gut, wie ihr auf folgendem Foto erkennt, sie sind inzwischen best friends, und zogen guter Dinge in ihr neues Zuhause ein. Das hängt sicher auch mit der angenehmen, entspannten Filzathmosphäre statt, bei der sie in Heikes Werkstatt entstanden. Heike verwöhnte uns nicht nur mit leckerem, gesundem Essen, Getränken und Snacks, sondern auch mit Wollvorräten und Filzutensilien. Wie angenehm ist es, zu einem Filzkurs zu fahren und nicht alles mitzuschleppen. 
Wie zu Beginn erwähnt, träumte ich bereits eine Weile davon, eine Möwe und andere Tiere komplett aus Wolle mit einem Kern beginnend zu filzen. Zu lange (2010) sind die Erfahrungen beim Filzkurs „Viecheria“ mit Susanne Wetzel in Göttingen her. Damals entstanden das Brombeer- und Blaubeerviech und war ich noch filzunerfahrener als heute.

Interessant ist allerdings, dass beide Filzerinnen, Gabi und Susanne, die gleiche Wortwahl haben und vom „Bauen“ von Figuren sprechen. Wie schön, dass wir nun eine Bauanleitung haben, die ich möglichst bald wieder umsetzen möchte, um das Erlernte nicht zu vergessen.

Wer auch Lust hat, solche Tiere zu bauen und sich in schöner Filzumgebung inspirieren lassen möchte, kann dies im nächsten Jahr tun, wenn Gabriele Mazaracis wieder nach Essen-Werden kommen wird: 30.-31.03.2019. Vielleicht sehen wir uns?

Klein, aber oho – ein Mini-Bügeltäschchen

Die kleineren Filzdinge haben es mir angetan. Das hat drei Gründe:

  1. Die Herstellung dauert nicht lange, sodass ich ein solches Projekt auch leicht und schnell bewältige. In einer oder in anderthalb Stunden bin ich fertig damit und halte ein schönes Objekt in den Händen.
  2. Ich benötige nicht viele Materialien und habe sie i.d.R. zuhause. Auch Reste lassen sich für kleine Projekte problemlos aufbrauchen.
  3. Diese kleinen Dinge lassen sich gut verschenken, sind ein willkommenes Mitbringsel, und jeder kann sie für irgendetwas gebrauchen.

Aus diesen Gründen bestellte ich kleine Bügel für Bügeltäschchen. Wie könnte es momentan anders sein? Noch immer befinde ich mich im Bügeltaschenmodus. Die Bügel haben eine Breite von 5cm. Die fertigen Täschchen ergeben eine Länge von ca. 8cm, d.h. es handelt sich um ein Minibügeltäschchen. Die Bügel sind außerdem mit einem Schlüsselring ausgestattet, sodass man das Täschchen z.B. an einer Handtasche befestigen oder als Schlüsselanhänger verwenden kann.

Wiederum geht es beim Filzen um die Oberflächengestaltung des Täschchens. Ich wählte handgefärbte Wolllocken, Seidenfasern und feinste Merinowolle aus. Zum Größenvergleich legte ich eine 1€-Münze dazu als ich das Foto machte.

Wie gefällt Euch dieses Täschchen? Es ist (erst) der Anfang einer neuen Serie von Minibügeltäschchen, denn die Bügel wurden im 5er-Pack verkauft 😉