Colours of Iceland – Teil 4

Die Tour in Island nannte sich „Islands Highlights“ und der Name hielt, was er verspricht, denn es waren jeden Tag mehrere Highlights zu bestaunen. Unter anderem waren es die Papageitaucher am Strand von Dyrhólæey im Süden von Island. 

Beim Filzertreffen in der KreAKTIVWERKstatt von Heike Giesbert filzte ich nach der Anleitung von Gabriele Mazaracis einen Papageitaucher – oder puffin – wie er auf Englisch bezeichnet wird. Es war schön, 13 andere Filzbegeisterte zu treffen, fachzusimpeln, eine ganze Menge an Inspiration mitzunehmen und gleichzeitig in Urlaubserinnerungen zu schwelgen. Was für Geschenke sind das:

Ich bin dankbar für das Netzwerk von Filzerinnen, die hier in Essen zusammentreffen.

Ich bin dankbar für das Knowhow, das ich im Workshop von Gabriele erlangen konnte und selbst anwenden kann,

ich bin dankbar für die wertvollen Urlaubserinnerungen, die ich filzend verarbeiten kann.

Colours of Iceland – Teil 3

Heute mache ich einen kleinen Exkurs mit Euch in die Welt des Webens. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Es geht mal nicht ums Filzen…

Inspiriert wurde ich durch die Ausstellung über Anni Albers im K20 in Düsseldorf, die Ihr noch bis zum 9.9.2018 dort bewundern könnt. Danach ist sie in der Tate Modern in London zu sehen (11.10.2018 – 27.01.2019). Die Farben, Formen und Strukturen ihrer Webarbeiten sind außergewöhnlich, zeitlos und elegant. Hier sind zwei Detailfotos von Arbeiten, die mir besonders gefallen haben: 

Im Museumsshop gab es einen kleinen Webrahmen für Anfänger und Miniprojekte, den ich mir kaufte. Früher als Kind hatte ich einen Schulwebrahmen und webte damit z.B. einen Teppich für die Puppenstube. Das hatte mir viel Freude bereitet. Nun freute ich mich schon auf ein Miniprojekt. Es sollte wieder mit den Farben und Eindrücken Islands zu tun haben. 

Herausgekommen ist ein Untersetzer in schwarz-weiß mit einigen Glitzerelementen. Es sind Farben, die mich an den Diamond Beach in Island erinnern. Dort liegen große Eisstücke an einem schwarzen Lavastrand und bilden einen tollen Kontrast. Das Eis sieht aus wie Diamanten. 

Der gewebte Untersetzer ist eine feine Erinnerung daran:

Colours of Iceland – Teil 2

Ferienzeit ist Filzzeit! Da kam das Angebot von Fiona Duthie für einen online Filzkurs zur Schmuckherstellung gerade richtig. So einen Onlinekurs habe ich noch nie gemacht. Die Kursinhalte stellte Fiona alle von Beginn an zur Verfügung, sodass sich jeder Teilnehmer das heraussuchen konnte, was er/sie möchte, in seinem/ihren Tempo.

Auf dem Foto sehr ihr eine Filzfläche, die ich zur Weiterverarbeitung von Broschen verwendete und ein Armband, das in Form einer nahtlosen Kordel gefilzt wurde. Beide Dinge sind schlicht und haben eine enorme Aussagekraft für mich, da die Farben mich an meine Reise nach Island erinnern. Das Gebäude in der Fotocollage zeigt die Konzerthalle Harpa in Reykjavik.

Die Einfachheit und Eleganz der beiden Broschen, die durch die Rocailleperlen ein wenig Bling-bling erhielten, gefällt mir sehr. Sie zählen zu meinen beliebten Mitbringseln und Kleinigkeiten, über die sich jeder freut.

Colours of Iceland – Teil 1

Ihr wisst sicher, wie es ist und wie man sich fühlt, wenn man sich einen Traum erfüllt?

Dieses Gefühl konnte ich neun Tage lang auf Island genießen (Und es hält auch heute noch nach der Reise an.) Ja, genau, Ihr lest richtig. Während in Mitteleuropa die Hitzewelle alle in ihren Bann zog, machte ich Sommerurlaub auf der erfrischend kühlen, feuchten und windigen Insel.

Vor fünf Jahren war ich bereits dort. Das war im April, also im Winter, mit Schnee, Frost, Sonne, Wind, Sturm, Nordlichtern und unvergesslichen Eindrücken hatten mich Island und die Isländer fasziniert. Wie ist es möglich, in einer z. T. so lebensfeindlichen und abgelegenen Gegend zu leben mit viel Dunkelheit im Winter, Unwägbarkeiten bei den Wetterverhältnissen auch im Hochsommer und den Naturgewalten in Form von Erdbeben und Vulkanismus? Das ist eine Frage, die mich seit der Schulzeit verfolgt und mich in viele, v.a. heiße und trockene Gebiete der Erde führte.

Vor fünf Jahren also hatte ich mich auf die Gegend um Reykjavik und Borgarnes, also den Westen, konzentriert. Damals versprach ich mir, zurückzukehren und den Rest der Insel zu einer anderen Jahreszeit, im Sommer, zu erkunden, denn ich wollte die Mitternachtssonne erleben.

Nun endlich ging dieser Wunsch in Erfüllung! Ich bereiste Island entlang der Ringstraße auf knapp 1800 km. Genau genommen gingen ganz viele Träume auf dieser Reise in Erfüllung: ich sah Eisberge, Gletscherzungen, Buckelwale, Papageientaucher, Vulkane, Kraterseen, Wasserfälle, ich ritt auf einem Islandpferd und bestaunte unfassbare, unglaublich schöne und gleichzeitig bizarre Landschaften. Ich glaube, es wird deutlich, dass diese Reise mit ihren Eindrücken nicht spurlos an mir vorbeiging. Die folgenden Fotos beweisen dies:

Ihr kennt mich gut genug, um zu wissen, dass ich diese Eindrücke filzend verarbeite. Und so komme ich – auch schon – zum Titel dieses Posts „Colours of Iceland“, denn die Farben Islands beeindruckten mich auch dieses Mal nachhaltig.

Aus der von Island mitgebrachten grünen Filzwolle (Islandwolle) filzte ich ein Sitzkissen als Erinnerung an diesen wundervollen Urlaub. Islandwolle ist grob, ich glaube sie hat zwischen 27 und 31 mic. Es dauerte erst bis sie verfilzte, aber dann ging es recht schnell.

Diese grasgrüne Islandwolle wählte ich als Hinter-/Untergrund. Darauf legte ich wasserblaue Wolle mit Seidenanteil von Annemie Koenen und darauf legte ich eine Karte  mit den Umrissen Islands, die ich aus eisblauem Vorfilz geschnitten hatte. Der Schriftzug ist aus tannengrünem Vorfilz geschnitten.

Dies ist – wie der Titel prophezeit – der erste Teil der Reisenachbereitung. Freut Euch schon auf den nächsten Teil von „Colours of Iceland“.

Abschließen möchte ich diesen Post mit einem Foto eines Islandschafes, das mir am Mÿvatn See, am Mückensee, begegnete.

Kissen für Klangschale

Ich kaufte mir eine Klangschale, die ich im Unterricht in der Schule einsetzen möchte. Im Laden gab es Kissen, um die Klangschalen darauf abzustellen oder sie von dort anzuschlagen, wenn man die Klangschale nicht in der Hand halten möchte.

Als Filzerin ließ ich es mir nicht nehmen, diese Herausforderung anzunehmen und zu überlegen, wie ich ein solches Kissen (gefüllt in Ringform) herstellen kann.

Zuerst fertigte ich eine Skizze an. Die Auflagefläche der Klangschale misst 7cm. Das Kissen sollte einen Durchmesser von 14cm haben. Mit etwas Zugabe wegen der Schrumpfung landete ich bei einer Schablonenform mit 10cm innerem und 20cm äußerem Durchmesser.  So schnitt ich, nach nochmaliger Prüfung (Klangschale auf die Schablone stelle ) die Schablone aus einer dickeren Trittschallfolie.

Ich wählte ein grobes türkisfarbenes Neuseelandvlies und belegte zunächst die obere Seite der Schablone mit etwas Überstand.

Ich drehte die Schablone auf die andere Seite und schlug die überstehenden Ränder um. Auf die nun oben liegende Seite legte ich ebenfalls Vlieswolle und bedeckte die gesamte Schablone (also auch die Rückseite) mit einer weiteren Lage Vlieswolle.

Nun begann ich die Wolle anzufilzen, und seifte die schon nasse Wolle ein. Als die Wolle um die Schablone hielt, konnte ich fester reiben, rollen und kneten. Nach einer Weile, als die Wolle sich eng um die Schablone schmiegte, schnitt ich die Wolle an der Innenseite ca. 5cm lang ein und nahm sie heraus. Da es sich um einen Ring handelt, muss man sie an einer Stelle einschneiden und herausziehen.

Nun halfen heißes Wasser und noch mehr Kraft, den Filzprozess zu beschleunigen.

Den ausgespülten und in Essigwasser getränkten Ring füllte ich mit Stopfwolle und nähe das Loch mit dem Matratzenstich zu.

Nun hat auch meine Klangschale ein schönes Kissen und kann von dort angeschlagen werden.

Sieh Veränderung als Chance an!

„Lass die Vergangenheit ruhen, sie ist nicht mehr zu ändern,

lass die Zukunft auf dich zukommen,

mach dir keine unnützen Gedanken.“

Das sind Sätze, die man oft hört.

„Lebe im Hier und Jetzt, in diesem Moment,“

heißt es auch bei Achtsamkeits- oder Yogaübungen.

Hmm, so einfach ist das leider gar nicht. Oft denke ich über die Vergangenheit nach und überlege, was gewesen wäre, wenn… Oder mache mir Gedanken und Sorgen über die Zukunft. Rational betrachtet macht beides nicht viel Sinn, denn ändern kann ich das Vergangene nicht mehr und die Zukunft ist auch nicht zu beeinflussen. Ich denke, dass häufig Angst vor der Veränderung dahinter steckt.

Diese Dinge beschäftigten mich letztens als ich ein Abschiedsgeschenk für eine Kollegin filzte, die am Ende des Schuljahres pensioniert wird und für die nach 38 Jahren Dienstzeit ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Ich dachte über die Begriffe „Umbruch“ und „Veränderung“ nach und stieß auf das Englische „change“.

Hierzu ein kleiner Exkurs: Wenn ich „change“ schreibe, muss ich immer erst innehalten und überlegen, ob es mit „g“ oder „c“ geschrieben wird. Eine Verwechselung der beiden Wörter „change“ oder „chance“ könnte zu Missverständnissen führen…

Oder aber, ich mach mir dieses Missverständnis zunutze und ich kam auf den folgenden Satz:

„Take change as a chance.“

„Siehe Veränderung als Chance an.“

Das fühlte sich griffig an und ich konnte mit meinem Filzprojekt loslegen.

Schnell sollte es gehen. Deshalb wählte ich Chiffonseide als Grundlage, weißen Vorfilz als Hintergrund und schnitt die Buchstaben ebenfalls aus grauem Vorfilz aus. Für die beiden Buchstaben „c“ und „g“ wählte ich blauen und grünen Vorfilz.

Meinen Vornamen legte ich mit Wollfasern aus einer grünen Seiden-Mohair-Mischung. Das „Finish“ bekam das Filzstück durch Bügeln und Rasieren. Dadurch erscheinen die Buchstaben klarer. Die Ränder sind bewusst nicht ganz gerade gehalten bzw. geschnitten.

Zufrieden mit dem Ergebnis und der „Message“ dahinter, freute sich auch die Kollegin über das Geschenk.

Pelikan Paule

Im Grugapark bin ich häufiger Gast, weil es nicht weit von meinem Zuhause ist und weil es dort schön ist. Die bunten Blumen und Pflanzen in ihren grünen Schattierungen, die alten Bäume aus der ganzen Welt faszinieren mich immer wieder. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken!

Besonders der Pelikan, der am Margarethensee wohnt, hat es mir angetan und ist eines meiner beliebten Fotomotive:

Er ist einfach zum Liebhaben!

Was liegt da näher, als ihn als Filzobjekt in Betracht zu ziehen. Einen gefilzten Pelikan gibt es schon, und zwar Rico, den Himmelsgucker. Er ist einem karibischen Pelikan nachempfunden. Als ich ihn vor zwei Jahren filzte, wusste ich noch nicht, wie ich ihn massiv aus Wolle gestalten konnte und habe ihn gestopft. Außerdem kann er nicht alleine stehen.

Jetzt, nach dem Kurs bei Gabriele Mazaracis, konnte ich mir vorstellen, wie er als Ganzes gefilzt werden konnte. Er sollte so aussehen wie die Möwe. Nur der lange Schnabel bereitete mir ein wenig Kopfzerbrechen, denn der Pelikan durfte ja nach vorne kein Übergewicht bekommen und sollte stehen können.

Eine Skizze verhalf mir, welche Körperstellung der Pelikan bekommen konnte. Wie bei der Möwe, sollten die Schwanzfedern als zusätzliche Stütze dienen. Hier ist er noch weit nach vorne gebeugt. Das erwies sich als nicht praktikabel.

Wer zum Filzprozess Fragen hat, dem empfehle ich einen Kurs bei Gabriele Mazaracis zu besuchen. Ich bin stolz und glücklich, dass ich zuhause allein in der Lage war, win Tier zu bauen, dass ich in Gabrieles Kurs nicht gefilzt hatte. Aber durch Gabis fantastische Anleitung, meine Aufzeichnungen, Fotos und der üblichen Prisen Geduld und Durchhaltevermögen gelang es mir.

Nun stelle ich ihn vor: Peli Paule ist (inkl. Haare) knapp 30cm groß. Und fühlt sich neben den anderen Tierchen (Möwe Emma, Vogelhuhn Charly, Frosch Rana) sehr wohl.