Charly – der Huhnvogel oder das Entenhuhn

Die Lernenden unter Euch werden es kennen: lernt man etwas Neues, so behält man es nur dann im Kopf, wenn man es gleich wieder und häufig anwendet.

So dachte ich als ich das Sonderheft der Filzfun hervorkramte und nach der Anleitung eines Huhns von Gabriele Mazaracis suchte. Bei ihrem Workshop hatte ich so vieles gelernt. Nur wenn ich es gleich wieder anwenden würde und mir meine Notizen noch einmal durchlesen und verinnerlichen würde, könnte ich mir die erlernte Technik besser einprägen und weniger Fehler machen.

Also baute ich ein Huhn. Nun ja, was soll ich schreiben? Es  s o l l t e  ein Huhn werden. Tatsächlich könnte es der Form nach auch ein Vogel sein. Oder eine Ente. Ein Huhnvogel also oder gar ein Entenhuhn?

Zwei Dinge stören mich, mit drei anderen bin ich sehr zufrieden: Die Körperform ist eher entenartig und nicht huhnartig (das Foto kaschiert das wissentlich). Und die Kehllappen sind ein wenig verrutscht. Aber das macht ja nix, denn die Farbwahl, die Augengestaltung und der Gesamteindruck reißen alles wieder raus, finde ich. 😉

Traumerfüllung mit Emma, Rana, Gabi und Heike

Am letzten Wochenende erfüllte ich mir einen Filztraum.

Schon lange wollte ich eine Möwe filzen. Möwen sind faszinierende Tiere und gehören bei jedem Urlaub an und nah der See dazu. Wenn ich Möwenschreie höre, assoziiere ich sofort ein Urlaubsfeeling und Erinnerungen vergangener, schöner Aufenthalte am Meer kommen hoch.

Dieses Foto entstand im April an der Ostsee und diente als Vorlage für den Kurs „Tiere filzen“ mit Gabriele Mazaracis (Filzkram) in der KreAKTIVWERKstatt von Heike Giesbert in Essen-Werden.

Die Möwe filzte ich unter Gabis Anleitung als stehendes Tier. Sie besteht aus 100% Wolle und hat einen festen Kern. Alle Teile sind fest angefilzt. Das reizte mich an Gabis Technik.

9 Filzerinnen versammelten sich in Heikes Werkstatt, um in die Geheimnisse des Filzens von Tieren eingeweiht zu werden. Jede von uns konnte ich aussuchen, was sie filzen möchte. Dabei orientierten wir uns an Gabis Figuren, die uns alle – abgesehen von der handwerklichen Verarbeitung – mit ihrem Charm und Pfiff verzauberten.

Ich filzte die Möwe als stehende Figur. Gabi widmete sich mit ihrer unendlichen Geduld und Ruhe jeder einzelnen von uns mit viel Zeit und zeigte die einzelnen Schritte, wenn es nötig war, auch mehrfach. Sie wies uns auch auf Stolperfallen hin und beeindruckte damit, wie viel Erfahrung sie im Filzen von Tieren im Laufe der vielen Jahre gesammelt hatte. Obwohl einige von uns sich an ihren Tieren orientierten, gab jede von uns ihnen eine persönliche Note, sei es durch die Farbwahl oder Gestaltung im Detail. Aber – und das ist nicht selbstverständlich – Gabi war auch anderen Vorschlägen (Fennek, Leseratte, Dicke Dame) sehr offen und überlegte mit den Teilnehmerinnen, wie sie ihr Wunschtier verwirklichen und „verfilzen“ konnten.

Meine Möwe „Emma“ ist (inklusive der Haare) 22 cm groß und steht, dank ihres Schwanzes, ganz allein. Ausgestattet mit winzigen Glasaugen, die Gabi in ihrem Gepäck hatte, und einem Mund, den Gabi mit einer erstaunlichen Präzision und Schnelligkeit gestaltete, wurde Emma lebendig und zeigte ihren stolzen, witzigen Charakter.

Wie „einfach“ das Filzen in Gabis Händen wirkte und wie schwierig die Ausführung für uns war, erfuhren wir am nächsten Tag, als viele von uns ein zweites Tier gestalteten. Oft musste Gabi eingreifen und schlimmstes verhindern, als wir die Tiere mit mehr Selbstständigkeit falsch zusammenbauen wollten. Gut, dass sie überall ihre Augen hatte!

Ich entschied mich für einen Frosch, denn ein paar Tage zuvor hatte ich im Grugapark in Essen einige beobachten und fotografieren können.

Es wurde ein hockender Frosch mit pinkfarbenen Füßen und Haaren (er hat eine leichte Naturwelle, wie ihr seht). Dafür eignete sich eine grüne melierte Wolle hervorragend, die ich in meinem Wollbestand fand.

Rana, der Frosch, und Emma, die Möwe, verstehen sich sehr gut, wie ihr auf folgendem Foto erkennt, sie sind inzwischen best friends, und zogen guter Dinge in ihr neues Zuhause ein. Das hängt sicher auch mit der angenehmen, entspannten Filzathmosphäre statt, bei der sie in Heikes Werkstatt entstanden. Heike verwöhnte uns nicht nur mit leckerem, gesundem Essen, Getränken und Snacks, sondern auch mit Wollvorräten und Filzutensilien. Wie angenehm ist es, zu einem Filzkurs zu fahren und nicht alles mitzuschleppen. 
Wie zu Beginn erwähnt, träumte ich bereits eine Weile davon, eine Möwe und andere Tiere komplett aus Wolle mit einem Kern beginnend zu filzen. Zu lange (2010) sind die Erfahrungen beim Filzkurs „Viecheria“ mit Susanne Wetzel in Göttingen her. Damals entstanden das Brombeer- und Blaubeerviech und war ich noch filzunerfahrener als heute.

Interessant ist allerdings, dass beide Filzerinnen, Gabi und Susanne, die gleiche Wortwahl haben und vom „Bauen“ von Figuren sprechen. Wie schön, dass wir nun eine Bauanleitung haben, die ich möglichst bald wieder umsetzen möchte, um das Erlernte nicht zu vergessen.

Wer auch Lust hat, solche Tiere zu bauen und sich in schöner Filzumgebung inspirieren lassen möchte, kann dies im nächsten Jahr tun, wenn Gabriele Mazaracis wieder nach Essen-Werden kommen wird: 30.-31.03.2019. Vielleicht sehen wir uns?

Klein, aber oho – ein Mini-Bügeltäschchen

Die kleineren Filzdinge haben es mir angetan. Das hat drei Gründe:

  1. Die Herstellung dauert nicht lange, sodass ich ein solches Projekt auch leicht und schnell bewältige. In einer oder in anderthalb Stunden bin ich fertig damit und halte ein schönes Objekt in den Händen.
  2. Ich benötige nicht viele Materialien und habe sie i.d.R. zuhause. Auch Reste lassen sich für kleine Projekte problemlos aufbrauchen.
  3. Diese kleinen Dinge lassen sich gut verschenken, sind ein willkommenes Mitbringsel, und jeder kann sie für irgendetwas gebrauchen.

Aus diesen Gründen bestellte ich kleine Bügel für Bügeltäschchen. Wie könnte es momentan anders sein? Noch immer befinde ich mich im Bügeltaschenmodus. Die Bügel haben eine Breite von 5cm. Die fertigen Täschchen ergeben eine Länge von ca. 8cm, d.h. es handelt sich um ein Minibügeltäschchen. Die Bügel sind außerdem mit einem Schlüsselring ausgestattet, sodass man das Täschchen z.B. an einer Handtasche befestigen oder als Schlüsselanhänger verwenden kann.

Wiederum geht es beim Filzen um die Oberflächengestaltung des Täschchens. Ich wählte handgefärbte Wolllocken, Seidenfasern und feinste Merinowolle aus. Zum Größenvergleich legte ich eine 1€-Münze dazu als ich das Foto machte.

Wie gefällt Euch dieses Täschchen? Es ist (erst) der Anfang einer neuen Serie von Minibügeltäschchen, denn die Bügel wurden im 5er-Pack verkauft 😉

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Ele, der Türstopper

Ein neuer Türstopper musste her, denn der industriell gefertigte löste sich in Wohlgefallen auf und hinterließ häßliche Spuren auf dem Boden. Nun ja, dachte ich, das ist ja kein Problem, da ich filze ich mir einen.

Beim Filzertreffen letztens in Heike Giesberts Kreativwerkstatt bot sich die Gelegenheit. Australische Neuseelandmerinowolle in grau meliert wählte ich und nahm meinen bewährten Türstopper, die Miezekatze, zum Vorbild.

Die Schablone der Mieze hatte ich noch, sie war 2013 entstanden als ich regelmäßig jede Woche einen Filzkurs besucht hatte.

Nun sollte es ein Elefant werden. Damit ich nur die Ohren separat anfilzen musste, wählte ich eine Schablone, die den Ele von der Seite zeigt. Das untere Foto zeigt, wie auf der Oberseite und der Unterseite bereits eine Lage Vlies vorhanden war. Die Ränder der Unterseite mussten nach oben geklappt werden, sie standen noch über.

Als ich das nächste Foto machte, wurde der Ele bereits mit zwei Lagen Vlieswolle gewärmt. Die Ohren filzte ich vor, wobei ich die Seite, die an den Körper kam, trocken ließ. Diese trockene Seite legte ich an die umfilzte Schablone und fixierte sie mit einer Filznadel. Dann hieß es reiben, reiben und reiben, bis beiden Ohren fest mit der Schablone verbunden waren.

Die Schablone schnitt ich unten großzügig auf und stopfte den Ele bis auf das letzte Stück mit Stopfwolle. Im unteren Teil stopfte ich ihn mit einem mit Vogelsand gefüllten Gefrierbeutel aus. So bekommt er Stabilität und wird seiner Aufgabe als Türstopper gerecht.

Als Ele getrocknet waren, begannen die Feinarbeiten. Er erhielt seine Haare und ein Schwänzchen aus der Vlieswolle. Und ich nadelte Augen, Wimpern, Mund und Nasenlöcher auf. Er ist ca. 30 cm hoch.

Muttertag 2018

Was bekommt die Mutti einer Filzerin, die sich gerade im Bügeltaschen Filzfieber befindet zum Muttertag geschenkt? Genau, natürlich eine Bügeltasche! Diese ist standesgemäß im Muttertagsdesign in rot mit eingearbeitetem Herzchen.

Das Herz besteht aus Vorfilz, den ich übrig hatte von einem ersten Versuch, eine Bügeltasche mit Herzchen zu filzen.

Seidenstoff, Seidenfäden etc. machen die Oberfläche abwechslungsreich und interessant. Ein farblich passendes Garn integriert den Bügel. Das eingefilzte Herz ist sichtbar, aber nicht aufdringlich.

Weil die Beschenkte diesem Blog folgt, kann ich diesen Beitrag erst heute, am Muutertag freischalten 🙂