Ringkissen

Es gibt immer Dinge beim Filzen, die ich noch nie gemacht habe. Diesmal ist es ein Ringkissen für eine bevorstehende Hochzeit. Schlicht, aber edel und ein bisschen romantisch sollte es sein. Ich wählte schneeweiße Wolle im Kammzug, cremeweiße Seide in der Faser und weiße Seide eines alten Tuchs aus meiner Seidenmalzeit, sowie eine cremefarbene Seiden-Mohair Wollmischung.

Die äußere Herzform des Kissens wiederholt sich als innere Herzform, die mit dem Seidentuch unterlegt ist und ein schönes Muster bildet:

Die beiden Schleifen, an denen die Ringe befestigt werden, sind aus schmalem Satinband und wurden nachträglich angenäht.

Buchhülle

Aus einer Schablone von 47 x 32cm ergibt sich bei feinem zweilagigem Auslegen eine Buchhülle für ein solches Sketchbook der Größe 14 x 21,5cm.

Feine handgefärbte Merinowolle von Sibylle in grasgrün und Seidenreste des Schals sowie die Nunotechnik finden Verwendung.

Ich legte die Wolle gleichmäßig um die gesamte Schablone und schnitt später das Mittelteil auf der Innenseite heraus, sodass sich die Laschen für den Einband ergaben. Das folgende Foto verdeutlicht, wo der Mittelteil heruageschnitten wurde. Diese Filzreste ergeben z.B. hübsche Lesezeichen.

Dass die Ränder nicht 100%ig gerade sind, stört mich nicht, es passt zum Gesamtobjekt.

Die Lichtverhältnisse sind auf dem obigen Foto nicht optimal, aber ich kann Euch versichern, dass die Waage nur 27g anzeigt.

Schal in Nunotechnik

Vielleicht haben es einige von Euch schon bemerkt? In der Kategorie „Über mich“ gibt es ein neues Foto von mir… mit neuer Brille. Sie ist petrolfarben und sehr filigran.

Meine Aufgabe als Filzerin war sonnenklar: es musste ein farblich passender Schal her. Die handgefärbte Wolle bekam ich von Sybille von Eschenlohr, 16mic, sehr fein, genau der passende Farbton, was wollte ich mehr? Es sollte ein dünner, langer Schal werden, nunogefilzt, also mit Stoffgrundlage.

In meiner Schatzkiste voller Stoff- und Seidenreste fand ich verschiedene Blautöne, die zum Petrolton passten und legte los. Die Merinowolle breitete ich auf einer Breite von 40cm aus und legte verschiedene Stoffstücke darüber, die sich überlappten. Der ausgelegte Schal war ca. 300cm lang. Die Seidenteile waren ausgediente Seidenschals (Chiffon und Pongé) und recht dünn, deshalb ging der Filzprozess erstaunlich schnell.

Ich bin nicht so der Rolltyp, sondern reibe lieber gern und merke so direkt, ob und wie stark Stoff und Wolle ineinandergreifen.

Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden. Das Auslegen gestaltete sich zu einer lohnenswerten Geduldsprobe: zwei dünne Schichten ergaben eine feine Fläche ohne Löcher. Der Schal ist 64g leicht und trägt sich wunderbar. Die Muster der Seidenschals ergaben interessante neue Wendungen, dadurch dass die Seide mit der Wolle schrumpft.

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Bei Facebook und Instagram findet Ihr auch einige meiner „nichtfilzigen“ Fotos. Dass ich gerne knipse, ist keine Neuigkeit für Euch. Für das Ablichten meiner Filzobjekte nehme ich mir immer viel Zeit, damit sie gut zur Geltung kommen.

Vier meiner derzeitigen Lieblingsfotos zeige ich Euch hier. Sie entstanden in den letzten zwei Wochen im Grugapark hier in Essen, wo ich oft spazieren gehe:

Ausstellung „Frauenzimmer“ in Siegburg

Vor einem Jahr war ich das erste Mal in Siegburg und schaute mir die Ausstellung „Soul of Felt“ an. Damals stellten Filzerinnen aus dem russischsprachigen Raum ihre Arbeiten aus und demonstrierten live wie sie filzten. Es war mit Abstand die beste Filzausstellung, die ich je gesehen habe!  Und das sind ja mittlerweile einige. Hier ist eine Zusammenstellung. Von allen Ausstellungen, die ich bisher besuchte, gibt es einen Bericht.

Die Ausstellung in diesem Jahr ist ebenfalls von Ricarda Aßmann organisiert und kuratiert. „Frauenzimmer“ mit dem Zusatz „WeibsBilder und textile Geschichten“ zeigt vom 02. September bis zum 15. Oktober 2017 in der Kunsthalle des JungenForumKunst Siegburg e.V. (täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet) Arbeiten von 20 Filz- und Textilkünstlerinnen aus 6 Nationen.

Jede der Künstlerinnen hat in der Halle einen Bereich, sozusagen ihr Zimmer. Es ist schier unglaublich, welche Vielfalt präsent ist. Besonders gut gefallen mir die Arbeiten von Sandra Struck-Germann, Ricarda Aßmann, Karen Betty Tobias (bei allen 3 habe ich schon Kurse besucht), Yvonne Zoberbier und Kira Outembetova.

Hier seht Ihr einige Details der ausgestellten Arbeiten. Sie sollen anregen, die Ausstellung zu besuchen, deshalb poste ich hier nur Details und nur wenige Fotos. Es lohnt sich sehr, nach Siegburg zu fahren. Es ist geradezu unfassbar, welche Arbeit, Mühe, Kraft, Kreativität und welches Durchhaltevermögen und Wissen über Materialien und Techniken in jeder Arbeit steckt.

Das Begleitprogramm ist mit Live-Demonstration und Workshops abwechslungsreich gestaltet.

Den krönenden Abschluss bildet der Shop der Ausstellung: handgefärbte, feine Wolle, umfilzte Notizbücher, Taschen, Anhänger, Anstecker, Knöpfe, Walkwerkzeuge, Teewärmer und Schlüsselpüppchen sind nur einige der Schätze. Letztere sind von unglaublicher Farbigkeit und strahlen eine feine Wärme aus. Seht selbst!

Meine Empfehlung: Fahrt unbedingt hin und bestaunt diese vielfältige Auswahl der heutigen Filz- und Textilwelt!