Neue Wege im Filzen – die Challenge mit Yara

Im Februar besuchte ich den Fingerpuppenkurs mit Yaroslava Troynich in den Niederlanden. Es scheint nun – nur drei Monate später – wie in einer anderen Zeitrechnung gewesen zu sein: v.C. (vor Corona). Das Virus war nur kurze Zeit ein Thema am Filztisch, es wütete noch weit weg im fremden China, glaubten wir, obwohl zu der Zeit in der Gegend an der niederländischen Grenze ein bereits ein Infektions-Hotspot war, wie wir heute wissen… Nun ja, lassen wir das C-Thema mal beiseite und wenden uns den schönen Konsequenzen dieser Zeit zu, dem Online-Filzen.

Im Workshop erklärte Yara beinahe beiläufig, dass sie Anfang des Jahres eine Challenge ins Leben gerufen hatte mit dem Hashtag #bibabowildmarathon. Und das geht so: Alle zwei Wochen sammelt sie Tiervorschläge und lost dann am Samstag einen dieser Vorschläge aus. Dieses Tier kann man dann filzen oder nähen oder malen oder irgendwie gestalten und bei Instagram unter dem Hashtag und/oder in der Story posten. Yara stellt dann Collagen zusammen von all den Werken.
Es ist sehr inspirierend zu sehen, welche verschiedenen Versionen und Farbvarianten zustande kommen. Die meisten Einsendungen sind tatsächlich gefilzt, nass oder mit der Nadel. Die meisten Einsendungen sind von russischsprachigen Filzerinnen, aber, wenn man nix versteht, macht das ja nix, denn die Fotos sprechen für sich und über Emojis gelingt es jedem, seine Begeisterung, Anerkennung oder seinen Dank auszusprechen. Mittlerweile sind über 700 Tiere eingegangen. 

Mit dem Virus hat diese Challenge für mich noch einmal eine andere Dimension bekommen, weil die internationale Filzwelt in der Online-Community näher zusammengerückt ist. Besonders in der ersten Phase musste ich nicht jeden Tag in der Schule sein und hatte ein bisschen mehr Zeit für mich, fürs Filzen. Aber such jetzt, mit vollem Einsatz im CoronaAbitur, finde ich Zeit, um mitzumachen und mich abzulenken.
Es macht auch Spaß und ist reizvoll, sich in den zwei Wochen Gedanken zu machen, wie das Tier filztechnisch umzusetzen ist. Diesmal ist es ein Schnabeltier. Wie bekomme ich den Schnabel hin, wie das Fell und den üppigen, flauschigen Körper, wie die großen Hände oder Pfoten? Wie heißen die denn beim Schnabeltier? Soll ich eine Fingerpuppe machen oder nicht?

Bisher filzte ich diese Tiere: Elch, Frosch, Erdmännchen, Hecht, Seepferdchen. Links oben seht Ihr das Erkennungslabel von Yaras Challenge.


Beim Zusammenstellen der Collage fiel mir auf, dass sie alle einem Farbspektrum angehören: beige-grün. Es sind alles kleinere Filzarbeiten, die etwa einen Zeitumfang von zwei Stunden in Anspruch nehmen. Gerne filze ich z.B. sonntags abends während der Tatort läuft.

Ich würde mich freuen, wenn vielleicht die ein oder andere Filzerin durch diesen Blogpost inspiriert wird, ebenfalls bei der Challenge bzw. dem Marathon mitzumachen. Man muss natürlich nicht jede Woche dabei sein und kann das Tier auch später noch „einreichen“ und hochladen. Frei nach dem Motto: Nichts muss, ales kann. Also, sehen wir uns bei Instagram unter dem Hashtag #bibabowildmarathon wieder?

Neue Wege im Filzen – neue Blogpostreihe

Eigentlich, ja eigentlich wäre ich am Sonntag aus London zurückgekommen. Ich hatte mich auf eine Wochenendreise dorthin gefreut, um am AGM, am jährlichen Treffen der International Feltmakers Association teilzunehmen und ein wenig internationale Filzluft in der Weltstadt zu schnuppern.
Nun ja, daraus wurde ja aus bekannten Gründen nichts.
Überhaupt sollte mein Filzjahr 2020 unter dem Stichwort „Internationalität“ stehen. Ich wollte mich bei Workshops weiterbilden, die durch international bekannte Dozenten geleitet werden und wollte mit Filzerinnen aus dem Ausland Kontakte knüpfen.
Das ging ja auch Mitte Februar gerade noch gut, als ich Yaroslava Troynich in den Niederlanden kennenlernte und von Ihrem Filzwissen zu Fingerpuppen profitieren konnte. Darüber schrieb ich einen Blogbeitrag, den Ihr hier nachlesen könnt. Das erscheint nun, nur wenige Wochen später, geradezu Lichtjahre her gewesen zu sein.
Warum ich trotz oder – besser gesagt – wegen der Coronakrise die letzten Wochen viel filzen konnte und filzmäßig noch nie so international unterwegs war, erzähle ich Euch in einer neuen Blogpostreihe, die ich hier in loser Folge posten werde. 

Für mich war die Krise ganz abrupt von jetzt auf gleich greifbar mit der Schulschließung Mitte März. Plötzlich brach meine Struktur, mein geregelter Tagesablauf zusammen, und ich schwankte zwischen Erleichterung über gewonnene Freiheit und freierer Zeiteinteilung, zwischen der Enttäuschung über nicht stattfindende Reisen und zwischen Angst vor der Zukunft. Unsicherheit, Ungewissheit und Sorge präg(t)en meine Corona-Zeit. Wie geht es mit der Schule weiter? Wie kommen die Schüler in der häuslichen Situation mit Distanzlernen zurecht? Stecke ich mich an, wenn ich Einkaufen und Spazieren gehe? Wie geht es meinen Eltern, wenn sie nicht rausgehen sollen, weil sie über 80 und vorerkrankt sind? Das ständige Auf und Ab der Gefühle war wie Achterbahnfahren. So schnell kam mein Verstand gar nicht hinterher.

Mein Hobby, das Filzen, gab mir Halt, und die Kreativität gab mir die nltige Ablenkung. Nach und nach entwickelten verschiedene Filzerinnen Onlineangebote, weil sie ihre geplanten Präsenzkurse nicht wahrnehmen konnten. Ihnen konnte ich häufig aufgrund meines teilweisen Home Offices nachgehen. So filzte ich in den letzten Wochen mit Maria Friese, mit Galina Titova, mit Yaroslava Troynich und mit einer Anleitung von Fiona Duthie und verabredete mich mich mit anderen Filzerinnen, mit denen ich befreundet bin, zu einem virtuellen Filzertreffen per Videochat.

Das Kreativ- und Produktivsein half mir, mein Gedankenkarussel zumindest für diese Zeit zu stoppen und konzentriert im Hier und Jetzt zu sein. Die Krise und Nachrichten waren erstmal vergessen. Ich war im Flow. Eine große Rolle spielte auch Social Media und die damit verbundenen weltweiten Kontakte mit Gleichgesinnten, die alle in derselben Krise steck(t)en.

In der Collage seht Ihr meine FilzSis, die ich in den folgenden Blogposts näher vorstellen werde. Und Ihr seht mich… Es ist eines von wenigen Fotos, ein Selfie, das vor zwei Wochen im Essener Grugapark entstand, der nach sechs Wochen wieder geöffnet hat und zwischen Filzen, Arbeiten eine  wichtige Oase der Ruhe ist.

Viele von Euch mögen die Fotos von meinen Social Media Seiten auf Facebook und Instagram schon kennen, aber Ihr kennt die Geschichte dahinter nicht, die ich hier erzählen möchte, nach und nach, sonst wäre dieser Blogpost irrsinnig lang. Ihr dürft also gespannt sein!

 

 

 

 

 

 

Fingerpuppen mit viersprachigem Kulturaustausch

Etwa eine Autostunde von Essen entfernt liegt Swalmen, ein kleines niederländisches Örtchen mit dem Atelier Het Wolbeest von Alexandra an der Poel. Sie hatte Yaroslava Troynich eingeladen, eine russische Filzerin, die in Helsinki wohnt und sich auf das Filzen von Hand- und Fingerpuppen spezialisiert hat.
Yaroslava hatte ich in Siegburg 2016 bei der Ausstellung „Soul of Felt“ kennengelernt. In einer Live Demonstration zeigte sie, wie sie einen Eisbären filzt. Seitdem bestand bei mir der Wunsch einen Workshop mit Yaroslava zu besuchen. In Helsinki bietet sie nur Kurse für Einheimische an. Bei Wollknoll ist sie auch regelmäßig zu Gast, aber das Angebot passte zeitlich nicht. Außerdem ist ein Workshop bei Wollknoll mit viel Aufwand verbunden (An- und Abreise, Übernachtung). Dies gestaltete sich in Swalmen viel einfacher.

Yaroslava machte von Anfang an deutlich, dass dies ein Power-Workshop sein würde, der ursprünglich auf zwei Tage ausgerichtet war. Wir sollten in die Geheimnisse ihrer niedlichen Fingerpuppen in nur einem Tag eingeweiht werden.
Im Vorfeld hatten sich alle überlegt, welche Tiere sie filzen wollten. Bis zu drei würden wir schaffen können. Maus, Eule und Elefant suchte ich mir aus.

Yaroslava hatte ganz viele ihrer Fingerpuppen mitgebracht, die ich von Fotos im Internet kannte. Aber so in Natura sahen viel schöner, niedlicher und auch kleiner aus, sodass wir uns auf ganz schön fummelige Filzarbeit einstellten.

Doch zunächst erzählte Yaroslava, wie sie zum Filzen kam. Sie fing damit an, um einen Ausgleich zu ihrer journalistischen Arbeit zu haben. Für die anderen Teilnehmerinnen, die aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden kamen, war es zum Teil das erste nassgefilzte Objekt. Das war aber überhaupt kein Problem, weil Yaroslavas Erklärungen für alle verständlich waren. Ein Wirrwarr an Sprachen machte sich breit: Englisch als Unterrichtssprache gemischt mit Niederlänsch, Deutsch und Russisch. Wir tauschten uns aus über das Leben und Kulturen in verschiedenen Ländern. Wie immer bei Workshops kam das soziale Miteinander nicht zu kurz.
Versorgt wurden wir von Alexandra mit Kuchen, Suppe, Salat, Fingerfood, Saft, Wasser, Kaffee und Tee.

Wie das so ist mit kleinen, feinen Filzarbeiten, dauerte auch hier das Anfertigen einer Fingerpuppe lang. Schließlich sollte ja aus der Wolle eine stabile hübsche 3D-Figur werden. Yaroslava betonte, dass das Ausformen wichtiger sei als die Schablone.
Aber es machte Spaß zu sehen, wie meine eigenen Figuren und die der anderen sich von einer flachen in Wolle gehüllten Schablone in Fingerpuppen mit Charakter und Leben verwandelten. Jede von uns konnte zwei fertige Figuren mit nach Hause nehmen. Bei mir waren es Maus und Eule, die ich Euch hier vorstelle: Mina Mouse und Oliver Owl.
Und ich nehme mir vor, den Elefanten möglichst bald selbst zu versuchen nach der Anleitung von Yaroslava, damit ich alles, was ich lernte, wiederholen kann. Und das ist eine ganze Menge!

Damit der Kontrast besser ist, knipste ich die beiden lustigen Gesellen vor einem wolkig-blauen Hintergrund.

Herzlichen Dank, liebe Yaroslava, für den tollen Workshop, den Du so gut geplant und vorbereitet hattest, dass ich praktisch gar nichts mitbringen brauchte, sogar Wolle stand uns zur Verfügung. Toll ist auch, dass die Fingerpuppen aus Wollresten entstehen. Und Herzlichen Dank an Alexandra für die vorzügliche Versorgung!

Als Souvenir durften für mich Vanillewaffeln und Pralinés vom Bäcker nebenan nicht fehlen. Hmm, lecker!

Anleitung für eine Mini-Bügeltasche


Letztens erzählte ich Euch, liebe Filzfreunde, von unserem FilzertreffenFilzertreffen und der daraus resultierenden Kollektion von Bügeltaschen. Ich bin ja danach in einen regelrechten Bügeltaschenflow geraten. Ich möchte Euch die Anleitung für die Mini-Bügeltasche nicht vorenthalten. Hier ist sie nun.
Für sie benötigt Ihr feinen Kammzug (16 mic ist ideal) und Stoffreste (bevorzugt Seidenstoffe) zum Verzieren.

Die Schablone für die Mini-Bügel (4,5cm Größe) sieht so aus:

Ich legte zwei dünne Lagen grüne Kammzugwolle kreuzweise um die Schablone. Oben, an der kleinen Rundung, wo später der Bügel angenäht wird, legte ich eine weitere Lage Kammzugwolle zur Verstärkung aus.

Aus alten Seidenschals und anderen Glitzerstoffen schnitt ich schmale Streifen und legte sie auf die Vorder- und Rückseite. Auf dem folgenden Foto erkennt Ihr, wie sich die Wolle bereits durch die Stoffe gearbeitet hatte.

Dieses Filzprojekt mag ich deshalb so, weil es wenig Platz beansprucht und Ihr es auf einer kleinen Matte (etwa DinA4-Format) ohne viel Platzbedarf filzen könnt. Außerdem hält sich der Zeitaufwand ebenfalls in Grenzen.

Nach dem Anfilzen und Weiterfilzen wird die Tasche oben, entlang der späteren Öffnung, aufgeschnitten und weiter gefilzt. Zwischendurch kontrollierte ich immer wieder, ob der Bügel bereits passt.
Als das der Fall war, spülte ich die Tasche aus und legte sie kurz in Essigwasser. Nach dem Trocknen nähte ich den Bügel mit grünem Stickgarn an die Tasche. Das ist bei der Mini-Bügeltasche ein wenig fummelig. Mit einer kurzen Nähnadel geht es ganz gut.
Zum Größenvergleich machte ich das Foto mit Geldschein und Münzen. Wie bereits mehrfach erwähnt, handelt es sich um eine MINI-Bügeltasche.
Fotos der Vorder- und Rückseite und ein Detailbild zeigen die Einzigartigkeit dieser Filzprojektes.




Viel Spaß beim Nachfilzen! Ich würde mich freuen, wenn Ihr Eure Ergebnisse postet.

Happy New Year! Welcome 2020!

Happy New Year, dear felters!
Alles Gute zum neuen Jahr, liebe Filzfreunde!

Kurz vor Jahresschluss packte mich die Filzlust, und ich nutzte Vorfilz, den ich vor einiger Zeit aus weißem Vorfilz mit Seidenfasern und Wollfäden hergestellt hatte. Daraus schnitt ich die Zahlen 2020 und raute sie an der Unterseite an. Mit feiner, handgefärbter 16Mic Merinowolle legte ich eine Bügeltasche aus und legte die Zahlen auf. Vorsichtig mit der Nadel auf der Tasche fixiert und unter einem Fliegengitter angefilzt, hielten die Zahlen gut und heben sich von der Tasche ab. Hier seht Ihr den dokumentierten Filzprozess:

 

Shortly before the end of the year I was seized by the desire to felt, and I used pre-felt, which I had made some time ago from white pre-felt with silk fibres and wool threads. From this I cut the numbers 2020 and roughened them on the underside. With fine, hand dyed 16mic merino wool I laid out a bag and put the numbers on. Carefully fixed on the bag with the needle and felted under a fly screen, the numbers held well and stood out from the bag. Here you can see the documented felting process:

Soulfelt meets Soulfood – ein kleines, feines Filzertreffen

Was gibt es schöneres als „Zwischen den Jahren“, wenn die Zeit so gut wie stillsteht, einen ganzen Tag des kreativen Schaffens zu widmen und mit gleichgesinnten Filzerinnen zu verbringen? So einen tollen Tag erlebte ich und möchte Euch davon berichten.
So geschah es also, dass sich vier fortgeschrittene Filzerinnen am Niederrhein trafen. Susanne Hantzsch, herzlichen Dank für Deine Einladung zu „Soulfelt meets Soulfood“. Danke fürs Wiedersehen, Elisabeth Grates und Petra Schmidt. Es war fabelhaft! Das kann ich schon einmal vorwegnehmen.

Wir hatten uns das Thema „Taschen“ vorgenommen. Doch zunächst überlegten wir, in welchen Filzzusammenhängen wir uns schon getroffen hatten. Petra kannte ich vom Workshop von Annemie Koenen. Susanne hatte ich beim Filzkolleg in Düsseldorf und beim Workshop von Ricarda Aßmann in Siegburg gesehen. Lisa hatte ich auch beim Filzkolleg 2017 „in Natura“ gesehen. Zudem waren wir alle vier über Social Media miteinander verbunden.

Wir begutachteten und bestaunten unsere letzten Filzergebnisse und -planungen und überlegten, welche vergangenen und kommenden Workshops im In- und Ausland lohnenswert sein könnten.

Dann beschäftigten wir uns natürlich auch mit dem Filzen von Taschen, insbesondere mit Bügeltaschen.
Diesen hatte ich vor einiger Zeit meine Aufmerksamkeit gewidmet. Hier könnt Ihr darüber nachlesen:

Mini-Bügeltäschchen, Black-Beauty – schwarze Bügeltasche, Muttertag – rote Bügeltasche mit Herz, Bügeltasche aus Seidenresten, Urlaubsfilz – 2 Bügeltaschen in Beerentönen und Perlmutt, orangefarbene längliche Bügeltasche 

Da waren einige zusammengekommen. Leider hatte ich alle verschenkt und konnte zum Filzertreffen noch nicht einmal ein Anschauungsexemplar mitbringen. Aber ich konnte auf meinen Blog verweisen und mein Know-how weitergeben. Ich hatte bisher mit zwei Bügelgrößen gearbeitet: Minibügel mit 4,5cm Durchmesser und die größere Variante mit 8,5 cm Durchmesser. Die passenden Schablonen, mit denen ich prima klarkam, hatte ich mitgebracht.

Bei diesen beiden Größen blieb ich auch dieses Mal, weil sie sich als praktikabel erwiesen hatten. Besonders die Mini-Variante hatte es mir angetan. Diese wählte ich für eine grünes Täschchen, um wieder nach längerer Filzpause ein Filzfeeling zu entwickeln. Außerdem filzte ich ein pinkfarbenes größeres Täschchen. Dieses hat sogar eine Innentasche. Solch eine hatte ich vorher noch nie gefilzt. Jetzt hatte Lisa mir eine tolle Methode beigebracht. Dankeschön!

Doch nun zurück zum Filzertreffen. Petra und Susanne probierten mit meinen Schablonen, Lisa hatte sich einen größeren, eckigeren Bügel mitgebracht. So filzten wir in fröhlicher Runde vor uns hin. Petra knipste uns zwischendurch mal „in Aktion“. Deshalb ist sie selbst nicht, aber ihr Arbeitsplatz (vorne rechts) zu sehen. Links seht Ihr Lisa, Susanne steht in der Mitte und ich werkle rechts. 

Uns ging es sehr gut, wie Ihr sehen könnt. Unser Treffen hatte Susanne nicht umsonst „Soulfelt meets Soulfood“ genannt. Sie legte großen Wert auf unser Wohlbefinden und versorgte uns wunderbar mit einer Quiche und Mousse au Chocolat. Hmm, war das lecker! Liebe Susanne, toll, dass Du den Spagat zwischen Selbst-Filzen und Kochen so gut hinbekamst und Dein neues feines Filzreich mit dem tollen Tisch für uns zur Verfügung stelltest.

Die drei anderen Filzbegeisterten versuchten sich ebenfalls an Bügeltäschchen und verfielen, wie ich auch, dem Taschenrausch. Seit unserem Treffen posten wir täglich neue Varianten unsere Täschchen und freuen uns an Ausführungen und Farben. Auch wenn die Art und Form ähnlich sind, entstehen unterschiedliche Täschchen. Schön, dass jede von uns einen eigenen Stil entwickelt.

Hier sind ein paar Fotos, die ich teilen darf:

Eine Mini-Bügeltasche von Susanne Hantzsch mit eingefilzten Stoffen und ein wenig Glitzer. Ich liebe Glitzer!

Eine größere und kleinere Bügeltasche mit eingefilzter, handgefärbter Seide von Petra Schmidt sehen vor dem weihnachtlichen Hintergrund sehr edel aus. Von innen sieht man, dass sie feine Wolle verwendete hatte.


Als nächste präsentiere ich eine größere, eckige Bügeltasche mit Kette, die man über dem Arm tragen kann: Elisabeth Grates hat original Harris Tweed eingefilzt, den Susanne von Stornoway (Outer Hebrides) in Schottland mitgebracht hatte. Auf dem zweiten Foto sieht man die blaue Innentasche.

Elisabeth versuchte auch erfolgreich einen Polyesterstoff einzufilzen. Zuerst war dieser widerspenstig, aber mit der nötigen Geduld ließ er sich doch auf eine Verbindung mit der Wolle ein. Ein richtig plüschiger Stoff ist entstanden!

Und, was sagt Ihr jetzt, liebe Leserinnen und Leser? Ich bin ganz hin und weg, welche filzerische Energie sich beim Herstellen der Taschen entlud. Eine ganze Kollektion haben wir auf den Weg gebracht, jede von uns auf ihre Weise.
Ihr drei lieben Filzerinnen, ich danke Euch für das inspirierende Treffen! Ich fuhr beseelt und reich an Anregungen ins Ruhrgebiet und weiß gar nicht, was ich zuerst ausprobieren soll…

… den Herrn Engel, so wie Du ihn auf zauberhafte, humorvolle Weise umgesetzt hast, liebe Petra Schmidt?
… geraffte Stulpen?
… eine Baskenmütze?
… weitere Bügeltäschchen?

Liebe Leserinnen und Leser, Ihr dürft gespannt sein! Wartet auf den nächsten Blogpost.

Auf jeden Fall nehme ich mir vor, mehr Filz in das neue Jahr zu integrieren. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Euch im nächsten Jahr!

Last Minute Geschenkidee

Liebe Filzfreunde,

heute teile ich eine Idee eines Last-Minute Geschenks. Es hätte sich als Weihnachtsgeschenk geeignet, ist aber auch eine kleine, feine Idee für die Silvesterparty, z.B. als Tischdekoration: ein Christmas Cracker oder Knallbonbon.
Für diese Knallbonbons benötigt Ihr eine Papprolle, Geschenkpapier, Geschenkband, Tesafilm, etwas Konfetti (Ich entschied mich für Sternkonfetti), eine Kleinigkeit zum Befüllen (Ich entschied mich für eine kleine Tube Handcreme) und einen gefilzten Stern.

Diesen schnitt ich aus einer Fläche, die ich aus weißem Vorfilz angefertigt hatte. Diesen hatte ich mit weißen Seidenfäden und grauem Wollgarn garniert. Nach dem Trocknen hilft das Bügeln der Filzfläche, eine glatte Fläche zu erhalten, die sich leicht schneiden lässt. Die Seidenfäden und das Wollgarn sorgen für ein wenig Glanz.
Selbstverständlich sind andere Farbgestaltungen und Motive denkbar. Das aufgeklebte Filzobjekt lässt sich weiterverwenden und beispielsweise als Dekorationsobjekt aufhängen.


Es würde mich freuen, wenn ich Euch mit diesem Post und den Fotos einige Anregungen geben konnte.