Ballonblumen zum Felt United Day 2019

Als Mitglied der Facebook Gruppe „Felt United“ bekam auch ich die Einladung zum Felt United Day am 05.10.2019 zum Thema „How your garden grows“ einen passenden Beitrag zu filzen und zu posten.

Nun habe ich ja gar keinen eigenen Garten, weil ich mitten in der Stadt wohne. Mein großer Garten ist der Grugapark, der sich nur wenige hundert Meter entfernt befindet und zu jeder Jahreszeit eine Oase der Entspannung ist.

Meine eigene grüne Oase ist jedoch mein Balkon, der sich im Sommer wie ein weiteres Zimmer der Wohnung anfügt. Dort gelingt es mir jedes Jahr mehr und mehr Pflanzen zu überwintern.

Hier bekommt Ihr einen kleinen spätsommerlichen Einblick:

Besonders angetan haben es mir Ballonblumen, die ich nun schon über drei Winter gebracht habe. Jedes Jahr im Frühling treiben die Wurzeln neu aus. In diesem Jahr sind die Pflanzen ca. 50cm hoch gewachsen und haben den heißen Sommer sehr gut überstanden. Ich habe blaue und weiße Ballonblumen, wobei mir die blauen am liebsten sind. Sie leuchten im Abendlicht ganz eigenwillig. Ihre Formen im geschlossenen und offenen Zustand haben es mir besonders angetan.

Diese filzte ich zum Felt United Day. Ich fertigte zwei Blüten gleichzeitig. Für die Innenseite der Blüten legte ich fünf dünne weiße Streifen Tussahseide sternförmig auf zwei runde Schablonen mit ca. 12 cm Durchmesser und etwas Seide in die Mitte. Da es schnell gehen sollte und ich Vorfilz in den betreffenden Farben vorrätig hatte, nahm ich diesen. Den Vorfilz trennte ich in zwei dünne Lagen und legte diese um die Schablone. Zwei weitere Lagen helllila Vorfilz folgten. Damit ich wusste, welche Seite ich aufschneiden musste, markierte ich diese Stelle mit ein paar Flöckchen dunkellila Vorfilz. Der übliche Filzprozess mit Anfilzen, Rollen etc. begann.

Für den Stängel filzte ich grünen Vorfilz zu einer kurzen Schnur, ließ ein Ende trocken und legte dies auf die Unterseite der Schablone und filzte dies an.

Die eine Blüte schnitt ich nur wenig an der Oberseite auf, sodass ich einen Luftballon hineinstecken konnte. Den blies ich auf, sodass die Blüte prall gefüllt war und ließ sie so trocknen. Zum Schluss filzte ich einige dunklere Streifen des Vorfilzes auf.

Die andere Blüte schnitt ich so auf, dass ich fünf Blütenblätter erhielt. Diese filzte ich etwas nach, damit die Schnittkanten nicht so prominent erschienen und formte die Blüte rund.

Ich hoffe, Ihr könnt meinen Ausführungen folgen. Beim Filzen war ich so im Flow, dass ich – bis auf das obere – keine Fotos anfertigte… 😊

Mehrere Filz-Fliegen mit einer Klappe schlagen – Ricarda Aßmann in Essen

Im September gelang es mir, mehrere Filz-Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Wie ist das passiert?

Nun, da muss ich ein bisschen ausholen…

Vor einigen Jahren eröffnete in Essen der Laden „Peperblom“ mit Handwerkskunst, Design und Mode von ausgewählten Künstlerinnen. Dort gehe ich gern ab und an vorbei und schaue mir die Filzkunstwerke an, die dort zum Verkauf stehen. Manchmal schlage ich auch zu und kaufe ein exklusives Geschenk oder beschenke mich selbst. Das muss ja manchmal auch sein!

Vor Jahren viel mir dort ein rundes, gefülltes „Filzding“ in die Hände, das mich sofort ansprach. Es war schön anzufühlen, anzuschauen und hatte eine tolle Oberflächenstruktur. Ich kaufte es und erfuhr von Anny Pelzer, der Ladenbesitzerin, das dies ein sogenanntes „Seelchen“ sei, das Ricarda Aßmann gefilzt hatte. Den Namen merkte ich mir und kaufte kurze Zeit später ein kleines Schneckenhaus, das teilweise eingefilzt war. Auch das hatte Ricarda Aßmann gefilzt und bestickt. Bombastisch toll und nachhaltig beeindruckte mich allerdings ein dunkler Tischläufer, der eine aufregende Oberflächenstruktur aufwies und sehr edel und exklusiv aussah. Man sah ihm nicht an, dass er gefilzt war.

2016 erfuhr ich von groß angelegten Filzausstellung „Soul of Felt“, der ersten Filzkunst-Ausstellung aus dem russischen Sprachraum in Europa, die in Siegburg stattfand. Dort  bekam ich erstmalig einzigartige Einblicke in die großartige Welt der russischen Filzkunst und konnte sogar den Filzerinnen bei ihren Vorführungen über die Schulter schauen. Das war ein einzigartiges Erlebnis! Bis dahin ahnte ich nicht, was man mit Filz alles anstellen konnte. Die Ausstellung war sozusagen ein Augenöffner. Diese Ausstellung wurde von Ricarda Aßmann organisiert.

Rund ein Jahr später konnte ich immerhin zwei Filz-Fliegen mit einer Klappe schlagen und fuhr wiederum für die Filzausstellung „Frauenzimmer“ nach Siegburg, die ebenfalls von Ricarda Aßmann organisiert wurde. Am gleichen Tag bot sie in den Ausstellungsräumen einen Workshop zum Thema „Kapselminiaturen“ an, an dem ich teilnahm. Dort lernte ich – unter anderem – das feine, hauchdünne Auslegen von Wolle, das mir z.B. bei meinen Lavendelsäckchen so hilfreich ist und verlor die Angst vor Löchern im dünnen Filz.

Was ich damit schreiben will, ist, dass mich der Name Ricarda Aßmann schon lange und immer wieder begleitet, und ich vor zwei Jahren so begeistert war vom Workshop, der mir so viel gebracht hat, dass ich mir immer gewünscht habe, noch einmal bei ihr und mit ihr zu filzen.

Dieser Wunschtraum ging nun im September in Erfüllung. Lange hatte ich mich auf dieses besondere Filzwochenende gefreut und hatte schulisch gut geplant und vorgearbeitet, um drei Tage (Freitag Mittag bis Abend, Samstag und Sonntag) filzfrei zu haben.

Doch warum konnte ich gleich mehrere Filz-Fliegen mit einer Klappe schlagen?

  1. Die Filzzeit ging drei Tage lang. – ZWEI Tage lang beschäftigten wir uns mit Oberflächenstrukturen, EIN Tag mit Schmuckgestaltung – Filzen von morgens bis abends – WOW!
  2. Er fand in zehnminütiger (!) Entfernung von meinem Zuhause in der KreAKTIV-Werkstatt von Heike Giesbert statt, die wieder mal eine tolle Gastgeberin war. 
  3. Ich traf altbekannte und neue Filzerinnen und endlich welche in real life, die ich bisher nur von Social Media kannte.
  4. Ich erfuhr, warum das Filzen für mich als Hochsensible das perfekte Hobby ist. 
  5. Ich habe so viel filzerischen Input und Inspirationen erhalten, dass ich am liebsten bis Weihnachten nichts anderes als ausprobieren wollen würde. 
  6. Der Kurs war auf kleine Filzdinge ausgelegt, die einen überschaubaren Zeitrahmen beanspruchen, und so leicht in meinen Alltag zu integrieren sind.

Hier gebe ich Euch nun einen Einblick in das, was ich an den drei Tagen geschaffen habe:

Sind sie nicht toll geworden? Einige von Euch kennen sie vielleicht schon von Facebook oder Instagram. Dort waren das glitzernde gedrehte Objekt (Mitte links) und das gräulich-perlmuttfarbene gedrehte Objekt (unten rechts) Eure Favoriten.

Ricarda verstand es, auf die Bedürfnisse und Wünsche aller Teilnehmerinnen einzugehen. Insgesamt waren sehr erfahrene und handwerklich geschickte Filzerinnen vertreten, von denen viele die Filzausbildung in Oberrot bereits absolviert hatten oder gerade dabei sind. Wow!

Ich habe schon viele Workshops und Kurse besucht, aber selten habe ich mich in einer so weit entwickelten Filzgruppe gefunden, die alle sehr selbstständig an ihren Objekte tüftelten und arbeiteten. So ging es im Kurs ruhig und konzentriert zur Sache. Hatten wir eine Frage, gingen wir zu Ricarda, und sie begutachtete, erklärte und gab Ratschläge und viel anerkennendes Feedback. Zwischendurch rief sie uns zusammen, gab anhand einer kleinen Live-Vorführung den nächsten Input für ein Objekt, das wir dann gleich selbst umsetzen konnten, wenn wir wollten. So gab es keinerlei Wartezeiten und jede von uns konnte das probieren, was sie wollte. Ich erlebte Ricarda als sehr offen in der Weitergabe von Materialien, Hilfsmitteln, Techniken, Tipps, die ihre jahrzehntelanger Filzerfahrungen ausmachen. Zwischendurch erzählte sie uns Filzgeschichten, von ihren (internationalen) Begegnungen, von ihrem neuen Atelier in Norddeutschland… Schon bald häuften sich an unseren Plätzen die unterschiedlichsten Filzobjekte, und die drei Tage vergingen wie im Flug.

Bitte habt Verständnis, dass ich Euch hier nichts zu den Techniken schreiben werde. Wenn Ihr Infos wünscht, verweise ich an Ricarda Aßmann. Sie hat diese entwickelt und gibt sie gern im Rahmen eines Kurses an Euch weiter. Hier ist der Link zu ihrem Profil bei Facebook. 

Veröffentlichungen

Uih, fast zwei Monate sind seit der letzten Veröffentlichung vergangen. Und es ist filzisch so viel passiert, dass ich Euch in den nächsten Blogposts unbedingt davon erzählen möchte.

Das Thema dieses Blogposts ist „Veröffentlichungen“. Ich bin sehr stolz darauf, sowohl in den letzten Ausgaben der deutschsprachigen Filzfun als auch in der englischsprachigen FeltMatters mit jeweils einem Artikel vertreten zu sein.

 

Bericht zur Ausstellung „Verdichtung“ in der Filzfun

Für die Ausgabe der Filzfun schilderte ich meine Eindrücke der Ausstellung „Verdichtung“ in Gladbeck, über die ich hier schon berichtete. Die Vorgabe war, eine Seite zu füllen und ich war sehr erfreut, als ich das sehr gelungene Gesamtlayout sah. Die Seite macht einen sehr stimmigen Eindruck und wird der hochkarätigen Ausstellung und ihrem Anliegen sehr gerecht, finde ich.

 

Bericht zur Ausstellung „Felt for Tomorrow“ in FeltMatters

Im Rahmen einer Kurzreise nach Helsinki gelang es mir noch vor der Vernissage einen Einblick in die Ausstellung „Felt for Tomorrow“ zu erhalten und dabei die Filzerin und Organisatorin Sirpa Mäntylä zu treffen. Über unsere deutsch-finnische Filzerbegegnung berichtete ich bereits hier auf dem Blog in deutscher und englischer Sprache. In der aktuellen Ausgabe der FeltMatters, der Zeitschrift der International Feltmakers Association (IFA).

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich für das Verfassen dieser Artikel kein Geld bekomme und auch sonst keine materiellen Vorteile. Beide Redaktionen kamen auf mich zu und fragten die Artikel an. Es ist mir eine Ehre und es macht mir Freude, meine Erfahrungen zu teilen und somit anderen die Möglichkeit zu geben, zumindest auf diese Weise an Ausstellungen teilzuhaben, die sie selbst nicht besuchen können. Mein Dank gilt an dieser Stelle den Redaktionen der Filzfun und FeltMatters, dass sie mir das ermöglichen. Besonders stolz bin ich auf den englischsprachigen Artikel. Ihn ihm vereint sind drei meiner Passionen, die ich seit sehr langer Zeit verfolge: das Filzen, das Reisen und die englische Sprache.

Colours of Scotland – Lavendelsäckchen & Sitzkissen

Warum Schottland? 

Vor neun Jahren war ich das erste Mal dort – in Schottland -, nahm an einer internationalen Fortbildung zum bilingualen Unterricht teil, wohnte mit einer spanischen Kollegin in einer schottischen Gastfamilie in Dunfermline, 30km nördlich von Edinburgh, und erkundete in der Freizeit die Umgebung. Dunfermline, Edinburgh, Inverness, St. Andrews, Pitlochry und Crail hinterließen nachhaltige Eindrücke, ebenso wie die grünen Hügel und Berge Schottlands und das überaus gute Wetter mit viel Sonnenschein und wenig Regen.

So ist es nicht verwunderlich, dass es mich diesen Sommer wieder in diese Gegend zog. Nach dem beeindruckenden Sommerurlaub in Island 2018 entfloh ich auch dieses Jahr nach Nordeuropa und somit den hohen Temperaturen und begab mich auf eine zwölftägige Rundreise nach Schottland. Es gehörte immer schon zu meinen Träumen die Orkney und Shetland Inseln zu besuchen, und so wählte ich eine Busrundreise, die diese beiden Ziele enthielt.

In dieser Fotocollage sind meine persönlichen Highlights zusammengefasst:

Rückblickend kann ich sagen, dass ich sicher mehr als der durchschnittliche Schotte von Schottland gesehen habe. Ihr wisst es selbst, meist kennt man seine eigene Region und Heimat nicht so gut wie eine Urlaubsregion.

 

Colours of Scotland 

Auch auf dieser Reise begleitete mich mein Fotoapparat treu und sorgte dafür, dass ich über 1500 Fotos schoss. Das klingt viel. Die Hobbyfotografen unter Euch wissen, dass nur ein Bruchteil davon wirklich gelungene Fotos sind. Das schönste Foto von allen ist das folgende:

Es ist am Loch Maree in den Highlands bei einem Fotostopp entstanden und zeigt für mich die Farben Schottlands. Vielleicht könnt Ihr Euch noch an letztes Jahr erinnern, wo ich nach der Island Reise eine ganze Serie über die Farben Islands mit dem Titel „Colours of Iceland“ schrieb und auch ganz verschiedene Dinge in diesen Farben filzte. Dies passiert dieses Jahr wieder mit den „Colours of Scotland“. Das Blau im Farbverlauf des Himmels, das tiefblaue Blau des Lochs, das facettenreiche Grün der Pflanzen und das beerenfarbige Pink der Weidenröschen bilden eine faszinierende und harmonische Farbkombination, die für mich die Schottlandrundreise auf den Punkt bringt.

 

Die Lavendelsäckchen

Das Farbschema setzte ich filzend um und entschied mich zunächst für zwei Lavendelsäckchen. Ihr wisst, dass ich eine Freundin der kleinen Filzteile bin, und so kam mir dieses Projekt sehr entgegen zumal es zeitlich sehr überschaubar ist. Außerdem hatte ich auf der Rundreise zwei sehr nette Mitreisende kennen gelernt, denen ich eine Kleinigkeit als Erinnerung und Dankeschön zukommen lassen wollte.

Ich wählte Wolle aus Schottland, die ich vor Ort auf den Orkney und Shetland Islands erworben und zuvor bei Claire Phillips von Hope Jacare Designs bestellt hatte, die ebenfalls aus Schottland kommt. Die Euch schon bekannte Schablone der Lavendelsäckchen (das Foto mit Maßangaben dürft Ihr gern für Eure eigenen Lavendelsäckchen verwenden) gestaltete ich im oberen Bereich mit Kammzugwolle in einem Farbverlauf von dunklerem zu hellerem Blau, das in ein helles Grün übergeht. Im Übergangsbereich sind einige weiße Vliesfetzen als Wolken aufgelegt. Den unteren grünen Teil belebte ich mit dunkleren Kammzugstückchen und hellerer Rohwolle in grün. Zum Schluss toppte ich diesen Teil mit Tupfen aus pinkfarbener North Ronaldsay Wolle von den Orkney Inseln.

Nach dem Filzen und Trocknen zieren Schleifen aus Satinband die Lavendelsäckchen, die ich mit getrockneten Lavendelblüten vom eigenen Balkon bestückt hatte.

Hier seht ihr ein ausgedrucktes Foto der Landschaft und der Säckchen (Übrigens sind meine Fotos der Landschaften und der FilzSis nie bearbeitet).

 

Das Sitzkissen 

Dieses Farbschema ging mir nicht aus dem Kopf, und deshalb verarbeitete ich es in einem weiteren Projekt, einem Sitzkissen. Als Grundlage und Hintergrundfarbe wählte ich zwei Lagen grüner Bergschafwolle im Vlies für die nötige Festigkeit des Sitzkissens. Diese Lagen feuchtete ich mit warmer Seifenlauge an und ließ sie über Nacht einwirken.

Dann bereitete ich Vorfilz in blauen und grünen Schattierungen mit Kammzugwolle vor. So hoffte ich, dass die Farbe nicht von der Bergschafwolle „aufgesogen“ werden und nicht an Klarheit verlieren würde. Die trockenen Vorfilzteile legte ich auf die kurz angefilzte grüne Bergschafwolle und „garnierte“ sie mit weißen Wölkchen im oberen Teil und mit pinkfarbener Kammzugwolle im unteren Teil, die ich zu Kringeln formte. Außerdem fand ich in meinem umfangreichen Wollbestand – der nie kleiner zu werden scheint – beerenfarbene Wolllocken, die ich nun als Weidenröschen verwenden konnte. Um sicher zu gehen, dass der Vorfilz auch in die Bergschafwolle greifen würde, fixierte ich ihn v.a. an den Rändern mit einer Filznadel an.

Dann folgte der übliche Filzprozess mit dem Anfilzen. Dafür verwendete ich zuerst ein Fliegengitter und das Palm Washboard – eine lohnende Investition – und anschließend – mit mehr Druck – die Hände. Zwischendurch wendete ich das Sitzkissen und konnte es nach einer Weile sogar rollen und werfen bis es an Festigkeit gewann.

Das fertige Kissen misst 42 x 36 x 0,7cm und bietet so eine perfekte weiche und gleichzeitig robuste Unterlage mit ausreichender Isolierung für die kommende kühle und kalte Jahreszeit.

Große Filzausstellung in Budapester Palast

Sicher wissen viele Filzbegeisterte, von welcher Ausstellung ich berichte, denn viele Bilder und Eindrücke sind bereits bei der Eröffnung am 06. Juni 2019 durch das World Wide Web gegangen. Unter anderem waren diese Fotos ausschlaggebend, Budapest einen Besuch abzustatten. Und was soll ich schreiben? Es hat sich gelohnt, sehr sogar. 

Es geht um die Ausstellung „Filzstrasse vom Orient zum Okzident“ anlässlich des 40. Jahrestages zum Wiederaufleben des alten Handwerks. Die ungarischen Filzgrößen Mari Nagy, István Vidák und Anna Vidák organisierten diese Ausstellung unter Beteiligung von fünfzig hauptsächlich ungarischen, aber auch internationalen Filzern. Das folgende Foto zeigt das Ausstellungsplakat mit den Namen aller beteiligten Filzkünstler.

Die Ausstellung war in drei Räumen im wunderschönen Palast Vigadó direkt an der Donau untergebracht, wo sich u.a. die ungarische Akademie der Künste und ein Konzertsaal befinden. Der Hauptausstellungsraum ist durch große, hohe Fenster herrlich lichtdurchflutet (s. Foto) und zaubert ein edles, feines, den Exponaten würdiges Ambiente. 

In meinem Bericht erfahrt Ihr Details über

  • den Hauptraum der Ausstellung, den Ihr vielleicht schon von meinen Posts auf Facebook und Instagram oder den Fotos der Ausstellungseröffnung kennt,
  • alte Bekannte, die mir in der Filzszene immer wieder begegnen,
  • neue Gesichter, auf die ich aufmerksam wurde,
  • mein persönliches Highlight der Ausstellung,
  • mein Fazit und Dankeschön.

Ich verlinke alle Filzkünstler, die genannt werden oder deren Werke ich vorstelle. Entweder landet Ihr auf deren Website oder bei einem Youtube Video oder einem Interview oder einem Artikel, wo Ihr mehr Informationen zu den einzelnen Personen bekommt.

Doch nun zu meinem Bericht und meinen Lieblingsexponaten:

 

Der Hauptraum

Im Zentrum des Hauptraumes hängen 40 weiße nunogefilzte Fahnen, die von unterschiedlichen Filzkünstlern erstellt wurden und 40 Jahre gemeinsames Filzen repräsentieren. Geehrt werden damit vor allem die Organisatoren Mari Nagy und István Vidák, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz das traditionelle Handwerk des Filzens u.a. in internationalen Filzkonferenzen in Ungarn verbreitet haben. Gerade bei dieser Ausstellung werden meine Fotos den exquisiten Exponaten kaum gerecht, denn es ist schwer die Textur und v.a. die Dimension der Filzunikate wiederzugeben, zumal viel Großformatiges zu bestaunen war.

Wie immer bei meinen Ausstellungsrückblicken möchte ich Euch auf meine persönlichen Highlights aufmerksam machen. Aus der Fülle der Exponate wählte ich zehn Exponate aus.

Im Hauptausstellungsraum wurde meine Aufmerksamkeit sogleich auf das Werk im Zentrum des Raumes gelenkt, „Open – Close“ von Ursina Hitz Jörimann gelenkt. Es sieht aus wie ein aufgeschlagenes Buch, bei dem die Seiten aneinander hängen. Es könnte auch ein Fächer sein oder eine Dokumentenmappe mit verschiedenen Abteilungen. Ihr merkt, den Assoziationen sind keine Grenzen gesetzt. Wie ist es nur hergestellt? Vermutlich mit unzähligen Schablonen und zwischengelegten Folien. Wahnsinn! 

 

Alte Bekannte

Es ist immer wieder schön, Werke von Filzerinnen zu betrachten, die ich bewundere und bei denen ich gern einen Workshop machen würde. So erging es mir mit vier Filzerinnen, die in Budapest vertreten waren. Zum einen ist dies Anette Quentin Stoll. Unverkennbar sind ihre zwei ausgestellten Werke. Hier zeige ich Euch „Soft Ornament“. Sie es nicht toll aus? So eine schlichte, traditionelle Form ist außerordentlich kunstvoll umgesetzt. Ich blättere gern in ihren kleinen, liebevoll inszenierten Büchern mit so vielen Anregungen, die ich gern als Bilderbuch für Erwachsene bezeichne. 

Zum anderen ging es mir mit den Objekten von Gabriella Kovács so, die ich schon in Siegburg in der Ausstellung „Frauenzimmer“ 2017 bewundern durfte. Sie haben einen unvergleichlichen Wiedererkennungswert. Neben ihren großen Gefäßen mit unglaublichen Details faszinierte mich das Wandbild „In the Water IV“ mit einem detailreichen bunten Fisch, mit Wolle eingefasst, auf blauem Hintergrund. Was für eine Farbigkeit Filz ausmachen kann, wird hier besonders deutlich. Außerdem kommt es mir so vor, als wenn der Fisch tatsächlich schwimmt und das Wasser sich wellenartig bewegt. 

Anikó Boros stellt Schmuck her, dessen Beschaffenheit den Filz als Werkstoff gar nicht erkennen lässt, so fein ist er gefertigt. Ihre Kette bildete mit den organischen Formen und Rundungen ein stimmiges Ensemble mit einem gefilzten Outfit. Meiner Kamera ging es so wie mir, sie wusste nicht genau, auf welche Oberflächenstruktur sie sich fokussieren sollte, weshalb die Kette ein wenig unscharf daherkommt. 

Mehrere Exponate waren von Judit Tóth-Pócs. Zum einen fielen mir zwei Wandbehänge mit dem Titel „Spoons I-II“ auf, die mit ihrer zurückhaltenden Farbigkeit die Löffel aus Pailletten hervorbringen als wären sie aufgebracht. Dabei sieht man bei genauerem Betrachten, dass sie in mühevoller Arbeit eingearbeitet wurden. Ein tolles Werk, dass die matte Filzoberfläche nutzt, um die schimmernden Pailletten besonders hervortreten zu lassen. Von weitem sieht es aus, als wäre echtes Besteck ausgestellt.

Im dritten Raum im Untergeschoss waren 3D-Objekte untergebracht, u.a. Kleidung. Ins Auge stach ein blaues Kleid von May J. Hvistendahl aus Norwegen. Bei ihr hatte ich vor Jahren in Oberrot bei Wollknoll in einem Kurs ein Kleid in ihrer speziellen Technik angefertigt. An diesen international besetzten, lehrreichen, schönen, aber auch anstrengenden Kurs im süddeutschen Filzerparadies erinnere ich mich sehr gern zurück. 

 

Neue Gesichter

Natürlich gab es viel Neues zu entdecken:

Gleich zu Beginn im ersten Raum fiel mein Blick auf einen großen hellgrünen Wandbehang von Lívia Tóth mit Metalleffekten und der typischen Filzstruktur. Das sind genau meine Farben. Außerdem kontrastiert das schimmernde Silber mit der eher stumpfen Oberfläche der Wolle.

 

Im Hauptraum zog ein großer runder Wandbehang oder Teppich meine Aufmerksamkeit auf sich. Es handelt sich um „Summer Sun“ der Jahreszeiten-Serie von Mari Nagy. Der dick gefilzte Teppich in strahlenden Pastellfarben gibt die ungarische Witterung draußen mit Sonnenschein und 32°C genau wieder. Was für ein immens fröhlicher Filz. 

Ein weiteres traditionelles Werkstück ist dieser Wandbehang von Zsófia Lévai in der Shirdak-Technik. Seht Ihr, dass die ausgeschnittenen Teile von oben im unteren Teil wieder auftauchen? So etwas würde ich ja gern mal ausprobieren… Wieder konnte ich viele neue Filzspirationen (= Filz + Inspirationen) mit nach Hause nehmen. 

 

Mein Highlight

Mein absolutes Highlight möchte ich Euch zum Schluss vorstellen: 

Es ist ein dreiteiliges Wollgemälde von Csille Márti mit dem Titel „Waiting with Dots on the Stomach“ mit einem atemberaubenden Farbverlauf in blau, grün und violett mit einem Pfau in der Mitte, der aufgestickte Punkte auf der Brust hat. Und schaut Euch das Detailfoto an. Sieht der Vogel nicht toll aus? 

 

Mein Fazit 

Ich hatte das Glück kurz vor Ausstellungsende in Budapest eine vielseitige, bunte Filzausstellung, zu bestaunen, die traditionelles Handwerk mit modernen Elementen verbindet und mit großem Aufwand in einem wunderbaren Ambiente präsentiert wurde. Sie zeigte, dass die hochkarätige Filzkunst eng mit Ungarn verbunden und gleichzeitig international vernetzt ist und macht ihrem Motto „Felt the World together“ alle Ehre.

Einen wunderbaren Artikel von Johanna Rösti in englischer Sprache zur Ausstellung, der Eröffnung und dem Rahmenprogramm in Budapest möchte ich Euch ans Herz legen. Ihr findet ihn auf der Website der International Feltmakers Association und er ist hier verlinkt.

Ich bedanke mich herzlich bei Lesti Árpád vom Palast Vigadó für die Fotogenehmigung und bei Corinna Nitschmann für die Unterstützung, diesen Bericht zu schreiben. Auch sie ist mit mehreren Exponaten vertreten, u.a. mit einer der 40 weißen Fahnen aus Wolllocken:

Mein innerer Schweinehund…

… hält mich gerade davon ab, joggend den Park zu durchqueren. Stattdessen lungere ich auf dem Sofa, lausche der Musik und schreiben diesen Blogeintrag.

„Es ist doch zu viel zu kühl draußen.“, „Schone Deine Kraft für die letzte Schulwoche vor den Sommerferien, liebe Silke.“, flüstert er mir ins Ohr und meint es einfach sehr gut mit mir. Zu gut! Er steht für Motivation, Selbstdisziplin und meine Komfortzone.

Vor ein paar Monaten fing ich wieder an zu joggen. Mehr sportliche Bewegung musste her und außerdem hatte ich mich für den Essener Firmenlauf angemeldet, und ich wollte mich vor dem Kollegium nicht genieren. Also trainierte ich mehrfach in der Woche und steigerte mich in kurzer Zeit von 0 auf 5km. Oft stand jedoch vor dem Joggen mein innerer Schweinehund neben mir und fand 1000 Gründe, warum ich ausgerechnet an jenem Tag nicht trainieren sollte. Mit treuem, liebevollem Blick schaute er mich an und war an manchem Tag auch ausgesprochen überzeugend, und ich verbrachte den Abend gemütlich auf der Couch.

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Irgendwann beschloss ich, den Schweinehund als einen Teil von mir anzunehmen und lieb zu gewinnen, er meinte es ja nur gut. Und ich kam auf die Idee ihn zu filzen. Erst googelte ich, wie sich andere den Schweinehund vorstellten, dann machte ich eine Zeichnung und beim Filzertreffen bei Heike Giesbert in der KreAKTIVWERKstatt in Essen-Werden wurde verwirklicht. Angelehnt an die Technik, die ich bei Gabriele Mazaracis erlernt hatte, baute ich ihn komplett aus brauner und grauer Bergschafwolle auf und betonte einige Elemente mit hautfarbener Merinowolle. Die Augen sind aus Kunststoff und mit Sekundenkleber befestigt. Er ist 18cm groß, wiegt 40g und hat einen Ringelschwanz.

Ich kann ihm nur schwer widerstehen, könnt Ihr das nachvollziehen? Aber den Firmenlauf (5km durch Essen-Rüttenscheid) habe ich übrigens in persönlicher Bestzeit absolviert. 😁

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A Finnish-German felt encounter in Helsinki – preview of the exhibition „Felt for tomorrow“

Sometimes I must be jinxed and one felt exhibition chases the next. This week I visited two exhibitions. I already wrote a blogpost about the first one in the Alte Spedition in Gladbeck. The other one can be marvelled at in Helsinki, Finland, from 03 June to 31 July 2019.

How can that be? You as smart readers probably think so. She posts the post on 2 June and the exhibition will be on view from 3 June? How is this suppossed to work? Dear felt enthusiasts, I have come to enjoy a preview of this Finnish exhibition and would like to tell you about it. It is, so to speak, a small German-Finnish felt encounter. For that I have to go far afield…

City trips or how I came to Helsinki for the felt show

City trips are fine. Seldom has it been possible for me to explore and experience so many new things in such a short time, to gather and process new impressions, to immerse myself far away from everyday life into another world. I can identify 100% with the following saying about traveling:

Traveling – it leaves you speechless, then turns you into a storyteller.“ – Ibn Battuta

So I was curious about a new country when I left for a city trip to Helsinki. I already visited Norway, Sweden, Denmark and Iceland, and particularly like Nordic countries. Now it was Finland’s turn to play.

Well, that’s not really true, of course. Don’t get me wrong! Of course, if you have traveled to Helsinki, you cannot say you have seen Finland. If I have seen Berlin, I do not know Germany. But with the visit of the capital a Finnish beginning was made. After all, there must always be something worthwhile to come back to.

But, dear felt enthusiasts, what about my waffle about traveling when it’s supposed to be about felting? After all, you ended up on my website and on this blog to find out something new about felting and not to read a travelogue on Helsinki. Don’t worry, I’ll get right to the point now.

In preparation for this trip to Helsinki, to which I dedicated a lot of time, be it sightseeing opportunities, opening hours, food offers and transport conditions, I came across the Design District Helsinki. I knew that Finnish design plays a major role, as I was able to name several Finnish design brands even before my trip. I also found out that a lot of handcrafted and handicraft goods are being marketed and found that very appealing.

So I came by chance to the website of Craft Corner Helsinki and learned that one day after my departure an exhibition of the Finnish Felt Association would start. The exhibition „Felt for Tomorrow“ was shown on the occasion of the 20th anniversary of the Finnish Felt Association in the Craftcorner Taito Gallery. Previously, it was shown at the Craft Museum of Finland in Jyväskylä. A report about it can be read in the current Filzfun, a magazine for the German-speaking feltmakers‘ community.

On the website of Craft Corner the contact to Sirpa Mäntylä was printed, so I spontaneously sent an email a few days before my departure and wished her all the best for the exhibition. Promptly I received an answer AND an invitation to view the exhibition in the gallery in the Taitu shop on Eteläesplanadi boulevard two days before and get to know her in person.

WOW!

Of course, I accepted this offer and was very excited to take advantage of this unique opportunity. As a small souvenir from Germany I felted the olive lavender bag, which you already know from the previous post. Do you remember?

In the gallery Sirpa received me very warmly with a hug. How nice, I thought, felters form a unique community around the world.

She led me through the exhibition and showed me the exhibits that were already hanging on the wall. In the photo above you see the current look. Partly the fine plates with names and titles were missing and here and there the finetuning, there was a ladder in the back and some exhibits were waiting for hanging the next day. Nevertheless, Sirpa offered to take pictures and started to explain some of the exhibits. It was great that I could look at everything, even though it was not yet perfectly prepared for the vernissage.

The tour started with the non-Finnish members of the association. Among them were familiar names like Susanne Breuling or Sigrid Bannier or Caroline Merrell. Sirpa and I quickly started talking about the felt courses I attended, e.g. with Sigrid Bannier two years ago at the Filzkolleg in Düsseldorf and we talked about the importance of felting in our lives.

In Finland, years ago, as in Germany, there was even more interest in felting, she said, but in the meantime, more and more people wanted to see and touch felted stuff and take courses. It seems to me that Filtti is very active and organizes several exhibitions a year. Sirpa explained that there is an annual exhibition in Jämsä, in central Finland, which I should definitely visit when I come back to Finland. 

My favorite works at a glance

Sirpa had a small story ready for each exhibit and knew the backgrounds of the feltmakers. I was astonished by the incredible variety of techniques and objects, not to mention the variety of colours I was able to experience. Even careful touching was allowed to check the firm felt quality. Do you also experience the need in felt shows not only to see the exhibits with your eyes, but literally to touch with your hands? Can you imagine how much inspiration I got in this short time?

Here are a few photos of the exhibits that impressed me most. I have inserted and linked the titles of the works and the names of the artists, if possible.

This large wall panel by Kaija Paltto is called „The wise advice of the ancestors“. The artist processes Finnish sheep’s wool and refers to the ancient traditions and materials of the Lapp and Finns that she uses in her felted objects. She lives in Lapland, Northern Finland, and is married to a Sami.

The colorful pendant of Anne Ohra-Aho is called „Scheema“ and spreads a good mood. The contiguous areas form a certain regularity, which is interrupted by the loose connections between the elements. It is also nice to observe the shadows on the wall, as the pendant was installed as a free-hanging object.

This airy, easy-going work by Kikka Jelisejeff with the title „Herd“ has a fantastic felt-like effect and I also like it a lot. I imagine that the vaults can be sheep, some of which are black. What do you mean? Which do you associate?

Wow, what a felt power package! This is a bag that can be worn over the arm or in the hand. The red balls form the handle. It is – as the photo proves – also a wonderful design object that spreads already joy when watching. Mari Jalava appropriately calls them „joy and happiness bags & love baskets“. Anyone traveling with them will be noticed, and wants to be.

The next object that I particularly liked is connected to the title of the show. The exhibition is called „Felt for tomorrow“ and means that felt and wool still play a role today as a traditional and old material, and can also be found in modern everyday objects. Here, in the window of the gallery, you can find three curtains entitled „Flight“ designed by Sirpa Mäntylä. The birds and the transparent fabric symbolize a fine lightness; this impression is reinforced by the lateral fringes and the pattern.

The last object, a picture by Heidi Halm, is titled and radiates the word „joy“. Heidi writes in the exhibition catalogue that both crafts and gardening are good for the soul. How much she is right and also hits my nerve! Her image radiates a harmony with body and soul. The pastel color scheme blends into the overall message of the picture and makes the dancer look graceful.

A very personal German-Finnish felt encounter

Looking at the exhibits, I told Sirpa that in Germany, especially where I live, there are not so many felt shows, and if so, they are much smaller than this one. It is often left to chance to be informed about exhibitions. How I like to remember the exhibition of the Finnish Felt Association in Wuppertal, which I visited almost exactly four years ago. Already there I noticed the colors and the variety of the exhibits and the love of wool. I remember exactly my entry in the guestbook. Also in Helsinki, I wrote into the guestbook, the first entry, even before the exhibition started. A major honour! Sirpa jokingly said that my entry could be understood as a kind of inspection by the European Union. It is hard to believe that Finland only became a member of the EU in 1995.

Look, two feltmakers among themselves. One with a felted pendant, the other with her felted mobile phone case. Sirpa gave me the catalogue of the exhibition and a package of beautiful, lovingly designed postcards that were printed especially for this exhibition and show details of felt exhibits. For the exhibition in Helsinki Filtti had to make a selection and find a compromise, because the showrooms are smaller than those in central Finland.

After the tour of the exhibition, Sirpa invited me to tea and canapés at a fancy Helsinki café. Hmm, that was

I asked her what she appreciated most about Finland. Without much thought, she answered that it was the different seasons, in particular the transitions between spring and summer as well as autumn. That is so special in Finland and very different than e.g. in the north of the US, where she used to live. There are very cold winters and hot summers without the mild transitions as in Finland, which she appreciates.

In fact, I was able to confirm that during my short stay in Helsinki. The trees had a rich, bright green that no photo of this world could cope with, and it was pleasantly warm in the sun, cool in the shade, but not cold. The sun spoiled me on all three days, each with over 15 hours daily. The pastel sky late at night reminded me of that of northern Iceland last summer. As if someone had swung a brush to start a painting.

Full of new impressions and inspiration for felting and my desire to continue to document many felt exhibitions in Germany and internationally, I flew home and will think back for a long time to this special felt encounter. Kiitos, dear Sirpa! This is the Finnish word for „thank you“.