Die Fellchenwand – neue Deko im Filzzimmer

Letztens berichtete ich vom Workshop bei Heike Giesbert, bei der wir lernten Sitzfellchen zu filzen. Seitdem bin ich im Sitzfellchenfieber, oder besser gesagt, im Fellchenfieber.

Schaut mal, was für eine schöne Deko entstanden ist: 

Von Katrin Sonnemann hatte ich aus der Rohwoll-Kampagne einen Filz-Mix an Rohwolle erhalten. Sie setzt sich dafür ein, dass die Rohwolle für einen fairen Preis vermarktet wird. Das ist wichtig, denn oftmals wird sie einfach weggeschmissen, und die Schafhalter bekommen noch nicht einmal die Scherkosten zurück. In diesem Paket von Katrin waren Tüten mit Wolle von verschiedenen Schafrassen. Für große Sitzfellchen mit 50 cm Durchmesser (ohne Schrumpfung) würden diese Proben allerdings nicht reichen. Also, dachte ich, liebe Silke, filz doch kleinere Fellchen! So kannst Du die Technik weiter verfestigen und die Schafrassen und deren Wolleigenschaften kennen lernen. Vielleicht kannst Du diese Fellchen anders verwenden, nicht als Sitzkissen. Mir schwebte eine neue Wanddeko im Filzzimmer vor. Irgendwie musste Veränderung her.

Fellchen Nr. 1: Ich öffnete die Tüte mit der Beschriftung „Zackelschaf„. Diese Wolle ist grob, changiert zwischen beige, hell- und dunkelgrau bis fast schwarz und hat lange zottelige Locken. So sah die Wolle vor der Verarbeitung aus:

Es filzte sich gut. Allerdings rieseln aus dem fertigen Fellchen einzelne Haare heraus, wenn man es schüttelt. Also zum Draufsetzen ist das nix! Deshalb könnte es sein, dass es sich nicht um ein Zackelschaf, sondern um eine graue gehörnte Heidschnucke handelt. Egal, was es letztendlich ist, das Fellchen ist toll geworden und macht einen wilden, ungestümen Eindruck.

Fellchen Nr. 2: Als nächstes nahm ich die Tüte von der Heidschnucke um den Unterschied zum Zackelschaf festzustellen. Diese „Löckchen“ sind glatte, lange Haare von z.T. bis 15 cm Länge in einem Cremeton. So sieht die Rohwolle aus, bevor sie bei mir mit Wasser und Seife in Kontakt kommt.

In der Wolle sind noch Schmutzreste, Einstreu und Dreck vom Boden, also war es klar, dass die Löckchen beim Bearbeiten noch heller werden würden. Die Frage war nur, wieviel…

Es ist schon irre, wie es nun aussieht. Ganz helle, leuchtende Strähnen in Blond haben sich ergeben, die natürlich an der Wand der Schwerkraft unterliegen und herunterhängen. Die Farbe auf dem Foto wird dem Original leider in keinem Fall gerecht. Die Strähnen glänzen außerdem vornehm. Die anderen drei Fellchen sind eher kurzhaarig und wuschelig, aber nicht weniger interessant in der Farbgebung.

Fellchen Nr. 3: Das Fellchen vom Ouessantschaf, dem französischen Zwergschaf hat auch längere Locken, die am Ende braun und an der Schnittkante in verschiedenen Grautönen gefärbt sind. So ergibt sich ein sehr schöner Farbverlauf:

Fellchen Nr. 4: Der Pommern Jährling hat kürzere Locken, die überwiegend grau gefärbt sind, aber buschiger als beim Ouessant daherkommen. Wenn man genau hinschaut, erkennt man hier auch Braun- und Blondtöne, die auch dieses Fellchen einzigartig und lebendig machen.

Fellchen Nr. 5: Als letztes und fünftes Fellchen verarbeitete ich Wolle vom Fuchsschaf. Sie ist hell, hat einen rötlichen Einschlag und lässt sich gut verfilzen. Es heißt ja, das dies schwierig sei, aber den Eindruck hatte ich, im vergleich zu den anderen Fellchen, nicht.

Auf der Fellchenwand bildet das Fuchsschaf einen schönen Kontrast zu den anderen, dunklen Fellchen. Das Fuchsschaf Fellchen sieht frech aus.

Alle fünf Fellchen sind oben mit einem Nagel durchbort (gar nicht so einfach, wenn die Rückseite so richtig fest gefilzt ist) und direkt an die Wand genagelt. Ich überlegte zuerst, die Rückseite mit einer Pappe zu verstärken, aber dann wäre wieder Klebstoff im Spiel gewesen und das wollte ich der Wolle nicht zumuten. Die Fellchen sind so leicht und haben Ausmaße von 20 bis 40 cm, sodass ich denke die Lösung mit dem Nagel wird halten.

Edel und gleichzeitig rustikal sieht diese neue Deko aus. Mir gefällt sie außerordentlich gut und ist eine Bereicherung im Filzzimmer (links die Lampe nebst Einhorn und rechts meine Kardiermaschine), das jetzt entrümpelt, geputzt und aufgeräumt viel schöner aussieht!

Versteigerung: blumiges Sommerkissen

Ihr sucht auch den Sommer? Ich geb ein Stück ab. Hier ist er – und zwar dauerhaft – in Form eines Kissens.

Dieses Kissen entstand in typischer FilzSi-Manier: die Vorderseite ist als Fläche nass gefilzt, die Rückseite besteht aus orangefarbener Dupionseide. Das Kissen hat die Maße 50 x 30 cm und ist mit Kunststoffvlies gefüllt. Es besticht zum einen durch die Farbgebung Magenta-Orange und zum anderen durch die in 3D-Technik aufgebrachten Blüten. Diese sind nicht aufgenäht, sondern zuerst mit der Filznadel aufgenadelt und dann nass angefilzt. Dadurch halten sie sehr gut auf dem flächigen Untergrund. Außerdem wurden Woll- und Mohair-/Seidengarne verschiedener Stärke verwendet.

Ich mag den Kontrast der glänzenden, strukturierten Dupion- oder Wildseide mit der matten, glatten Wolle.

Wer sich das kunterbunte Kissen nach Hause holen möchte, schickt mir bitte eine Mail mit Gebot und Namen an sikoch_13@yahoo.com. Das Anfangsgebot liegt bei 10€. Der oder die Höchstbietende bekommt den Zuschlag. Die Versandkosten kommen dazu. Einsendeschluss ist Freitag, der 18.08.2017 um 18 Uhr.

Viel Glück und Erfolg!

Löwenmähne als Sitzfellchen

Am Samstag fertigte ich unter fachkundiger Anleitung von Heike Giesbert ein Sitzfellchen aus Rohwolle. Morgens begann ein angenehmer, entspannter Filztag, denn ich musste an nichts denken. Es regnete in Strömen als ich nach Essen-Werden fuhr, ein idealer Filztag lag vor mir. Heike stellt in ihrem Atelier alle – und ich meine damit wirklich alle (nicht nur Wolle, sondern, Seife, Handtücher, Schüssel, Folie, Gummihandschuhe, etc.) – Filzutensilien zur Verfügung. So brauchte ich mich um nichts kümmern.

Grundlage für ein Sitzfellchen, also ein aus Rohwolle und – in unserem Fall – Berschafwolle gefilztes Sitzkissen, ist die Rohwolle. Was für eine große Auswahl an Rohwolle von Filzerinnen und Schafhaltern aus der Umgebung stand uns zur Verfügung: z.B. Gotländisches Pelzschaf, Ouessant (Französisches Zwergschaf), Heidschnucke, Coburger Fuchsschaf. Zum Teil hatte Heike die Wolle besorgt, zum Teil war sie von den Schafen der Teilnehmerin Ineke (www.ouessant-vom-niederrhein.de). Ich entschied mich für ein Vlies eines Ouessant Zwergschafes „Blanca„, das Ineke mitgebracht hatte. Blanca hat blond-rot-bräunliche Locken mit relativ viel Unterwolle:

Wie so oft beim Filzen stellte sich auch am Samstag heraus, dass sich das Auslegen und das akribische, ordentliche Arbeiten auszahlen. So ein Sitzfellchen anzufertigen, kostet Durchhaltevermögen, Geduld, Kraft und Ausdauer. Für EIN Fellchen (ca. 38 cm Durchmesser) arbeiteten wir von 9:30 bis kurz vor 18 Uhr mit einer kurzen Mittagspause (in der uns Heike übrigens auch noch beköstigte).

Damit die Rohwolllocken greifen und gut verfilzen, muss man als Untergrund eine gut filzende Wolle verwenden. Heike empfahl Bergschafwolle. Ich hatte welche zuhause und sie mitgebracht. Leider was das keine gut, leicht und schnell filzende Wolle, möglicherweise auch gar kein Bergschaf… So mühte ich mich lange, den Untergrund möglichst fest zu bekommen. Sogar das edle Palm Washboard aus den USA durfte ich ausprobieren, um diese „Bergschafwolle“ zu verfilzen. Letztendlich – nach langem Walken- war der Untergrund relativ fest, aber nicht so fest, wie er eigentlich sein sollte.

Ob das der Grund war oder die viele Unterwolle, dass sich einige Stellen sehr verfilzt hatten und keine einzelnen Locken erkennbar waren? Das obige Foto zeigt dies noch nicht, es ist vor dem eigentlichen Filz-/Walkprozess entstanden. Aber das nächste Foto zeigt es deutlicher. Es ist das fertig ausgewaschene, geschleuderte Fellchen, das ich am Samstag mit nach Hause nahm.

Heike hatte geraten, die verfilzten Stellen im trockenen Zustand noch einmal zu zupfen. Dies probierte ich gestern mit nur mäßigem Erfolg. Heike hatte auch gesagt, wir sollten das Fellchen auf KEINEN Fall kämmen… Nun ja, liebe Heike, es tut mir leid, dass ich nicht auf Dich hörte 😉 Ich kämmte meins doch mit einer Handkarde, konnte so alle verfilzten Stellen entwirren und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Mit der Handkarde musste ich ordentlich an den Locken ziehen, keine einzige löste sich, und so merkte ich, dass sie sich sehr fest mit dem Untergrund verbunden hatten. Eine fluffige Löwenmähne mit einer tollen Farbgebung war entstanden:

 

Heike ließ uns die Sitzfellchen in Anlehnung an die Anleitung von Jasmin Groß (https://lafieri.de) anfertigen. Ich wähle bewusst den Ausdruck „in Anlehnung an“, denn Heike entschied von Fellchen zu Fellchen, wie die vier Teilnehmer vorgehen sollten. Dies unterschied sich v.a. bei den letzten Schritten. Manche rollten ihre Fellchen, andere stampften sie auf, um sie zu verdichten und zum Schrumpfen zu bringen.

Diese Anleitung von Jasmin habe ich auch und werde in der Lage sein, mit deren Hilfe weitere Fellchen filzen zu können. Allerdings muss ich sagen, dass es einen riesigen Unterschied macht, ob man die Anleitung zuhause ausdruckt, durchliest und sich versucht danach zu halten oder – wie am Samstag – eine erfahrene Filzerin immer wieder berät, berichtigt und bestärkt (z.B., dass ich noch ein bisschen fester walke) und uns individuell vorgehen lässt. Ich denke, für mich persönlich ist so eine Kombination von Kurs und Anleitung das beste, um zu lernen.

Zwar ordnete ich dieses Fellchen der Kategorie „Sitzkissen“ zu, aber ist es nicht zu schade, um sich drauf zu setzen? Also ist es doch eher etwas Dekoratives.

Herzlichen Dank an Heike, Schaf Blanca, alle Teilnehmerinnen für diesen schönen Tag!

Ms Unicorn – das Magnettier

Habt Ihr Lust auf Einhörner? Auf ein gefilztes? Dann seid Ihr hier richtig, es folgt eine bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitung.

Ihr kennt sie bestimmt, die Plüschtiere, die Magnete an Händen und Füßen haben und sich an metallischen Oberflächen festkrallen können. So ein Magnettier als Küken schwirrte bei mir im Filzzubehörfundus. 

Die Kinder der Filz-AG hatten schon einmal versucht, so ein Tier nachzufilzen. Allerdings stellte sich damals heraus, dass man sehr dünn und fein auslegen muss, damit die magnetische Wirkung durch den Filz an Händen und Füßen weiterhin gegeben ist.

Ich schlug bei meinem Vorhaben zwei Fliegen mit einer Klappe und wollte solch ein Tier filzen, allerdings nicht als Küken, sondern als Einhorn.

Oh, nein, mag jetzt der ein oder andere denken. Ist die auch mit dem Einhornvirus infiziert? In welche Läden man auch immer schaut, man scheint von unzähligen Einhörnern auf T-shirts, Buttons, Schildern, Tassen, Shampoos, etc. umgeben zu sein. Bei mir persönlich hat dieser derzeitige Trend eine schöne Erinnerung an den Film „Das letzte Einhorn“ hervorgerufen, den ich in meiner Kindheit oft schaute und mir jetzt auf Blu-ray gönnte 😉 Eins müsst Ihr wissen: Einhörner sind fabelhafte Wesen, die etwas Magisches, Besonderes und gleichzeitig Seltsames an sich haben und von der Realität ablenken. Kurzum, sie sind ideal, um sich filzen zu lassen.

Die Schablone machte ich etwas größer als das Küken Magnettier, wobei ich mich nicht auf eine bestimmte Endgröße festlegen wollte.

Noch nicht ganz klar war für mich, wie ich den Kopf des Einhorns gestalten sollte, aber dazu später. Zunächst nahm ich schneeweiße feine Merinowolle im Vlies, die ich in zwei dünnen Schichten um die Schablone legte.

Etwas kniffelig ist dies, weil die Schablone relativ klein ist. Schon deshalb legte ich automatisch sehr dünne Schichten auf und ummantelte das Einhorn.

Für den Pferde- bzw. Einhornkopf formte ich eine Art Ei aus der weißen Merinowolle und setzte dies vor die Schablone an den Kopf. Hier ist es wichtig, eine gute Verbindung zwischen Schablone und Ei hinzubekommen, die eng anliegt. Hilfreich ist es, wenn das Ei schon recht fest gefilzt ist, aber noch Spielraum lässt, um von weiteren Wollschichten umgeben zu werden.

Als nächstes stand das Horn des Einhorns auf dem Programm. Ich filzte es als Schnur und setzte das trockene Schnurende an den Kopf an. Erst dann umlegte ich das Horn mit gelber Vlieswolle. Noch war es sehr lang. Ich kürzte es erst am Ende als ich wusste, wieviel das gesamte Einhorn geschrumpft war.

Einhorn oder Nashorn? Das ist an dieser Stelle die Frage. Vielleicht hätte ich doch zwischendurch einen Blick auf eine Einhorndarstellung im Netz legen sollen? Laut vieler dieser Darstellungen ist das Horn eines Einhorns an der Stirn zu finden. Nun ja, bei meinem Nas- ähh Einhorn ist es ein bisschen verrutscht. Schaut man nur den Kopf an, könnte es sich auch um ein Nashorn handeln. Aber sagt mal ehrlich: Wer von Euch hat schon einmal ein Einhorn gesehen und kann mir genau sagen, wo es das Horn hat? Dem Namen nach handelt es sich definitiv um ein „Ein“horn.

Weiter geht’s mit dem Einhornbau: Mähne und Schweif mussten her. Ich entschied mich für die bunte Regenbogenvariante und legte für die Mähne die verschiedenen Farben nebeneinander, filzte sie im unteren Bereich und ließ das obere Ende trocken. Diese trockene Seite konnte ich mit dem Körper, der Schablone, verbinden und dort nochmals zwei Lagen Merinowolle auflegen. Geschnitten wurde sie erst am Ende des Filzprozesses.

Der nächste Schritt umfasst das Anfilzen des gesamten Einhorns, sodass es hinten aufgeschnitten und die Schablone herausgenommen werden konnte. Ich schrieb bewusst „Anfilzen“, denn ganz gefilzt darf das Einhorn jetzt noch nicht sein, da noch einige Details angefilzt werden müssen.

Dünnen rosafarbenen Vorfilz brauchte ich als nächstes für die Hände und Füße oder die vier Hufe. Sie sollten die später einzusetzenden Magnete verdecken, da sie bei den dünnen weißen Wollschichten sicher durchscheinen würden.

So sehen die Magnete aus. Ich schob sie vorsichtig an die richtige Stelle und filzte sie an. Anschließend merkte ich das die rosafarbenen Hufe leider an der falschen Seite waren. Sie sollten, wenn die Hufe magnetisierend zusammenkamen auf der Außenseite sitzen. So setzte ich später ein weiteres rosafarbenes Vorfilzstück auf die andere Seite der Hufe auf und hatte Glück, dass es sich noch anfilzen ließ.

An die geöffnete Stelle hinten setzte ich den Regenbogenschweif (die gleichen Farben wie für die Mähne zu einer Schnur (Vorsicht: ein Ende bleibt trocken!) gefilzt). Weil der Kopf im Weg war, legte ich das Einhorn auf einen Küchenschwamm. Ich bedeckte die Öffnung mit weißer Merinowolle, um sie zu verschließen. Das ganze Einhorn wurde nun gefilzt, geknetet, gestreichelt. Es war so gedacht, dass die Vorder- und Rückseiten, die durch die Schablone getrennt waren, nun zusammenfilzten. Lediglich der Kopf und Hals des Tieres waren zuvor mit der weißen Merinowolle befüllt bzw. gestopft worden.

Anschließend badete das Einhorn zur Neutralisierung in einem Essigbad. Die magnetische Wirkung ist hierbei schön zu sehen: alle Hufe „kleben“ aneinander. 

Das nächste Foto zeigt den Lieblingsplatz des Einhorns: der magnetische Stiel der Lampe im Filzzimmer. Dort haftet es gut und hat alles im Blick.

Auf dem letzten Foto seht Ihr die ganze Einhornpracht: nahtlos, nass gefilzt als Magnettier (ca. 11 x 13 cm).

Beige-rose: my strawberry scarf

Der beige Leinenschal, den ich mit feiner Merinowolle in einer ähnlichen Farbe  belegte, war ursprünglich doppelt so breit. Ich teilte ihn, und so entstanden zwei Basisschals zum Nunofilzen. Der zweite sollte ein bisschen mehr Pepp bekommen, und so fertigte ich Vorfilz aus der erdbeer-roséfarbenen 16 Mic Wolle an und schnitt diese in viele, viele große und kleine Kreise.

Diese legte ich auf die eine Seite auf, filzte sie an und drehte den gesamten Schal mutig um, sodass ich die zweite Seite mit den Kreisen belegen konnte.

Drei Dinge kommen bei diesem Filzobjekt zusammen, die mir – momentan und schon immer in meinem Filzleben – Freude bereiten:

1. das Verarbeiten von Kreisen oder Kugeln,

2. das doppelseitige Belegen von Schals, damit es zwei „schöne“ Seiten gibt,

3. das Verwenden von Leinen für Schals.

In dem folgenden Foto seht Ihr alle drei Dinge: Kreise, doppelseitig belegt, Leinen

Die Farbe des Vorfilz in Kombination mit dem beigen Schal gefällt mir sehr gut. Der „strawberry scarf“ – wie ich ihn nenne – wird an eine Person verschenkt, die eine beige Sommerjacke trägt. Ich denke, das wird gut passen und ihr gefallen.

Der feine Vorfilz arbeitete sich schnell und widerstandslos durch das Leinengewebe. Das ist ein Grund, warum mir dieses Material entgegenkommt und so viel Freude bereitet 😉 

Zum Abschluss zeige ich Euch ein Gesamtfoto des neuen Objektes:

CF – Coburger Fuchsschaf

Vor längerer Zeit hatte ich die Wolle schon einmal ausprobiert, aber da hatte ich noch keinen Sinn für Roh- und naturfarbene Wolle, wie es jetzt der Fall ist. Also bestellte ich mir 1kg kardierte Wolle vom Coburger Fuchsschaf und entschied mich, ein Sitzkissen zu filzen. Erfahrene CF Kenner hatten mich gewarnt, dass es lange dauern würde, diese Wolle zu filzen. Nun ja, dachte ich, dann übe ich mich in meiner Ungeduld und probiere es trotzdem.

Der Grund liegt in der wunderschönen Färbung der Wolle: sie hat verschiedene Beigetöne, die mit den charakteristischen, sogenannten Grannenhaaren durchzogen sind. Das Sitzkissen sollte Motive auf beiden Seiten bekommen. Dafür fertigte ich Vorfilze in apfelgrün und erdbeerrosa an. Die Vorfilze bestehen aus zwei dünnen Lagen Kammzugwolle, die ich nach der Herstellung trocknen lies. Danach ist der Vorfilz gut mit der Schere zu schneiden und leiert nicht aus.

Der Filzprozess dauerte nicht so lange, wie ich dachte. Das lag sicherlich daran, dass ich vorgewarnt worden war. Zuerst legte ich eine Lage CF in der gewünschten Größe zurecht (ca. 50 x 50 cm) und machte die Wolle nass und seifig. Damit die Ränder des Sitzkissens glatt wurden, hatte ich zuvor eine dünne Malerfolie untergelegt und konnte die Folie mit dem Rand des Sitzkissens umklappen und auf der Vorderseite anfilzen.

Den Vorfilz auf dem CF anzufilzen, gestaltete sich schwierig. Zumindest war das meine Erfahrung mit dem erdbeerrosafarbenen Vorfilz. Vielleicht lag es daran, dass es sich um sehr feine 16 mic Merinowolle handelt? Die grüne Wolle ist eine Mischung aus Blue Faced Leicester und Seide und somit gröber. Das Motiv der Gießkanne machte keine Schwierigkeiten.

Auf der anderen Seite sind Kreise zu sehen. Sie stellen Blumen dar und fügen sich wunderbar in meinen Lieblingsplatz zwischen Erdbeeren 🍓 und Tomaten 🍅 auf dem Balkon ein: