Sitzfellchen

Beim Revierfilzertreffen vor zwei Wochen konnte ich Rohwolle vom Gotlandschaf erwerben. Daraus sollte ein Sitzfellchen entstehen. Christa Bongards, die die Wolle von ihren Schafen mitgebracht hatte, erklärte mir, wie ich vorgehen muss, damit

  • die Locken sich nicht in den Untergrund einfilzen und
  • keine „kahlen Stellen“ entstehen.

So versuchte ich mein Glück mit dem Berg Rohwolle, der seit zwei Wochen einen dezenten Schafgeruch im Filzzimmer verbreitete.

2016.10 Sitzfellchen 1

Christa hatte erklärt, dass man die Wolle so auf den Tisch legen muss, dass die abgeschnittene Seite der Locken oben ist. Als Laie ist das gar nicht so leicht festzustellen. Auf folgenden Fotos sieht man die Schnittseiten. Die Schwierigkeit besteht darin, alle oder zumindest möglichst viele der Locken so hinzulegen, dass die Schnittstelle oben liegt:

So sieht die ausgelegte Wolle aus:

2016.10 Sitzfellchen 4

Auf diese Seite legte ich den Untergrund: graue Gotlandwolle im Vlies.

Tja, und dann ging ich intuitiv vor: Nassmachen, Anfilzen, Umdrehen, obere Lockenteile vorsichtig von unten vom Untergrund lösen, damit sie nicht mit einfilzen, einzelne Stellen mit der Nadel bearbeiten, Rollen, Drehen, Rollen…

Herausfordernd fand ich, dass ich nicht kontrollieren konnte, ob die Locken richtig liegen und die Schnittstellen einfilzen. Zum einen hing es damit zusammen, dass sie auf der Unterseite lagen, zum anderen damit, dass ich aufgrund mangelnder Erfahrung das nicht feststellen konnte.

Es ist übrigens erstaunlich, wie braun das Wasser ist, das aus der Rohwolle läuft… Da musste die Badewanne mit der Handbrause herhalten 😉

Worauf würde ich beim nächsten Mal achten?

  • auf die runde Form beim Auslegen (So griff ich zur Schere… Ein No-go ist echten Filzerkreisen… Egal!)
  • auf sorgfältigeres Auslegen (Alle Schnittkanten oben?)
  • auf die bessere Abdeckung des Randes, damit die Locken überstehen
  • auf die Farbe des Untergrundes: weiß (?)

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3 Gedanken zu „Sitzfellchen

  1. Liebe Silke, Danke fürs zeigen. Jetzt weiß ich wenigstens theoretisch wie es geht. Außerdem braucht man gute Nerven, Zeit, Geduld und gute Belüftung…LG Brigitte

  2. Liebe Silke,
    ich finde dein Kissen sehr gut gelungen. Die Locken sind sehr markant.
    Wenn du künftig kreisrund willst oder exakt viereckig dann stapel die Locken in einen Plastikuntersetzer ( oder viereckiges Kuchenblech, hüstel … ) Vlies obendrauf.
    Solange darin anfilzen , bis die Locken feshalten , dann auf der Matte weiter machen.
    Sehr schön beschrieben alles.
    LG Angela

  3. Liebe Angela, danke für den Tipp! Einen großen Plastikuntersetzer habe ich sogar noch (Backblech natürlich auch) 🙂

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