Anleitung für eine Mini-Bügeltasche


Letztens erzählte ich Euch, liebe Filzfreunde, von unserem FilzertreffenFilzertreffen und der daraus resultierenden Kollektion von Bügeltaschen. Ich bin ja danach in einen regelrechten Bügeltaschenflow geraten. Ich möchte Euch die Anleitung für die Mini-Bügeltasche nicht vorenthalten. Hier ist sie nun.
Für sie benötigt Ihr feinen Kammzug (16 mic ist ideal) und Stoffreste (bevorzugt Seidenstoffe) zum Verzieren.

Die Schablone für die Mini-Bügel (4,5cm Größe) sieht so aus:

Ich legte zwei dünne Lagen grüne Kammzugwolle kreuzweise um die Schablone. Oben, an der kleinen Rundung, wo später der Bügel angenäht wird, legte ich eine weitere Lage Kammzugwolle zur Verstärkung aus.

Aus alten Seidenschals und anderen Glitzerstoffen schnitt ich schmale Streifen und legte sie auf die Vorder- und Rückseite. Auf dem folgenden Foto erkennt Ihr, wie sich die Wolle bereits durch die Stoffe gearbeitet hatte.

Dieses Filzprojekt mag ich deshalb so, weil es wenig Platz beansprucht und Ihr es auf einer kleinen Matte (etwa DinA4-Format) ohne viel Platzbedarf filzen könnt. Außerdem hält sich der Zeitaufwand ebenfalls in Grenzen.

Nach dem Anfilzen und Weiterfilzen wird die Tasche oben, entlang der späteren Öffnung, aufgeschnitten und weiter gefilzt. Zwischendurch kontrollierte ich immer wieder, ob der Bügel bereits passt.
Als das der Fall war, spülte ich die Tasche aus und legte sie kurz in Essigwasser. Nach dem Trocknen nähte ich den Bügel mit grünem Stickgarn an die Tasche. Das ist bei der Mini-Bügeltasche ein wenig fummelig. Mit einer kurzen Nähnadel geht es ganz gut.
Zum Größenvergleich machte ich das Foto mit Geldschein und Münzen. Wie bereits mehrfach erwähnt, handelt es sich um eine MINI-Bügeltasche.
Fotos der Vorder- und Rückseite und ein Detailbild zeigen die Einzigartigkeit dieser Filzprojektes.




Viel Spaß beim Nachfilzen! Ich würde mich freuen, wenn Ihr Eure Ergebnisse postet.

Happy New Year! Welcome 2020!

Happy New Year, dear felters!
Alles Gute zum neuen Jahr, liebe Filzfreunde!

Kurz vor Jahresschluss packte mich die Filzlust, und ich nutzte Vorfilz, den ich vor einiger Zeit aus weißem Vorfilz mit Seidenfasern und Wollfäden hergestellt hatte. Daraus schnitt ich die Zahlen 2020 und raute sie an der Unterseite an. Mit feiner, handgefärbter 16Mic Merinowolle legte ich eine Bügeltasche aus und legte die Zahlen auf. Vorsichtig mit der Nadel auf der Tasche fixiert und unter einem Fliegengitter angefilzt, hielten die Zahlen gut und heben sich von der Tasche ab. Hier seht Ihr den dokumentierten Filzprozess:

 

Shortly before the end of the year I was seized by the desire to felt, and I used pre-felt, which I had made some time ago from white pre-felt with silk fibres and wool threads. From this I cut the numbers 2020 and roughened them on the underside. With fine, hand dyed 16mic merino wool I laid out a bag and put the numbers on. Carefully fixed on the bag with the needle and felted under a fly screen, the numbers held well and stood out from the bag. Here you can see the documented felting process:

Soulfelt meets Soulfood – ein kleines, feines Filzertreffen

Was gibt es schöneres als „Zwischen den Jahren“, wenn die Zeit so gut wie stillsteht, einen ganzen Tag des kreativen Schaffens zu widmen und mit gleichgesinnten Filzerinnen zu verbringen? So einen tollen Tag erlebte ich und möchte Euch davon berichten.
So geschah es also, dass sich vier fortgeschrittene Filzerinnen am Niederrhein trafen. Susanne Hantzsch, herzlichen Dank für Deine Einladung zu „Soulfelt meets Soulfood“. Danke fürs Wiedersehen, Elisabeth Grates und Petra Schmidt. Es war fabelhaft! Das kann ich schon einmal vorwegnehmen.

Wir hatten uns das Thema „Taschen“ vorgenommen. Doch zunächst überlegten wir, in welchen Filzzusammenhängen wir uns schon getroffen hatten. Petra kannte ich vom Workshop von Annemie Koenen. Susanne hatte ich beim Filzkolleg in Düsseldorf und beim Workshop von Ricarda Aßmann in Siegburg gesehen. Lisa hatte ich auch beim Filzkolleg 2017 „in Natura“ gesehen. Zudem waren wir alle vier über Social Media miteinander verbunden.

Wir begutachteten und bestaunten unsere letzten Filzergebnisse und -planungen und überlegten, welche vergangenen und kommenden Workshops im In- und Ausland lohnenswert sein könnten.

Dann beschäftigten wir uns natürlich auch mit dem Filzen von Taschen, insbesondere mit Bügeltaschen.
Diesen hatte ich vor einiger Zeit meine Aufmerksamkeit gewidmet. Hier könnt Ihr darüber nachlesen:

Mini-Bügeltäschchen, Black-Beauty – schwarze Bügeltasche, Muttertag – rote Bügeltasche mit Herz, Bügeltasche aus Seidenresten, Urlaubsfilz – 2 Bügeltaschen in Beerentönen und Perlmutt, orangefarbene längliche Bügeltasche 

Da waren einige zusammengekommen. Leider hatte ich alle verschenkt und konnte zum Filzertreffen noch nicht einmal ein Anschauungsexemplar mitbringen. Aber ich konnte auf meinen Blog verweisen und mein Know-how weitergeben. Ich hatte bisher mit zwei Bügelgrößen gearbeitet: Minibügel mit 4,5cm Durchmesser und die größere Variante mit 8,5 cm Durchmesser. Die passenden Schablonen, mit denen ich prima klarkam, hatte ich mitgebracht.

Bei diesen beiden Größen blieb ich auch dieses Mal, weil sie sich als praktikabel erwiesen hatten. Besonders die Mini-Variante hatte es mir angetan. Diese wählte ich für eine grünes Täschchen, um wieder nach längerer Filzpause ein Filzfeeling zu entwickeln. Außerdem filzte ich ein pinkfarbenes größeres Täschchen. Dieses hat sogar eine Innentasche. Solch eine hatte ich vorher noch nie gefilzt. Jetzt hatte Lisa mir eine tolle Methode beigebracht. Dankeschön!

Doch nun zurück zum Filzertreffen. Petra und Susanne probierten mit meinen Schablonen, Lisa hatte sich einen größeren, eckigeren Bügel mitgebracht. So filzten wir in fröhlicher Runde vor uns hin. Petra knipste uns zwischendurch mal „in Aktion“. Deshalb ist sie selbst nicht, aber ihr Arbeitsplatz (vorne rechts) zu sehen. Links seht Ihr Lisa, Susanne steht in der Mitte und ich werkle rechts. 

Uns ging es sehr gut, wie Ihr sehen könnt. Unser Treffen hatte Susanne nicht umsonst „Soulfelt meets Soulfood“ genannt. Sie legte großen Wert auf unser Wohlbefinden und versorgte uns wunderbar mit einer Quiche und Mousse au Chocolat. Hmm, war das lecker! Liebe Susanne, toll, dass Du den Spagat zwischen Selbst-Filzen und Kochen so gut hinbekamst und Dein neues feines Filzreich mit dem tollen Tisch für uns zur Verfügung stelltest.

Die drei anderen Filzbegeisterten versuchten sich ebenfalls an Bügeltäschchen und verfielen, wie ich auch, dem Taschenrausch. Seit unserem Treffen posten wir täglich neue Varianten unsere Täschchen und freuen uns an Ausführungen und Farben. Auch wenn die Art und Form ähnlich sind, entstehen unterschiedliche Täschchen. Schön, dass jede von uns einen eigenen Stil entwickelt.

Hier sind ein paar Fotos, die ich teilen darf:

Eine Mini-Bügeltasche von Susanne Hantzsch mit eingefilzten Stoffen und ein wenig Glitzer. Ich liebe Glitzer!

Eine größere und kleinere Bügeltasche mit eingefilzter, handgefärbter Seide von Petra Schmidt sehen vor dem weihnachtlichen Hintergrund sehr edel aus. Von innen sieht man, dass sie feine Wolle verwendete hatte.


Als nächste präsentiere ich eine größere, eckige Bügeltasche mit Kette, die man über dem Arm tragen kann: Elisabeth Grates hat original Harris Tweed eingefilzt, den Susanne von Stornoway (Outer Hebrides) in Schottland mitgebracht hatte. Auf dem zweiten Foto sieht man die blaue Innentasche.

Elisabeth versuchte auch erfolgreich einen Polyesterstoff einzufilzen. Zuerst war dieser widerspenstig, aber mit der nötigen Geduld ließ er sich doch auf eine Verbindung mit der Wolle ein. Ein richtig plüschiger Stoff ist entstanden!

Und, was sagt Ihr jetzt, liebe Leserinnen und Leser? Ich bin ganz hin und weg, welche filzerische Energie sich beim Herstellen der Taschen entlud. Eine ganze Kollektion haben wir auf den Weg gebracht, jede von uns auf ihre Weise.
Ihr drei lieben Filzerinnen, ich danke Euch für das inspirierende Treffen! Ich fuhr beseelt und reich an Anregungen ins Ruhrgebiet und weiß gar nicht, was ich zuerst ausprobieren soll…

… den Herrn Engel, so wie Du ihn auf zauberhafte, humorvolle Weise umgesetzt hast, liebe Petra Schmidt?
… geraffte Stulpen?
… eine Baskenmütze?
… weitere Bügeltäschchen?

Liebe Leserinnen und Leser, Ihr dürft gespannt sein! Wartet auf den nächsten Blogpost.

Auf jeden Fall nehme ich mir vor, mehr Filz in das neue Jahr zu integrieren. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Euch im nächsten Jahr!

Last Minute Geschenkidee

Liebe Filzfreunde,

heute teile ich eine Idee eines Last-Minute Geschenks. Es hätte sich als Weihnachtsgeschenk geeignet, ist aber auch eine kleine, feine Idee für die Silvesterparty, z.B. als Tischdekoration: ein Christmas Cracker oder Knallbonbon.
Für diese Knallbonbons benötigt Ihr eine Papprolle, Geschenkpapier, Geschenkband, Tesafilm, etwas Konfetti (Ich entschied mich für Sternkonfetti), eine Kleinigkeit zum Befüllen (Ich entschied mich für eine kleine Tube Handcreme) und einen gefilzten Stern.

Diesen schnitt ich aus einer Fläche, die ich aus weißem Vorfilz angefertigt hatte. Diesen hatte ich mit weißen Seidenfäden und grauem Wollgarn garniert. Nach dem Trocknen hilft das Bügeln der Filzfläche, eine glatte Fläche zu erhalten, die sich leicht schneiden lässt. Die Seidenfäden und das Wollgarn sorgen für ein wenig Glanz.
Selbstverständlich sind andere Farbgestaltungen und Motive denkbar. Das aufgeklebte Filzobjekt lässt sich weiterverwenden und beispielsweise als Dekorationsobjekt aufhängen.


Es würde mich freuen, wenn ich Euch mit diesem Post und den Fotos einige Anregungen geben konnte.

Best of FilzSi 2019

Liebe Filzfreunde,

es ist soweit, das Jahr 2019 neigt sich dem Ende. Auch in diesem Jahr frage ich Euch, welches FilzSi Euch am besten gefallen habt. Die folgenden neun FilzSis stehen zur Auswahl:

1 Eierwärmer Päarchen

2 Blumenstrauß

3 Pferd

4 perlmuttfarbene Skulptur

5 Mini Billy

6 grüne Skulptur

7 Eierwärmer Zipfelhütchen

8 Lavendelsäckchen Scotland

9 Schweinehund

Hier seht Ihr die passenden Fotos dazu. Also, stimmt bitte ab, wenn Ihr mögt. Das könnt Ihr auch über Facebook tun: https://www.facebook.com/Silke.Koch.FilzSi

Oder auch über Instagram: @filzsi

Ich freue mich über Eure Beiträge!

 

Fröhliche Weihnachten

Liebe Filzfreunde,

ich wünsche Euch wundervolle Weihnachtstage und alles erdenklich Gute für 2020.

Ich bedanke mich herzlich für Eure Unterstützung, den Austausch, die Inspiration und Euer Interesse an meinen Filzgeschichten.

Die diesjährige Weihnachtskarte ist eine Mischung aus Watercolour, Brushlettering und gefilzten Weihnachtskugeln.

Urlaubsfilz – neue Handyhülle, Eicheln und Tiere an der Ostsee

Wenn FilzSi, also ich, in den Urlaub fährt, bedeutet das, dass ungefähr ein Drittel des Gepäcks aus Filzutensilien und Wolle besteht. Man weiß ja nie, wie sich das Wetter entwickelt und wie langweilig die Abende werden können. Diesmal ging es an die Ostsee, wo ich seit 20 Jahren mindestens einmal im Jahr bin. Ich kenne also mehr oder weniger jeden Stein, erhole mich aber sehr gut hier und finde Ruhe und Gelassenheit, nicht zuletzt im Filzen kleinerer, einfacherer Objekte. Diese zeigte ich im Blog immer mal wieder. Falls Ihr Euch nicht erinnern solltet, hier habe ich Euch einen Überblick zusammengestellt, über den in Urlauben gefilzten Teilen, auch Urlaubsfilz genannt:

Auch über mein bewährtes filziges Urlaubsequipment schrieb ich an dieser Stelle schon. Lest es gerne noch einmal nach, wenn Ihr mögt.

Zunächst war ich etwas ratlos, was ich filzen würde. Mitgenommen hatte ich sowohl Vlieswolle und Kammzugwolle, sodass ich offen für viele Techniken und Objekte war. Außerdem hatte ich zuhause Eichelhütchen gesammelt, die ich gern bunt befilzen wollte. Damit fing ich an, denn Eicheln gehen immer, entweder für meine eigene Deko oder zum Verschenken. Hier seht Ihr das Resultat:

2019.10 Urlaubsfilz.Eicheln

Schön bunt sind sie geworden, so wie der Herbst an der See, wie die folgende Collage zeigt:

Links oben: Rostocker Heide, rechts oben: Fliegenpilz im Naturschutzgebiet, unten links: Gespensterwald Nienhagen, Mitte: Kormoran, rechts unten: Ostsee bei Nienhagen.

Und dann fand, ganz unverhofft, doch noch der ultimative „Filzauftrag“ zu mir. Und zwar verlor ich meine Handytasche. Wahrscheinlich passierte es am Tisch in einer Bäckerei, wo ich was gegessen und getrunken hatte. Natürlich hatte ich mein Handy rausgekramt, weil ich schauen wollte, ob ich eine Nachricht bekommen hatte, und dabei muss die Hülle wohl vom Tisch gefallen sein, und ich hatte es erst „zuhause“, im Apartment, bemerkt, nachdem ich insgesamt 40km mit dem Fahrrad zurückgelegt hatte.

Nun, was macht die Filzerin, wenn sie im Urlaub ihre Handyhülle verliert? Sie ärgerte sich ein wenig, denn die Handyhülle war schön und mühsam gefilzt (Schaut Euch den Beitrag „2. Handyhülle“ von 2017 an) und hatte treue Dienste geleistet. Außerdem diente sie immer als eine Art Visitenkarte, wenn ich unterwegs das Filzen erklären wollte oder anderen vom Fach zeigte, was ich so filze, dann musste sie herhalten und beschaut und befühlt werden.

Dann aber verpuffte der Ärger über diesen Verlust schnell, um dem neuen Gedankenstrom Platz zu machen, wie mit begrenztem Urlaubsfilz-Equipment eine neue gefilzt werden könnte.
Ich wählte die feine (16mic) perlmuttfarbene Wolle von Filzrausch und legte sie in fünf oder sechs dünnen Lagen aus und ergatterte in einem Wollladen in Bad Doberan mein heißgeliebtes Garn aus einer Mohair- und Seidemischung in einem Cremeton zum Verzieren.
Auf die eine Seite „malte“ ich mit diesem Garn eine schlichte Blüte. Auf die andere Seite schrieb ich meinen Namen in der Hoffnung, dass ich diese Handytasche nicht so schnell wieder verlieren sollte [Dieser Gedanke entbehrt jeder Logik, also denkt bitte nicht länger darüber nach.].

Die Schablone war leider – wie auch schon bei den Handytaschen 1 und 2 etwas kurz geraten. Aber auch das hat etwas Gutes, denn so lässt sich das Handy an der nicht eingepackten Seite gut herausziehen. Denn noch sitzt die Hülle recht stramm, und ich muss ordentlich ziehen.

 


Das sieht man bei diesen beiden Fotos nicht. Dafür setzte ich die Hülle gekonnt auf einem herbstlichen Farn mitten im Naturschutzgebiet der Rostocker Heide in Szene. So habt Ihr etwas Abwechslung zum sonst obligatorischen FilzSi-weißen Fotohintergrund.

Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Erstmal! Denn ich weiß ja, dass auch dies keine Hülle für die Ewigkeit sein wird.

Abschließen möchte ich diesen Post mit einer Auswahl an Tieren, die mir vor die Linse hüpften und die vielleicht als Vorlage für ein neues Filzprojekt dienen werden. Wer weiß, wer weiß! Jeder Urlaub bringt ja jede Menge FilzSpiration mit sich.